Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung: „Wie kann die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen ihre Schülerin-nen und Schüler erfolgreich auf deren Möglichkeiten auf dem aktuellen Arbeitsmarkt vorbereiten?“.
Im Jahr 2007 sorgte ein Beitrag der Doku-Reihe „die Story“ (WDR) namens „Die Hartz IV – Schule“ für Diskussionen. Die Lehrer bereiten die Förderschülerinnen und Förderschüler im Unterricht auf ein Leben mit wenig Geld und in Arbeitslosigkeit vor. Welche Freizeitmöglichkeiten hat man, wenn man Hartz IV bekommt? Welche Wohnung darf man beziehen? [...]
Diese nicht sehr hoffnungsmachende Abschlussrede zeigt die Sicht der Schule auf den derzeitigen Arbeitsmarkt und die Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler mit einem Förderschulabschluss. Doch wie sieht die aktuelle Arbeitsmarktsituation wirklich aus? Welche Möglichkeiten bieten sich für Schülerinnen und Schüler mit einem Förderschulabschluss, die nach der Schule keinen Ausbildungsplatz bekommen? Was existiert an Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, um einem Berufseinstieg näher zu kommen und Hartz IV zu entfliehen? Welche Rolle spielt hierbei die schulische Berufsvorbereitung?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung (Heinen)
2. Darstellung
2.1 Definition der Schülerschaft mit Förderschwerpunkt Lernen (Hesse)
2.2 Bildungssystem (Hesse)
2.3 Rechtliche Unterstützung für Menschen mit Lernbehinderung in Ausbildung und Beruf (Heinen)
2.4 Arbeitsmarkt für Abgängerinnen und Abgänger der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen (Hesse)
3. Schulische Möglichkeiten der Berufsvorbereitung
3.1 Entwicklung der Berufsvorbereitung in Schulen (Hesse)
3.2 Verankerung der Berufsvorbereitung im Lehrplan für NRW (Heinen)
3.3 Umsetzung der Berufsvorbereitung an Schulen
3.3.1 Voraussetzungen der Schule (Hesse)
3.3.2 Schlüsselqualifikationen als Berufsvorbereitung (Heinen)
3.3.3 Berufsorientierung (Hesse)
3.3.4 Berufswahl (Heinen)
3.3.5 Betriebserkundungen (Heinen)
3.3.6 Betriebspraktika für Schülerinnen und Schüler (Heinen)
3.3.7 Langzeitpraktikum(Heinen)
3.3.8 Schülerfirmen (Heinen)
3.3.9 Förderprogramme(Hesse)
4. Arbeitslosigkeit & Perspektivlosigkeit nach der Schule (Hesse)
5. Auswahl Spezieller Fördermöglichkeiten zur beruflichen Integration für Menschen mit Lernbehinderung
5.1 Werkstattjahr (Heinen)
5.2 Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (Hesse)
5.3 Berufsbildungswerke (Heinen)
5.4 Berufseinstiegsbegleitung (Heinen)
5.5 Ausbildungsbegleitende Hilfen und unterstütze Beschäftigung (Hesse)
5.6 Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf (Heinen)
6. Inklusion und Arbeit (Heinen)
7. Fazit (Heinen)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen ihre Schülerschaft effektiv auf den modernen Arbeitsmarkt vorbereiten können. Dabei wird analysiert, welche schulischen Konzepte, gesetzlichen Rahmenbedingungen und Förderprogramme existieren, um den Übergang von der Schule in das Erwerbsleben zu erleichtern und Arbeitslosigkeit sowie Perspektivlosigkeit zu mindern.
- Berufsvorbereitung und Arbeitsmarktsituation für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Lernen
- Rechtliche Grundlagen und Unterstützungssysteme für Menschen mit Lernbehinderung
- Schulische Umsetzung der Berufsvorbereitung durch Kooperationen und Praktika
- Die Rolle von Schlüsselqualifikationen für die Integration in den Arbeitsmarkt
- Spezielle Förderprogramme und Integrationsmöglichkeiten nach der Schulzeit
Auszug aus dem Buch
3.3.5 BETRIEBSERKUNDUNGEN
Sowohl die Richtlinien für die Schule für Lernbehinderte (Sonderschule) in Nordrhein-Westfalen, als auch die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz sehen Betriebserkundungen als wichtigen Baustein für eine gelungene Berufsvorbereitung an. In den Klassen 7-10 sind für die Schüler Betriebserkunden und Betriebspraktika vorgesehen. Die Betriebserkundungen bilden die Grundlage für die Wahl des Betriebes für das anschließende Betriebspraktikum in Klasse 9 und Klasse 10.
In den Betriebserkundungen haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit sich mit verschiedenen Betrieben auseinanderzusetzen. Wichtig bei einer Betriebserkundung ist nicht nur der reine Besuch eines Betriebes, sondern auch die qualitative Vor- und Nachbereitung der Betriebserkundung.
Die Betriebserkundung ist häufig der erste direkte Kontakt der Schülerinnen und Schüler mit der Arbeitswelt. Durch diese Kooperation von Betrieben und Schulen sollen die Übergangschancen von Jugendlichen in betriebliche Ausbildung oder Arbeit verbessert werden. Die Berufsvorbereitung gestaltet sich so an den Schulen betriebsnäher und sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Betriebe können von dieser Zusammenarbeit profitieren. (Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2006b, S. 86)
Ausgeweitet werden die Erfahrungen, die in Betriebserkundungen gesammelt werden, anschließend in den Betriebspraktika. Ein verstärkter Praxisbezug wird auch bei verschiedenen Projekten des BMBF-Programms gefordert und stärker in die schulische Berufsvorbereitung integriert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung (Heinen): Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der Vorbereitung von Förderschülern auf den Arbeitsmarkt vor und thematisiert die schwierigen Perspektiven mit einem Förderschulabschluss.
2. Darstellung: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Förderschwerpunkts Lernen, erläutert das Bildungssystem und beschreibt die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die aktuelle Arbeitsmarktsituation für diese Zielgruppe.
3. Schulische Möglichkeiten der Berufsvorbereitung: Der Hauptteil bietet einen tiefen Einblick in die historische Entwicklung, die curriculare Verankerung und die praktische Umsetzung der Berufsvorbereitung mittels vielfältiger Instrumente wie Praktika und Förderprogramme.
4. Arbeitslosigkeit & Perspektivlosigkeit nach der Schule (Hesse): Hier wird kritisch reflektiert, wie trotz schulischer Bemühungen soziale Benachteiligung und Ausgrenzung den Einstieg in den Arbeitsmarkt erschweren.
5. Auswahl Spezieller Fördermöglichkeiten zur beruflichen Integration für Menschen mit Lernbehinderung: Dieses Kapitel stellt konkrete nachschulische Hilfsangebote wie das Werkstattjahr oder Berufsbildungswerke zur Förderung der beruflichen Integration vor.
6. Inklusion und Arbeit (Heinen): Es wird die Bedeutung von Inklusion im Arbeitsleben erörtert und aufgezeigt, wie durch unterstützende Konzepte die Teilhabe von Menschen mit Lernbehinderungen verbessert werden kann.
7. Fazit (Heinen): Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert weitere politische und gesellschaftliche Anstrengungen, um die Stigmatisierung abzubauen und die berufliche Ausbildungssituation nachhaltig zu verbessern.
Schlüsselwörter
Berufsvorbereitung, Förderschwerpunkt Lernen, Arbeitsmarktintegration, Berufsorientierung, Schlüsselqualifikationen, Betriebspraktikum, Betriebserkundung, Schulfirmen, Inklusion, berufliche Bildung, Übergang Schule-Beruf, Kompetenzfeststellung, Arbeitslosigkeit, Berufsbildungsgesetz, Benachteiligtenförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen ihre Schüler erfolgreich auf die Anforderungen und Möglichkeiten des Arbeitsmarktes vorbereiten können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Förderbedarfs, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die schulische Berufsvorbereitung, die Herausforderungen nach dem Schulabschluss und spezifische Förderprogramme für die berufliche Integration.
Was ist das primäre Ziel der Examensarbeit?
Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten der schulischen Berufsvorbereitung zu reflektieren und Ansätze aufzuzeigen, wie Jugendliche mit Lernbehinderungen den Übergang in eine berufliche Ausbildung oder Erwerbstätigkeit erfolgreich meistern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erörterung genutzt?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der aktuellen Gesetzgebung, Lehrplanvorgaben, bildungspolitischen Rahmenkonzepte und relevanter Fachliteratur zum Thema sonderpädagogische Berufsvorbereitung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Berufsvorbereitung, deren Verankerung im Lehrplan NRW sowie die praktische Umsetzung durch Maßnahmen wie Betriebserkundungen, Praktika, Schülerfirmen und spezielle Förderprogramme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Berufsvorbereitung, Schlüsselqualifikationen, Arbeitsmarktintegration, Förderschwerpunkt Lernen und Inklusion charakterisiert.
Welche Bedeutung haben Betriebserkundungen und Praktika für die Schüler?
Sie dienen als erste Kontakte zur Arbeitswelt, ermöglichen die Erprobung persönlicher Fähigkeiten in der Realität und helfen, Ängste abzubauen sowie eine realistische Selbsteinschätzung für die spätere Berufswahl zu entwickeln.
Warum ist die Förderung von Schlüsselqualifikationen so entscheidend?
Da der Förderschulabschluss allein oft nicht ausreicht, sind soziale und methodische Kompetenzen wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein ausschlaggebend, um im Konkurrenzkampf um Ausbildungsplätze zu bestehen.
- Citation du texte
- Nicola Heinen (Auteur), Timotheus Hesse (Auteur), 2012, Berufsvorbereitung und Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202179