Die lautlichen und die grammatischen Charakteristika des Altspanischen exemplarisch anhand eines altspanischen Text.


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

5 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Folgende Literatur wurde verwendet:

Lapesa, Rafael: Historia de la lengua española. 9a edición. Madrid 1981, S. 367-417

Zauner, Adolf: Altspanisches Elementarbuch. Heidelberg 1908, S. 10-109

Das Textbeispiel stammt aus:

Flasche, Hans: Geschichte der spanischen Literatur. Bd. 1. Bern 1977, S. 42/43

Lautliche Charakteristika des Altspanischen

Ein lautliches Charakteristikum des Altspanischen ist das <ç>, das [ts] gesprochen wurde, jedoch manchmal auch als Schreibweise für das lateinische [s] diente. Das <g> vor <n> war ganz stumm nd das <g> vor <e> und <i> wurde [dž] ausgesprochen. Das doppelt auftretende <nn> wurde genauso realisiert wie das neuspanische <ñ>.Vor den Vokalen <a> und <o> sprach man das <q> bei <qu>, jedoch nicht vor <e> und <i>. Der Konsonant <v> wurde wie im Neuspanischen [b] ausgesprochen, jedoch charakteristisch für das Altspanische ist, dass das <u> ebenso artikuliert wurde. Das <x> wurde nicht wie im Neuspanischen als [ ] realisiert, sondern als [ʃ] . Auch der Konsonant <z> wurde anders als heute ausgesprochen, nämlich [dz].

Die Aussprache des <f> war vor den Diphthongen /ue/ und /ie/ und bei /he/ [h].

<g> und <j> wurden normalerweise als Frikativ /ž/ realisiert und auch /š/ (<x>) entwickelte sich auf diese Art und Weise.

Die beiden Phoneme /ž/ (<g>, <j>) und /š/ (<x>) hatten zwar einen präpalatalen Charakter, jedoch wurden sie häufig mit dem stimmhaften /z/ (<s>) und dem stimmlosen /s/ (<s>, <ss>) verwechselt, weshalb zum Beispiel <colegio> dann fälschlicherweise <colesio> geschrieben wurde oder <vigitar> statt <visitar> zu finden ist. Ein weiteres Beispiel für Verwechslungen sind /z/ (<z>), /ż/ (<s>) und /ž/ (<g>, <j>), die mit /s/ (<c>, <ç>), /s/ (<ss> zwischen Vokalen) und /š/ (<x>) verwechselt wurden.

Im Inlaut zwischen Vokalen und vor stimmhaften Vokalen war <s> im Altspanischen stimmhaft.

Grammatische Charakteristika des Altspanischen

Wenn man die grammatischen Charakteristika des Altspanischen beschreiben möchte, muss man sicherlich von der Orthographie dieser Zeit sprechen, denn diese orientierte sich stark an der gesprochenen Sprache und da es hierbei häufig regionale Unterschiede gab, existierten oft mehrere Schreibweisen für ein und dasselbe Wort, die sich wiederum stark von der heutigen Orthographie unterscheiden. Lapesa erläutert in diesem Kontaxt nämlich: "Nuestros escritores del Siglo de Oro non sentían por el rigor gramatical una preocupación tan escrupulosa como la que ahora se exige; las incongruencias del habla pasaban con más frecuencia a la lengua escrita"[1], was schon sehr gut auf diese Divergenzen hinweist . Ein Beispiel für die Pluralität der Schreibweisen ist die Verwechslung von /f/ und /h/, weshalb dann die Formen <falda> und <halda> nebeneinander existierten.

[...]


[1] Lapesa, S. 408

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Die lautlichen und die grammatischen Charakteristika des Altspanischen exemplarisch anhand eines altspanischen Text.
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
5
Katalognummer
V199054
ISBN (eBook)
9783656254348
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Altspanisch, Linguistik
Arbeit zitieren
Christina Müller (Autor), 2007, Die lautlichen und die grammatischen Charakteristika des Altspanischen exemplarisch anhand eines altspanischen Text., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199054

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