Der Transaktionskostenansatz im Personalrisikomanagement

Transaktionskostentheorie und (Personal-)Risikomanagement


Hausarbeit, 2012
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Transaktionskostenansatz
2.1 Neue Institutionenökonomik
2.2 Der Transaktionskostenansatz
2.3 Personalökonomischer Transaktionskostenansatz

3. Das (Personal-) Risiko
3.1 Risiko und Risikomanagement
3.2 Personalrisiko

4. Personalrisikomanagement
4.1 Argumentation für das Risikomanagement von Personal
4.2 Der PRM-Prozess
4.3 Personalrisikoerkennung und -management

5. Schlussbetrachtungen

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Mehrebenenmodell personalwirtschaftlicher Transaktionen

Abbildung 2: Risikomanagement

Abbildung 3: Phasen des Personalrisikomanagements

Abbildung 4: Mehrebenenmodell der Transaktionen

1. Einleitung

Die heutige Gesellschaft unterliegt einem rasanten Wandel auf mannigfaltigen Ebenen. Beispielhaft sind hier der technologische Fortschritt, hohes Innovationstempo, Globalisierung, Wettbewerb, demografischer Wandel sowie politische Veränderungen, zu nennen. Gerade das Personalmanagement oder „Human Ressource Management“ ist es, welches im Interesse des jeweiligen Unternehmens auf die Risiken dieses Wandelns eingehen muss. Zudem hebt sich das Personal als wichtigster Erfolgsfaktor für das Unternehmen hervor (vgl. Drumm 2005, S.231) und ist zugleich die am schlechtesten genutzt Ressource (vgl. Kobi 2002, S.23). Der Schwerpunkt dieser Arbeit wird daher das „Personal-Risikomanagement“ sein. Ausgehend von der „Neuen Institutionsökonomik“ soll das Personalrisikomanagement (PRM) aus ökonomischer Perspektive untersucht werden. Da hier mehrere Sichtweisen (z.B. „Theorie der Verfügungsrechte“, „Prinzipal-Agenten Theorie“) existieren, soll die Betrachtung des PRM aus Sicht des „Transaktionskostenansatzes“ stattfinden. Ohnehin ist der Begriff der Transaktionskosten elementarer Bestandteil der neuen Institutionenökonomik (vgl. Göbel 2002, S. 63; vgl. Richter2003, S. 53; vgl. Williamson 1991, S. 275).

In dieser Arbeit soll zunächst die Frage geklärt werden, worin der Transaktionskostenansatz besteht und ob er sich für die Analyse personalökonomischer Fragen eignet. Falls er sich eignet, sollen Personalrisiken erkundet und deren Management unter Einbeziehung des Transaktionskostenansatzes skizziert werden.

Um die nötigen theoretischen Grundlagen zu erarbeiten, werden im ersten Kapitel die Grundzüge der neuen Institutionenökonomik und des Transaktionskostenansatzes erläutert und eine angepasste, personalökonomische Transaktionskostentheorie dargestellt. Im zweiten Kapitel wird das Risiko fokussiert und dessen Vermeidung durch Risikomanagement beschrieben. Sodann findet eine Überleitung zu den Personalrisiken statt. Im dritten Kapitel wird dann zunächst für ein PRM argumentiert, um dann den PRM-Prozess zu skizzieren und konkrete Personalrisiken sowie deren Bewältigung beispielhaft erläutert.

In diesem Kontext ist Hans Jürgen Drumm (2005) zu nennen, der die meisten Funktionsfelder des Personalmanagement auf Grundlage der Transaktionskostentheorie diskutiert. Zum Schluss sollen die Ergebnisse der Arbeit kritisch analysiert werden und ein Blick auf die zukünftige Entwicklung des PRM gegeben werden. In Bezug auf das Thema der Arbeit ist festzustellen, dass „es nur sehr wenige Arbeiten gab, die mit klarer theoretischer Ausrichtung eine umfassende Betrachtung von personalwirtschaftlichen Risiken liefern.“ (Paul 2011, S.239).

2.Transaktionskostenansatz

Zunächst soll der Transaktionskostenansatz in die „Neue Institutionenökonomik“ eingeordnet werden. Erst dann kann jener Transaktionskostenansatz erklärt und personalökonomisch gedeutet werden. Abschließend soll in diesem Kapitel die Frage beantwortet werden, ob sich der Transaktionskostenansatz für die Analyse personalökonomischer Fragen eignet.

2.1 Neue Institutionenökonomik

Der Transaktionskostenansatz ist eine von drei Ansätzen, die die Grundlage der „Neuen Institutionenökonomik“ darstellen. Die „neue Institutionenökonomik“ stellt wiederum im Wesentlichen eine Erweiterung des Institutionalismus aus der Neoklassik dar (vgl. Williamson 1975, S. 1). Dem alten Institutionalismus liegt die Annahme zugrunde, dass das Individuum als Nutzenmaximier agiert, jedoch von den Präferenzen der Institutionen geleitet wird. Die neue Institutionenökonomik erweitert jene Annahmen und anders als beim Institutionalismus stehen die ökonomischen Aspekte der Institutionen im Fokus der Untersuchungen. Das Individuum handelt zwar auch hier als Nutzenmaximier, jedoch nicht mehr absolut rational (vgl. Hanisch 2008, S. 37ff.). Das Handeln des Individuums ist abhängig von den durch die Institutionen zur Verfügung gestellten Informationen, Ressourcen, Rechte und dem Arrangement, wie der Austausch zwischen Institutionen, also dem Auftraggeber und dem Arbeitnehmer gestaltet ist. Der Mensch agiert demnach subjektiv rational (vgl. Oechsler 2006, S. 17 ff.).

2.2 Der Transaktionskostenansatz

1937 veröffentlichte Ronald Coase die Arbeit „Nature of the Firm“. Coase geht dabei auf die Anpassungsprozesse der Unternehmen im Marktgeschehen ein. Jene Anpassungen verursachen jedoch Kosten, welche nur durch eine (Mikro-)Analyse der jeweiligen Subsysteme eines Unternehmens möglich ist (vgl. Coase 1937, S. 19). Zusammen mit den Abhandlungen von Kenneth Arrow (1974) generierte Williamson 1985 die endgültige Theorie der Transaktionskosten. Schwerpunkt des Transaktionskostenansatzes ist das Wahlproblem der Entscheidung „über die Art der Koordination verschiedener miteinander zusammenhängender Transaktionen (i.S. der Übertragung von Verfügungsrechten im Rahmen von Austauschbeziehungen in arbeitsteilig organsierten Wirtschaftssystemen) auf dem kontinuierlichem Spektrum zwischen der hierarchischen Koordination einer- und der Koordination über den Markt andererseits“ (Corsten/Reis 1999, S. 1024). Die Koordination über den Markt verursacht dabei weniger Transaktionskosten als die Koordination über die Hierarchie. Die marktkoordinierten Transaktionen weisen aber eine niedrigere Spezifität als die hierarchiekoordinierten Transaktionen auf. Der Grad der Spezialisierung eines Unternehmens spielt demnach eine maßgebliche Rolle, bei der Effizienzbeurteilung bestimmter Transaktionen (vgl. Corsten/Reis 1999, S. 1024 , 1025).

Die Theorie der Transaktionskosten geht von langfristig geschlossenen Verträgen (die Verfügungsrechte übertragen können) aus, in denen Leistung und Gegenleistung zwar vereinbart werden, aber die Leistungen nicht genau nachvollziehbar sind. Grund hierfür ist die Annahme, dass eine asymmetrische Informationsverteilung zwischen den Marktpartnern vorliegt. Jene ungleichmäßige Informationsverteilung beeinflusst die Vertragspartner bei der Wahrnehmung ihrer Verfügungsrechte, sowie bei der Absicherung der Delegation der vereinbarten Aufgaben des Principals (Unternehmen) an den Agenten (Mitarbeiter) (vgl. Williamson 1975, S. XI; vgl. Drumm, 2008, S.17). Wie bereits in der Neuen Institutionenökonomik angeklungen, handeln die Vertragspartner eigennützig und mit begrenzter Rationalität. „Transaktionskosten sind Kosten der Vertragsbahnung, -abwicklung und –anpassung sowie der Vertragsabsicherung“ (Drumm 2005, S. 18). Außerdem sind Kosten zur Kontrolle, Etablierung und Nutzung eines Anreizsystems Transaktionskosten. Vernünftig sind demnach nur Verträge, deren Transaktionskosten geringer als dessen Transaktionsertrag ist (vgl. Drumm 2005, S. 18). Weitere Beispiele für Transaktionskosten benennen Berthel/Becker (2010): Kosten für „Information, Kommunikation (Interaktions-, Entwicklungs-, Einführungs-, Verhandlungs- und Abstimmungskosten), Überwachung (Kontrollkosten) und Änderungen (Anpassungskosten) im Führungsprozess“ (S. 161).Im selben Atemzug jedoch muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Transaktionskosten nicht in Form von metrischen Skalen erhoben werden können. Man kann die Transaktionskosten bisher nicht operationalisieren, um den tatsächlichen Barwert festzustellen. Es können lediglich Ordinalskalen erstellt werden (vgl. Drumm 2005, S. 20). Diese sind jedoch geeignet, um generelle Regelungen wie Führungsgrundsätze, Leistungsbeurteilungen, individuelle Ausgestaltungen oder Führungsbeziehungen zu vergleichen, zu analysieren und zu beurteilen. Die größte Schwäche des Transaktionskostenansatzes, nämlich dass dieser keine Barwerte ausdrücken kann, ist zugleich seine Stärke. Ansonsten nicht beurteilbare personalökonomische Aspekte können hiermit erfasst und bewertet werden. Der Transaktionskostenansatz ist somit eine Ergänzung zu den in Barwerten auszudrückenden Aufwänden der Betriebsökonomie (vgl. Berthel/Becker 2010, S. 161). Die daraus resultierende besondere Bedeutung für die Forschung am Personal begründet gleichzeitig die Absicht, den Transaktionskostenansatz als Grundlage für die Darstellung des Personalrisikomanagements zu nutzen. Zudem bestätigt Drumm (2005), dass bis auf die Transaktionskostentheorie weder die Pricipal-Agenten-Theorie noch die Property-Rights- Theorie eine „gute Basis für umfassende personalwirtschaftliche Theorien“ liefert (S. 19)

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der Transaktionskostenansatz im Personalrisikomanagement
Untertitel
Transaktionskostentheorie und (Personal-)Risikomanagement
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Institut für Personalmanagement)
Veranstaltung
Sozio-ökonomische Grundlagen des Personalmanagements
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V200480
ISBN (eBook)
9783656266488
ISBN (Buch)
9783656267638
Dateigröße
673 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Transaktionskosten, Transaktionskostenansatz, Transaktionskostentheorie, Personalrisikomanagement, Risikomanagement, Neue Institutionenökonomik, 2.3 Personalökonomischer Transaktionskostenansatz, Risikomanagementprozess, Personalrisikoerkennung, Engpassrisiko, Austrittsrisiko, Anpassungsrisiko, Motivationsrisiko, Drumm, Kobi, Paul
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Michael Estel (Autor), 2012, Der Transaktionskostenansatz im Personalrisikomanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200480

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