Es scheint in den deutschen Schulen nichts Neues zu sein Sachfachinhalte auf einer anderen Sprache wie der Muttersprache zu vermitteln. Von Englisch über Französisch bis hin zu Türkisch finden sich allerlei Fremdsprachen, die in den Schulen Einzug gefunden haben, um über nichtsprachliche Sachgegenstände aufzuklären. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass Englisch den Platz der beliebtesten Sprache für diese Art des Lernens und Lehrens einnimmt. Englisch ist die „Weltsprache“, die im integrativen Europa die Bürger zu mehrsprachigen Lernern verhelfen soll. Es gibt keinen Zweifel, dass Englisch auch in den Schulen als Fremdsprache ganz oben steht. Für den Einzelnen mag es vielleicht der Klang der Sprache sein, der reizvoll ist. Global betrachtet ist Englisch vor allem auch utilitaristisch, denn Berufe erfordern (gute) Englischkenntnisse. Aber warum ist es eigentlich die englische Sprache, die in den Grundschulen so einen Beliebtheitsgrad erlangt? Was bedeutet Englisch den Grundschülern? Können Sachinhalte auf diese Weise eventuell einfacher und nachhaltiger gelernt werden? In den öffentlichen Diskussionen stellen sich einige zunehmend gegen die traditionellen sogenannten „bilingualen Züge“1. Woher kommt das und welche Alternativen beziehungsweise Innovationen bieten sich an? Dass sich „bilinguale“ Ideen früher wie heute immer noch vermehrt in der Sekundarstufe finden lassen, sollte ebenfalls nicht verwundern. Aber auch Grundschulen und sogar vorschulische Einrichtungen befassen sich mit der Idee, fachliche Inhalte auf einer Fremdsprache zu behandeln. Doch sind „bilinguale“ Ideen überhaupt für Grundschüler2 geeignet? Wie müssen die Themen strukturiert sein, damit auch Kinder die Sachinhalte und die sprachlichen Bausteine nachvollziehen können?
Die Form der Module hat seit geraumer Zeit einen Platz in den deutschen Schulen gefunden. Ein einfacheres, unaufwendigeres System, heißt es gegenüber herkömmlicher „bilingualer“ Konzepte. Doch ist die modularisierte Form wirklich vorteilhaft und eignen sich Module überhaupt auf der englischen Sprache für die Grundschüler? Die Arbeit soll zeigen wie englischsprachige Module in der Primarstufe vorteilhaft umgesetzt werden könnten. Auf Fragen der Methodik, Inhalte, aber auch didaktischen Schwerpunkte soll eingegangen werden. Ziel dieser Arbeit ist es schließlich mit Hilfe theoretischer Grundlagen ein mögliches didaktisch-methodisches Konzept für englischsprachige Module in der Primarstufe zu erstellen...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen – Ein allgemeiner Überblick des auf Modulen basierten Unterrichts
2.1. Definitionsspektrum
2.2. Sprachen in europäischer Bildungsperspektive – Legitimierung der englischen Sprache
2.3. Charakteristika
2.4. Formen der Umsetzung der Module
2.5. Verankerung in den Curricula und Lehrplänen
2.6. Zielkatalog und Kompetenzen
2.6.1. Sach- und Fachkompetenzen
2.6.2. Sprachkompetenzen
2.7. Modul-basierter Unterricht in den unterschiedlichen Schulstufen
3. Der Modulunterricht in der Grundschule
3.1. Modelle und Konzepte für den Einsatz von modularem Unterricht in der Grundschule – Eine didaktische Verortung
3.2. Die Implementierung englischsprachiger Module im Sachunterricht – Konzeptionelle Überlegungen
3.2.1. Ziele und Fragen der Anreicherung
3.2.2. Voraussetzungen für die Umsetzung
3.2.2.1. Der Sachunterricht in der Grundschule
3.2.2.2. Der Englischunterricht in der Grundschule
3.2.3. Inhalte und Kompetenzen – Eine Schnittmenge des Sachunterrichts und Englischunterrichts
4. Konzeption und Aufbau des Sachunterrichts in englischsprachiger modularisierter Form
4.1. Geeignete Inhalte aus dem Sachunterricht und Englischunterricht für die Modularbeit
4.2. Didaktisch-methodische Elemente
4.3. Exemplarische Inhalte und ihre Begründung am Beispiel „food“
4.3.1. Vorstellung und Legitimation der Unterrichtseinheit
4.3.2. Darbietung des Moduls „food“ am Modell
4.3.3. Tabellarische Übersicht der Unterrichtseinheit
4.3.4. Äußerliche Rahmenbedingungen
4.3.5. Lerngruppenbeschreibung
4.3.6. Sachanalyse
4.3.7. Didaktisch-methodische Analyse
4.3.8. Zielkatalog
5. Evaluation des modularen englischsprachigen Sachunterrichts in der Praxis
5.1. Theoretische Überlegungen
5.2. Forschungsdesign und Methoden
5.3. Untersuchungsdurchführung
5.3.1. Rahmenbedingungen
5.4. Datenerhebung und Darstellung der Ergebnisse
5.5. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines didaktisch-methodischen Konzepts für englischsprachige Module in der Primarstufe, basierend auf theoretischen Grundlagen, um die Fächer Sachunterricht und Englisch integrativ zu verbinden. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Sachunterrichtsinhalte in modularisierter Form so vermittelt werden können, dass Schüler motiviert lernen und ein fachsprachliches sowie inhaltliches Verständnis entwickeln.
- Grundlagen des bilingualen und modularen Lernens
- Kompetenzerwerb im Kontext von CLIL und LAC
- Konzeption und Aufbau von englischsprachigen Modulen im Sachunterricht
- Exemplarische Umsetzung am Themenfeld "food"
- Evaluation von Motivation und Lernerfolg in der Praxis
Auszug aus dem Buch
Die Konzeption des Sachunterrichts in englischsprachiger Modulunterricht mit Blick auf methodische Perspektiven
Die Konzeption des Sachunterrichts im englischsprachigen Modulunterricht mit Blick auf methodische Perspektiven wird im vierten Kapitel behandelt. Bevor unter anderem Begründungen, didaktisch-methodische Elemente und Ziele sowie Kompetenzen für die Unterrichtseinheit mit dem Beispiel „food“ gefunden werden, stehen eine Übersicht verschiedener geeigneter Themen und Schwerpunkte sowie didaktisch-methodische Leitlinien im Vordergrund. Die Bandbreite des Themenfeldes „food“ wird dem Leser schnell deutlich. Aspekte sind gesunde und ungesunde Ernährung, kulturelle Feste und Speisen oder der Ernährungskreis, um nur einige Beispiele zu nennen. Das Thema Ernährung kann wohl nicht einfach „wahllos“ abgehandelt werden. Vor allem nicht, weil das Thema einen stark kritischen, aber auch multiperspektivischen Charakter hat. Der Ausblick „Hunger in der Welt“ macht mehr als deutlich, dass es große Unterschiede gibt: Menschen, die Essen haben und dies womöglich im Überfluss und jene, die hungern und auch daran sterben können. Das Thema ist tief gestrickt und bietet daher auch Anknüpfungen an weiterführenden Schulen. Schwerpunkte wie der Weg der Nahrung, die Verdauung und kritische Perspektiven wie zum Beispiel der „Gammelfleisch-Skandal“ können beispielsweise ideal in den höheren Schulstufen thematisiert werden.
Der fünfte Abschnitt beschäftigt sich abschließend mit der Evaluation des Moduls „food“. Das Modul wird in einer Grundschule durchgeführt und soll ausgewertet und interpretiert werden. Es können exemplarisch Vor- und Nachteile der modulbezogenen Arbeit geklärt werden. Aspekte wie beispielsweise Motivation und der persönliche Lerngewinn der Kinder bezüglich der Unterrichtsreihe „food“ sollen mit Hilfe eines Fragebogens für die Schüler „aufgedeckt“ und dementsprechend analysiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Vermittlung von Sachfachinhalten in einer Fremdsprache ein und erläutert die Relevanz sowie das Ziel der Arbeit, ein didaktisch-methodisches Konzept für die Primarstufe zu entwickeln.
2. Grundlagen – Ein allgemeiner Überblick des auf Modulen basierten Unterrichts: Hier werden theoretische Definitionen und Ansätze wie bilingualer Unterricht, CLIL und LAC erläutert sowie die bildungspolitische Legitimierung und die verschiedenen Formen der Modulumsetzung beleuchtet.
3. Der Modulunterricht in der Grundschule: Dieses Kapitel erörtert die didaktische Verortung von Modulen in der Grundschule, notwendige Voraussetzungen für die Implementierung sowie die Verknüpfung der Lehrpläne von Sachunterricht und Englisch.
4. Konzeption und Aufbau des Sachunterrichts in englischsprachiger modularisierter Form: Hier wird die praktische Umsetzung am Beispiel des Themas „food“ detailliert dargestellt, inklusive der didaktisch-methodischen Analyse, Zielkatalog und Rahmenbedingungen.
5. Evaluation des modularen englischsprachigen Sachunterrichts in der Praxis: Dieses Kapitel beschreibt das Forschungsdesign und die Ergebnisse der praktischen Evaluation in einer Grundschule, um die Motivation und den Lerngewinn der Schüler zu untersuchen.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese abschließende Reflexion fasst die Erkenntnisse zusammen, bewertet die praktischen Herausforderungen der Modularbeit und gibt Impulse für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Schlüsselwörter
Sachunterricht, Englischunterricht, Grundschule, Module, Bilingualer Unterricht, CLIL, LAC, Ernährung, Didaktik, Methodik, Motivation, Sprachhandeln, Interkulturelles Lernen, Fremdsprachenerwerb, Evaluation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Evaluation eines didaktisch-methodischen Konzepts für den Einsatz englischsprachiger Module im Sachunterricht der Grundschule.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des bilingualen Lernens, die didaktische Verzahnung von Sach- und Sprachunterricht sowie die konkrete Umsetzung am Beispiel des Themas Ernährung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein Konzept zu erstellen, das Grundschülern ermöglicht, Sachfachinhalte in einer Fremdsprache handlungsorientiert zu erarbeiten, ohne dabei fachlich oder sprachlich überfordert zu werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer praktischen Evaluationsstudie, bei der mittels Schülerfragebögen Motivation und Lernerfolg im Modulunterricht untersucht wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Modulunterrichts, die curriculare Verankerung sowie die detaillierte Planung, Durchführung und Auswertung der Unterrichtsreihe „food“.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Modul, Sachunterricht, Englisch, CLIL, LAC, Sprachhandeln, Motivation und handlungsorientiertes Lernen.
Warum wurde gerade das Thema „food“ für die Unterrichtseinheit gewählt?
Das Thema „food“ ist für Grundschüler in hohem Maße alltagsrelevant, bietet vielfältige Anknüpfungspunkte zur Lebenswelt und lässt sich hervorragend für fächerübergreifende Ansätze nutzen.
Welche Rolle spielt die Motivation der Kinder bei diesem Konzept?
Die Motivation ist ein zentraler Untersuchungsfaktor; die Arbeit belegt, dass spielerische Methoden wie Rollenspiele und Experimente die Freude am Erlernen der Fremdsprache und am Sachfach maßgeblich steigern.
- Citar trabajo
- Tomke Akkermann (Autor), 2012, Bilinguales Lernen in der Grundschule: Eine exemplarische Studie des englischsprachigen Sachunterrichts, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199835