Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Iterationsgesetze im frühen Griechenland

Eine Fallstudie zum Gesetz von Dreros

Title: Iterationsgesetze im frühen Griechenland

Term Paper , 2011 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Eric Richter (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Beschäftigt man sich mit einer historischen Epoche, wird mit als Erstes nach den Charakteristika der Zeit gefragt. Was unterscheidet sie von der vorhergegangen Epoche, was ist neu und warum? Wird die Archaik betrachtet, so fällt der erste Blick zunächst ins Dunkle. Relativ wenige Quellen berichten über die Zeit zwischen den großen Epen Homers um ca. 800 v. Chr. und dem Ende der Perserkriege zwischen 500 und 479 v. Chr. Vieles beruht auf Annahmen und bloßen Wahrscheinlichkeiten. Vielleicht ist es gerade deshalb spannend, Fragen an diese Epoche zu stellen. Schaut man sich in der Archaik um, so springt eine bahnbrechende Innovation ins Auge: Das schriftliche Festhalten von Gesetzen. Häufig wurden in den Gesetzen Regelungen über öffentliche Ämter getroffen. Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Iterationsgesetz von Dreros, welches dem obersten Beamten der Polis eine Sperrfrist von zehn Jahren für eine zweite Amtszeit auferlegte. Im ersten Teil wird das Gesetz analysiert mit dem Ziel zu klären, wie das Gesetz durchgesetzt und legitimiert wurde. Im zweiten Teil wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss die Gesellschaft auf die Entstehung dieses Gesetzes hatte. Damit einher geht die Frage, nach welchem Prinzip man in das Amt des obersten Beamten gelangte. Abschließend werden im dritten Abschnitt die gemachten Ergebnisse resümiert und die Frage beantwortet, ob Dreros die erste Demokratie war. Die Quellenlage ist für archaische Verhältnisse gut. Die Inschrift ist in einem lesbaren Zustand und fast vollständig erhalten. Deshalb ist das Gesetz von Dreros eines der meist erforschten und meist diskutierten Gesetze des frühen Griechenlands.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Analyse der Inschrift von Dreros

1.1 Vorbemerkung und inhaltliche Zusammenfassung des Gesetzes

1.2 Institutionen

1.2.1 kosmos

1.2.2 Die polis

1.2.3 damioi und „Zwanzig der Polis“

1.3 Inhalt des Amtsiterationsgesetz von Dreros

1.3.1 Verbot und Sanktion

1.3.2 Der Eid und „Gott“

1.4 Erste Zusammenfassung

2. Gesellschaftsanalyse

2.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen

2.2 Die Wahl des kosmos

2.3 Zweite Zusammenfassung

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht das im 7. Jahrhundert v. Chr. entstandene Iterationsgesetz aus der kretischen Stadt Dreros, welches einem obersten Beamten (kosmos) eine zehnjährige Sperrfrist für eine erneute Amtszeit auferlegte. Ziel der Untersuchung ist es, die Durchsetzung und gesellschaftliche Legitimierung dieses Gesetzes zu analysieren und zu klären, inwieweit die Polis-Strukturen und der Einfluss gesellschaftlicher Gruppen zur Entstehung dieser Regelung beitrugen.

  • Analyse der Inschrift von Dreros und ihrer juristischen Bestimmungen.
  • Untersuchung der Rolle zentraler Institutionen wie kosmos, polis und damioi.
  • Erforschung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Machtverhältnisse in der archaischen Polis.
  • Diskussion des Rotationsprinzips bei der Ämterbesetzung.
  • Einordnung des Gesetzes hinsichtlich der Frage nach frühgriechischen demokratischen Ansätzen.

Auszug aus dem Buch

1.1 Vorbemerkung und inhaltliche Zusammenfassung des Gesetzes

In den dreißiger Jahren des 20. Jh. wurden bei Ausgrabungen in der kleinen Stadt Dreros, im Nordosten Kretas, Inschriftenblöcke aus grauem Kalkstein entdeckt. Sie werden in die Zeit um kurz nach 650 v. Chr. datiert und enthalten Verfahrensregeln, sowie Kompetenzen von Funktionsträgern der polis. Somit gehören sie zu den ältesten erhaltenen, griechischen Gesetzen. Insgesamt handelt es sich hierbei um acht verschiedene Inschriften, welche vermutlich in die Ostmauer eines Gebäudes eingemeißelt waren, in dem ein Apollon-Kult angesiedelt war. Das Gebäude war durch Stufen mit der Agora verbunden und bildete gemeinsam mit ihr das Zentrum der Polis. Auf einer der acht Inschriften, wurde das Iterationsgesetz festgehalten. Die Inschriften sind in unterschiedlichen Schriftkonventionen verfasst, ferner unterscheidet sich auch die Laufrichtung der Zeilen. Dieser Befund lässt darauf schließen, dass die Inschriften von Dreros nicht Teil einer systematisch erfassten Sammlung von Gesetzen sind. Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass die Gesetze in den Inschriften situativ beschlossen und veröffentlicht wurden.

Die gut erhaltene und in klaren Buchstaben verfasste Inschrift mit dem Iterationsverbot begann mit einer ominösen Gottesformel. Aus der Laufrichtung der Zeilen geht allerdings hervor, dass sie nicht unmittelbar zum Haupttext gehörte. Der Haupttext begann mit der Nennung des Gesetzgebers: die polis. Sie hatte beschlossen, dass ein ehemaliger kosmos das Amt innerhalb von zehn Jahren nicht wieder ausüben durfte. Im Folgenden wurden drei Sanktionen auferlegt, sollte sich jemand dieser Vorschrift widersetzen. Zum einen musste der unrechtmäßige kosmos das Doppelte aller von ihm verhängten Strafen zahlen. Des Weiteren sollte er auf Lebenszeit „unbrauchbar“ sein. Schlussendlich sollten all seine Handlungen für nichtig erklärt werden. Abschließend benannte das Gesetz mit kosmos, damoi und Zwanzig der Polis diejenigen, die den Eid darauf ablegen mussten.

Zusammenfassung der Kapitel

Analyse der Inschrift von Dreros: Dieses Kapitel untersucht die Entdeckung der Inschriften in Dreros, die Bedeutung der genannten Institutionen (kosmos, polis, damioi) sowie den genauen Inhalt und die Sanktionen des Iterationsgesetzes inklusive der Rolle von Eiden.

Gesellschaftsanalyse: Der Abschnitt analysiert die soziopolitischen Hintergründe des 7. Jahrhunderts v. Chr., die Machtmonopolisierung durch Aristokraten und die Einführung eines Rotationssystems zur Ämterbesetzung.

Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert das Gesetz als gesellschaftlichen Konsens zur Begrenzung von Machtmissbrauch und verneint die Existenz einer „Demokratie“ im modernen Sinne im archaischen Dreros.

Schlüsselwörter

Dreros, Iterationsgesetz, kosmos, Polis, Archaik, Gesetzgebung, Institutionen, Aristokratie, Machtmonopolisierung, Rotationsprinzip, Sanktionen, Eid, Apollon, Gesellschaftsanalyse, Institutionalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einem der ältesten griechischen Gesetzestexte aus der Stadt Dreros, das die Ausübung des Amtes des kosmos reguliert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die archaische Rechtsentwicklung, die Rolle der Polis-Institutionen, die Machtstrukturen der Aristokratie und die Bedeutung der Schriftlichkeit für Gesetze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie das Gesetz durchgesetzt wurde, welcher gesellschaftliche Druck zu seiner Entstehung führte und ob man Dreros als eine frühe Form der Demokratie bezeichnen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologisch-historische Analyse der Inschrift, kombiniert mit einer sozialgeschichtlichen Einordnung auf Basis der aktuellen archäologischen und epigraphischen Forschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Inschrift und ihrer Institutionen sowie eine weiterführende Gesellschaftsanalyse, die die soziopolitischen Umstände der damaligen Zeit beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Dreros, Iterationsgesetz, kosmos, Polis, Aristokratie und Institutionalisierung definiert.

Warum wurde das Gesetz ausgerechnet in Stein gemeißelt?

Das Einmeißeln in Stein diente der dauerhaften Fixierung und verlieh dem Gesetz eine sakrale Qualität sowie eine neue Sichtbarkeit, die den Zugriff durch Einzelne erschwerte.

Welche Sanktionen drohten demjenigen, der das Gesetz missachtete?

Dem Regelbrecher drohten finanzielle Strafen (doppelte Rückzahlung), ein lebenslanges Verbot für öffentliche Ämter („unbrauchbar“) und die Nichtigerklärung seiner Handlungen.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Iterationsgesetze im frühen Griechenland
Subtitle
Eine Fallstudie zum Gesetz von Dreros
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,3
Author
Eric Richter (Author)
Publication Year
2011
Pages
21
Catalog Number
V201390
ISBN (eBook)
9783656273349
Language
German
Tags
Dreros Antike Iterationsgesetze Polis Kosmos Zwanzig der Polis damioi Iterationsgesetz Iteration Gesetz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eric Richter (Author), 2011, Iterationsgesetze im frühen Griechenland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201390
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint