Die Mithräen in Nida-Heddernheim und Riegel bilden wichtige Zeugnisse der Mithras-Religion auf dem Gebiet des heutigen Deutschland. Sie sind Bestandteile der römischen Präsenz im Rheinland, das damals ein Grenzgebiet an der Peripherie des römischen Weltreiches war. An der Karte von Südwestdeutschland (Abb.1) mit den damaligen römischen Militärstandorten, wird dieser Grenzcharakter des rechtsrheinischen Gebietes besonders deutlich.
Die römische Präsenz im rechtsrheinischen Gebiet, beginnt im 1.Jh.n.Chr. mit der militärischen Eroberung und findet größtenteils ihr Ende in kriegerischen Auseinandersetzungen mit germanischen Gruppen um die Mitte des 3.Jh.n.Chr.
Aus Nida-Heddernheim sind bisher vier Mithräen bekannt, sowie eines aus Riegel, die im Folgenden beschrieben werden sollen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.1 Die römische Siedlung in Riegel
2.2 Das Mithräum in Riegel
3.1 Die römische Siedlung Nida
3.2 Das Mithräum I
3.3 Das Mithräum II
3.4 Das Mithräum III
3.5 Das Mithräum IV
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Mithräen in Nida-Heddernheim und Riegel als wichtige Zeugnisse der Mithras-Religion im römischen Grenzgebiet des heutigen Deutschlands.
- Historische Einordnung der römischen Siedlungen Nida und Riegel
- Architektonische Analyse der entdeckten Mithräen
- Auswertung von Kleinfunden und Inschriften aus den Kultstätten
- Rekonstruktion kultischer Handlungen anhand archäologischer Belege
- Datierung der Mithräen und deren Existenzzeitraum im 2. und 3. Jahrhundert
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Mithräum in Riegel
Das Mithräum von Riegel befindet sich im Südwesten der römischen Siedlung, direkt am Rand des Walls des Militärlagers I (Abb.1 Nr.9). Es wurde 1932 entdeckt und 1974 durch B.Cämmerer vollständig ausgegraben. Das Mithräum ist in etwa in ost-westlicher Richtung orientiert, wobei der Eingang sich im Osten und die Kultnische am Westende des Mithräums befindet. Im Grundriss (Abb.3) erkennt man den, mit einem von erhöhten Seitenpodien (Abb.3 Nr.3) eingefassten Kultraum, der am westlichen Ende um eine Kultnische erweitert ist (Abb3. Nr.4). Dieser Kultraum besitzt die Maße 9,90 x ca. 7 m. Das Gebäude besaß auch eine hölzerne Vorhalle (Abb.3 Nr.1). Bei den Ausgrabungen wurde Reste von steinernem Mauerwerk gefunden, die sich unter dem antiken und heutigen Bodenniveau befanden. (9) Es handelte sich also um einen Kellerraum. Bei der Entdeckung 1932 fand sich ein Steinaltar mit der Inschrift deo invicto. Zudem wurden 1974 zwei weitere kleine Altäre bzw. Sockelsteine direkt im Mithräum gefunden, die keine Inschrift trugen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Mithras-Religion im rheinischen Grenzgebiet und Vorstellung der untersuchten Fundorte Nida-Heddernheim und Riegel.
2.1 Die römische Siedlung in Riegel: Beschreibung der strategischen Lage Riegels im Oberrheintal und der militärischen sowie zivilen Siedlungsgeschichte.
2.2 Das Mithräum in Riegel: Detaillierte Untersuchung der baulichen Struktur, der Ausgrabungsgeschichte und der gefundenen Kultgegenstände des Riegeler Mithräums.
3.1 Die römische Siedlung Nida: Überblick über die städtische Struktur und die zivilen sowie militärischen Gegebenheiten des antiken Nida-Heddernheim.
3.2 Das Mithräum I: Analyse der Entdeckung, der architektonischen Merkmale und der Inschriften, die eine frühzeitige Datierung im 2. Jahrhundert ermöglichen.
3.3 Das Mithräum II: Untersuchung der baulichen Besonderheiten und der Funde, die auf eine Nutzung bis ins 3. Jahrhundert hinweisen.
3.4 Das Mithräum III: Dokumentation der Ausgrabungsergebnisse und der vielfältigen Kleinfunde, die Einblicke in die kultische Praxis gewähren.
3.5 Das Mithräum IV: Kurze Zusammenfassung der Befundlage zum Mithräum IV, das aufgrund begrenzter Funde weniger detaillierte Aussagen zulässt.
4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die den engen Zusammenhang zwischen Mithräen, Militärlagern und Siedlungen sowie das Ende des Kultes im 3. Jahrhundert hervorhebt.
Schlüsselwörter
Mithras-Religion, Mithräum, Nida-Heddernheim, Riegel, Römer, Militärlager, Kultinventar, Archäologie, Reliefs, Weihegaben, Deo invicto, Kultnische, Civitas Taunensium, 2. Jahrhundert, 3. Jahrhundert
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den archäologischen Zeugnissen der Mithras-Religion in den römischen Siedlungen Riegel und Nida-Heddernheim.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die bauliche Struktur der gefundenen Mithräen, die Auswertung der Fundinventare sowie die Einbettung der Kultstätten in den historischen Kontext der römischen Präsenz.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Dokumentation und Analyse der vorhandenen Mithräen, um die kultische Bedeutung und die Entwicklung des Mithras-Kultes in diesen spezifischen Siedlungsgebieten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf die archäologische Auswertung von Grabungsberichten, Grundrissen, erhaltenen Kleinfunden und Inschriften der entsprechenden Stätten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der siedlungsgeschichtlichen Hintergründe und die spezifische Untersuchung der einzelnen Mithräen in Riegel und Nida.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mithräen, römische Militärlager, Kultinventar, Weiheinschriften und die historische Datierung zwischen dem 2. und 3. Jahrhundert.
Welche Bedeutung haben die Inschriften für die Datierung?
Die Inschriften, insbesondere die Altäre, liefern wertvolle Hinweise auf Stifter und Zeiträume, wodurch die Nutzung der Mithräen oft genau datiert werden kann.
Was lässt sich über das Ende des Mithras-Kultes an diesen Orten sagen?
Die archäologischen Befunde deuten darauf hin, dass die Mithräen in der Region um 260 n. Chr. weitgehend aufgegeben wurden, was mit dem Ende des Kultes in diesen Gebieten korreliert.
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- Felix Hahn (Autor), 2010, Mithras im Rheinland – Nida-Heddernheim und Riegel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200206