Die Globalisierung der Weltwirtschaft stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen.
Bedingt durch die Megatrends sind Unternehmen gezwungen heute viel internationaler zu denken und zu handeln als in der Vergangenheit.
Zu nennen ist an dieser Stelle die Internationalisierung und Liberalisierung des Handels und der dadurch resultierende harte Wettbewerb durch die ansteigende Anzahl von Mitbewerbern auf den
heimischen und globalen Märkten.
Ein Grund für diesen intensiven Wettbewerb ist die Sättigung vieler Märkte und die aufgrund neuer Medien entstandenen Transparenz. Jedoch hat sich auch das Kaufverhalten der Kunden stark geändert. Produkte und Dienstleistungen sind in einer großen Anzahl vorhanden und können bei geringsten Qualitätsminderungen mit einem vergleichbaren Konkurrenzprodukt substituiert werden. Um sich von der Konkurrenz abzugrenzen sind Unternehmen gezwungen ihre Produkte
und Dienstleistungen zu differenzieren und die Produktlebenszyklen zu verkürzen. Der wirtschaftliche Alltag in der globalisierten Welt ist geprägt von Fusionen, Insolvenzen, Neugründungen und Entlassungen.
Um sich erfolgreich behaupten zu können müssen die Unternehmen zunehmend mehr Risiko
eingehen und/oder ihre bisherigen Strategien ändern bzw. anpassen. Die Anforderungen an die strategische Ausrichtung der Unternehmen müssen sich daher an die wirtschaftlich relevanten Megatrends anpassen.
Es stellt sich die zentrale Frage mit welchen Managementtechniken ein Unternehmen optimal strategisch ausgerichtet werden kann um diesen Megatrends gerecht zu werden und um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern.
Wie obig angesprochen, müssen die Unternehmen zunehmend Risiken auf sich nehmen, ihr unternehmerisches Handeln anpassen, und sich von Mitbewerbern differenzieren. In der strategischen Ausrichtung spielt die Managementtechnik "Wissensmanagement" eine übergeordnete Rolle. In dieser Hausarbeit wird die genannte Managementtechnik vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wissensmanagement
3. Definition
4. Wissen und Information
4.1. Explizites Wissen
4.2. Impliziertes Wissen
5. Fallbeispiel
6. Bausteine des Wissenmanagements
6.1. Wissensziele
6.2. Wissensidentifikation
6.3. Wissenserwerb
6.4. Wissensentwicklung
6.5. Wissensverteilung
6.6. Wissensnutzung
6.7. Wissensbewahrung
6.8. Wissensbewertung
7. Methoden des Wissensmanagements
7.1. Lessons Learned
7.2. Wiki-Systeme
8. Mitarbeiter und Wissensmanagement
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch den gezielten Einsatz von Wissensmanagement ihre Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft sichern und ihre interne Effizienz steigern können.
- Theoretische Grundlagen des Wissensmanagements
- Unterscheidung zwischen explizitem und implizitem Wissen
- Praxisbeispiel einer Reederei zur Optimierung betrieblicher Abläufe
- Anwendung der Wissensmanagement-Bausteine nach Probst
- Einsatz von Instrumenten wie Lessons Learned und Wikis
- Bedeutung der Unternehmenskultur und Mitarbeitermotivation
Auszug aus dem Buch
6.6. Wissensnutzung
Das bloße zur Verfügung stellen von Informationen und Daten für alle Mitarbeiter/innen bietet noch lange nicht die Gewähr, dass diese auch genutzt werden. Gerade das in aufwändiger Form in Datenbanken abgelegte Wissen bleibt häufig ungenutzt. Das vorhandene Wissen eines Unternehmens entfaltet seine Bedeutung erst durch dessen intelligenten Gebrauch.
Von großer Bedeutung zur Erhöhung der Nutzung der vorhandenen Wissenspotenziale eines Unternehmens haben sich Strategien erwiesen, die auf einen direkten Wissensaustausch zwischen den einzelnen Wissensträgern zielen. Der Schaffung von Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Mitarbeitern/innen kommt deshalb im Wissensmanagement eine große Bedeutung zu.8
Im Fallbeispiel wurde erkannt, dass sich sogenannte Wissensinseln gebildet haben. Der Wissensaustausch zwischen Mitarbeitern, Abteilungen und Standorten musste unter anderem verbessert werden.
Um das Wissen optimal zu verteilen und eine effiziente Wissensnutzung zu ermöglichen, wurde an dieser Stelle eine Umstrukturierung in unserm Fallbeispiel vorgenommen. Es hat sich herausgestellt, dass das Wissen und Informationen über den Schiffsbetrieb in den Abteilungen Technik, Nautik und Einkauf im Unternehmen „verstreut“ waren. Informationen und persönliche Erfahrungen mit dem Schiffspersonal, der Wartungszustand, Status über Lieferungen, Ergebnisse von Kontrollen, Regularien etc. all diese Informationen waren zwar im Unternehmen vorhanden, könnten aber effizienter genutzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Globalisierung und der damit einhergehende Wettbewerbsdruck zwingen Unternehmen zu Anpassungen, wobei Wissensmanagement als zentrale Strategie zur Sicherung des Erfolgs dient.
2. Wissensmanagement: Wissen wird als entscheidender Produktionsfaktor definiert, dessen Vernachlässigung durch mangelnde Transparenz zum Verlust von Wettbewerbsvorteilen führen kann.
3. Definition: Wissen wird als ein Netzwerk aus Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten verstanden, das zur Lösung spezifischer Aufgaben dient.
4. Wissen und Information: Die Kapitel unterscheiden zwischen explizitem Wissen, das dokumentierbar ist, und implizitem Wissen, das an Personen gebunden ist.
5. Fallbeispiel: Anhand einer Reederei wird illustriert, wie Ineffizienzen in der Organisation durch gezielte Wissensmanagement-Instrumente behoben werden können.
6. Bausteine des Wissenmanagements: Basierend auf dem Modell von Probst werden die Phasen von der Zielsetzung über die Identifikation und Verteilung bis zur Bewertung beschrieben.
7. Methoden des Wissensmanagements: Die Instrumente Lessons Learned und Wiki-Systeme werden vorgestellt, um Wissen systematisch zu erfassen und bereitzustellen.
8. Mitarbeiter und Wissensmanagement: Es wird hervorgehoben, dass die Bereitschaft der Mitarbeiter zum Teilen von Wissen die fundamentale Voraussetzung für erfolgreiches Wissensmanagement darstellt.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Globalisierung, Explizites Wissen, Implizites Wissen, Probst, Wissensziele, Wissensnutzung, Lessons Learned, Wiki-Systeme, Wissenskultur, Erfahrungsaustausch, Wettbewerbsvorteil, Wissensbewahrung, Wissensidentifikation, Organisationslernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Einführung und Bedeutung von Wissensmanagement als strategisches Instrument für Unternehmen, um sich in einem globalisierten Umfeld wettbewerbsfähig zu halten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen zählen die Definition von Wissen, die Unterscheidung zwischen explizitem und implizitem Wissen sowie die praktischen Bausteine zur Steuerung von Wissensflüssen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Wissenspotenziale besser nutzen können, um durch effizientere Abläufe langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verbindet theoretische Konzepte (insbesondere das Modell von Probst) mit einer praxisbezogenen Fallstudie einer Reederei.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Wissensbegriffs, die Vorstellung der acht Bausteine nach Probst sowie die detaillierte Beschreibung praktischer Methoden wie Lessons Learned und Wikis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wissensmanagement, Wissensnutzung, Organisationslernen, Wissenskultur, explizites Wissen und Wissensverteilung sind maßgebliche Begriffe.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der Einführung von Wissensmanagement?
Eine offene Wissenskultur und ein Klima des Vertrauens sind essenziell, da die Bereitschaft der Mitarbeiter, ihr Wissen zu teilen, die Grundvoraussetzung für jedes Wissensmanagementsystem ist.
Warum wird im Beispiel der Reederei die räumliche Trennung der Abteilungen kritisiert?
Die räumliche Trennung erschwert den informellen Kommunikationsfluss, was zu Wissensinseln führt und den schnellen Erfahrungsaustausch bei operativen Problemen behindert.
Wie kann implizites Wissen für ein Unternehmen gesichert werden?
Implizites Wissen muss durch geeignete Prozesse, wie die Umwandlung in explizites Wissen (z. B. durch Dokumentation oder gemeinsame Meetings), für das Unternehmen unabhängig von einzelnen Personen verfügbar gemacht werden.
Welches Hindernis bei der Wissensweitergabe wird besonders hervorgehoben?
Das Sprichwort „Wissen ist Macht“ führt oft zu Ängsten bei Mitarbeitern, durch Wissensweitergabe an Status oder Einfluss zu verlieren, was eine zentrale Herausforderung für das Management darstellt.
- Citation du texte
- Christian Schwab (Auteur), 2011, Wissensmanagement - Unternehmen im Wandel der Globalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198728