Diese Arbeit beinhaltet das Projekt Unterrichtsforschung und –entwicklung im Fachbereich Deutsch, dem Teilbereich des Lesens. Der Forschungs- und Entwicklungsarbeit liegt die Aktionsforschung von John Elliot (1981a) zu Grunde: „Aktionsforschung ist die systematische Reflexion von Praktikern über ihr Handeln in der Absicht, es weiterzuentwickeln“ (S. 1). In dieser Arbeit gehe ich der Frage nach: „Welche Entwicklung erfah-ren die Schüler im Bereich Lesekompetenz und Lesemotivation durch die Förderung der Lesefertigkeiten?“ Die Durchführung dauerte von Februar 2009 bis Dezember 2009 und beinhaltete 2 Phasen der Umsetzung im Unterricht. Für deren Auswertungen dienten Forschungsmethoden sowohl quantitativer wie qualitativer Art. Die Ergebnisse der Auswertungen führen im Teil der Schlussevaluation zur Beantwortung der Forscherfra-gen.
Die Arbeit gliedert sich in 5 Hauptteile:
• Im ersten Teil folgt der Analyse der Ausgangslage der Theorieteil I. Der Klärung der Voraussetzun-gen auf der Ebene Unterricht & Lernende schliesst die Planung der Unterrichtsentwicklung & –forschung I an.
• Anschliessend wird die 1. Fördereinheit durchgeführt und in der Zwischenevaluation ausgewertet. Entwicklungsoptionen werden eruiert.
• Im dritten Teil werden diese theoretisch aufgearbeitet und mit den veränderten Vorraussetzungen in der Weiterentwicklung der Unterrichtsentwicklung und –forschung II in Einklang gebracht.
• Im vierten Teil folgt die 2. Durchführungsphase inklusive deren Evaluation.
• Als Abschluss werden die Entwicklungsresultate beider Durchführungen mit der Beantwortung der Forscherfragen in der Schlussevaluation ausgewertet. Das forschungsmethodische Vorgehen wird evaluiert. Ergänzend werden die persönlichen Lernprozesse im Bereich der Forschung und die Be-rufsrolle aus der Sicht der gewonnen Erfahrungen reflektiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangslage
1.1 Rahmenbedingungen
1.2 Entwicklungsabsicht
1.3 Entwicklungsziele
1.4 Fragestellung
1.5 Zusammenfassung
2. Theoretische Grundlagen I
2.1 Zusammenführung der theoretischen Begriffe
3. Voraussetzungen
3.1 Voraussetzungen auf der Ebene Unterricht
3.1.1 Die Entwicklungsbereiche meines Unterrichts
3.2 Voraussetzungen auf der Ebene Lernende nach ICF
3.2.1 Mädchen S - Mädchen 1
3.2.2 Mädchen V – Mädchen 2
3.2.3 Mädchen C – Mädchen 3
3.2.4 Junge G – Junge 1
3.3 Folgerungen für die Unterrichtsentwicklung
4. Unterrichtsentwicklung I
4.1. Entwicklungsziele
4.1.1 Zielsystem Lernende
4.1.1 Zielsystem SHP
4.2 Pädagogisches Handeln
4.2.1 Planung
4.2.2. Theoretische Begründung der Massnahmen
4.3 Zeitplan
5. Unterrichtsforschung I
5.1 Forschungsfrage
5.2 Hypothesen
5.3 Forschungskonzept
5.3.1 Forschungsdesign
5.3.2 Planung der Forschung I
5.3.3 Erfolgsindikatoren, Forschungsmethoden und –Instrumente
5.3.4 Auswertungsvorgehen
6. Durchführung I
6.1 Projektwoche 1 – Erfassung IST-Zustand
6.2 Projektwoche 2 – Einführung des Leseförderprogramms Lernkiste Lesen und Schreiben
6.3 Projektwoche 3
6.4 Projektwoche 4
6.5 Projektwoche 5
6.6 Projektwoche 6
6.7 Projektwoche 7
6.8 Projektwoche 8
6.9 Projektwoche 9
6.10 Projektwoche 10
6.11 Projektwoche 11
7. Zwischenevaluation
7.1 Einleitung
7.2 Evaluation Entwicklungsziel I - Verbesserung der Lesefertigkeiten
7.2.1 Evaluation Teilziel 1– Die Schüler verbessern die Lesegeschwindigkeit
7.2.2 Evaluation Teilziel 2 – Die Schüler verbessern die Lesegenauigkeit
7.2.3 Evaluation Teilziel 3 – Die Schüler erhöhen die Leseflüssigkeit
7.2.4 Zusammenfassung der Evaluation des Entwicklungsziels I
7.3 Evaluation Entwicklungsziel II - Erhöhung der Lesemotivation
7.3.1 Evaluation Teilziel 4 – Die Schüler bauen ihre Freude am Lesen aus
7.3.2 Zusammenfassung der Evaluation des Entwicklungsziels II
7.4 Vorläufige Beantwortung der Forscherfragen
7.4.1 Ebene Lernende
7.4.2 Ebene SHP
7.5 Evaluation Forschungsmethodisches Vorgehen
7.5.1 Forschungsstrategie
7.5.2 Forschungsmethoden
7.5.3 Forschungsinstrumente
7.6 Reflexion der Rahmenbedingungen
7.7 Reflexion des eigenen Lern- und Arbeitsprozesses – Kompetenzen als Forscherin
8. Veränderten Voraussetzungen
8.1. Ebene Unterricht
8.2 Ebene Lernende nach ICF
8.2.1 Mädchen S - Mädchen 1
8.2.2 Mädchen V – Mädchen 2
8.2.3 Mädchen C – Mädchen 3
8.2.4 Junge G – Junge 1
8.3 Folgerungen für die weitere Entwicklung
9. Erweiterte Theoretische Grundlage
10. Unterrichtsentwicklung II
10.1 Entwicklungsziele
10.1.1 Zielsystem Lernende
10.1.2 Zielsystem SHP
10.2. Pädagogisches Handeln
10.2.1 Planung der Massnahmen
10.2.2 Theoretische Begründung
10.3 Zeitplan der Durchführung II
11. Unterrichtsforschung II
11.1 Forschungsfragen- Adaptierte Fragestellungen
11.2 Hypothesen
11.3 Forschungskonzept
11.3.1 Forschungsdesign
11.3.2 Planung der Forschung II
11.3.3 Erweiterte Erfolgsindikatoren, Forschungsmethoden und –instrumente
11.3.4 Auswertungsvorgehen
12. Durchführung II
12.1 Projektwoche 1 – Erfassung IST-Zustand
12.2 Projektwoche 2 – Einführung und Start des Leseförderprogramms Flüssig lesen lernen
12.3 Projektwoche 3
12.4 Projektwoche 4
12.5 Projektwoche 5
12.6 Projektwoche 6
12.7 Projektwoche 7
12.8 Projektwoche 8
12.9 Projektwoche 9
12.10 Projektwoche 10
12.11 Projektwoche 11
13. Evaluation der Durchführung II
13.1 Einleitung
13.2 Evaluation Entwicklungsziel I - Verbesserung der Lesegeläufigkeit
13.2.1 Evaluation Teilziel 1 – Die Schüler verbessern die Lesegeschwindigkeit
13.2.2 Evaluation Teilziel 2 – Die Schüler verbessern die Lesegenauigkeit
13.2.3 Evaluation Teilziel 3 – Die Schüler erhöhen die Leseflüssigkeit
13.2.4 Evaluation Teilziel 4 – Die Schüler erhöhen die Leseverständlichkeit & Lautstärke
13.2.5 Evaluation Teilziel 5 – Die Schüler variieren den Leseausdruck
13.2.6 Zusammenfassung der Evaluation des Entwicklungsziels I
13.3 Evaluation Entwicklungsziel II– Erhöhung der Lesemotivation
13.3.1 Evaluation Teilziel 6 – Die Schüler entwickeln ihre Freude an der Lesetätigkeit
13.3.2 Zusammenfassung der Evaluation des Entwicklungsziels II
14. Schlussevaluation
14.1 Beantwortung der Forscherfrage auf der Ebene der Lernenden
14.2 Beantwortung der Forscherfrage auf der Ebene der SHP
14.3 Evaluation forschungsmethodisches Vorgehen
14.3.1 Forschungsstrategie
14.3.2 Zielsystem
14.3.3 Forschungsmethoden und -instrumente
14.4 Reflexion der Rahmenbedingungen
14.5 Reflexion des eigenen Lern- und Arbeitsprozesses – Kompetenzen als Forscherin
14.6 Reflexion der Berufsrolle aufgrund der gewonnenen Erfahrungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Lesekompetenz und Lesemotivation von Schülern durch den gezielten Einsatz von Leseförderprogrammen in einer Werkstattform zu verbessern, während gleichzeitig die heilpädagogische Professionalität der Autorin weiterentwickelt wird.
- Aktive Leseförderung durch individualisierte Werkstattarbeit
- Messung und Auswertung der Lesefertigkeiten (Geschwindigkeit, Genauigkeit, Flüssigkeit)
- Stärkung der Lesemotivation und Freude am Lesen
- Reflexion der pädagogischen Berufsrolle und Lernbegleitung
- Methodische Anwendung der Aktionsforschung zur Unterrichtsentwicklung
Auszug aus dem Buch
Die zentralen charakteristischen Merkmale der Aktionsforschung
Die zentralen charakteristischen Merkmale der Aktionsforschung, die gemäss der Theorie von Altrichter & Posch (2007) in diesem Projekt berücksichtigt werden, sind:
· Die Forschung erfolgt direkt durch die Betroffene, im vorliegenden Projekt durch die SHP. Die Mitbetroffenen, die Schüler, werden für eine tragfähige Verbesserung des Unterrichts in die Forschung miteinbezogen.
· Die Fragestellung im Hinblick auf den zu erforschenden Unterricht wird aus der persönlichen Praxis heraus gestellt.
· Die Aktion und Reflexion werden durch das Handeln in der Praxis und durch Rückschlüsse auf die Handlungserfahrungen eng zueinander in Beziehung gesetzt. Dadurch erlangen sowohl Aktion wie auch Reflexion an Gewinn.
· Die während des Projekts gesammelten, unterschiedlichen Perspektiven - die Perspektive der SHP und der Schüler - werden miteinander verglichen. Durch den Vergleich der verschiedenen Beobachtungen entsteht „Nahrung“ für die Reflexion und der Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des Projekts.
· Der vorliegende Aktionsforschungsprozess ist längerfristig und zyklisch. In der Zwischenevaluation, nach der 1. Durchführungsphase, wird die zu Beginn formulierte Fragestellung vorläufig beantwortet, präzisiert und reformuliert. Daraus entsteht eine weiterführende praktische Theorie, die verfeinerte und weiterentwickelte Forschungsschritte festlegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausgangslage: Analyse der schulischen Rahmenbedingungen in Flawil und Definition der Entwicklungsziele zur Förderung der Lesekompetenz.
2. Theoretische Grundlagen I: Erläuterung der zentralen Fachbegriffe wie Lesekompetenz, Lesefertigkeiten und Lesemotivation sowie der Bedeutung von Lernen und Leseförderung.
3. Voraussetzungen: Analyse der Lernausgangslage der Schülerinnen und Schüler nach dem ICF-Modell und Ableitung erster Folgerungen für den Unterricht.
4. Unterrichtsentwicklung I: Festlegung des Zielsystems und Planung des pädagogischen Handelns unter Verwendung spezieller Förderprogramme.
5. Unterrichtsforschung I: Beschreibung des Forschungskonzepts, inklusive Hypothesen und methodischem Vorgehen nach der Aktionsforschung.
6. Durchführung I: Protokollierung des Projektverlaufs über 11 Wochen, von der IST-Zustandserfassung bis zur Evaluation.
7. Zwischenevaluation: Reflexion der Ergebnisse aus der ersten Phase und Anpassung der Forschungsschritte für die weitere Arbeit.
8. Veränderten Voraussetzungen: Anpassung der Unterrichtsplanung aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse und veränderter Schülerbedürfnisse.
9. Erweiterte Theoretische Grundlage: Vertiefung theoretischer Konzepte zur weiteren fundierten Begründung der geplanten Interventionen.
10. Unterrichtsentwicklung II: Definition weiterentwickelter Ziele und Planung der zweiten Durchführungsphase.
11. Unterrichtsforschung II: Adaption der Forschungsfragen und Verfeinerung des methodischen Vorgehens für die zweite Phase.
12. Durchführung II: Detaillierte Darstellung der zweiten Durchführungsphase mit Fokus auf neue Lernschritte.
13. Evaluation der Durchführung II: Analyse der qualitativen und quantitativen Daten aus der zweiten Projektphase.
14. Schlussevaluation: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion des gesamten Forschungsprozesses.
Schlüsselwörter
Lesekompetenz, Leseförderung, Aktionsforschung, Illetrismus, Lesemotivation, Lesefertigkeiten, Werkstattunterricht, SHP, Unterrichtsentwicklung, Lernbegleitung, Diagnostik, Lesegeläufigkeit, Leseverständnis, Förderunterricht, Reflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht ein Unterrichtsprojekt zur Leseförderung, in dem die Autorin als schulische Heilpädagogin (SHP) mittels Aktionsforschung ihren eigenen Unterricht reflektiert und optimiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Steigerung der Lesekompetenz bei Schülern mit Leseschwächen, die Erhöhung der Lesemotivation sowie die Professionalisierung des eigenen heilpädagogischen Handelns.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Qualitätssteigerung des Lehrens aus Sicht der Heilpädagogin und die Förderung der Lernprozesse der Schüler durch individualisierte und transparente Lernangebote.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Aktionsforschung angewandt, ein zyklischer Ansatz, der systematisches Handeln, Beobachtung, Reflexion und die Anpassung der Praxis miteinander verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Durchführungsphasen, in denen diagnostische Tests, Werkstattunterricht und eine stetige Evaluation der Fortschritte bei den Schülern sowie die Selbstreflexion der SHP dokumentiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lesekompetenz, Aktionsforschung, individuelle Förderung, Lesemotivation und Unterrichtsentwicklung.
Warum spielt die Selbstreflexion der SHP eine so große Rolle?
Die Selbstreflexion ist das Kernstück der Aktionsforschung; sie ermöglicht es der Autorin, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen und den Unterricht gezielt an die Bedürfnisse der Schüler anzupassen.
Wie wurde die Lesemotivation gemessen?
Die Motivation wurde sowohl durch quantitative Fragebögen mit Smiley-Barometern als auch durch teilnehmende Beobachtungen der Mimik und Verhaltensweisen der Schüler erfasst.
Warum wurde das Forschungsvorgehen in zwei Phasen unterteilt?
Das zirkuläre Modell erlaubt es, nach einer ersten Zwischenevaluation gewonnene Erkenntnisse in die Planung der zweiten Phase einfließen zu lassen, um eine kontinuierliche Verbesserung zu erreichen.
- Quote paper
- MA in Special Needs of Education Nicole Hofstetter (Author), 2010, Individualisierte Förderung der Lesekompetenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201171