Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von Emotionen auf das kreative Problemlösen. Als Grundlage für die weiteren Betrachtungen sollen dazu zuerst Definitionen der Begrifflichkeiten Emotion, Stimmung und Affekt dienen, welche im Anschluss vom Terminus Kognition abgegrenzt werden sollen. Im Zentrum der Ausführungen steht anschließend eine Studie, welche den Einfluss von Emotionen auf das kreative Problemlösen behandelt und schließlich sollen die daraus gewonnenen Erkenntnisse auf den Lehr- und Lernkontext in der Schule angewendet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was sind Emotionen?
3. Kognition und Problemlösen
4. Angewandtes Problemlösen – Das Duncker’sche Kerzenproblem
5. Die Studie
5.1 Experiment 1
5.2 Experiment 2
5.3 Experiment 3
5.4 Experiment 4
5.5 Ergebnisse
6. Anwendung auf den Lehr- und Lernkontext
7. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Emotionen auf kreative Problemlösungsprozesse und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen für den pädagogischen Alltag ab. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit ein positiver Affekt die kognitive Leistungsfähigkeit von Schülern beeinflussen kann.
- Theoretische Abgrenzung von Emotion, Stimmung, Affekt und Kognition
- Analyse experimenteller Studien zum Zusammenhang von positivem Affekt und Kreativität
- Die Rolle von Emotionen in schulischen Leistungssituationen
- Strategien zur Förderung einer lernförderlichen Atmosphäre
- Didaktische Ansätze zur Gestaltung motivierender Unterrichtsinhalte
Auszug aus dem Buch
5.1 Experiment 1
Versuchspersonen für das erste der vier in dieser Arbeit vorgestellten Experimente waren 65 männliche und weibliche Psychologiestudenten an einer Universität, welche am Experiment teilnahmen, um im Gegenzug Extrapunkte für ihr Studium zu erhalten.
Die Versuchspersonen wurden zufällig in vier Gruppen aufgeteilt. Die ersten zwei Gruppen wurden mit verschiedenen Filmen gefühlsmäßig entweder positiv oder neutral manipuliert, den anderen zwei Gruppen wurde das für das Experiment nötige Material auf verschiedene Weise ausgehändigt.
Anschließend wurden die Personen nach jeweiligen Anforderungen gefühlsmäßig beeinflusst. Den Personen, deren Stimmung positiv beeinflusst werden sollte, wurde ein lustiger Filmausschnitt gezeigt, den Personen, deren Stimmung neutral beeinflusst werden sollte, wurde eine Dokumentation, welche sich mit einem Themenkomplex der Mathematik auseinandersetzte, gezeigt.
In beiden Fällen wurde den Versuchspersonen gesagt, dass die Filme nur versuchsweise gezeigt wurden, um für eine andere Studie zu proben, wie Leute auf sie reagieren würden. Außerdem wurden die Versuchspersonen dazu angehalten, nicht zu versuchen sich irgendetwas aus den Filmen zu merken, sondern sie nur auf sich wirken zu lassen.
Den anderen beiden Gruppen wurden keine Filme gezeigt, sie wurden also nicht vorsätzlich manipuliert. Aber bei ihnen wurde das für das Experiment nötige Material verschieden angeordnet. Der ersten unmanipulierten Gruppe wurde die Kerze, eine Streicholzschachtel und eine Box Reißzwecken präsentiert. Der zweiten Gruppe wurden diese Materialien ebenfalls ausgehändigt, allerdings wurden hier die Reißzwecken zuerst aus der Box genommen. Angeblich sollte das die Aufgabe erheblich erleichtern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Anhand des Fallbeispiels des Schülers Max wird die Relevanz emotionaler Zustände für den Schulerfolg und die Lernmotivation verdeutlicht.
2. Was sind Emotionen?: Dieses Kapitel beleuchtet die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition von Emotionen und grenzt diese von Stimmungen und Affekten ab.
3. Kognition und Problemlösen: Es werden die begrifflichen Grundlagen der Kognition geschaffen und deren enge Verknüpfung mit dem Problemlöseprozess erläutert.
4. Angewandtes Problemlösen – Das Duncker’sche Kerzenproblem: Vorstellung des experimentellen Aufbaus, bei dem Versuchspersonen komplexe Problemlösungsaufgaben unter variierenden Bedingungen bearbeiten.
5. Die Studie: Detaillierte Darstellung der vier durchgeführten Experimente, die untersuchen, wie Stimmungsschwankungen und kleine Aufmerksamkeiten die Problemlösefähigkeit beeinflussen.
6. Anwendung auf den Lehr- und Lernkontext: Übertragung der Studienergebnisse in die schulische Praxis zur Gestaltung einer lernförderlichen und motivierenden Umgebung.
7. Schlussbemerkung: Zusammenfassendes Fazit über die Notwendigkeit, positive Emotionen als festen Bestandteil in die Unterrichtsgestaltung zu integrieren.
Schlüsselwörter
Emotionen, Affekt, Kognition, Kreatives Problemlösen, Duncker’sches Kerzenproblem, Schulisches Lernen, Lernmotivation, Pädagogische Psychologie, Leistungsdruck, Positiver Affekt, Unterrichtsgestaltung, Kognitive Flexibilität, Lernumgebung, Schüler-Lehrer-Interaktion, Stressmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Emotionen, insbesondere ein positiver Affekt, die kognitive Leistung und die Kreativität beim Problemlösen beeinflussen, und wie dieses Wissen im Unterricht angewendet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die psychologische Fundierung von Emotionen, die experimentelle Untersuchung von Kreativität sowie die praktische Anwendung psychologischer Erkenntnisse im schulischen Lehr- und Lernalltag.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass positive Emotionen die kognitive Flexibilität und Problemlösefähigkeit fördern, um daraus Ansätze für eine emotional intelligente Unterrichtsgestaltung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Analyse bestehender experimenteller Studien, insbesondere der Untersuchung von Isen et al. (1987) zum Einfluss von positivem Affekt auf das Duncker’sche Kerzenproblem.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung (Emotionen, Kognition), die Darstellung von vier Experimenten zur Problemlösung unter verschiedenen emotionalen Bedingungen sowie deren Übertragung auf den Schulkontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Emotionen, Kreatives Problemlösen, Positiver Affekt, Lernmotivation und Pädagogische Psychologie definiert.
Welche Rolle spielt das Duncker’sche Kerzenproblem in dieser Studie?
Es dient als standardisierte Versuchsanordnung, um die kreative Problemlösefähigkeit unter verschiedenen emotionalen Bedingungen der Versuchspersonen objektiv messbar zu machen.
Warum spielt die Umgebung eine so wichtige Rolle für das Lernen?
Wie das Fallbeispiel des Schülers Max verdeutlicht, können eine behagliche Umgebung und eine respektvolle Atmosphäre das Stresslevel senken und somit die kognitive Leistungsfähigkeit signifikant steigern.
Können auch kleine Gesten im Unterricht einen Unterschied machen?
Ja, die Studie zeigt, dass bereits kleine Aufmerksamkeiten oder positive Verstärkungen ausreichen können, um einen positiven Affekt auszulösen und die Problemlösefähigkeit der Lernenden zu verbessern.
- Quote paper
- Pet Er (Author), 2012, Der Einfluss von Emotionen auf das kreative Problemlösen – Anwendung auf den Lehr- und Lernkontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199983