Um ihr Online-Angebot noch besser zu gestalten und zu optimieren, nehmen Webseiten-Betreiber die Webanalyse zur Hilfe. Mit ihr lässt sich mitunter das Nutzerverhalten und –aufkommen sammeln, messen und analysieren. Aber auch bis hin zum Erfassen von Einkäufen in Shops sind Mittel gegeben. Für die Webanalyse bedarf es spezieller Programme, wie Google Analytics oder Yahoo Web Analytics. Die kostenlose Lösung von Google ist umfangreich, professionell und weit verbreitet. Doch Datenschutzbeauftragte schlagen Alarm, denn bei Google Analytics werden Besucherdaten auf den Servern von Google gespeichert, und das ohne Wissen des Webseiten-Besuchers.
An dieser Stelle ist es notwendig sich über Alternativen Gedanken zu machen, um den Datenschutz einzuhalten. Einige Projekte setzen an diesem Punkt an und haben auf sich aufmerksam gemacht. Ein Beispiel hierfür ist das frei zugängliche Piwik, das sich zum Ziel gesetzt hat im Umfang eine Alternative für Google Analytics zu sein.
Die folgende Ausarbeitung stellt Google Analytics vor und greift die Problematik des Datenschutzes auf. Des Weiteren wird die Lösung Piwik beschrieben und mit Google Analytics verglichen, sowie auf dessen Datenschutzlösung eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Webanalyse
3. Google Analytics
3.1 Funktionsumfang
3.2 Umgang mit dem Datenschutz
4. Alternative Webanalyse-Tools
5. Vergleich von Google Analytics und Piwik
6. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Nutzung von Webanalyse-Werkzeugen im Kontext von Content Management Systemen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Vergleich zwischen dem marktführenden System Google Analytics und der datenschutzkonformen Alternative Piwik liegt.
- Grundlagen und Definition der Webanalyse
- Funktionsweise und Merkmale von Google Analytics
- Kritische Analyse des Datenschutzes bei Google Analytics
- Vorstellung alternativer Open-Source-Webanalyse-Tools
- Direkter Vergleich der Ansätze hinsichtlich Datenschutz und Praxistauglichkeit
Auszug aus dem Buch
3.2 Umgang mit dem Datenschutz
Wie bereits schon erwähnt, werden alle gesammelten Daten auf die Server von Google in den USA übertragen. Welche Daten das alles sind, wissen weder der Webseiten-Betreiber oder der Besucher, noch deutsche Datenschutzbehörden. Da Google mit dieser Vorgehensweise die Nutzungsdaten eines Benutzer von unterschiedlichen Webseiten erlangt, kann die Firma selbst eigene Auswertungen auf Grundlage der gesammelten Daten erstellen. Google bestreitet dies auch nicht. Das Unternehmen kann somit komplette Benutzerprofile anlegen und diese für weitere Werbemaßnahmen einsetzen.
Google verstößt mit dieser Vorgehensweise gegen das Datenschutzrecht. Aus diesem Grund stellt das Unternehmen mittlerweile ein Browser-Plugin zur Verfügung, das die Übermittlung von Informationen über den Webseiten-Besuch sperren soll. Der Düsseldorfer Kreis, die oberste Datenschutzbehörde für den nicht-öffentlichen Bereich, sieht die IP-Adresse als personenbezogene Daten an und diese dürfen ohne Einwilligung nicht erhoben oder verwendet werden. Nach einem Beschluss des Düsseldorfer Kreises gibt es in Google Analytics die Möglichkeit mittels der anonymizeIP-Funktion die Übermittlung der vollständigen IP-Adresse an die Server von Google zu unterbinden. Damit soll eine eindeutige Identifikation der Nutzer verhindert bzw. erschwert werden. Trotzdem muss der Betreiber den Nutzer auf sein Recht hinweisen der Auswertung seiner Daten widersprechen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Webanalyse für das Online-Marketing ein und thematisiert die aufkommenden Datenschutzbedenken bei der Nutzung des marktführenden Tools Google Analytics.
2. Definition Webanalyse: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Webanalyse basierend auf Standards der Web Analytics Association und erläutert ihren Nutzen für datenbasierte Unternehmensentscheidungen.
3. Google Analytics: Hier werden die Entstehung, der Funktionsumfang und die Implementierung von Google Analytics als professionelles Webanalyse-Tool detailliert beschrieben.
4. Alternative Webanalyse-Tools: Das Kapitel stellt verschiedene Open-Source-Alternativen vor, wobei der Fokus insbesondere auf der Software Piwik als datenschutzfreundliche Lösung liegt.
5. Vergleich von Google Analytics und Piwik: Ein direkter Vergleich der beiden Systeme, der sich vor allem auf die unterschiedlichen Installationsorte und die datenschutzrechtlichen Implikationen konzentriert.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit bewertet den Einsatz von Webanalyse für Unternehmen und empfiehlt Betreibern, die Wert auf Datenschutz legen, den Wechsel zu Lösungen wie Piwik trotz möglicher Komforteinbußen.
Schlüsselwörter
Webanalyse, Google Analytics, Piwik, Datenschutz, Content Management System, Tracking, IP-Anonymisierung, Web Content Management, Online-Marketing, Benutzerverhalten, Open Source, Datenschutzbeauftragte, Webseiten-Betreiber, Controlling, Web Analytics Association
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen der Webanalyse, insbesondere im Hinblick auf den datenschutzrechtlich problematischen Einsatz des Tools Google Analytics im Vergleich zu alternativen Lösungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Bedeutung von Webanalyse, die Funktionalitäten von Google Analytics, Datenschutzaspekte sowie die Evaluierung von Alternativen wie Piwik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen Webanalyse zur Optimierung ihres Online-Auftritts nutzen können, ohne dabei geltendes Datenschutzrecht zu verletzen, indem Alternativen zu Google Analytics betrachtet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich technischer Implementierungen und datenschutzrechtlicher Rahmenbedingungen von Webanalyse-Software.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die technische Funktionsweise von Google Analytics, die rechtliche Problematik der Datenübertragung in die USA, die Vorstellung von Piwik und einen vergleichenden Blick auf Datenschutzkonformität und Funktionalität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Webanalyse, Google Analytics, Piwik, Datenschutz, Benutzerverhalten und Online-Marketing.
Welche Rolle spielt der Düsseldorfer Kreis in dieser Untersuchung?
Der Düsseldorfer Kreis wird als maßgebliche Instanz genannt, die die IP-Adresse als personenbezogene Daten einstuft und Anforderungen an die datenschutzkonforme Ausgestaltung von Analysewerkzeugen stellt.
Warum wird der Umstieg auf Piwik oft als komfortlos bezeichnet?
Der Umstieg wird als weniger komfortabel eingestuft, da die nahtlose Integration von Google-eigenen Werbediensten wie AdWords und AdSense verloren geht, die bei Google Analytics nativ vorhanden ist.
- Citation du texte
- Manuel Kunkel (Auteur), 2011, Google Analytics und Alternativen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200025