Die Untersuchung der Wortbildung im Deutschen und im Arabischen lässt uns zunächst fragen, was ein Wort ist und wie Wörter entstehen.
Zur Verdeutlichung der Entstehung eines Wortes kann man weit in der Sprachgeschichte zurückgehen, worüber auch einige Hypothesen existieren, z.B. folgende: ein Wort besteht entweder aus einem einzelnen lexikalischen Morphem oder aus einem einzelnen grammatikalischen Morphem.
Im Folgenden soll nun gefragt werden, was ein Wort und was Wortbildung ist: Zur Beantwortung der Fragen möchten wir zudem im Anschluss einen Vergleich zwischen dem Deutschen und dem Arabischen ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionsbegriff „Wort“ im Deutschen und Arabischen
2.1. Wort im Deutschen
2.2 Verzeichnis der Symbole
2.3. Zur Transkription
2.3.1. Die Vokale
2.4. Wort im Arabischen
3. Zum Gegenstand Wortbildung
3.1. Begriffsbestimmung „Wortbildung“ im Deutschen
3.2. Bestimmung von „Wortbildung“ im Arabischen
3.3. Wortschöpfung
4. Wortbildung im Deutschen und Arabischen
5. Deutsche Ableitung
5.1. Ableitung im Arabischen
6. Kompositum im Deutschen
7. Wortgruppe
8. Kompositum im Arabischen
9. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt auf eine kontrastive Untersuchung der Wortbildungsprozesse im Deutschen und Arabischen ab, um Gemeinsamkeiten und strukturelle Unterschiede in der Derivation und Komposition zu identifizieren und linguistisch einzuordnen.
- Grundlagen der Wortbegriffsdefinition im Deutschen und Arabischen
- Strukturelle Analyse der Ableitungsmuster in beiden Sprachen
- Gegenüberstellung von Komposita im Deutschen und entsprechenden Wortgruppen im Arabischen
- Untersuchung der Produktivität morphologischer Prozesse
- Kontrastive Betrachtung deverbale Ableitungen
Auszug aus dem Buch
3. Zum Gegenstand Wortbildung
Wenn aus den Stammwörtern aber neue Wörter gebildet werden, nennt man diese Erscheinung „Wortbildung“.
Nach Auffassung von „W. Fischer“ und „W. Motsch“ heißt es: „Wortbildung ermöglicht einerseits die Produktion von Zeichenkombinationen in der Wirtschaftsstruktur; hierin liegt eine gewisse Parallelität zur Konstruktion von syntaktischen Wortverbindungen (Wortgruppe) und Sätzen, und damit ist eine Beziehung zur Syntax gegeben. Anderseits wird ein großer Teil solcher komplexen Wörter zur festen Wortschatzeinheit, wird im Wortschatz gespeichert […..]. So erklärt sich die Auffassung vom Doppelcharakter der Wortbildung: Schaffung von Benennungseinheit und Bildung syntaktischer Parallelkonstruktionen“ (Fleischer und Motsch 1982: 62).
Halten wir fest, dass uns der Begriff „Wortbildung“ einerseits zum Gegenstand der Entwicklung des produktiven Wortschatzes und anderseits zur Wortstruktur führt, d.h., die Wortbildungslehre untersucht die Typen und Muster von Wörtern, vor allem die Produktiven.
Sie ist ein Teil der Grammatik und gehört gleichzeitig zur Morphologie, teilweise aber auch zur Syntax, wie z.B.:
Formbildung spiel-te spiel-t ge-spiel-t
Wortbildung Spiel-er Fußballspiel ver-spiel-t
(vgl. Fleischer: 1974: 30-31)
Es ist aber nicht einfach, den Begriff „ Wortbildung“ zu definieren, denn es gibt eine Vielzahl theoretischer Ansätze, die sich von Sprachwissenschaftler zu Sprachwissenschaftler unterscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die kontrastive Untersuchung ein, die erforschen soll, was Wörter sind und wie sie im Deutschen sowie im Arabischen entstehen.
2. Definitionsbegriff „Wort“ im Deutschen und Arabischen: Hier werden unterschiedliche linguistische Ansätze zur Definition des Begriffs „Wort“ gegenübergestellt und die Schwierigkeiten einer eindeutigen Bestimmung in beiden Sprachen diskutiert.
3. Zum Gegenstand Wortbildung: Das Kapitel erläutert den Begriff der Wortbildung als Teil der Grammatik und Differenziert diesen von der Wortschöpfung.
4. Wortbildung im Deutschen und Arabischen: Dieses Kapitel legt den Rahmen für die kontrastive Studie fest, indem es formale und inhaltliche Schwerpunkte für den Vergleich setzt.
5. Deutsche Ableitung: Hier wird die Derivation im Deutschen durch freie und gebundene Morpheme sowie explizite und implizite Derivation detailliert beschrieben.
6. Kompositum im Deutschen: Das Kapitel behandelt die verschiedenen Formen der deutschen Komposition und deren Produktivität anhand von Modellen.
7. Wortgruppe: Es wird dargelegt, dass das Arabische kein Äquivalent zum deutschen Kompositum besitzt und stattdessen Wortgruppen zur Benennung verwendet.
8. Kompositum im Arabischen: Dieser Teil untersucht, ob im Arabischen zusammengesetzte Begriffe als Komposita gelten können und zieht den Schluss, dass es sich eher um Redewendungen handelt.
9. Schluss: Der Schluss fasst die Problematik deverbaler Ableitungen zusammen und verweist auf den Bedarf an weiterer wissenschaftlicher Forschung zur Produktivität arabischer Nominalbildungen.
Schlüsselwörter
Wortbildung, Kontrastive Linguistik, Deutsch, Arabisch, Morphologie, Syntax, Derivation, Kompositum, Wortgruppe, Morphem, Wortschöpfung, Radikale, Nominalbildung, Deverbativa, Semantik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer kontrastiven linguistischen Untersuchung der Wortbildung im Deutschen und Arabischen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition des Begriffs „Wort“, die Mechanismen der Ableitung (Derivation) und der Komposition (Zusammensetzung) in beiden Sprachsystemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die strukturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Wortbildungsprozesse zwischen dem Deutschen und dem Arabischen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kontrastive Analyse angewendet, die morphologische und syntaktische Aspekte der jeweiligen Wortbildungsverfahren gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Bildung von Wörtern, die Derivation, die Komposita im Deutschen und deren Entsprechungen durch Wortgruppen im Arabischen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wortbildung, Kontrastive Linguistik, Morphologie, Derivation, Kompositum, Deverbativa und Radikale.
Warum existieren im Arabischen keine Komposita nach deutschem Vorbild?
Das Arabische folgt eigenen morphologischen Mustern, bei denen eine Wurzel mit einer Form kombiniert wird; zusammengesetzte Ausdrücke fungieren dort eher als Redewendungen.
Was ist das spezifische Problem bei der deverbalen Ableitung?
Die Arbeit weist darauf hin, dass zwar strukturelle Ähnlichkeiten bestehen, jedoch die Frage offen bleibt, inwieweit arabische Nominalbildungen die gleiche Produktivität wie deutsche Ableitungen besitzen.
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- P. A Hamid Baalla (Author), 2012, Die Wortbildung des Deutsch-Arabischen: Ein Überblick , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199336