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Ethnografie - Die Arten des Wartens an einer Bushaltestelle

Titre: Ethnografie - Die Arten des Wartens an einer Bushaltestelle

Travail d'étude , 2012 , 12 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Lukas Lohmer (Auteur)

Ethnologie / Anthropologie Culturelle
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Résumé Extrait Résumé des informations


„Ist andere beim Warten zu beobachten nicht noch langweiliger als das Warten selbst?“, wurde ich gefragt, als ich einem Freund mitteilte, welches Forschungsgebiet ich mir für meine Ethnographie ausgesucht hatte. Eine merkwürdige Frage. Spätestens seit dem legendären Theaterstück „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett sollte man doch wissen, dass es höchst unterhaltsam sein kann, anderen beim Warten zuzuschauen. Und ich schaue ja auch nicht nur zu. Mein Ziel war es herauszufinden, ob es bestimmte, wiederkehrende Muster im Warteverhalten verschiedener Personengruppen gibt. Wie wartet wer und was tut dieser Jemand dabei? Wie vertreibt man sich die Zeit? Wie kommunizieren Menschen miteinander, wenn sie gezwungen sind gemeinsam an einem neutralen Ort zu warten? Wartet man alleine anders als in einer Gruppe? Die Absicht dieser Arbeit ist genau dies detailliert zu beschreiben und einen Überblick darüber zu liefern, was wir alles tun, während wir angeblich ja untätig sind. Diese Arbeit befasst sich mit den Arten des Wartens.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung - Warten, bis es losgeht!

2. Die Feldauswahl - „Warum ausgerechnet da?“

3. Das Feld - Bushaltestelle Meißnerstraße

4. Die Arten des Wartens

4.1. Kommunikation

4.1.1 Eine Gruppe aus Freunden

4.1.2. Oberflächliche Bekanntschaften

4.1.3. (Orts-)Fremde

4.2. Zeitvertreib

4.2.1 Beschäftigung mit Medien

4.2.2. Den Temperaturen trotzen

5. Fazit - Die Bushaltestelle als gesellschaftlicher Mikrokosmos

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, das menschliche Verhalten während des Wartens an einer Bushaltestelle ethnografisch zu untersuchen und bestehende Muster in Kommunikation und Zeitvertreib zu identifizieren, um die verbreitete Annahme, Warten sei eine rein „untätige“ Zeit, kritisch zu hinterfragen.

  • Ethnografische Analyse des Warteverhaltens verschiedener Personengruppen
  • Differenzierung von Kommunikationsmustern zwischen Freunden, Bekannten und Fremden
  • Untersuchung von Zeitvertreibsstrategien, insbesondere durch den Einsatz mobiler Medien
  • Analyse von Bewältigungsstrategien gegenüber äußeren Umwelteinflüssen wie Kälte

Auszug aus dem Buch

4.1.2. Oberflächliche Bekanntschaften

Während man eine Gruppe aus Freunden bzw. auch nur zwei gemeinsam wartende Freunde direkt erkennt, ist es bei „oberflächlichen Bekanntschaften“ nicht so leicht, sie als solche auszumachen. Dies liegt vornehmlich an zwei Gründen: Erstens erscheinen sie nicht zusammen an der Bushaltestelle, sondern treffen sich dort zufällig und zweitens praktizieren sie in der Regel eine Art rituelle Annäherung, die höchst interessant zu beobachten ist. Treffen sich zwei gute Freunde, erkennen sie sich innerhalb kürzester Zeit, gehen aufeinander zu, begrüßen sich entweder mit Handschlag oder Umarmung und entwickeln in ihrer Konversationsführung sofort eine gewisse Dynamik, die unmissverständlich klarmacht, dass man sich nicht zum ersten Mal unterhält. Bei oberflächlichen Bekanntschaften geht dieser Vorgang viel zögerlicher und subtiler Vonstatten.

Es kam bei eben diesen Bekanntschaften regelmäßig vor, dass Person A bereits an der Bushaltestelle stand, als Person B ebenfalls eintraf. Person A schaut auf die Straße, blickt selten nach links und rechts und macht keine besonderen Anstalten, etwas an ihrem Verhalten zu ändern. Person B schaut sich beim Eintreffen an der Bushaltestelle um, wie es obligatorisch für neu hinzukommende, wartende Personen ist. Beim Umschauen erblickt sie Person A. Es folgt eine längere Periode des Anschauens, ohne dass Person A es mitbekommt und ein schlagartiges Wegschauen, was entweder bedeutet, dass sie Person A registriert hat oder das Person A zurück in ihre Richtung blickt. Daraufhin kommt es entweder dazu, dass Person A Person B von sich aus anspricht oder, dass Person B, nach wenigen Sekunden des Wegschauens, wieder Person A anguckt und sich ihre Blicke treffen, unter der offensichtlich gespielten Freude über diese „zufällige“ Begegnung, sodass es für Erving Goffman eine wahre Wonne wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung - Warten, bis es losgeht!: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, hinterfragt die allgemeine Definition des Wartens als reine Untätigkeit und formuliert das Ziel der ethnografischen Untersuchung.

2. Die Feldauswahl - „Warum ausgerechnet da?“: Der Autor erläutert die Kriterien für die Feldforschung und begründet, warum die Bushaltestelle als idealer Ort für die Beobachtung sozialer Interaktionen ausgewählt wurde.

3. Das Feld - Bushaltestelle Meißnerstraße: Eine detaillierte Beschreibung des konkreten Untersuchungsortes, inklusive seiner räumlichen Gegebenheiten und des Umfelds.

4. Die Arten des Wartens: Das Kernkapitel analysiert systematisch verschiedene Verhaltensweisen, Kommunikationsformen und Strategien zum Zeitvertreib während des Wartens.

5. Fazit - Die Bushaltestelle als gesellschaftlicher Mikrokosmos: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei die Bushaltestelle als gesellschaftlicher Mikrokosmos interpretiert und Möglichkeiten für zukünftige Forschungsarbeiten aufgezeigt werden.

Schlüsselwörter

Warten, Ethnografie, Bushaltestelle, Sozialverhalten, Kommunikation, Zeitvertreib, Mediennutzung, Feldforschung, Mikrokosmos, soziales Handeln, Gruppendynamik, Alltag, Beobachtung, Interaktion, Verhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht ethnografisch das Verhalten von Menschen, während sie an einer Bushaltestelle auf den Bus warten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen soziale Interaktion, Kommunikationsmuster, individuelle Strategien zum Zeitvertreib und den Umgang mit Umweltfaktoren wie Wetter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Tätigkeiten während des Wartens zu dokumentieren und zu analysieren, um die Annahme, Warten sei gleichbedeutend mit untätigem Nichtstun, zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Methode der ethnografischen Feldforschung, basierend auf regelmäßigen Beobachtungen und Notizen über einen Zeitraum von drei Monaten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Kommunikationsarten (Freunde, Bekannte, Fremde) und Arten des Zeitvertreibs (Mediennutzung, körperliche Strategien gegen Kälte) detailliert beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Warten, Ethnografie, Bushaltestelle, Kommunikation, Zeitvertreib, Mediennutzung und Feldforschung.

Warum spielt die Temperatur eine Rolle für das Warteverhalten?

Die Feldforschung fand in einem Zeitraum von November bis Februar statt, wodurch Strategien zur Wärme, wie Kuscheln oder Bewegung, zu einem zentralen Beobachtungspunkt wurden.

Welchen Einfluss haben digitale Medien auf das Warten?

Digitale Medien sind das primäre Mittel zum Zeitvertreib, wobei der Autor einen Zusammenhang zwischen Mediennutzung und einer veränderten Bereitschaft zur direkten Kommunikation mit anderen Wartenden feststellt.

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Résumé des informations

Titre
Ethnografie - Die Arten des Wartens an einer Bushaltestelle
Université
University of Koblenz-Landau
Note
2,3
Auteur
Lukas Lohmer (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
12
N° de catalogue
V200748
ISBN (ebook)
9783656268703
ISBN (Livre)
9783656269410
Langue
allemand
mots-clé
Ethnografie Bushaltestelle Warten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lukas Lohmer (Auteur), 2012, Ethnografie - Die Arten des Wartens an einer Bushaltestelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200748
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Extrait de  12  pages
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