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Transformationsprozesse in Simbabwe

Auswirkungen des Power-sharing Agreements auf den Demokratisierungsprozess in Simbabwe

Título: Transformationsprozesse in Simbabwe

Tesis (Bachelor) , 2011 , 32 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Max Boenke (Autor)

Política - Región: África
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Als Simbabwe nach einer langen Zeit der Unterdrückung, Ausbeutung und eines hartnäckigen Bürgerkriegs gegen das weiße Minderheitenregime von Ian Smith im April 1980 in die Unabhängigkeit entlassen wird, scheinen die Aussichten des Landes gut. Eine passable Infrastruktur sowie eine relativ hoch entwickelte und diversifizierte Wirtschaft kennzeichnen die ökonomischen Ausgangsbedingungen des simbabwischen Staates (vgl. Pfarl 2008).
„Du hast das Juwel Afrikas in deinen Händen, gib gut darauf Acht“ (zit. n. Lessing 2009:29). Jene Worte gibt der damalige und erste Präsident Tansanias Julius Nyerere dem gerade ernannten Ministerpräsidenten Robert Gabriel Mugabe mit auf den Weg. Dieser zeigt sich vorerst staatsmännisch, betont immerzu das Prinzip der Versöhnung und sorgt mit Investitionen im Bildungs- und Gesundheitssystem zu Beginn seines Amtsantritts für eine positive Stimmung im Land (vgl. Pfarl 2008 sowie Zimmermann 2004). Diese Einvernehmlichkeit ist jedoch nicht von Dauer. Schon im ersten Jahr nach der Unabhängigkeit entledigt sich Mugabe unliebsamen Konkurrenten und macht Gebrauch von Gewalt, um seine Macht zu sichern und zu festigen . In den kommenden Jahren übertreffen sich Mugabe und seine Partei, die Zimbabwe African National Unity – Patriotic Front (ZANU-PF) von Jahr zu Jahr in jeglichen Vergehen menschen- und verfassungsrechtwidriger Natur, deren Details im Rahmen dieser Arbeit nicht umfassend erörtert werden können . Zweifellos hält Robert Mugabe in stetigen Abständen seit seiner Ernennung zum Präsidenten 1987 Wahlen ab – doch ebenso regelmäßig macht er Gebrauch von Einschüchterung und Gewalt, manipuliert und missbraucht seine Macht. Zu einer einschneidenden und für die vorliegende Arbeit relevanten Wende kommt es im Jahr 2008. Im Frühjahr diesen Jahres verlieren Mugabe und die ZANU-PF erstmals seit der Unabhängigkeit sowohl die Parlaments- als auch die erste Runde der Präsidentschaftswahl gegen Morgan Tsvangirai, Führer der Oppositionspartei „Movement for Democratic Change“ (MDC) (vgl. Lessing 2009).

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Relevanz und Fragestellung

1.2 Begriffe und Definitionen

2 Entwicklung demokratischer Systeme im nachkolonialen Afrika

2.1 Postkoloniale Demokratisierungsanstrengungen

2.2 Demokratiemerkmale in Afrika

2.3 Defekte Demokratie

3 Forschungsstand: Transformationsforschung & Power-sharing Agreements

3.1 Transformationsforschung

3.1.1 Der akteurstheoretische Ansatz

3.1.2 The Transition Paradigm

3.2 Power-sharing Agreements

3.2.1 Kritik und Gefahren von Power-sharing Agreements

4 Fallbeispiel Simbabwe

4.1 Chronik der Krise

4.2 Power-sharing Agreements & Global Political Agreement (GPA) in Simbabwe

4.2.1 Politische Verhältnisse in Simbabwe vor dem GPA

4.2.2 Inhalte und Umsetzung des GPA

4.2.3 Politische Verhältnisse in Simbabwe nach dem GPA

4.2.3.1 Wirtschafts-, Schul- und Gesundheitssystem, Medienlandschaft

4.2.3.2 Menschenrechtslage

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des „Global Political Agreement“ (GPA) auf den Transformationsprozess in Simbabwe, um zu analysieren, ob dieses Power-sharing-Abkommen tatsächlich zu einer nachhaltigen Demokratisierung beigetragen oder das autoritäre System eher stabilisiert hat.

  • Entwicklung demokratischer Systeme im nachkolonialen Afrika
  • Theoretische Grundlagen der Transformationsforschung
  • Kritische Analyse von Power-sharing-Modellen
  • Fallstudie zur politischen Krise in Simbabwe (2008-2010)
  • Evaluation des GPA hinsichtlich Wirtschafts-, Sozial- und Menschenrechtsfragen

Auszug aus dem Buch

1.1 Relevanz und Fragestellung

Als Simbabwe nach einer langen Zeit der Unterdrückung, Ausbeutung und eines hartnäckigen Bürgerkriegs gegen das weiße Minderheitenregime von Ian Smith im April 1980 in die Unabhängigkeit entlassen wird, scheinen die Aussichten des Landes gut. Eine passable Infrastruktur sowie eine relativ hoch entwickelte und diversifizierte Wirtschaft kennzeichnen die ökonomischen Ausgangsbedingungen des simbabwischen Staates (vgl. Pfarl 2008).

„Du hast das Juwel Afrikas in deinen Händen, gib gut darauf Acht“ (zit. n. Lessing 2009:29). Jene Worte gibt der damalige und erste Präsident Tansanias Julius Nyerere dem gerade ernannten Ministerpräsidenten Robert Gabriel Mugabe mit auf den Weg. Dieser zeigt sich vorerst staatsmännisch, betont immerzu das Prinzip der Versöhnung und sorgt mit Investitionen im Bildungs- und Gesundheitssystem zu Beginn seines Amtsantritts für eine positive Stimmung im Land (vgl. Pfarl 2008 sowie Zimmermann 2004). Diese Einvernehmlichkeit ist jedoch nicht von Dauer. Schon im ersten Jahr nach der Unabhängigkeit entledigt sich Mugabe unliebsamen Konkurrenten und macht Gebrauch von Gewalt, um seine Macht zu sichern und zu festigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die historisch-politische Situation Simbabwes seit der Unabhängigkeit sowie Darlegung der Forschungsfrage.

2 Entwicklung demokratischer Systeme im nachkolonialen Afrika: Überblick über die Demokratisierungsverläufe in Afrika und die Problematik von defekten Demokratien sowie Neopatrimonialismus.

3 Forschungsstand: Transformationsforschung & Power-sharing Agreements: Theoretische Einordnung von Transformationsmodellen und die kritische Analyse des Power-sharing-Konzepts als Instrument zur Konfliktlösung.

4 Fallbeispiel Simbabwe: Detaillierte historische Aufarbeitung der Krise sowie Evaluation der politischen, wirtschaftlichen und menschenrechtlichen Auswirkungen des GPA in Simbabwe.

5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass das Power-sharing-Abkommen den Demokratisierungsprozess in Simbabwe bisher nicht nachhaltig stützen konnte.

Schlüsselwörter

Simbabwe, Power-sharing Agreement, Global Political Agreement, Demokratisierung, Transformationsforschung, Robert Mugabe, Morgan Tsvangirai, ZANU-PF, MDC, Neopatrimonialismus, Defekte Demokratie, Menschenrechte, Klientelismus, Einheitsregierung, Politische Krise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des „Global Political Agreement“ auf den Demokratisierungsprozess in Simbabwe und untersucht, ob das getroffene Machtteilungsabkommen zur Stabilisierung der Demokratie beigetragen hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Transformationsforschung, dem Konzept der Power-sharing-Abkommen sowie der empirischen Anwendung dieser Theorien auf das Fallbeispiel Simbabwe im Kontext der Einheitsregierung nach 2008.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, welchen Effekt das Power-sharing auf die politischen Verhältnisse in Simbabwe hatte und wie nachhaltig oder stabilisierend das Abkommen für die dortige Demokratie wirkte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Fallstudien-Methodik, die theoretische Ansätze der Transformationsforschung mit aktuellen politischen Berichten und NGOs-Reporten zum Fallbeispiel Simbabwe kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Transformationsforschung und Power-sharing, gefolgt von einer detaillierten chronologischen Aufarbeitung der Krise in Simbabwe und der kritischen Analyse der Auswirkungen des GPA auf Wirtschaft, Bildung, Gesundheitswesen und Menschenrechte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Simbabwe, Power-sharing, Demokratisierung, ZANU-PF, MDC, Transformation, Einheitsregierung und Neopatrimonialismus.

Welche Rolle spielt die ZANU-PF innerhalb der Einheitsregierung?

Laut der Arbeit blockiert die ZANU-PF massiv die Machtansprüche der MDC, nutzt Patronage-Netzwerke zur eigenen Stärkung und untergräbt die ursprünglichen demokratischen Absichten des Abkommens.

Warum kommt der Autor im Fazit zu einem eher pessimistischen Ergebnis?

Das Fazit zeigt, dass das GPA Mugabe primär eine komfortable Machtbasis sicherte und das Abkommen nicht in der Lage war, die tiefgreifenden Mängel an Rechtsstaatlichkeit und die autoritären Strukturen nachhaltig zu beseitigen.

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Detalles

Título
Transformationsprozesse in Simbabwe
Subtítulo
Auswirkungen des Power-sharing Agreements auf den Demokratisierungsprozess in Simbabwe
Universidad
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Calificación
1,3
Autor
Max Boenke (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
32
No. de catálogo
V201438
ISBN (Ebook)
9783656273783
ISBN (Libro)
9783656274940
Idioma
Alemán
Etiqueta
Demokratisierung Simbabwe Transformation Power-sharing Defekte Demokratie Transformationsforschung GPA
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Max Boenke (Autor), 2011, Transformationsprozesse in Simbabwe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201438
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