Ressourcenaktivierendes Selbstmanagement ist die Kunst, in oftmals schwierigen Situationen durch gezielte Schritte konstruktiv und entwicklungsfördernd mit sich selbst umzugehen. Im Zentrum des Ressourcenaktivierenden Selbstmanagements stehen vier Fragen, mit denen sich wahrscheinlich jeder erwachsene Mensch schon einmal in irgendeiner Form beschäftigt hat: 1.) Wie fördere ich meine Ressourcen, Stärken und Fähigkeiten? 2.) Wie verringere oder beseitige ich meine Defizite? 3.) Wie hinterfrage ich meine Ziele auf möglichst konstruktive und respektvolle Art und Weise? 4.) Wie hinterfrage ich meine Mittel und Wege (also meine Vorgehensweise) auf möglichst konstruktive und respektvolle Art und Weise? Auf diese Fragen gibt das Ressourcenaktivierende Selbstmanagement realistische Antworten. Es erweist sich dabei immer wieder als äußerst pragmatisch. Das Ressourcenaktivierende Selbstmanagement stützt sich unter anderem auf Ergebnisse der Psychotherapieforschung und geht daher davon aus, dass positive Veränderungen überwiegend nicht durch spezielle Kräfte des Therapeuten, Coachs oder Beraters oder durch den Einsatz einer besonderen Methode hervorgerufen werden, sondern vor allem durch die Ressourcen und Stärken des Klienten. Ressourcenaktivierendes Selbstmanagement ist jedoch nicht nur für Berater, Coaches, Therapeuten und deren Kunden oder Klienten geeignet, sondern für jeden, der an einer ressourcevollen Entwicklung interessiert ist.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Was ist Ressourcenaktivierendes Selbstmanagement?
Das Feedback-Prinzip
Thema 1: Das Problem und seine bisherige Bewältigung
Bewältigungsstrategien erforschen
Wozu sind Coping-Fragen gut?
Risiken einer zu intensiven Fokussierung auf Bewältigungsstrategien
Thema 2: Ausnahmen von dem Problem
Ausnahmen herausfinden oder konstruieren
Wozu sind Ausnahmen gut?
Risiken einer zu intensiven Fokussierung auf Ausnahmen
Thema 3: Sinn und Zweck des Zieles
Sinnfragen stellen
Wozu wird nach dem Sinn und Zweck des Zieles gefragt?
Risiken einer zu intensiven Fokussierung auf Sinnfragen
Thema 4: Die Hoffnung, das Ziel zu erreichen
Hoffnung schöpfen
Wozu wird nach der Hoffnung gefragt?
Risiken einer zu intensiven Erforschung der Hoffnung
Thema 5: Die Realisierbarkeit des Zieles
Realisierbarkeit hinterfragen
Wozu wird nach der Realisierbarkeit des Zieles gefragt?
Risiken einer zu intensiven Realisierbarkeitsfokussierung
Thema 6: Die einzelnen Schritte zum Ziel
Schritte zum Ziel planen
Wozu wird nach den Schritten zum Ziel gefragt?
Risiken einer zu intensiven Realisierungsfokussierung
Thema 7: Die Bewertung der Ergebnisse
Ergebnisse überprüfen
Wozu sollen Ergebnisse erfragt und bewertet werden?
Risiken einer zu intensiven Ergebnisfokussierung
Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Das Buch verfolgt das Ziel, einen systematischen, ressourcenorientierten Prozess zur Selbsthilfe in schwierigen Lebenssituationen zu etablieren. Durch die Anwendung eines strukturierten Problemlöseschemas soll der Leser befähigt werden, eigene Ressourcen zu aktivieren, Defizite konstruktiv zu adressieren und durch gezielte Prozesssteuerung sowie kontinuierliche Reflexion (Feedback-Prinzip) eigenständig zielführende Lösungswege zu entwickeln.
- Ressourcenorientierte Problemanalyse und Coping-Strategien
- Konstruktion und Exploration von Ausnahmen vom Problem
- Klärung von Sinn, Zweck und Realisierbarkeit persönlicher Ziele
- Strukturierung konkreter Handlungsschritte und Ergebnisbewertung
- Integration des Feedback-Prinzips zur Selbststeuerung
Auszug aus dem Buch
Thema 1: Das Problem und seine bisherige Bewältigung
Bei der Erforschung des Problems geht es zuerst darum, herauszufinden, inwiefern genau das Problem überhaupt ein Problem ist. "Was genau ist an dem Problem so problematisch?" lautet dabei die Kernfrage. Hiermit wird sichergestellt, dass auf die richtigen Aspekte des Problems fokussiert wird.
Im nächsten Schritt sollen dann bereits bestehende Bewältigungsstrategien im Umgang mit dem Problem herausgefunden, gewürdigt und im eigenen Bewusstsein stärker verankert werden. Dies kann das eigene Coping in bezug auf das Problem verbessern.
Dieses Vorgehen bietet die Chance, gleich zu Beginn des Selbstmanagementprozesses sich selbst implizit Anerkennung zu zollen für die eigene Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegenüber dem Problem und damit die Arbeitsbeziehung zu sich selbst positiv zu gestalten.
Dabei kann es für einen selbst auch zu einer Umdeutung (Reframing) der bisherigen Schwierigkeiten kommen: Das Problem verwandelt sich im subjektiven Erleben von einer Katastrophe in eine äußerst schwierige Aufgabe, die aber zumindest ansatzweise bereits ein kleines Stück weit gelöst wurde, auch wenn die bisherigen Bewältigungsstrategien jetzt vielleicht keine ausreichende Lösung mehr zustande kommen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Was ist Ressourcenaktivierendes Selbstmanagement?: Definiert das Konzept als konstruktiven Umgang mit schwierigen Situationen und stellt die vier zentralen Fragen zur Förderung von Stärken, Reduktion von Defiziten sowie zum Hinterfragen von Zielen und Wegen.
Das Feedback-Prinzip: Erläutert die Bedeutung regelmäßiger Selbstreflexion während des Prozesses, um sicherzustellen, dass man auf dem richtigen Kurs bleibt.
Thema 1: Das Problem und seine bisherige Bewältigung: Fokus auf die Erforschung des Ist-Zustands und die Würdigung bereits vorhandener Widerstandsfähigkeit im Umgang mit dem Problem.
Thema 2: Ausnahmen von dem Problem: Konzentriert sich darauf, problemfreie Zeiten zu identifizieren oder zu konstruieren, um Ressourcen sichtbar zu machen.
Thema 3: Sinn und Zweck des Zieles: Thematisiert die intrinsische Motivation und die Wichtigkeit eines sinnvoll empfundenen Ziels als Kraftquelle.
Thema 4: Die Hoffnung, das Ziel zu erreichen: Untersucht die Bedeutung von Zuversicht als notwendigen Motivationsfaktor für den Veränderungsprozess.
Thema 5: Die Realisierbarkeit des Zieles: Dient als Realitätscheck, der äußere und innere Faktoren einbezieht, um die Erreichbarkeit eines Ziels zu prüfen.
Thema 6: Die einzelnen Schritte zum Ziel: Anleitung zur Erstellung konkreter Handlungspläne, um das Ziel in überschaubare und bewältigbare Etappen zu unterteilen.
Thema 7: Die Bewertung der Ergebnisse: Legt dar, wie die Resultate überprüft und bewertet werden können, um den Erfolg zu sichern oder Anpassungen vorzunehmen.
Schlusswort: Führt aus, wie die Methoden des Selbstmanagements auf das soziale Umfeld übertragen werden können und wie dies in ressourcenorientierte Gesprächsführung mündet.
Schlüsselwörter
Ressourcenaktivierung, Selbstmanagement, Problemlöseschema, Bewältigungsstrategien, Coping, Resilienz, Zielfindung, Handlungsplan, Feedback-Prinzip, Motivierende Gesprächsführung, Lösungsfokussierung, Selbstreflexion, Ergebnisbewertung, Veränderungstheorie, Coaching.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Werk grundsätzlich?
Es bietet einen strukturierten Leitfaden zur eigenständigen Lösung von schwierigen Lebenssituationen durch die gezielte Aktivierung eigener Ressourcen und Stärken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Das Buch spannt einen Bogen von der Problemanalyse über die Sinn- und Hoffnungsfindung bis hin zur praktischen Handlungsplanung und Ergebnisbewertung.
Was ist das primäre Ziel des Buches?
Der Leser soll befähigt werden, durch ein systematisches, prozessorientiertes Vorgehen konstruktiv mit sich selbst umzugehen und eigene Ziele erfolgreich zu verwirklichen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Der Autor integriert Ansätze aus der lösungsfokussierten Kurztherapie, der Motivierenden Gesprächsführung, dem Projektmanagement sowie dem Qualitätsmanagement.
Was ist das Herzstück des im Hauptteil behandelten Problemlöseschemas?
Es besteht aus sieben aufeinander aufbauenden Themenbereichen, die von der Problemanalyse bis zur Bewertung der Ergebnisse alle Phasen der Zielerreichung abdecken.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Ansatz?
Wichtige Begriffe sind Ressourcenorientierung, Feedback-Prinzip, Eigenverantwortung und eine konsequente Ausrichtung auf konstruktive Lösungswege.
Inwiefern ist das "Feedback-Prinzip" für den Prozess entscheidend?
Es fungiert als Steuerungsinstrument, das durch regelmäßige Selbstbefragung verhindert, dass der Managementprozess "verhungert" oder in die falsche Richtung läuft.
Wann ist es laut Autor ratsam, von der Handlungsplanung zu den Themen Sinn und Hoffnung zurückzukehren?
Wenn sich der Anwender schwer tut, sich verbindlich auf Schritte festzulegen, oder wenn erzielte Ergebnisse stark hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Wie unterscheidet sich die Fokussierung auf Ausnahmen von der Problemanalyse?
Während die Problemanalyse den Ist-Zustand untersucht, richten die Ausnahmen den Blick auf Momente, in denen das Problem bereits abwesend oder gemildert war, um daraus nutzbare Ressourcen abzuleiten.
- Citation du texte
- Andreas Langosch (Auteur), 2012, Ressourcenaktivierendes Selbstmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202371