Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Política - Historia de los sistemas políticos

20 Jahre Wiedervereinigung

Wie solidarisch sind die Deutschen?

Título: 20 Jahre Wiedervereinigung

Tesis (Bachelor) , 2011 , 50 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Master of Arts Alexander Eichler (Autor)

Política - Historia de los sistemas políticos
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

20 Jahre nach der Wiedervereinigung haben Bilanzen des Einigungsprozesses in Deutschland Konjunktur. Auch der Anlass für diese Arbeit waren der Jahrestag am 3. Oktober 2010 und die emotional geführten öffentlichen Debatten zum Stand der deutschen Einheit.
Mehr als 65 Jahre liegen nun die Entscheidungen von Jalta zurück, doch die Folgen der deutschen Aggression sind noch bis heute schmerzhaft zu spüren. Die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg war unnatürlich und von den Siegermächten aufoktroyiert. Als im Jahr 1989 der „Eiserne Vorhang“ fiel, wurden die tiefen Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland, die aufgrund der gegensätzlichen Lebenswege entstanden waren, rigoros entblößt. Auf der einen Seite hatte sich im Westen die ehemalige Bundesrepublik hin zu Demokratie und Marktwirtschaft entwickelt und dem gegenüber stand auf der anderen Seite im Osten eine Parteidiktatur und der Zentralplan der Deutschen Demokratischen Republik, die unter der sowjetischen Führung eine politisch eher abgekapselte Rolle spielte. Aus diesem Grund waren weder Staat, noch Wirtschaft, noch Gesellschaft der ehemaligen DDR für die neu gewonnene Freiheit gerüstet. Gewohnte sozialpolitische Leitbilder, Legitimationsideen und Solidaritätsvorstellungen verschwanden und die ehemaligen Bürger der DDR mussten sich von heute auf morgen einem komplett unbekannten System anpassen.
Doch nicht nur die Menschen mussten ihre individuellen Lebensweisen den neuen Umständen angleichen. Die Wiedervereinigung war in erster Linie eine immense fiskalische Herausforderung. Vereinfacht ausgedrückt verteilten sich Kosten und Lasten auf drei Haushaltsbereiche. Zum einen auf die Haushalte des Bundes, der westdeutschen Gemeinden und der Länder. Zweitens wurden verschiedene Sondervermögen verwendet und drittens die Haushalte der Sozialversicherung. Aufgrund dieser Verteilung ist es schwer, den Umfang der Vereinigungskosten präzise zu ermitteln. Die vorliegende Arbeit wird aber versuchen, diesen in den öffentlichen Diskursen sehr beliebten Streitpunkt näher zu untersuchen, um weitverbreitete Vorurteile zu beseitigen. Zusätzlich werden mögliche Ost-West-Kontraste bezüglich des materiellen Wohlstandsniveaus anhand von aggregierten ökonomischen Indikatoren wie Arbeitslosigkeit und Einkommenverteilung thematisiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Solidarität

2.1. Annäherung an Begriff und Bedeutung

2.2. Perspektiven und Denkmodelle

3. 20 Jahre Wiedervereinigung – Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Ost und West

3.1. Aufbau Ost – ein nie endender Aufholprozess?

3.2. Zufriedenheit und Wohlbefinden der Deutschen

4. Krise des Sozialstaats? Suche nach Gründen

4.1. Bevölkerungsveränderungen

4.2. Wohlstandsveränderungen

5. Solidarität in Deutschland

5.1. Das Rentensystem

5.2. Die gesetzliche Krankenversicherung

5.3. Der Solidaritätszuschlag und der Solidarpakt

5.4. Freiwilliges soziales Engagement in der Zivilgesellschaft

5.5. Die Jugend – eine pragmatische Generation

6. Solidaritätsschwund oder nur ein Strukturwandel? Was muss getan werden, um Solidarität in Deutschland zu fördern?

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht 20 Jahre nach der Wiedervereinigung den Status quo der Solidarität in Deutschland, analysiert die fiskalischen sowie sozialen Herausforderungen des Einigungsprozesses und hinterfragt, ob die deutsche Gesellschaft trotz struktureller Unterschiede und materieller Differenzen weiterhin einen solidarischen Zusammenhalt aufweist.

  • Historische und theoretische Grundlagen der Solidarität
  • Ost-West-Angleichung und Wahrnehmung der deutschen Einheit
  • Sozioökonomische Faktoren: Demografie und Wohlstandsentwicklung
  • Institutionelle Aspekte: Solidaritätszuschlag, Rentensystem und Krankenversicherung
  • Die Rolle freiwilligen Engagements und die Haltung der Jugend

Auszug aus dem Buch

2.1. Annäherung an Begriff und Bedeutung

Solidarität ist ein normativer Begriff innerhalb gesellschaftlicher Ordnungsmodelle, der viele verschiedene Lebensbereiche tangiert. Doch zunächst soll die Genese des Solidaritätsbegriffs, der sich im Laufe der Zeit von einem juristischen, zu einem sozialen und schließlich zu einem Klassenbegriff transformiert hat, im Vordergrund stehen. Der Begriffskern entstammt dem Rechtsbereich und findet seinen Ursprung in der römisch-rechtlichen Kategorie der Solidarobligation. Seine etymologische Herleitung dürfte von den Begriffen solidare (fest zusammenführen), solidum (fester Grund) und solidus (fest, dicht) herrühren. Im Verständnis der Römer bezeichnete Solidarität das Rechtsverhältnis mehrerer Mitschuldner, wobei entweder die Gruppe für ihre Mitglieder haftete oder ein Mitglied für die Gruppe. Besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert besaß der Solidaritätsbegriff eine herausragende Relevanz innerhalb gesellschaftlicher Ordnungsmodelle. Er bezeichnete genau wie bei den Römern einen Zustand der Verbundenheit zu Mitmenschen, mit denen man sich in einer ähnlichen sozialen Lage befand, aber auch eine Art „Wir-Gefühl“ trotz Differenzen.

Grundsätzlich ermöglicht solidarisches Handeln freiwillige Kooperation ohne größere Transaktionskosten. Es ist die Fähigkeit des Menschen sich für das Gemeinwohl und für eine gerechtere Verteilung von Lebenschancen einzusetzen und wird so zu einer aktiven Facette des toleranten Handelns. Solidarität geht aber viel weiter als Toleranz, denn sie kann sowohl materielle als auch symbolische Unterstützung sein und ist damit eine Verbundenheit durch latente Reziprozität. Auch für Karl Otto Hondrich stellt die Gegenseitigkeit das Grundprinzip des menschlichen Handelns dar, wobei er folgende Eingrenzung vornimmt:

„Solidarität bildet sich nur unter Menschen, die sich, zumindest in einer Beziehung, als Gleiche verstehen. Ich tue etwas für den anderen und damit zugleich etwas für mich. Das ist der Urakt aller Solidarität. Der andere handelt genauso oder würde es tun […]. Daß diese Gegenseitigkeit eine nicht einklagbare, ja oft eine nicht ausgesprochene ist, macht ihre besondere moralische Qualität und Differenz zum Kontakt aus. Solidarität ist latente Reziprozität unter Gleichen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der deutschen Wiedervereinigung und stellt die zentrale Frage nach dem Zustand der Solidarität im vereinten Deutschland nach zwei Jahrzehnten.

2. Solidarität: Dieses Kapitel definiert Solidarität als soziales Prinzip und untersucht verschiedene theoretische Modelle sowie die etymologische Herkunft des Begriffs.

3. 20 Jahre Wiedervereinigung – Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Ost und West: Es wird analysiert, wie sich die Wahrnehmung der deutschen Einheit über zwei Jahrzehnte hinweg entwickelt hat und welche sozioökonomischen Faktoren die subjektive Zufriedenheit beeinflussen.

4. Krise des Sozialstaats? Suche nach Gründen: Hier werden demografische Veränderungen und Wohlstandsentwicklungen untersucht, die als Ursachen für die aktuelle Belastung des Sozialstaats und mögliche Legitimationsdefizite diskutiert werden.

5. Solidarität in Deutschland: Dieses Kapitel vertieft konkrete Solidaritätsbereiche wie das Rentensystem, die Krankenversicherung, den Solidaritätszuschlag sowie das freiwillige Engagement und die Einstellungen der Jugend.

6. Solidaritätsschwund oder nur ein Strukturwandel? Was muss getan werden, um Solidarität in Deutschland zu fördern?: Es werden Lösungsansätze gegen Politikverdrossenheit und zur Stärkung des gesellschaftlichen Vertrauens in Zeiten eines Strukturwandels diskutiert.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, die verdeutlicht, dass der Solidaritätsbegriff trotz Herausforderungen ein notwendiges Fundament für die zukünftige gesamtdeutsche Entwicklung bleibt.

Schlüsselwörter

Solidarität, Wiedervereinigung, Sozialstaat, Ost-West-Unterschiede, Wohlstand, Rentensystem, Solidaritätszuschlag, Bürgerengagement, Zivilgesellschaft, Sozialvertrag, Demografischer Wandel, Generationengerechtigkeit, Systemtransformation, Deutschland, Einigungsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, inwieweit das Prinzip der Solidarität innerhalb der deutschen Gesellschaft Bestand hat und welche Faktoren das Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung von Solidarität, der Aufbau Ost, die ökonomischen Indikatoren wie Arbeitslosigkeit und Wohlstand sowie das zivilgesellschaftliche Engagement.

Welches Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Frage „Wie solidarisch sind die Deutschen?“ zu beantworten, indem der Autor empirische Fakten mit soziologischen Theorien verknüpft, um Vorurteile abzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine systematische Analyse sozioökonomischer Daten und bestehender wissenschaftlicher Literatur, um den Strukturwandel und die Akzeptanz des Sozialstaates in Deutschland zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Krise des Sozialstaates, das Rentensystem, die Krankenversicherung sowie die spezifische Rolle der Jugend und des freiwilligen Engagements als Indikatoren für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Solidarität, deutsche Wiedervereinigung, Sozialstaat, Bürgerengagement, Wohlstandsgefälle und Generationengerechtigkeit charakterisiert.

Warum wird der Solidaritätszuschlag als kritisch angesehen?

Der Autor hinterfragt den Solidaritätszuschlag, da er nach Meinung vieler Bürger inzwischen als permanente Dauerabgabe wahrgenommen wird, deren heutige Legitimation und Höhe unter verfassungsrechtlichen Aspekten zunehmend umstritten ist.

Welche Rolle spielt die Jugend bei der Entwicklung der Solidarität?

Die Jugend wird als pragmatische Generation beschrieben, die zwar eine hohe Affinität zu Werten wie Generationengerechtigkeit zeigt, jedoch auch eine zunehmende soziale Differenzierung und Skepsis gegenüber etablierten Institutionen widerspiegelt.

Final del extracto de 50 páginas  - subir

Detalles

Título
20 Jahre Wiedervereinigung
Subtítulo
Wie solidarisch sind die Deutschen?
Universidad
University of the Federal Armed Forces München
Calificación
2,3
Autor
Master of Arts Alexander Eichler (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
50
No. de catálogo
V200504
ISBN (Ebook)
9783656300267
Idioma
Alemán
Etiqueta
20 Jahre Wiedervereinigung solidarisch Deutschen Wiedervereinigung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Master of Arts Alexander Eichler (Autor), 2011, 20 Jahre Wiedervereinigung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200504
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  50  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint