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Eine experimentelle Analyse von Steuerwirkungen auf das Arbeitsangebot

Titre: Eine experimentelle Analyse von Steuerwirkungen auf das Arbeitsangebot

Mémoire (de fin d'études) , 2009 , 99 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Mareike Hauk (Auteur)

Gestion d'entreprise - Comptabilité, Fiscalité
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Untersuchung ökonomischer Fragestellungen in Laborexperimenten nahm in den letzten zwei Jahrzehnten fortwährend zu. Die experimentelle Wirtschaftsforschung ermöglicht es, das Verhalten von Wirtschaftssubjekten in bestimmten ökonomischen Situationen zu beobachten, wobei Störgrößen im Labor relativ gut kontrolliert werden können.1 Bisherige Laborexperimente zu steuerlichen Themen beschäftigten sich hauptsächlich mit der Untersuchung der Steuermoral, der Wahrnehmung von verschieden komplexen Steuersystemen, der Bedeutung sozialer Interaktionen für das Verhalten der Teilnehmer, den Einflüssen von Steuerwirkungen auf das Arbeitsangebot unter Verwendung sogenannter real‑effort games und mit dem Liability Side Equivalence Principle (LSE-Theory). Die LSE‑Theory besagt, dass es für die Inzidenz einer Steuer irrelevant ist, ob diese auf der Nachfrage- oder der Angebotsseite erhoben wird. Es gibt bisher nur wenige experimentelle Untersuchungen, die sich mit den Auswirkungen von Steuern auf das Arbeitsangebot beschäftigten. Insbesondere wurde die LSE-Theory am Arbeitsmarkt bislang nur von Riedl und Tyran (2005) experimentell getestet. Hierbei mussten die Probanden jedoch keine reale Arbeitsanstrengung zur Erzielung ihrer Entlohnung erbringen. Daher konnte die Problematik eines unüblich riskanten Verhaltens nicht ausgeschlossen werden (house-money effect). In der vorliegenden Arbeit wird die LSE-Theory unter Einbindung eines real-effort games zur Simulation einer realen Arbeitsanstrengung untersucht. Ziel dieser Arbeit ist, die bestehende experimentelle Untersuchung von Riedl und Tyran um die Betrachtung einer realen Arbeitsanstrengung zu erweitern und damit einen Schritt in eine realitätsnähere Umgebung zu gehen. Da die Ökonomie auch eine Wissenschaft der sozialen und menschlichen Phänomene ist, kann dabei auf die Berücksichtigung psychologischer und sozialer Aspekte nicht verzichtet werden.2 So wird im Rahmen des house-money effects auf Gedanken von Fairness und Ungleichheitsaversion eingegangen. Weiterhin erfolgt analog zu Riedl und Tyran eine Untersuchung personalökonomischer Aspekte hinsichtlich einer anreizkompatiblen Entlohnung.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Experimente in der Ökonomie

3. Der house-money effect

3.1. Begriffsklärung

3.2. Experimentelle Untersuchungen des house-money effects

3.3. Ultimatum- und Diktatorspiel

4. Die Steuerinzidenz

5. Liability Side Equivalence Principle (LSE-Theory)

5.1. Die Steuerinzidenz im partiellen Gütermarktgleichgewicht

5.2. Bestätigung der LSE-Theory am Gütermarkt in experimentellen Untersuchungen

5.3. Die Äquivalenztheorie und deren Ablehnung

5.3.1. Geldillusion und die Äquivalenz allgemeiner Steuern

5.3.2. Steuerillusion, Steuer-Salienz und die LSE-Theory

5.4. Ablehnung der LSE-Theory am Gütermarkt in experimentellen Untersuchungen

5.5. Die LSE-Theory und der Arbeitsmarkt

5.6. Personalökonomische Aspekte

5.7. Kritische Betrachtung der bisherigen experimentellen Studien zur LSE-Theory

6. Real-effort games in Laborexperimenten

6.1. Experimentelle Untersuchungen unter Verwendung von real-effort games

6.2. Kriterienliste und Rahmenbedingungen für ein geeignetes real-effort game

6.3. Zwischenfazit

7. Eine experimentelle Untersuchung der LSE-Theory in einem Laborarbeitsmarkt unter Verwendung eines real-effort games

7.1. Experimentelles Design und Vorgehensweise

7.1.1. Grundlegendes experimentelles Design

7.1.2. Vorgehensweise

7.2. Erwartungen und zu prüfende Hypothesen

7.3. Ergebnisse der Untersuchung und Interpretation

7.3.1. Effizienzlohntheorie und gift-exchange Ansatz

7.3.2. LSE-Theory und Nettolöhne

7.3.3. LSE-Theory und Arbeitsanstrengungen

7.3.4. Vergleich mit den Resultaten von RIEDL und TYRAN (2005)

7.4. Fazit

8. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht experimentell, ob das Liability Side Equivalence Principle (LSE-Theory) auf dem Arbeitsmarkt Bestand hat, wenn Probanden eine reale Arbeitsleistung (real-effort) erbringen müssen, um ihren Lohn zu verdienen. Ziel ist es, die bestehende Untersuchung von RIEDL und TYRAN (2005) um eine realitätsnähere Umgebung zu erweitern und potenzielle Verzerrungen durch den house-money effect zu minimieren.

  • Experimentelle Wirtschaftsforschung und Labormethodik
  • Analyse des house-money effects und seiner Relevanz für Experimente
  • Theorie der Steuerinzidenz und Äquivalenzprinzipien
  • Einsatz von real-effort games in Laborarbeitsmärkten
  • Untersuchung von Steuerwirkungen auf das Arbeitsangebot unter Berücksichtigung von Effizienzlohnaspekten

Auszug aus dem Buch

3.1. Begriffsklärung

Der house-money effect bezeichnet das Phänomen, dass Menschen eher finanzielle Risiken eingehen, wenn sie das Geld, das sie verlieren können, leicht oder unerwartet erhalten haben, statt es zu verdienen. Dieser Effekt stellt den Ausgangspunkt und die Begründung für das in Kapitel sechs behandelte Thema des real-effort games dar. Demzufolge könnten Entscheidungen in ökonomischen Experimenten verzerrt sein, wenn das verwendete Geldguthaben von den Experimentatoren bereitgestellt wird und nicht „aus eigener Tasche“ gezahlt werden muss. Der Mensch hat eine „Müheerinnerung“ darüber, wie mühevoll oder mühelos er sein Einkommen erworben hat. Wurde ein Einkommen mühevoll durch eigene Arbeit erwirtschaftet, so steigt die Konsumresistenz und die Sparneigung nimmt zu. Der Begriff des house-money effects stammt aus einer im Casino üblichen Redewendung. Wenn ein Spieler nach einem großen Gewinn mehr Geld aufs Spiel setzt, spricht man davon, dass er mit „the house’s money“ spielt. Im Weiteren werden experimentelle Studien vorgestellt, in denen in diesem Zusammenhang auch von windfall gains oder Manna, das vom Himmel fällt, die Rede ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Forschungsziel vor, die LSE-Theory unter Einbindung eines real-effort games zu untersuchen, um eine realitätsnähere experimentelle Umgebung zu schaffen.

2. Experimente in der Ökonomie: Bietet einen Überblick über die Entwicklung und Methodik kontrollierter Laborexperimente in den Wirtschaftswissenschaften.

3. Der house-money effect: Erläutert das Phänomen, dass unerwartete Gewinne zu risikofreudigerem Verhalten führen, und begründet die Notwendigkeit von real-effort games.

4. Die Steuerinzidenz: Definiert die Grundlagen der Steuerwirkungslehre, insbesondere die Unterscheidung zwischen formeller Steuerlast und tatsächlicher Inzidenz.

5. Liability Side Equivalence Principle (LSE-Theory): Analysiert die Theorie, nach der die Inzidenz einer Steuer unabhängig davon ist, ob sie bei Anbieter oder Nachfrager erhoben wird, und stellt sie auf dem Güter- und Arbeitsmarkt dar.

6. Real-effort games in Laborexperimenten: Gibt eine Übersicht bestehender Studien zu Anreizwirkungen von Steuern und definiert Kriterien für ein geeignetes real-effort game.

7. Eine experimentelle Untersuchung der LSE-Theory in einem Laborarbeitsmarkt unter Verwendung eines real-effort games: Präsentiert das eigene Experiment, das Design, die Hypothesen und diskutiert die Ergebnisse.

8. Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich der Personalökonomik.

Schlüsselwörter

LSE-Theory, Steuerinzidenz, real-effort games, Arbeitsangebot, Experimentelle Wirtschaftsforschung, house-money effect, Effizienzlohntheorie, gift-exchange, Arbeitsmarkt, Steuerillusion, Nettolohn, Anreizkompatibilität, Steuer-Salienz, Steuerüberwälzung, Behavioral Economics.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert experimentell, ob Steuern auf Arbeit unabhängig von der Seite erhoben werden können, die die Steuer formal abführt (LSE-Theory), indem sie eine reale Arbeitsleistung im Labor simuliert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die experimentelle Wirtschaftsforschung, die Theorie der Steuerinzidenz, personalökonomische Aspekte wie gift-exchange und Effizienzlohnmodelle sowie den Einfluss psychologischer Faktoren wie den house-money effect.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Erweiterung der bestehenden experimentellen Forschung von Riedl und Tyran durch die Einführung einer realen Arbeitsanstrengung (real-effort), um Verzerrungen durch exogene Kapitalausstattungen zu vermeiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine experimentelle Methode (Laborexperiment) mit real-effort Aufgaben (Adressdatensätze übertragen) eingesetzt, um Teilnehmerverhalten unter variierenden Steuersystemen (Steuer bei Unternehmen vs. bei Arbeitern) zu testen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zur Steuerinzidenz und zur LSE-Theory, einen Literaturüberblick zu real-effort games sowie das detaillierte experimentelle Design und die statistische Auswertung der Ergebnisse.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind LSE-Theory, real-effort, Steuerinzidenz, gift-exchange und experimentelle Laborarbeitsmärkte.

Wie unterscheidet sich der Versuchsaufbau von früheren Studien?

Im Gegensatz zu früheren Studien, in denen Arbeiter lediglich einen Anstrengungsgrad monetär wählten, müssen die Probanden hier durch eine tatsächlich zeitaufwendige und mühsame Tätigkeit (Adressdaten-Eingabe) eine reale Gegenleistung erbringen.

Welche Rolle spielt der sogenannte house-money effect bei den Ergebnissen?

Er dient als Begründung für die Methodik, da bei bloßer Zuteilung von Kapital (windfall gains) Teilnehmer risikofreudiger oder weniger vorsichtig agieren könnten, was die Validität der Steuerinzidenz-Ergebnisse verfälschen würde.

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Résumé des informations

Titre
Eine experimentelle Analyse von Steuerwirkungen auf das Arbeitsangebot
Université
University of Würzburg  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und betriebswirtschaftliche Steuerlehre)
Note
1,0
Auteur
Mareike Hauk (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
99
N° de catalogue
V199367
ISBN (ebook)
9783656256564
ISBN (Livre)
9783656259572
Langue
allemand
mots-clé
eine analyse steuerwirkungen arbeitsangebot
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Mareike Hauk (Auteur), 2009, Eine experimentelle Analyse von Steuerwirkungen auf das Arbeitsangebot, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199367
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Extrait de  99  pages
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