Der Konsum von Waren und Dienstleistungen durch private Personen lässt sich – wenn man von einem ausreichenden Angebot ausgeht – im Wesentlichen aus vier Größen erklären: dem verfügbaren Netto-Haushaltseinkommen, der Anzahl der Personen im Haushalt, der Sparneigung und der Konsumneigung. Letztere kann als objektive Messgröße und als subjektive Disposition interpretiert werden. Es lässt sich zeigen, dass die Konsumneigung zu einem bestimmten Produkt mit dem Haushaltseinkommen, der Haushaltsgröße und der Sparneigung sowie im Kontext aller Konsumausgaben eines Haushaltes variiert. Hierbei lassen sich Güter der Grundversorgung von luxusaffinen Gütern unterscheiden, für die jeweils unterschiedliche Verteilungen des Konsums nach Haushaltsgröße und Haushaltseinkommen gelten. Während es bei luxusaffinen Gütern (Urlaub, Freizeit, Kultur und Bildung) erwartungsgemäß eine stärkere Ungleichverteilung im Konsum gibt, gilt das nicht in gleichem Maße für Güter der Grundversorgung (Lebensmittel, Gesundheit, Telekommunikation, Körperpflege und Bekleidung). Interessant ist, dass sich die Nachfrage nach einen modeaffinen Gut wie Bekleidung so verhält wie die Nachfrage nach Gütern der Grundversorgung, d.h. – bei einer relativ geringen gesamtwirtschaftlichen Bedeutung – stark von Haushaltsgröße, Haushaltseinkommen und Sparneigung abhängt (wobei letztere mit dem Haushaltseinkommen variiert). 50% bis 60% der Nachfrage werden dabei von Single-Haushalten und Besserverdienenden verantwortet.
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Inhaltsverzeichnis
Fragestellung
Methode und Datenquellen
Empirische Ergebnisse
Fazit und Ausblick
Quellenverzeichnis
Anlagen
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einflussfaktoren auf die Konsumneigung privater Haushalte in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie sich das verfügbare Haushaltseinkommen, die Haushaltsgröße und die Sparneigung auf das Konsumverhalten bei verschiedenen Gütergruppen auswirken, wobei insbesondere zwischen Gütern der Grundversorgung und luxusaffinen Gütern differenziert wird.
- Analyse der Bestimmungsgrößen privater Konsumausgaben
- Differenzierung zwischen Gütern der Grundversorgung und Luxusgütern
- Einfluss der Haushaltsgröße und des Einkommens auf das Ausgabeverhalten
- Untersuchung der Konsumneigung bei Single-Haushalten und Besserverdienenden
- Statistische Auswertung auf Basis von SOEP-Daten und amtlicher Statistik
Auszug aus dem Buch
Empirische Ergebnisse
Wenn wir uns die Struktur der Konsumausgaben im Zeitverlauf ansehen (Tabelle 2), so erkennen wir eine Verschiebung der Ausgaben zugunsten der Wohnungsmiete etc. sowie den übrigen Verwendungszwecken und zu Lasten der Ausgaben für Nahrungsmittel und für Bekleidung. Die übrigen Verwendungszecke machen im Jahr 2011 19% der Ausgaben aus (Tabelle 3). Das ist ein Hinweis darauf, dass die Kategorisierung der Ausgaben in der vorliegenden Form einen Teil ihres Informationsgehaltes einzubüßt. Die Ausgaben zu jeweiligen Preisen (Tabelle 2) sind zu unterscheiden von den Ausgaben unter Berücksichtigung der Preisentwicklung (Abbildung 3). Die Tabelle 1 macht die Unterschiede deutlich:
- Der Anteil der Nahrungsmittel an den Konsumausgaben ist im Zeitverlauf um 3,5%-Punkte gesunken (Abbildung 2), die preisbereinigten Ausgaben sind – gemessen an den Indices (Abbildung 3) - um 4% gesunken.
- Der Anteil der Ausgaben für Bekleidung ist um 2,9%-Punkte gesunken, preisbereinigt sind die Ausgaben sogar um 8% gesunken. D.h. der Wert der konsumierten Waren beträgt 2011 nur noch 92% des Wertes im Jahr 1991 (Tabelle 4).
- Sowohl der Anteil der Ausgaben für Wohnungsmiete etc. ist im Zeitverlauf gestiegen (4,9%-Punkte) als auch die preisbereinigten Ausgaben (um 23%).
Zusammenfassung der Kapitel
Zusammenfassung: Dieser Abschnitt erläutert die wesentlichen Faktoren, die den Konsum privater Haushalte bestimmen, wie etwa Einkommen, Haushaltsgröße und Sparneigung.
Fragestellung: Hier wird die Forschungsfrage definiert, ob der Zusammenhang zwischen Konsumneigung und Einkommen bzw. Haushaltsgröße über verschiedene Güterkategorien hinweg konsistent bleibt.
Methode und Datenquellen: Dieses Kapitel beschreibt die deskriptive Analyse auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes und des Sozioökonomischen Panels (SOEP).
Empirische Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die Auswertung der Konsumstrukturen und zeigt Verschiebungen zwischen Grundbedarfs- und Luxusgütern im Zeitverlauf sowie nach Haushaltstypen auf.
Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die identifizierten Einflussfaktoren zusammen und reflektiert die Stabilität des Konsumverhaltens bei Berücksichtigung der Sparneigung.
Schlüsselwörter
Konsumneigung, Haushaltseinkommen, Haushaltsgröße, Sparneigung, Grundversorgung, Luxusgüter, Konsumausgaben, SOEP, private Haushalte, statistische Analyse, Kaufverhalten, Konsumquote, Bekleidung, Single-Haushalte, Konsumstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Konsumneigung privater Haushalte in Deutschland und wie diese durch ökonomische und soziale Faktoren beeinflusst wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das verfügbare Netto-Haushaltseinkommen, die Haushaltsgröße, die Sparquote sowie die Struktur der Konsumausgaben über verschiedene Produktkategorien hinweg.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu verstehen, inwieweit objektive Einflussgrößen wie Einkommen und Haushaltsgröße das Ausgabeverhalten bestimmen und wie sich die Konsumneigung im Zeitverlauf verändert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine deskriptive Analyse unter Verwendung von Verteilungen und Mittelwerten durch, basierend auf Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) und Statistiken des Bundesamtes für Statistik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die empirischen Ergebnisse zu Konsumverschiebungen, differenziert zwischen Grundversorgungs- und Luxusgütern und betrachtet die Spezifika von Single-Haushalten und Besserverdienenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Konsumneigung, Haushaltsgröße, Haushaltseinkommen, Sparneigung, Grundversorgung sowie statistische Datensätze wie das SOEP.
Wie verhält sich die Konsumneigung bei Modeartikeln im Vergleich zu anderen Gütern?
Modeaffine Güter wie Bekleidung verhalten sich ähnlich wie Güter der Grundversorgung, da sie stark von der Haushaltsgröße, dem Einkommen und der Sparneigung des Haushalts abhängig sind.
Welche Rolle spielen Single-Haushalte bei der Konsumnachfrage?
Single-Haushalte und Besserverdienende sind als Konsumentengruppe besonders interessant, da sie einen signifikanten Anteil (ca. 50% bis 60%) an der Nachfrage nach bestimmten modeaffinen Gütern ausmachen.
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- Dr. Michael Schlese (Autor), 2012, Essen, Kleiden, Bilden…, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201074