Werteorientierte Personalführung und die Auswirkungen auf die Mitarbeiter


Hausarbeit, 2012

19 Seiten

Alyssa Nachtigall (Autor)


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Werte und Personalführung angesichts gegenwärtiger Trends
2.1 Definitionen
2.1.1 Werte
2.1.2 Personalführung
2.2 Führungskräfte in Konfrontation mit vielfältigen Veränderungen
2.2.1 Wandel in der Gesellschaft
2.1.2 Entwicklungen innerhalb der Wirtschaft

3 Ansätze zur praktischen Umsetzung von Werten in der Mitarbeiterführung
3.1 Grundeinstellung zu sich selbst und gegenüber den Mitmenschen
3.2 Werte für Führungskräfte und deren Umsetzung in die Praxis

4 Wirkung einer wertebasierten Führung auf die Mitarbeiter
4.1 Motivation bei der Arbeit
4.2 Loyalität und Identifikation mit dem Unternehmen

5 Fazit

Quellenverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft widmet man sich vermehrt ethischen Fragestellungen. Verbraucher beschäftigen sich damit, wie die konsumierten Produkte hergestellt werden und ob ein ethisches Handeln seitens der Firmen vorhanden ist. Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Nachhaltigkeit an Bedeutung. Mit Nachhaltigkeit wird oft auf den ersten Blick nur Umweltschutz und Energiepolitik verbunden. Aber auch in der Ökonomie ist es wichtig, nachhaltig zu handeln. Ressourcen müssen verantwortungsvoll eingesetzt werden, um das optimale Ergebnis erzielen zu können. Auch im Personalbereich der Unternehmen wird erkannt, dass der Mensch eine überaus wichtige Ressource im Unternehmen darstellt. Entwicklungen im wirtschaftlichen aber auch gesellschaftlichen Umfeld haben dazu geführt, dass der Fokus nun verstärkt auf den Bedürfnissen der Menschen und die Erfüllung dessen liegt.

Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in die weitreichende Thematik der Wirtschaftsethik ermöglichen, wobei der Fokus hier auf der Führungskraft-Mitarbeiter-Ebene liegen soll. Es wird untersucht, wie Werte und Personalführung miteinander verbunden werden können und welche Auswirkungen dadurch auf die Arbeitnehmer entstehen. Dazu soll zuerst ein Überblick darüber gegeben werden, was unter Werten und Personalführung zu verstehen ist. Weiterhin wird geprüft, weshalb gerade eine Führung mit Werten wichtig ist. Dazu werden wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen, die sich auch in den Arbeitnehmern widerspiegeln, näher betrachtet und es wird dargestellt, wie Unternehmen und Führungskräfte vor diesem Hintergrund agieren sollten.

Basierend darauf, soll anhand von Beispielen verdeutlicht werden, wie eine werteorientierte Führungsweise konkret im Arbeitsalltag aussehen kann.

Im letzten Schritt wird geprüft, inwieweit sich wertebasierte Führung innerhalb des Unternehmens lohnt. Dazu werden die Aspekte Motivation, Loyalität und Identifikation des Arbeitnehmers mit dem Unternehmen näher untersucht und abschließend mit dem auf Werten basierenden Führungsstil in Verbindung gebracht.

2 Werte und Personalführung angesichts gegenwärtiger Trends

2.1 Definitionen

2.1.1 Werte

In einer Definition von Holthaus (2011 S. 13) wird dargestellt, dass Werte „Ideale [sind], die Maßstäbe für unser individuelles Handeln setzen. (…) Sie sind die Basis für unser Tun, der Kompass für unsere Entscheidungen, das Fundament für unsere Existenz.“ Aus dieser Definition lässt sich ableiten, dass Werte in jedem einzelnen Menschen verankert sind und dass sie die Handlungsweise bestimmen. In einer anderen Erklärung heißt es, dass Werte dazu beitragen, dass das Zusammenleben in einer Gesellschaft oder sonstigen Gruppe ermöglicht wird (vgl. Scheitler/Wetzel, 2007, S.15). Betrachtet man beide Erklärungs-ansätze, ist festzustellen, dass sie sich ergänzen. Das beruht darauf, dass Individuen in der Regel auch in sozialen Gemeinschaften eingebunden sind. Als Beispiele lassen sich die Gesellschaft, das Arbeitsumfeld oder der Familien- und Freundeskreis nennen. Werte, die das Individuum durch diese Gemein-schaften vermittelt bekommt, werden Teil des Individuums und somit zur Grund-lage des Denkens und Handelns. Diese Werte wiederum werden erst dadurch innerhalb einer Gesellschaft gültig, indem ein Großteil der Mitglieder diese akzeptiert und als notwendig erachtet (vgl. Duncker 2005, S. 29). Somit ist ein wechselseitiger Einfluss zwischen Gesellschaft und Individuum zu beobachten. Abgesehen davon sind personelle Faktoren wie z. B. das Alter oder die Bildung ebenfalls von großer Relevanz für die Prägung von Wertevorstellungen im Menschen (vgl. Rothenberger, 1992, S.26-29).

Grundsätzlich gibt es keine einheitliche hierarchische Ordnung der Werte. Jedoch werden z. B. Freiheit, Gleichheit und die Menschenwürde von vielen Menschen als Grundwerte bezeichnet (vgl. Wollert, 2001 S. 37).

Diese Werte finden sich auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und stellen einen ethischen Handlungsrahmen dar, der seit der Gründung der Bundesrepublik besteht und auch heute noch aktuell ist (vgl. Frölich-Steffen 2005, S. 70-71).

Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass Werte gerade dann von Bedeutung sind, wenn es um das Zusammenleben von sozialen Gruppen geht. Durch die Fest-legung wichtiger Werte wird somit ein ethisches Grundgerüst geschaffen, die dem Handeln des Individuums Orientierung bieten.

2.1.2 Personalführung

Bei der Untersuchung der Frage, was Personalführung bedeutet, ist festzu-stellen, dass es verschiedene Ansichten gibt, von denen man jedoch sagen kann, dass sie aufeinander aufbauen.

Comelli/Rosenstiel betonen, dass es im Wesentlichen um eine „zielbezogene Einflussnahme auf arbeitende Menschen“ geht (2009, S. 83). Ein wesentlicher Anteil der Beeinflussung geschieht seitens des direkten Vorgesetzten. Die Kommunikation auf verbaler und nonverbaler Ebene ist dabei das wichtigste Mittel, um Mitarbeiter zu steuern. So sind Gespräche mit den Mitarbeitern für Führende wichtig, um beispielsweise Ziele zu vereinbaren, Aufgaben zu erklären oder positive und negative Kritik zu üben. Auf der anderen Seite wirkt sich auch das persönliche Verhalten des Vorgesetzten auf seine Mitarbeiter im Positiven oder Negativen aus (vgl. Comelli/Rosenstiel 2009, S. 84-87).

Wollert (2001, S. 82) definiert Personalführung damit, dass sie dazu dient, ein bestimmtes Ziel durch die Hilfe Anderer zu erreichen. Mit dieser Aussage wird die Wichtigkeit der Menschen innerhalb der Unternehmen betont. Nur durch die Mitarbeiter, die ihr Wissen und Können effektiv einsetzen, wird eine Zielerreichung im Unternehmen möglich. In diesem Zusammenhang ist es von Bedeutung, wie die Mitarbeiter geführt werden.

Petz (1997, S. 34) beschreibt sehr treffend, dass die wichtigste Aufgabe der Führungskraft daraus besteht, „ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das die Weiter-entwicklung des Unternehmens sichert und die Motivation der Mitarbeiter aufrechterhält.“ Demnach trägt die Art und Weise, wie ein Vorgesetzter führt, sehr viel dazu bei, wie die Arbeitsleistung und letztendlich das Arbeitsergebnis aussieht.

2.2 Führungskräfte im Konfrontation mit vielfältigen Veränderungen

2.2.1 Wandel in der Gesellschaft

Im Folgenden wird untersucht, welche Veränderungen in der Gesellschaft zu beobachten sind und wie sich das auf die Situation der Führungskräfte auswirkt.

Zunächst wird die demographische Entwicklung analysiert.

Statistische Untersuchungen belegen, dass die Bevölkerungszahl in Deutsch-land stetig abnimmt. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Geburtenzahl sinkt. Statistische Berechnungen, die sich mit der Erhaltung der Bevölkerungs-zahl befassen, zeigen auf, dass die Anzahl der Neugeborenen unter einem Drittel der notwendigen Zahl liegt. Des Weiteren steigt die durchschnittliche Lebenserwartung, was zur Folge hat, dass die Altersstruktur sich immer weiter verschiebt. Das bedeutet, dass einer wachsenden Zahl von älteren Leuten, eine kleiner werdende Zahl von jungen Menschen gegenüber steht. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass die Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund auch zunimmt (vgl. Bundesministerium des Inneren, 2011, S. 11-13). Das hat zur Folge, dass die Gesellschaft sich in Anbetracht der zuwandernden Menschen auch mit anderen Kulturen, Lebensweisen oder Religionen auseinandersetzen muss. Diese Entwicklungen in der Gesellschaft werden ebenso eine Auswirkung auf die Wirtschaft haben. Die Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass ihre Belegschaft immer älter wird (vgl. Spat/Ilg 2005, S. 20-22). In Bezug auf die Zuwanderung gewinnt auch das Thema Mulitkulturalität in den Unternehmen an Bedeutung, da es immer mehr Arbeitnehmer in den einzelnen Firmen gibt, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen.

Ein anderer Aspekt ist der Wertewandel. Für Duncker (2005, S. 33) bedeutet der Wertewandel, dass Werte sich an die Gegebenheiten in der Gesellschaft anpassen und sich nicht die Werte selbst ändern.

Wollert (2001, S. 37-40) stellt fest, dass Werte einer geschichtlichen Ent-wicklung unterliegen. So werden früher anerkannte Wertvorstellungen wie z. B. der Stellenwert der Frau von der Gesellschaft abgelehnt. Er vertritt genau wie Duncker die Ansicht, dass die Einstellung der Menschen zu den Werten sich geändert hat. Jedoch trennt Wollert die Werte zwischen Pflicht- und Akzeptanz-werten auf der einen und Selbstentfaltungswerten auf der anderen Seite. Unter Pflicht- und Akzeptanzwerten werden z. B. Fleiß, Pünktlichkeit und Zuver-lässigkeit verstanden. Als Selbstentfaltungswerte werden freie Meinungs-äußerung, Partizipation und Selbstverwirklichung genannt. Wollert stellt die These auf, dass die Verbindlichkeit gegenüber Pflicht- und Akzeptanzwerten bei den Menschen zurückgegangen ist, während Selbstentfaltungswerte an Gewicht zugenommen haben(Wollert, 2001 S. 39).

In der neueren Forschung liegt der Schwerpunkt nicht mehr auf der Unter-scheidung zischen den Werten (vgl. Duncker 2005, S. 105-107). Es werden Typologien für Werte im Kontext entwickelt, da davon ausgegangen wird, dass Werte im Zusammenhang zueinander stehen und sich im Rahmen des Wertewandels ganze Wertegefüge verschieben. Als wichtiges Instrument wird in diesem Zusammenhang die Korrelationsanalyse genannt, die den Zu-sammenhang zwischen den einzelnen Werten rechnerisch darstellt. Diese Betrachtungsweise des Wertewandels erscheint als plausibel, da Werte tat-sächlich nicht isoliert für sich stehen, sondern Teil eines Wertegefüges sind. Es zeigt sich schon im Alltag, dass z. B. ehrliche Menschen gleichzeitig auch andere Werte wie Pünktlichkeit oder Gewissenhaftigkeit aufweisen.

Trotzdem ist die Sichtweise von Wollert erwähnenswert, auch wenn er zwischen den Werten differenziert. Es ist in der Tat zu beobachten, dass das Streben nach Individualität und Selbstverwirklichung zugenommen hat. Viele Menschen streben z. B. danach, sich beruflich weiterzuentwickeln und Erfüllung in der Arbeit zu finden. Werte wie Offenheit und Ehrlichkeit haben unter dieser Entwicklung oft zu leiden, wie zahlreiche Beispiele aus der Realität zeigen.

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist, dass die Gesellschaft ihr Interesse vermehrt auf das Verhalten der Unternehmen richtet und auch in der Lage ist, unethisches Verhalten z. B. durch Protestaktionen zu strafen. Das Image eines Unternehmens gewinnt zunehmend an Bedeutung (vgl. Frey et al. 2004, S. 55). In dem Zusammenhang wird auch von einem Trend zu einer kritischeren Gesellschaft gesprochen. (vgl. Wollert, 2001 S. 107). Gefördert wird diese Entwicklung damit, dass die neuen Medien immer bessere Möglichkeiten bieten und Informationen sich schneller verbreiten.

Führungskräfte sind angesichts dieser Veränderungen innerhalb der Gesell- schaft dazu aufgerufen, sich vermehrt mit den Werten zu befassen. Angesichts der immer älter werdenden Arbeitnehmer und der wachsenden Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund wird das Verhalten der Führungskräfte immer wichtiger. Werte können hier eine hilfreiche Handlungsbasis darstellen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Da der Wertewandel der Gesell-schaft auch auf die Arbeitnehmer Einfluss hat, müssen sich Führende mehr mit der Frage befassen, wie sie den Bedürfnissen der Mitarbeiter gerecht werden können. Es zeigt sich, dass die menschliche Arbeitskraft ein sehr wertvolles Kapital darstellt. Vor allem Führungskräfte müssen lernen, verantwortungsvoll mit dieser wichtigen Ressource umzugehen.

2.2.2 Entwicklungen innerhalb der Wirtschaft

Die Wirtschaft von heute macht es Unternehmen nicht leicht, am Markt zu bestehen. Dafür lassen sich mehrere Gründe anführen.

Zum einen schreitet die Globalisierung immer weiter fort. Wollert (2001, S. 100) stellt fest, dass durch die Globalisierung Kapital, Arbeit, Wissen und Information auf der ganzen Welt verfügbar werden. Eine fortschreitende Technologie-entwicklung und neue Kommunikationswege bringen viele Vorteile für die Weltbevölkerung. Ein stärkerer Wettbewerbsdruck auf der anderen Seite führt dazu, dass Unter-nehmen zum Teil zu unmoralischen Maßnahmen greifen.

Als Beispiele hierfür lassen sich Kinderarbeit, Ausbeutebetriebe oder die Umweltverschmutzung nennen (vgl. Dettmann 2005, S. 5-7).

Ein weiterer Aspekt ist die ständige Veränderung im Technologiebereich.

Die Informations- und Kommunikationstechnologien werden immerfort weiter-entwickelt und neue Produktionstechnologien halten Einzug in die Unternehmen (vgl. Scheitler/Wetzel, 2007, S. 11). Folglich kann ein rasanter Wissens- und Informationszuwachs beobachtet werden. Während Informationen auch auf Computern gespeichert werden können, gehört Wissen zu den Menschen und wird angewandt, indem Informationen mit einem gewissen Zweck und Ziel verwendet werden (vgl. Wieland, 2001 S. 7).

[...]

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Details

Titel
Werteorientierte Personalführung und die Auswirkungen auf die Mitarbeiter
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Autor
Jahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V200802
ISBN (eBook)
9783656268567
ISBN (Buch)
9783656271055
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Werte, Personalführung;, Motivation
Arbeit zitieren
Alyssa Nachtigall (Autor), 2012, Werteorientierte Personalführung und die Auswirkungen auf die Mitarbeiter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200802

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