Indikatoren der sozialen Nachhaltigkeit (Gütesiegel) für die Zusammenarbeit in internationalen Unternehmenskooperationen

Konzeptionelle Ansätze - Standardisierungsstatus - exemplarische Anwendungen


Seminararbeit, 2012

26 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Internationale Unternehmenskooperationen
2.1 Die wirtschaftlichen Motive zur Unternehmensinternationalisierung
2.2 Formen von internationalen Unternehmenskooperationen
2.3 Joint Ventures in Form von Produktionskooperationen

3. Globale Sozialstandards
3.1 Corporate Social Responsibility (CSR)
3.2.1 Die Agenda 21
3.2.2 Die ILO-Kernarbeitsnormen
3.2.3 Die OECD-Leitsätze
3.2.4 Der Global Compact

4. Produktkennzeichnung durch soziale Siegel
4.1 Die deutsche Siegelinitiative Transfair e.V

5. Soziale Nachhaltigkeitsindikatoren als Datenlieferant für das Rechnungswesen
5.1 Die Berichterstattung nach GRI
5.2 Internationale Leitlinien im Vergleich der DAX-30 Unternehmen

6. Fallstudie „Sumangali“
6.1 Die Wertschöpfungskette am Beispiel der Textilindustrie

7. Schlussbemerkung

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der sozialen Nachhaltigkeit in Form von internationalen Unternehmenskooperationen und der Unternehmensverantwortung. Corporate SocialResponsibility (CSR) beruht auf freiwilligen Maßnahmen zur nachhaltig sozialen, ökonomischen und ökologischen Führung eines Unternehmens, einer Organisation oder einer Regierung, die über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgehen und auf der Eigenverantwortung beruht. Im deutschen findet die Übersetzung „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“ Anwendung, jedoch überwiegt mittlerweile auch hier die englische Bezeichnung. Durch die Globalisierung gewinnt CSR international immer mehr an Bedeutung. Unternehmen müssen sich ihrer sozialen Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Zulieferern und der Gesellschaft bewusst sein. Denn die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens hängt auch immer mehr davon ab, wie nachhaltig es wirtschaftet. Durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, z.B. in den Entwicklungsländern, wird nicht nur die Produktivität gesteigert, sondern auch die Produktqualität. Ein weiterer Aspekt, CSR-Maßnahmen in die Unternehmenstätigkeit zu integrieren, ist das Unternehmensimage. Schnelle Kommunikationswege verbreiten Informationen in Sekundenschnelle, welche das Unternehmen transparenter machen. Die Einbeziehung von CSR-Aktivitäten verbessert also nicht nur soziale, ökonomische und ökologische Bedingungen, sondern schafft auch Wettbewerbsvorteile.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in sechs Abschnitte. Der Einleitung folgend werden im zweiten Kapitel zunächst Internationale Unternehmenskooperationen erläutert. Im dritten Kapitel werden ausgewählte Globale Sozialstandards behandelt und deren Unterschiede festgestellt. Die Produktkennzeichnung durch soziale Siegel wird im vierten Kapitel erläutert. Schließlich wird im fünften Kapitel auf die sozialen Nachhaltigkeitsindikatoren und deren Verknüpfung zum Rechnungswesen eingegangen. Eine reale Fallstudie wird dann im sechsten Kapitel betrachtet. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt bei der Betrachtung sozialer Nachhaltigkeitsindikatoren in Bezug auf internationale Unternehmenskooperationen.

2.Internationale Unternehmenskooperationen

Unter Unternehmenskooperationen im Allgemeinen versteht man den freiwilligen Zusammenschluss von mindestens zwei oder mehreren rechtlich und wirtschaftlich voneinander unabhängigen Kooperationspartnern, mit dem Inhalt, das Gleiche oder gleichartige Zielbeziehungen zu verfolgen. Dieser Zusammenschluss beruht meist auf langfristigen Vereinbarungen. Meist kennt man nur den Unternehmenszusammenschluss auf nationaler Ebene. Im Folgenden werde ich nun auf den internationalen Unternehmenszusammenschluss eingehen: Der wohl größte Unterschied liegt darin, dass die Unternehmungen ihren Sitz in verschiedenen Staaten haben. Ziel dieser zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit ist es, gemeinsam formulierte Aufgaben im Rahmen einer gemeinsam verwirklichten ­­ Produktionskombination mit Hilfe des verfügbaren Wissen- sowie Erfahrungsstandes zu bewältigen[1].Ein weiteres Merkmal ist zudem, dass die Partner gleichberechtigte, beidseitig geplante und verantwortungsvolle Entscheidungen treffen[2].

Die technologische Entwicklung erlaubt es, Güter in Lieferketten zu produzieren, die um den gesamten Globus gehen. Dienstleistungen können weltweit angeboten werden und via das Internet kann immer günstiger und schneller kommuniziert werden.

2.1 Die wirtschaftlichen Motive zur Unternehmensinternationalisierung

Die Entscheidung zur Unternehmsinternationalisierung führt zu einer strategischen Verwirklichung grenzüberschreitender Wirtschaftsaktivitäten. Somit haben die Unternehmungen internationalisierungsspezifische Zielsetzungen, wie Wachstum und Sicherung des Unternehmens. Des Weiteren sind die Unabhängigkeit von der deutschen Konjunktur, die Markt-und Absatzorientierung sowie das Lohnkostenmotiv ein auschlaggebender Grund. Häufig jedoch führt ein ganzes Bündel an Zielsetzungen dazu, dass Unternehmungen bestimmte Internationalisierungsschritte vornehmen[3]. Somit kann das Motiv um weitere Motive in dem jeweiligen Eintrittsland ergänzt werden.

2.2 Formen von internationalen Unternehmenskooperationen

Die häufigsten Formen der internationalen Unternehmenskooperationen sind die Kooperationen mit Kapitalbindung – equityjointverntures - und diejenigen ohne Kapitalbindung – contractualjointventures[4]. In der Realität erlangten die Kooperationen ohne Kapitalbindung vor allem in den Ländern der Dritten Welt einen beträchtlichen Anteil. Es gibt eine Fülle verschiedener Arten der Unternehmenskooperation, wie zum Beispiel die Beschaffungs-, Vertriebs-, Forschungs- und Entwicklungskooperation, Finanzierungs-, sowie die Produktionskooperation. Somit haben die Produzenten aus Industrieländern die Möglichkeit zur Verbilligung der eigenen Fertigung beizutragen. Des Weiteren haben sie mit der Produktion und Vermarktung des eigenen Produktes den Zutritt zu bisher nicht zugänglichen Exportmärkten.

2.3 Joint Ventures in Form von Produktionskooperationen

Es lassen sich in Abhängigkeit von der produzierenden Länderanzahl und dem Fragmentierungsgrad folgende Produktionskonfigurationen unterscheiden:

- Internationale Verbundproduktion: Aufteilung eines mehrstufigen Produktionsprozesses in verschiedenen Ländern. Damit einhergehend ist der hohe internationale Koordinationsbedarf.
- Internationale Parallelproduktion: Die Produktion eines gleichen bzw. ähnlichen Erzeugnisses erfolgt gleichzeitig in mehreren Ländern. Dies führt zu einer geringeren wirtschaftlichen Abhängigkeit der Produktionsstätten untereinander.
- Weltmarktfabrik: Die Produktion eines Erzeugnisses erfolgt in nur einem Land. Von hier aus wird dann der Weltmarkt bedient. Zu beachten sind hier jedoch die Transportkosten, die durch die beschaffungs- und absatzpolitischen Verflechtungen einhergehen.

3. Globale Sozialstandards

Nachhaltigkeitsindikatoren werden angewendet, um eine nachhaltige Entwicklung in verschiedenen Bereichen messen zu können. „Zum einen werden sie eingesetzt, um über die internationale Entwicklung sowie die Entwicklung in den einzelnen Ländern Auskunft zu geben. Mit Hilfe von Nachhaltigkeitsindikatoren kann überprüft werden, ob ein Land Versprechen und eingegangene Verpflichtungen einhält“[5]. International gibt es eine Vielzahl von Organisationen die soziale Indikatoren und Ziele aufstellen. Diese Ziele allerdings sind Orientierungsrahmen die von den einzelnen Ländern erst umgesetzt werden müssen. Anhand dieser Messgrößen kann überprüft werden, ob ein Land, eine Region oder ein Unternehmen nachhaltig handelt, bzw. sich in die Richtung der Nachhaltigkeit entwickelt. Ein Indikatorensystem soll einen komplexen Sachverhalt vernetzen und anhand von Messgrößen dementsprechend abbilden. Das Indikatorensystem für nachhaltige Entwicklung kann in vier Schritte unterteilt werden:

- Die Festlegung von Zielen,
- Die Auswahl von Indikatoren,
- Die Abbildung der entsprechenden Daten,
- Die Bewertung[6].

[...]


[1] Vgl. Uhlig, 1989, S. 6

[2] Vgl. Uhlig, 1989, S. 6

[3] Vgl. Schmid, 2007, S. 8

[4] Vgl. Uhlig, 1989, S. 7, Originalquelle zitiert nach Friedmann, W. (1972), S. 7

[5] Henseling/Eberle/Dr. Grießhammer, 1999, S. 1

[6] Vgl. Henseling/Eberle/Dr. Grießhammer, 1999, S. 7

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Indikatoren der sozialen Nachhaltigkeit (Gütesiegel) für die Zusammenarbeit in internationalen Unternehmenskooperationen
Untertitel
Konzeptionelle Ansätze - Standardisierungsstatus - exemplarische Anwendungen
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
3,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
26
Katalognummer
V200592
ISBN (eBook)
9783656266204
ISBN (Buch)
9783656267492
Dateigröße
796 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
indikatoren, nachhaltigkeit, gütesiegel, zusammenarbeit, unternehmenskooperationen, konzeptionelle, ansätze, standardisierungsstatus, anwendungen
Arbeit zitieren
Sonja Mohamed (Autor), 2012, Indikatoren der sozialen Nachhaltigkeit (Gütesiegel) für die Zusammenarbeit in internationalen Unternehmenskooperationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200592

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