Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Wirken von Klemens Wenzel Lothar von Metternich und Friedrich von Gentz. Die These der Arbeit ist, dass man Gentz und Metternich auch als „Duo der Unterdrückung“ bezeichnen könnte. Hierzu werden im zweiten Kapitel die Biografien der beiden dargestellt. Dies soll nur sehr knapp und auch nur bis zum Beginn ihrer Zusammenarbeit in kaiserlichen Diensten geschehen. Im Laufe der Hausarbeit muss allerdings immer wieder auf biografische Aspekte eingegangen werden, da die Zusammenhänge ansonsten nur schwer nachzu-vollziehen wären. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit zwei Einflussnahmen seitens Metternich und Gentz auf die politische Entwicklung des Deutschen Bundes. Namentlich mit den Karlsbader Beschlüssen und der Korrespondenz zwischen Gentz und dem vertriebenen Herzog von Braunschweig Karl II.. Natürlich gäbe es deutlich mehr Beispiele für das Wirken der beiden, wie den Wiener Kongress, jedoch würde dies den Rahmen der Hausarbeit deutlich sprengen. Die Karlsbader Beschlüsse wur-den ausgewählt, da dieses Ereignis die gesellschaftliche und soziale Struktur des deutschen Bundes über Jahrzehnte beeinflusste. Die Korrespondenz zwischen Gentz und Karl II. und nach Gentz Tod zwischen Metternich und Karl II. wurde ausge-wählt, da daraus besonders hervorgeht, dass Gentz auch aus finanziellem Antrieb handelte. Im vierten Kapitel wird die Beziehung zwischen Gentz und Metternich skizziert. Dort wird deutlich, wie diese beiden Charaktere, die nicht unterschiedlicher hätten sein können, zueinander standen. Zum Schluss wird noch ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gentz und Metternich, zwei Biografien
2.1 Friedrich von Gentz
2.2 Klemens Wenzel Lothar von Metternich
3. Beispiele für Einflussnahmen seitens Metternichs und Gentz
3.1 Der Weg zu den Karlsbader Beschlüssen
3.2 Verhandlungen mit dem vertriebenen Herzog von Braunschweig Karl II.
4. Die Beziehung zwischen Metternich und Gentz
5. Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Wirken von Klemens Wenzel Lothar von Metternich und Friedrich von Gentz, um deren Rolle als sogenanntes „Duo der Unterdrückung“ im Kontext des Deutschen Bundes zu analysieren und ihre Zusammenarbeit sowie persönliche Beziehung zu beleuchten.
- Biografische Skizzierung von Gentz und Metternich bis zum Beginn ihrer Zusammenarbeit.
- Analyse der Einflussnahme auf die Karlsbader Beschlüsse als Instrument der Repressionspolitik.
- Untersuchung der Korrespondenz mit dem vertriebenen Herzog Karl II. von Braunschweig.
- Darstellung der unterschiedlichen Persönlichkeiten und der asymmetrischen Arbeitsbeziehung.
- Reflexion über das Scheitern ihrer staatstheoretischen Konzepte des 18. Jahrhunderts gegenüber gesellschaftlichen Veränderungen.
Auszug aus dem Buch
3. Beispiele für Einflussnahmen seitens Metternichs und Gentz
Anlass für die Durchsetzung der Karlsbader Beschlüsse war die Ermordung des konservativen Schriftstellers und Satirikers August von Kotzebue durch den Jenaer Studenten Karl Ludwig Sand am 23. März 1919. Die Studenten waren enttäuscht von der ausbleibenden Bildung eines deutschen Nationalstaats. Kotzebue wurde zum Feindbild der Studenten, da er sich über deren nationales Gehabe lustig machte. Gentz, zum Zeitpunkt der Ermordung Kotzebues bereits engster Mitarbeiter Metternichs, wandte sich in seinem Brief vom 9. April an denselben.
„[…]Die Ermordung von Kotzebue ist aber ein unverkennbares Symptom des Grades der Bösartigkeit, den das pestilenzialische Fieber unserer Tage in Deutschland angenommen hat. Meine Meinung war längst, daß Deutschland […] kränker ist als Frankreich. […] und die Krisis, die Frankreich längst überlebt hat, wartet unser noch in einer nicht sehr entfernten Zukunft. […]“
Der sich auf einer Italienreise befindende Metternich antwortete noch am gleichen Tag aus Rom.
„Ich habe die Nachricht der Ermordung Kotzebues mit allen vorläufigen Details erhalten. [...] Ich für meinen Teil hege keinen Zweifel, daß der Mörder nicht aus eigenem Antriebe, sondern infolge eines geheimen Bundes handelte. Hier wird wahres Übel auch einiges Gutes erzeugen, weil der arme Kotzebue nun einmal als ein argumentum ad hominem dasteht, welches selbst der liberale Herzog von Weimar nicht zu verteidigen vermag. - Meine Sorge geht dahin, der Sache die beste Folge zu geben, die möglichste Partie aus ihr zu ziehen, und in dieser Sorge werde ich nicht lau vorgehen. [...] Meine Idee wäre, daß die Statuten im größten Geheim gedruckt und in Deutschland verteilt würden. [...] hierzu hat Gr. Sedlnitzky alle Mittel. [...] Eine der Ursachen, warum ich die Statuten, die Jenser Protokolle usw. gedruckt wünsche, ist, damit sie der Beratung, welche die Sache unter den Kabinetten eröffnet werden, zum Belege dienen könne. [...]“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik ein, benennt die These vom „Duo der Unterdrückung“ und erläutert die Auswahl der untersuchten Fallbeispiele.
2. Gentz und Metternich, zwei Biografien: Dieses Kapitel stellt kurz die Lebensläufe von Friedrich von Gentz und Klemens Wenzel Lothar von Metternich bis zu ihrer gemeinsamen Zeit dar.
3. Beispiele für Einflussnahmen seitens Metternichs und Gentz: Hier werden die Karlsbader Beschlüsse und die Korrespondenz mit dem vertriebenen Herzog Karl II. als konkrete politische Einflussfaktoren analysiert.
4. Die Beziehung zwischen Metternich und Gentz: Das Kapitel skizziert die charakterlichen Gegensätze und das Vertrauensverhältnis zwischen dem Staatskanzler und seinem Hofrat.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz ihrer politischen Wirksamkeit und ihres Scheiterns an den Anforderungen des 19. Jahrhunderts.
Schlüsselwörter
Friedrich von Gentz, Klemens Wenzel Lothar von Metternich, Deutscher Bund, Karlsbader Beschlüsse, Repressionspolitik, Konservatismus, Revolution, Pressefreiheit, Herzog Karl II. von Braunschweig, Diplomatie, Restauration, Zensur, Staatstheorie, Habsburger Monarchie, politische Gleichgewicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das politische Wirken und die Zusammenarbeit des österreichischen Staatskanzlers Metternich und seines engsten Mitarbeiters Friedrich von Gentz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Zentrum stehen die Unterdrückung liberaler Bestrebungen im Deutschen Bund, die theoretische Begründung konservativer Politik und die biographischen Hintergründe der Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob die Bezeichnung von Gentz und Metternich als „Duo der Unterdrückung“ historisch tragfähig ist und wie sie auf politische Krisen reagierten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse unter Verwendung zeitgenössischer Briefe, Tagebucheinträge und relevanter biographischer sowie politikwissenschaftlicher Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einführung, eine Untersuchung der Karlsbader Beschlüsse, die Analyse der Korrespondenz mit dem vertriebenen Herzog von Braunschweig und eine Charakterstudie der Beziehung der beiden Hauptakteure.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Metternich, Gentz, Konservatismus, Zensur, Repression, Deutscher Bund und das politische Gleichgewicht des 19. Jahrhunderts.
Welche Rolle spielte Friedrich von Gentz finanziell?
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Gentz oft aus materiellen Nöten und einem Hang zum Luxus handelte, was seine politische Korrespondenz, etwa mit dem Herzog von Braunschweig, maßgeblich motivierte.
Wie bewertet der Autor das politische Scheitern der beiden?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ihr Denken zu stark in staatstheoretischen Modellen des 18. Jahrhunderts verhaftet war, weshalb sie keine zeitgemäßen Lösungen für die liberalen und nationalen Strömungen des 19. Jahrhunderts fanden.
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- Stephan Budde (Author), 2011, Friedrich von Gentz und Fürst Metternich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200421