Mithras im Rheinland – Nida-Heddernheim und Riegel


Hausarbeit, 2010
19 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2.1 Die römische Siedlung in Riegel
2.2 Das Mithräum in Riegel

3.1 Die römische Siedlung Nida
3.2 Das Mithräum 1
3.3 Das Mithräum II
3.4 Das Mithräum III
3.5 Das Mithräum IV

4. Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Mithräen in Nida-Heddemheim und Riegel bilden wichtige Zeugnisse der Mithras- Religion auf dem Gebiet des heutigen Deutschland. Sie sind Bestandteile der römischen Präsenz im Rheinland, das damals ein Grenzgebiet an der Peripherie des römischen Weltreiches war. An der Karte von Südwestdeutschland (Abb.l) mit den damaligen rö­mischen Militärstandorten, wird dieser Grenzcharakter des rechtsrheinischen Gebietes besonders deutlich.

Die römische Präsenz im rechtsrheinischen Gebiet, beginnt im l.Jh.n.Chr. mit der mili­tärischen Eroberung und findet größtenteils ihr Ende in kriegerischen Auseinanderset­zungen mit germanischen Gruppen um die Mitte des 3.Jh.n.Chr.

Aus Nida-Heddernheim sind bisher vier Mithräen bekannt, sowie eines aus Riegel, die im Folgenden beschrieben werden sollen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Riegel liegt im südlichen Oberrheintal, im rechtsrheinischen Gebiet, im Bundesland Ba- den-Württemberg.(Abb.l) Die Stadt befindet sich in einem Engpass zwischen den Aus­läufern des Michaelsberges und den Vorbergzone des Schwarzwaldes, der sogenannten „Riegeler Pforte“.(1 ) Die römische Siedlung der Antike befand sich also an einer strate­gisch und verkehrstechnisch bedeutsamen Stelle, zumal in der Nähe von Riegel auch zwei Rheinübergänge liegen.(2 ) Der Name der römischen Siedlung, die sich hier be­fand, ist unbekannt, er lautete eventuell „Helvetum“(3 ).

In Riegel gab es zeitweise eine bedeutende römische Militärpräsenz. Bei Grabungen wurden Überreste von zwei Kastellen gefunden.(4 ) Die Anwesenheit von Militär mar­kiert den Beginn der Siedlungsgeschichte des Ortes, diese beginnt mit der Errichtung ei­nes Auxiliarkastells um die Mitte des l.Jh. n. Chr. Zur Besatzung der Lager gehörte wohl zeitweise eine Auxiliareinheit der 2l. Legion.(5 ) Die Entstehung des römischen Ortes Riegel steht somit in einem direkten Zusammenhang zu den militärischen Aktivi­täten der Römer im rechtsrheinischen Gebiet.

Die zivile römische Siedlung in Riegel entwickelte sich nach Abzug des Militärs im Umfeld und aus den vom Miliär aufgebauten Strukturen. Dies wird im Übersichtsplan der Siedlung (Abb.2) deutlich, denn die Strukturen der zivilen Siedlung, zum Beispiel des Strassennetzes, beruhen auf dem Aufbau der zeitlich früheren Militärlager. Das Zentrum der zivilen Siedlung bafend sich innerhalb des Walls des ehemaligen Lager I. Hier befand sich auch ein Forum mit einer Forumsbasilika (Abb 2 Nr.4 und 5), die im frühen 2.Jh. Errichtet wurde.(6 ) Reste von Töpferwerkstätten werfen ein Schlaglicht auf die wirtschaftliche Bedeutung des Ortes(Abb 2 Nr.7). Um die Mitte des 3.Jh. gab es großflächige Zerstörungen in dieser Siedlung. Es ist unklar, ob diese auf ein Erdbeben oder kriegerische Auseinandersetzungen mit germanischen Stämmen wie den Alaman­nen zurückgehen. (7 )

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2

Das Mithräum von Riegel befindet sich im Südwesten der römischen Siedlung, direkt am Rand des Walls des Militärlagers I (Abb.l Nr.9). Es wurde 1932 entdeckt und 1974 durch B.Cämmerer vollständig ausgegraben. Das Mithräum ist in etwa in ost-westlicher Richtung orientiert, wobei der Eingang sich im Osten und die Kultnische am Westende des Mithräums befindet. Im Grundriss (Abb.3) erkennt man den, mit einem von erhöh­ten Seitenpodien (Abb.3 Nr.3) eingefassten Kultraum, der am westlichen Ende um eine Kultnische erweitert ist (Abb3. Nr.4).(8 ) Dieser Kultraum besitzt die Maße 9,90 x ca. 7 m. Das Gebäude besaß auch eine hölzerne Vorhalle (Abb.3 Nr.l). Bei den Ausgrabungen wurde Reste von steinernem Mauerwerk gefunden, die sich unter dem antiken und heu­tigen Bodenniveau befanden. (9 ) Es handelte sich also um einen Kellerraum.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der Entdeckung 1932 fand sich ein Steinaltar mit der Inschrift deo invicto. Zudem wurden 1974 zwei weitere kleine Altäre bzw. Sockelsteine direkt im Mithräum gefun­den, die keine Inschrift trugen.(10 )

[...]


1 vgl. Planck, Dieter (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss. 2005 Seite 273, Z. 10-12

2 Ebd. Seite 273, Z. l7

3 Ebd. Seite 273,Z. 2l-24

4 Ebd. Seite 274, Z. 26-34

5 Ebd. Seite 274, Z. 64-66

6 Ebd. Seite 275, Zeile 43-47

7 Planck, Dieter u.a. (Hrsg.): Die RömerinBaden-Württemberg. Theiss. 3. Auflage. l986, Seite 506, Zeile 43-44

8 Ebd. Seite 274, Z.14-17

9 Ebd. Seite 507, Z.29-35

10 vgl. Planck, Dieter u.a. (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss. 3. Auflage. 1986, Seite 508, Z.13-16

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Mithras im Rheinland – Nida-Heddernheim und Riegel
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Winckelmann-Institut für Klassische Archäologie)
Veranstaltung
Struktur und Individuum
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V200206
ISBN (eBook)
9783656271994
ISBN (Buch)
9783656272878
Dateigröße
4295 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mithräum, Römer, Deutschland, Ausgrabung, Religion, Limes, Mithräen, Kult, Rheinland, Nida, Heddernheim, Riegel, Statue, Kunst, Relief, Tempel, Inschrift, Mithras, Latein
Arbeit zitieren
Felix Hahn (Autor), 2010, Mithras im Rheinland – Nida-Heddernheim und Riegel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200206

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