Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den dramatischen Figuren Elisabeth in Maria Stuart und Turandot im gleichnamigen Werk. Die zentrale These der Haus-arbeit ist, dass beide versuchen ihre Weiblichkeit abzulegen und die traditionelle Rolle der Frau in der Gesellschaft verneinen, um ihre Macht zu sichern. Zunächst wird die Diskrepanz zwischen Frauenbild und Frauengestalt betrachtet. Diesen Abschnitt könnte man deutlich ausführlicher gestalten, was jedoch den Rahmen der Hausarbeit sprengen würde, daher werde ich an dieser Stelle nur skizzieren. Wichtig ist dieses Kapitel dennoch, da Schiller als Lyriker ein traditionelles Frauenbild zeichnet. In sei-nen Dramen vertreten seine Frauengestalten jedoch feministische Positionen, wofür er in der Vergangenheit oft kritisiert wurde. Danach werde ich auf den Kern der Arbeit eingehen, der sich mit der Ablehnung der Weiblichkeit zur Erhaltung der Macht in Schillers Turandot und Maria Stuart befasst, wobei ich meine These anhand von eini-gen Textbeispielen versuche zu untermauern. Die Frauengestalten in Maria Stuart sind in der Literatur sehr gut aufgearbeitet worden, wohingegen das Werk Turandot in der Forschung bisher eher wenig Beachtung fand. Die Literaturwissenschaft scheint sich eher mit Kabale und Liebe, der Jungfrau von Orleans und Maria Stuart auseinanderzusetzen, was wohl daran liegt, dass Turandot, als Bearbeitung des gleichnamigen Gozzi Stücks, eine geringere Stellung im Gesamtwerk Schillers einge-räumt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Diskrepanz zwischen Frauenbild und Frauengestalt
3. Die Ablehung der Weiblichkeit zur Erhaltung der Macht in Turandot und Maria Stuart
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die weiblichen Hauptfiguren Elisabeth in "Maria Stuart" und Turandot im gleichnamigen Werk von Friedrich Schiller. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie beide Charaktere ihre Weiblichkeit bewusst unterdrücken und die traditionellen gesellschaftlichen Geschlechterrollen ablehnen, um ihre Machtansprüche in einer von Männern dominierten Welt zu sichern und ihre Autonomie zu bewahren.
- Analyse des Frauenbildes und der Frauengestalten bei Friedrich Schiller
- Untersuchung der Machtstrategien und der Ablehnung weiblicher Rollenbilder
- Vergleich der dramatischen Figuren Elisabeth und Turandot
- Betrachtung von feministischen Ansätzen und dem Spannungsfeld zwischen Liebe und Stolz
- Einordnung der kritischen Rezeption von Schillers Frauenbild
Auszug aus dem Buch
Die Ablehung der Weiblichkeit zur Erhaltung der Macht in Turandot und Maria Stuart
Schiller verwendet in Turandot und Maria Stuart, sowie in vielen anderen Dramen, weibliche Charaktere, die in ihren Verhaltensweisen eher männliche, statt weibliche, Züge haben. In den beiden Werken, die hier als Bezugspunkt dienen sollen, sind dies vor allem Kaisertochter Turandot und die englische Königin Elisabeth.
Gerade letztere fühlt sich dazu gezwungen ihre Weiblichkeit abzulegen, um ihren Thron, und so ihre politische Macht, in einer Männerwelt zu behaupten. Vor allem wird ihre Königsmacht von einer anderen Frau bedroht, denn Maria Stuart hat ihren Anspruch auf Englands Thron angemeldet und wurde daher im Tower von London eingekerkert. Zwischen diesen beiden starken Frauen existiert nicht nur ein Wettkampf um die Herrschaft von England, sondern auch ein erotischer Wettstreit, wer die schönere von beiden sei. Dies ist wohl der einzige Streitpunkt wo auch bei Elisabeth Weiblichkeit aufkeimt. Aus diesem Grund lässt sie sich auch so leicht vom Grafen von Leicester überzeugen Maria zu treffen, indem er Elisabeths Schönheit und Weiblichkeit betont.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale These ein, dass die Figuren Elisabeth und Turandot ihre Weiblichkeit ablehnen, um politische Macht zu sichern, und skizziert das Vorgehen der Untersuchung.
2. Die Diskrepanz zwischen Frauenbild und Frauengestalt: In diesem Kapitel wird aufgezeigt, dass Schillers unabhängige Heldinnen nicht dem traditionellen Frauenbild seiner Zeit entsprechen und dass Schiller feministische Positionen in seine Dramen integriert hat.
3. Die Ablehung der Weiblichkeit zur Erhaltung der Macht in Turandot und Maria Stuart: Dieser Hauptteil analysiert detailliert, wie Elisabeth und Turandot durch das Ablegen weiblicher Verhaltensweisen und die Annahme männlicher Attribute versuchen, ihre Macht und Autonomie zu wahren.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass beide Charaktere die statische soziale Stellung der Frau ablehnen und zeigt auf, dass für Schiller eine Frau in der patriarchalen Welt am Ende scheitern oder ihre Weiblichkeit opfern muss, wobei innere Schönheit und Mitgefühl für ein glückliches Leben essenziell bleiben.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Friedrich Schiller, Maria Stuart, Turandot, Frauenbild, Weiblichkeit, Macht, Emanzipation, Geschlechterrollen, Elisabeth, Feminismus, Patriarchat, Autonomie, klassisches Drama, Literaturwissenschaft, Dramenanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Strategien der weiblichen Hauptfiguren Elisabeth und Turandot, mit denen sie ihre gesellschaftlich definierte Weiblichkeit ablehnen, um in einer männerdominierten Welt politisch zu überleben und Macht auszuüben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das Geschlechterverhältnis im 18. Jahrhundert, der Einfluss von patriarchalen Strukturen auf das Handeln von Frauen sowie die literarische Gestaltung starker, unabhängiger Heldinnen bei Friedrich Schiller.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Figuren ihre Weiblichkeit gezielt verleugnen oder unterdrücken, um als Regierende oder Prinzessinnen ihre Identität und Macht gegen männliche Ansprüche durchzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanente Interpretationen und den Vergleich der beiden Dramen ("Maria Stuart" und "Turandot") unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur nutzt.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der politischen Machtausübung Elisabeths im Kontrast zu ihrer inneren Zerrissenheit sowie der Motivation Turandots, die aus einem Idealismus und einem Freiheitswillen gegenüber dem männlichen Geschlecht resultiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Schillers Frauen-Diskurs, Machtpolitik, Emanzipation, Ablehnung der Weiblichkeit und klassisches Drama charakterisieren.
Warum wird Elisabeth im Vergleich zu Turandot als "kälter" wahrgenommen?
Laut der Autorin verleugnet Elisabeth ihre weiche, weibliche Seite konsequent, um in der Politik zu bestehen, was zu ihrer emotionalen Isolation und moralischen Niederlage führt, während Turandot am Ende ihre Weiblichkeit annimmt.
Wie unterscheidet sich die Motivation der beiden Frauen?
Während Elisabeth primär um den Erhalt ihrer konkreten politischen Herrschaft kämpft, vertritt Turandot stärker eine feministische Position, die auf der generellen Abwehr einer patriarchalischen Unterdrückung der Frau durch den Ehemann basiert.
- Citation du texte
- Stephan Budde (Auteur), 2011, Ablehnung der Weiblichkeit , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200418