Herausforderungen bei der Kontrolle und der Incentivierung ökologischer und sozialer (Nachhaltigkeits-)Ziele


Essay, 2012

8 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

1. Essay zu den Fragen:

Welche Herausforderungen bestehen bei der Kontrolle und der Incentivierung ökologischer und sozialer Ziele?

Findet in den DAX30-Unternehmen eine Incentivierung der Nachhaltigkeitsziele statt? Wer wird gemäß welchen Zielen incentiviert?

Aufgrund der weltweit immer knapper werdenden Ressourcen und der damit verbundenen immer größer werdenden Bedeutung von ökonomischem, ökologischem und sozialem Handeln erhielt in den letzten Jahrzehnten die Nachhaltigkeit gerade für die Wirtschaft eine immer größer werdende Bedeutung (Weber, 2012, S. 9). Gleichzeitig kann es sich kein deutsches Unternehmen als Teil einer zunehmend nachhaltig denkenden Gesellschaft mehr leisten, das Thema Nachhaltigkeit auszublenden. Gerade die 30 im Deutschen-Aktien-Index gelisteten Unternehmen haben vor dem Hintergrund ihrer exponierten Wahrnehmung in der Öffentlichkeit in ihrer Konzernstrategie Nachhaltigkeitsprogramme implementiert.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird gemäß dem Brundtlandt-Report der Vereinten Nationen folgendermaßen definiert: „Eine nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“ (United Nations, 1987).

Unternehmen folgen in der Regel einem ökonomischen Triple-Bottom-Line-Ansatz, der die sozialen und ökologischen Belange der heutigen und künftigen Stakeholder der jeweiligen Unternehmen berücksichtigt. Gleichzeitig soll die Fokussierung auf Nachhaltigkeit die betriebswirtschaftliche Profitabilität der Unternehmen nicht schmälern (Weber, Steuerung von Nachhaltigkeit, 2012).

Um Strategien effektiv in einem Unternehmen zu implementieren, ist eine zielorientierte Steuerung notwendig. Das gilt ebenfalls für Nachhaltigkeitsstrategien. Die Zielsteuerung übernimmt diese Implementierungsaufgabe. Sie besteht im Wesentlichen aus den vier Phasen Zielfestlegung, Zielkaskadierung, Incentivierung und Zielkontrolle. Im Folgenden erfolgt eine Konzentration auf die Herausforderungen der Phasen Incentivierung und Zielkontrolle, wobei auch kurz auf Probleme in den anderen Phasen eingegangen wird, da diese eng miteinander verknüpft sind (Weber, Steuerung von Nachhaltigkeit, 2012, S. 31).

Bei der Umsetzung der einzelnen Phasen treten mitunter erhebliche Probleme auf. Das Hauptproblem besteht in der Versorgung mit relevanten Informationen zum Thema Nachhaltigkeit. Daten sind häufig schwer akquirierbar und selten unmittelbar vergleichbar. So ist es derzeit beispielsweise noch nicht möglich, Kennzahlen im Bereich Nachhaltigkeit für einzelne Geschäftsfelder explizit auszuweisen. Dies liegt darin begründet, dass die Festlegung und die Ermittlung von Kennzahlen, die Nachhaltigkeit messbar machen sollen, einen hohen Komplexitätsgrad aufweisen. Dadurch wird schon die erste Phase der Zielfestlegung erschwert. Wie misst man beispielsweise das soziale Engagement eines Unternehmens, anhand der Höhe der jährlich geleisteten Spenden, anhand der Rentenrückstellungen für die Mitarbeiter oder an anderen Parametern? Hier stellt sich folglich zunächst die Frage, welche Größen als Messgrößen überhaupt und wenn ja, am besten geeignet sind und wenn geeignete Größen gefunden sind, welches Zielerreichungsniveau als angemessen für die Unternehmung gilt. Ein Kernproblem ist auch hier die mangelnde Datenbasis. In der Praxis legen Unternehmen deshalb top-down mithilfe von Schätzungen Kennzahlen fest. Dies führt jedoch häufig dazu, dass unrealistische Ziele festgelegt und diese somit innerhalb des Unternehmens nicht erreicht werden (können). In der Phase der Kaskadierung der Ziele treten ebenfalls Probleme auf, da auch hier mangels entsprechender Daten die Potenziale der einzelnen Bereiche oft nicht bekannt sind und dadurch eine Zuweisung konkreter Handlungsvorgaben durch das Management erschwert wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Herausforderungen bei der Kontrolle und der Incentivierung ökologischer und sozialer (Nachhaltigkeits-)Ziele
Hochschule
Otto Beisheim School of Management Vallendar  (Institut für Management und Controlling)
Veranstaltung
Controlling
Note
1,0
Autoren
Jahr
2012
Seiten
8
Katalognummer
V201493
ISBN (eBook)
9783656292548
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Controlling, Nachhaltigkeit, Incentivierung, Ökologie, DAX30
Arbeit zitieren
Marius Beckermann (Autor)Constantin Brenner (Autor)Julius Soehn (Autor), 2012, Herausforderungen bei der Kontrolle und der Incentivierung ökologischer und sozialer (Nachhaltigkeits-)Ziele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201493

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