Ziel dieser Arbeit ist es, die aktuellen Probleme und Grenzen des seit acht Jahren eingeführten lernfeldorientierten Lehrplanes aufzuzeigen. Zunächst wird dabei das Lernfeldkonzept hinsichtlich seiner Entstehungshintergründe, der Richtlinien der KMK, der Zusammenhang wichtiger Begriffe, sowie die Teilkonzepte dieser Idee überblicksartig beschrieben. Anschließend wird die Umsetzung des Konzeptes hinsichtlich der Berufsausbildung zum Altenpfleger dargelegt. Dabei wird kurz auf die gesetzlichen Grundlagen der Berufsausbildung eingegangen. Es folgt eine Kurzdarstellung des Lehrplanes an Berufsfachschulen in Sachen, wobei es vordergründig um eine Beschreibung geht – eine ausführliche Lehrplananalyse würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Anschließend werden die mir als zentral erscheinenden Probleme bei der konkreten Umsetzung des Lehrplanes innerhalb der Altenpflegeschule aufgezeigt. Dabei geht es ausschließlich um einen Problemaufriss als Bestandsanalyse und nicht um mögliche Strategien zur Lösung des Dilemmas. Die Arbeit schließt mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Lernfeldkonzept
2.1 Entstehungshintergründe des Lernfeldkonzeptes
2.2 Richtlinien der KMK zum Lernfeldkonzept
2.3 Der Zusammenhang von Handlungsfeld-Lernfeld-Lernsituation
2.4 Die Teilkonzepte des Lernfeldkonzeptes
3. Die Ausbildung zum Altenpfleger
3.1 Altenpflegegesetz (AltPflG) und Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (AltPflAPrV)
3.2 Der Lehrplan in der Altenpflege in Sachsen
3.2.1 Beschreibung des Lehrplans hinsichtlich der Umsetzung der berufspädagogischen Richtlinien
3.2.2 Probleme bei der schulinternen Umsetzung des Lehrplans
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Durchführung einer Bestandsanalyse der aktuellen Probleme und Grenzen bei der Umsetzung des lernfeldorientierten Lehrplans in der Altenpflegeausbildung an Berufsfachschulen. Die Arbeit beleuchtet hierbei kritische Hürden in der didaktischen Umsetzung und der praktischen Anwendung des Konzepts.
- Theoretische Grundlagen und Entstehungshintergründe des Lernfeldkonzepts
- Struktur und Zielsetzungen des Lernfeldansatzes nach KMK-Richtlinien
- Analyse der Rahmenbedingungen der Altenpflegeausbildung in Sachsen
- Identifikation zentraler Umsetzungsprobleme in der schulischen Praxis
Auszug aus dem Buch
3.2.2. Probleme bei der schulinternen Umsetzung des Lernplanes
Holger Reinisch bemerkt, dass eine „Lehrplanreform von oben“ nicht automatisch zu einer Änderung des Schulalltages führt (vgl. Reinisch 1999: 108). Die schulnahe Curriculumentwicklung soll durchgesetzt werden durch die Entwicklung von Lernsituationen innerhalb der Lernfelder (vgl. Tenberg 2006: 72). Die Planung der Lernsituationen sollen deshalb Arbeitsgruppen in den Schulen übernehmen; mehrere Blicke sollen auf den Gegenstandsbereich gelenkt werden (vgl. Nickolaus 2007: 92). Die Umsetzung des Lehrplanes soll sogar schulspezifisch sein (vgl. ebd.: 92). Früher war die Einzelarbeit des Lehrers zentral, besonders erfahrenen Lehrern könnte es nun schwerfallen, dass sie Kompromisse bei der unterrichtlichen Umsetzung eingehen müssen.
Besonders an Schulen mit freier Trägerschaft sehe ich die schulinterne Umsetzung des Curriculums als problematisch an. Dort verfügt meist ein großer Anteil der Lehrkräfte nicht über einen pädagogischen Studienabschluss; meist sind es erfahrene Praktiker mit Weiterbildungen. Es ist deshalb fraglich ob einige dieser Lehrkräfte über die Kompetenz verfügen derartige Lernsituationen zu entwickeln (vgl. ebd.: 92). Nach Altenpflegegesetz muss nicht einmal die Leitung einer Altenpflegeschule ein pflegepädagogisches Studium absolviert haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Lernfeldkonzepts ein und definiert das Ziel, aktuelle Umsetzungsgrenzen an Berufsfachschulen aufzuzeigen.
2. Das Lernfeldkonzept: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Ursprünge, die Vorgaben der KMK und die internen Begrifflichkeiten wie Handlungs- und Lernfelder.
3. Die Ausbildung zum Altenpfleger: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen der Ausbildung sowie die spezifische Lehrplansituation in Sachsen analysiert und auf die Herausforderungen der Umsetzung eingegangen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die identifizierten Probleme zusammen und verweist auf den hohen zeitlichen und inhaltlichen Aufwand für Lehrkräfte bei der Umstellung auf die Lernfeldorientierung.
Schlüsselwörter
Lernfeldkonzept, Altenpflegeausbildung, Berufsfachschule, Handlungsorientierung, Lehrplan, Curriculumentwicklung, Lernsituationen, Handlungsfelder, Fachsystematik, Didaktik, Berufspädagogik, Altenpflegegesetz, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die Einführung und Umsetzung des Lernfeldkonzepts in der theoretischen Ausbildung von Altenpflegern an Berufsfachschulen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Entstehung des Lernfeldkonzepts, dessen didaktische Prinzipien sowie die spezifischen Bedingungen der Altenpflegeausbildung unter dem sächsischen Lehrplan.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein Problemaufriss, der die Schwierigkeiten bei der praktischen Implementierung des lernfeldorientierten Unterrichts an Schulen als Bestandsanalyse darlegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse (Datenbankrecherchen, Schneeballverfahren), um das aktuelle wissenschaftliche und fachdidaktische Diskursniveau abzubilden.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die spezifische Ausgestaltung des sächsischen Lehrplans und die konkreten Hürden in der schulinternen Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Lernfeldkonzept, Handlungsorientierung, Altenpflegeausbildung und didaktische Curriculumentwicklung definiert.
Warum stellt die schulinterne Umsetzung an freien Trägerschaften eine besondere Herausforderung dar?
Der Autor führt an, dass dort oft Lehrkräfte ohne spezifischen pädagogischen Studienabschluss lehren und Honorardozenten aufgrund geringer Präsenzzeiten kaum in die notwendige didaktische Abstimmung integrierbar sind.
Inwiefern beeinflussen zentrale Prüfungen das Konzept?
Zentrale Prüfungen werden als einschränkender Faktor wahrgenommen, da sie die Innovationsmöglichkeiten der Exemplarität begrenzen und das Risiko bergen, dass der Unterricht wieder zu einer klassischen Prüfungsvorbereitung degeneriert.
- Arbeit zitieren
- Christian Matysik (Autor:in), 2011, Die Umsetzung des Lernfeldkonzepts in der Altenpflegeausbildung an Berufsfachschulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200307