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Adipositaschirurgie - Eiweißmalnutrition nach Roux en y Gastric Bypass Operationen

Titre: Adipositaschirurgie - Eiweißmalnutrition nach Roux en y Gastric Bypass Operationen

Mémoire (de fin d'études) , 2009 , 134 Pages , Note: 1,00

Autor:in: Martina Kreuter (Auteur)

Santé - Sciences de l'alimentation
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Résumé Extrait Résumé des informations

In dieser hermeneutisch verfassten Diplomarbeit wird die Notwendigkeit einer Eiweißsupplementierung nach Roux en y Gastric Bypass (RNYGB)-Operationen verdeutlicht. Durch deren Einsatz soll das Auftreten einer Proteinmalnutrition und die damit verbundene Symptomatik (wie beispielsweise Muskelschwäche, Muskelatrophie, Immunschwäche, Wundheilungsstörungen, Alopezie) vermieden werden.
Basis dafür ist eine schrittweise erfolgende Problemaufarbeitung von folgenden Punkten: Die Ernährungstherapie und der Eiweißbedarf bei Adipositas bzw. während einer Gewichtsreduktion sowie die anatomischen und physiologischen Veränderungen durch eine RNYGB-Operation - in Bezug auf die postoperative Ernährung. Insbesondere folgende pathophysiologische Mechanismen führen postoperativ zu einem Proteinmangel: 1. Verminderte Nahrungsaufnahme, 2. verringerte Magensaftsekretion, 3. Ausschluss des distalen Magens, des Duodenums und proximalen Jejunums, 4. Asynergie zwischen Bolus und biliopankreatischen Sekreten sowie 5. Malabsorption der Nährstoffe (nur mehr 57 % des Proteinverzehrs werden im postoperativen Zeitraum absorbiert). Zusätzlich sind die Eventualität und Folgen einer postoperativen Fehlernährung der Patienten zu berücksichtigen.
Bei der postoperativen Standardtherapie jedoch werden RNYGB-Patienten, in der klinischen Praxis in Österreich, nur in wenigen Instituten Eiweißsupplemente empfohlen. Außerdem wird in vielen Publikationen nur auf die postoperative Vitamin- und Mineralstoffsupplementierung eingegangen. Dem Aufbau dieser Arbeit zufolge, findet eine kritische Auseinandersetzung mit Studienergebnissen und kontroversen Meinungen, die gegen eine postoperative Eiweißsupplementierung sprechen, statt.
Zur Verstärkung der literarischen Ergebnisse bezüglich eines Eiweißmangels enthält die vorliegende Diplomarbeit eine empirische Erfassung der Energie- und Makronährstoffaufnahme von 39 Ernährungsprotokollen aus verschiedenen Monatsabständen - bis zu einem Jahr - nach RNYGB-Operationen.
Nach Betrachtung der gesammelten Erkenntnisse kann gesagt werden, dass, um das Minimum der Eiweißaufnahme - 0,8 g Eiweiß /kg adaptierten Körpergewicht /d - zu erreichen, eine Supplementierung von Proteinen im ersten postoperativen Jahr bei RNYGB-Patienten erforderlich ist. Vor allem wenn eine Eiweißzufuhr von 20 % der Gesamtenergiemenge erreicht werden soll (~ 1,3 g Eiweiß /kg adaptierten KG /d), ist der Einsatz von Proteinmodulen unumgänglich.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

Problemstellung und Forschungsfrage

Zielsetzung und Hypothese

Wissenschaftliche Forschungsmethode

1. ADIPOSITAS

1.1. Definition und Problemaufbereitung in Zahlen

1.2. Einteilung der Adipositas

1.3. Fettverteilung

1.4. Ursachen von Übergewicht

1.5. Gesundheitliche Folgen der Adipositas

2. THERAPIEMÖGLICHKEITEN BEI MORBIDER ADIPOSITAS

2.1. Unterschiedliche Arten der Adipositastherapie und deren Indikationen

2.2. Ernährungstherapie

2.2.1. Verschiedene Strategien der Ernährungstherapie

2.2.2. Verschiedene Formeln zur Energiebedarfsberechnung bei Adipösen

2.3. Eiweiß – ein wichtiger Makronährstoff in der Ernährungstherapie bei Adipositas

2.3.1. Allgemeine Informationen über Proteine

2.3.2. Verdauung und Resorption

2.3.3. Metabolismus

2.3.4. Proteinbewertung

2.3.5. Empfehlungen für den Proteinbedarf

2.3.6. Verschiedene Proteinbedarfsberechnungsmöglichkeiten bei Adipositas

2.3.7. Proteinmangel

2.3.8. Diagnostik der Proteinmalnutrition

2.4. Chirurgisch-operative Maßnahmen zur Adipositastherapie

2.4.1. Allgemeine Informationen bezüglich adipositaschirurigscher Therapie

2.4.2. Indikation

2.4.3. Patienteninformation

2.4.4. Ernährungsmedizinische Beratung und dessen Stellenwert in der Adipositaschirurgie

2.4.5. Verfahrensauswahl

3. ROUX EN Y GASTRIC BYPASS

3.1. Allgemeine Informationen über den Roux en y Gastric Bypass (RNYGB)

3.2. Prinzip des chirurgischen Verfahrens

3.2.1. Proximaler Magenbypass bzw. RNYGB

3.2.2. Distaler Magenbypass

3.3. Physiologische Veränderungen in Bezug auf die Ernährung sowie Eiweißzufuhr und -resorption

3.4. Intra- und Postoperative Komplikationen

3.5. Langezeitfolgen

3.6. Nachsorge

3.7. Erfolge durch RNYGB-Operationen

3.8. Physiologische Mechanismen beim Gewichtsverlust in Bezug auf den Proteinmetabolismus

4. ERNÄHRUNG BEI RNYGB

4.1. Verschiedene Formen des Kostaufbaus

4.2. Allgemeine Ernährungsempfehlungen nach der Operation

5. PROTEINSUPPLEMENTE BEI RNYGB

5.1. Allgemeine Empfehlungen zur Supplementierung bei RNYGB

5.2. Hermeneutische Erfassung eines möglichen Eiweißmangels und dessen Supplementierung

5.2.1. Studienergebnisse in Bezug auf Laborparameter

5.2.2. Studienergebnisse in Bezug auf anatomische und physiologische Veränderungen durch die RNYGB-Operation

5.2.3. Studienergebnisse in Bezug auf die Entwicklung einer „Eiweißintoleranz“

5.2.4. Studienergebnisse in Bezug auf die Energie- und Eiweißaufnahme

5.2.5. Studienergebnis in Bezug auf Bioimpedanzanalyse

5.2.6. Zeitraum für das Auftreten von Eiweißdefiziten

5.2.7. Folgen einer Mangelernährung

5.2.8. Prävention eines möglichen Eiweißdefizites

5.2.9. Maßnahmen bei Auftreten eines Proteindefizites

6. EMPIRISCHE ERFASSUNG EINES MÖGLICHEN EIWEIßMANGELS

6.1. Hintergrund

6.2. Methoden

6.3. Resultate

6.4. Diätologische Diagnose

6.5. Empfehlungen für die Eiweiß-Zufuhr bei RNYGB

6.6. Einsatz von Eiweißsupplementen

7. CONCLUSIO

7.1. Risikofaktoren zur Entwicklung einer Proteinmalnutrition

7.2. Evidenzbasierte Energie- und Eiweißbedarfsberechnungen für RNYGB-Patienten

7.2.1. Berechnungen des Energiebedarfs

7.2.2. Berechnung des Eiweißbedarfs

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die Notwendigkeit einer gezielten Eiweißsupplementierung bei Patienten nach Roux-en-Y-Gastric-Bypass (RNYGB)-Operationen wissenschaftlich zu belegen und zu verdeutlichen, um das Risiko einer Proteinmalnutrition sowie deren Symptome wie Muskelschwäche, Haarausfall oder Wundheilungsstörungen im ersten postoperativen Jahr zu minimieren.

  • Pathophysiologische Auswirkungen bariatrischer Eingriffe auf die Eiweißaufnahme und -resorption
  • Analyse des Energie- und Proteinbedarfs bei Adipositas unter Berücksichtigung verschiedener Diätformen
  • Auswertung von Ernährungsprotokollen zur empirischen Erfassung des Eiweißmangels post-OP
  • Entwicklung evidenzbasierter Richtlinien für die Supplementierung von Proteinen
  • Notwendigkeit interdisziplinärer ernährungsmedizinischer Beratung in der Nachsorge

Auszug aus dem Buch

3.3. Physiologische Veränderungen in Bezug auf die Ernährung sowie Eiweißzufuhr und -resorption

In der hier folgenden Auflistung sind die, aufgrund der RNYGB-Operation, physiologischen Veränderungen in Betracht auf die Ernährung, sowie Eiweißzufuhr und -resorption im Speziellen, evidenzbasiert aufbereitet.

 Restriktive Komponente: Durch die anatomischen Veränderungen nach der Operation, ergibt sich eine starke Einschränkung der Nahrungs- bzw. Nährstoffmenge. [79] Konsumieren die Patienten mehr als in den kleinen Pouch passt, kommt es zu Missempfinden und schließlich zu Erbrechen. Somit werden die Patienten dazu „gezwungen“, ihr Essverhalten gravierend zu verändern und deutlich weniger zu essen als sie es vor der Operation gewohnt waren. Dies wird insofern erleichtert, als trotz der geringen Aufnahme an Nahrungsmittel in der Regel schnell ein gewisses Gefühl der Sättigung auftritt. Verantwortlich dafür ist die Verminderung des Hormons Ghrelin im Blutspiegel. [44] Dieses so genannte „Hungerhormon“ ist im Fundus des Magens lokalisiert. Die Resektion des Fundus beim RNYGB verhindert den Kontakt der Nahrung mit der Mukosa im Magenfundus und Ghrelin wird somit vermindert ausgeschüttet. [44, 91]

 Wegfall der Magenmühle: Wenn das Essen nicht gründlich genug gekaut wird, findet die restliche Zerkleinerung normalerweise im Magen durch die Magenmühle statt. Dabei verschließt sich der Magenmuskel, und die zu großen Speisepartikel können nicht in das Duodenum gelangen. Durch die „Sperre“ des Muskels kommt es zu einer peristaltischen Gegenbewegung, die die Nahrung wieder in das Mageninnere zurückbewegt. Die zu groben Nahrungspartikel werden durch diese Bewegungen zerrieben. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Nahrungspartikel nicht größer als 1 bis 2 mm im Durchmesser sind und schließlich an das Duodenum weitergeleitet werden können. [72] Da durch die Magenresektion auch keine Magenmühle mehr besteht, kann die Nahrung im Magen nicht mehr zerkleinert werden und die Spaltung der Proteine nicht mehr vollständig erfolgen (siehe Kapitel 2.3.2.). Weiters wird der Speisebrei nur mehr schlecht mit dem Magensaft durchmischt. [64]

Zusammenfassung der Kapitel

1. ADIPOSITAS: Dieses Kapitel definiert Adipositas als chronische Erkrankung, beleuchtet die aktuelle Prävalenz in Zahlen und erläutert Ursachen sowie die gesundheitlichen Langzeitfolgen.

2. THERAPIEMÖGLICHKEITEN BEI MORBIDER ADIPOSITAS: Hier werden verschiedene Behandlungsansätze wie Ernährungs- und Verhaltenstherapien sowie chirurgische Optionen diskutiert, mit Fokus auf den Proteinbedarf und die Indikationen für operative Eingriffe.

3. ROUX EN Y GASTRIC BYPASS: Dieses Kapitel erläutert das RNYGB-Verfahren, seine physiologischen Auswirkungen auf die Verdauung und die resultierenden Komplikationen sowie notwendige Nachsorgemaßnahmen.

4. ERNÄHRUNG BEI RNYGB: Fokus auf den postoperativen Kostaufbau und praktische Regeln für eine gesunde Ernährung, um Komplikationen nach RNYGB-Operationen zu vermeiden.

5. PROTEINSUPPLEMENTE BEI RNYGB: Eine kritische Analyse der Notwendigkeit von Proteinsupplementen und eine Übersicht über aktuelle Studienergebnisse hinsichtlich Eiweißmangel.

6. EMPIRISCHE ERFASSUNG EINES MÖGLICHEN EIWEIßMANGELS: Vorstellung der eigenen empirischen Datenanalyse von 39 Ernährungsprotokollen, um den Ist-Zustand der Energie- und Proteinaufnahme zu ermitteln.

7. CONCLUSIO: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage unter Einbeziehung der Risikofaktoren und evidenzbasierte Empfehlungen für eine erfolgreiche Eiweißsupplementierung in der Praxis.

Schlüsselwörter

Adipositas, RNYGB, Magenbypass, Eiweißmalnutrition, Proteinsupplementierung, Ernährungstherapie, Energiebedarf, Proteinbedarf, Malabsorption, bariatrische Chirurgie, Stickstoffbilanz, Postaggressionsstoffwechsel, Ernährungsprotokoll, postoperative Nachsorge, Gewichtsverlust.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit einer gezielten Eiweißsupplementierung bei Patienten, die sich einem Roux-en-Y-Gastric-Bypass (RNYGB) unterzogen haben, um eine Proteinunterernährung im ersten postoperativen Jahr zu verhindern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verknüpft die Grundlagen der Adipositastherapie mit den spezifischen anatomischen und physiologischen Veränderungen nach einer Magenbypass-Operation, um daraus den konkreten Proteinbedarf und die Notwendigkeit von Nahrungsergänzungen abzuleiten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, inwieweit eine gezielte Eiweißsupplementierung bei RNYGB-Patienten zwingend erforderlich ist, um bis ein Jahr nach dem Eingriff eine schwere Eiweißmalnutrition erfolgreich zu vermeiden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit kombiniert eine hermeneutische Literaturrecherche mit einer eigenen empirischen Datenerhebung, bei der 39 Ernährungsprotokolle von Patienten ausgewertet wurden, um den Ist-Zustand der Makronährstoffzufuhr zu bestimmen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Adipositas und deren Therapie, die chirurgische Technik des RNYGB, die physiologischen Konsequenzen nach der OP, eine detaillierte Analyse des Proteinbedarfs sowie eine empirische Auswertung der Ernährungssituation der Patienten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Adipositas, RNYGB, Proteinmalnutrition, Eiweißsupplementierung, bariatrische Chirurgie, Ernährungstherapie und Stickstoffbilanz sind die essenziellen Schlagworte.

Warum spielt der "Wegfall der Magenmühle" eine so große Rolle?

Durch den Wegfall der mechanischen Zerkleinerung im Magen und die verkürzte Passage können Proteine nicht mehr vollständig verdaut werden, was das Risiko für einen Eiweißmangel massiv erhöht.

Was ist das Fazit der Autorin zur Supplementierung?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der zu geringen oralen Eiweißaufnahme und der reduzierten Resorptionskapazität der Einsatz von Proteinmodulen im ersten postoperativen Jahr unumgänglich ist.

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Résumé des informations

Titre
Adipositaschirurgie - Eiweißmalnutrition nach Roux en y Gastric Bypass Operationen
Université
Akademie für den Diätdienst und ernährungsmedizinischen Beratungsdienst am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien  (AKH Wien)
Cours
Diätologie und Ernährungsmedizin
Note
1,00
Auteur
Martina Kreuter (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
134
N° de catalogue
V198947
ISBN (ebook)
9783656325574
ISBN (Livre)
9783656326892
Langue
allemand
mots-clé
Ernährung Ernährungsmedizin Medizin Chirurgie Eiweiß Mangel Roux en y Gastric Bypass Adipositaschirurgie Diätologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Martina Kreuter (Auteur), 2009, Adipositaschirurgie - Eiweißmalnutrition nach Roux en y Gastric Bypass Operationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198947
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Extrait de  134  pages
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