Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Film "El laberinto del Fauno" und seinen phantastischen Merkmalen.
Hierzu wir die Theorie des Phantastischen skizziert und erläutert. Anschließend werden Verfahrensweisen des Phantastischen innerhalb des Films hervorgehoben und analysiert.
Die Arbeit gibt einen Einblick in erzählerische und darstellende Mittel innerhalb des Films, welche insgesamt zur Atmosphäre beitragen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Phantastik
2.1 Sprünge als Verfahrensweise des Phantastischen
2.2 Die Metalepse als Werkzeug der phantastischen Literatur
3. Analyse des Films El Laberinto del Fauno
3.1 Inhaltsangabe
3.2 Strukturendes Phantastischen innerhalb des Films
3.3 Motive innerhalb der gesamten Handlung
3.4 Die Pale Man Szene
4. Schlussbetrachtungen und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Funktion und Wirkungsweise des Phantastischen im Film "El Laberinto del Fauno" von Guillermo del Toro. Das primäre Ziel ist es, anhand des Phantastik-Schemas von Tzvetan Todorov zu analysieren, wie der Regisseur zwei unvereinbare Welten – eine realhistorische und eine phantastische Ebene – miteinander verknüpft, um eine spezifische Ambiguität beim Rezipienten zu erzeugen und eine gesellschaftspolitische Parabel auf das Spanien nach dem Bürgerkrieg zu entwerfen.
- Charakterisierung des Phantastik-Begriffs in der Literaturwissenschaft.
- Analyse narrativer Strukturen wie "Sprünge" und "Metalepsen" als Mittel zur Grenzverwischung.
- Untersuchung der filmischen Gestaltungsmittel zur Verbindung von Realität und Phantasie.
- Symbolische Deutung zentraler Motive und Szenen (z. B. "Pale Man Szene").
- Interpretation des Films als historische Aufarbeitung des spanischen Franquismus.
Auszug aus dem Buch
Die Metalepse als Werkzeug der phantastischen Literatur
Im Folgenden soll die Bedeutung der Metalepse innerhalb der phantastischen Literatur analysiert und erläutert werden. Der Begriff Metalepse wurde für die Erzähltheorie aus der Rhetorik entlehnt, in der dieser wechselnde Bedeutungen hatte. Im Kern geht es darum einen beschriebenen Sachverhalt ad absurdum zu führen und in einen logischen Widerspruch zu verstricken. Erste Formen der Metalepse sind so von Prozessen im antiken Griechenland auszumachen, in denen durch das rhetorische Stilmittel der Metalepse die gegnerische Rede vor Gericht in Zweifel gezogen werden sollte.
In der Erzähltheorie taucht der Begriff Metalepse erstmals bei Gérard Genette auf. Dieser geht dabei von verschiedenen narrativen (diegetischen) Ebenen aus, zwischen denen eine „bewegliche aber heilige Grenze“ liegt, die nicht überschritten werden dürfe.
Unter Diegese im Allgemeinen versteht Genette zunächst die erzählte, fiktive Welt eines Textes, welche sich dem Rezipienten auf verschiedene Ebenen präsentiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Gesamtwerk von Guillermo del Toro und die thematische Einbettung des Films in den historischen Kontext des spanischen Bürgerkriegs.
2. Zur Phantastik: Theoretische Grundlegung des Phantastik-Begriffs anhand von Todorov, Marzin und Durst unter besonderer Berücksichtigung der Genre-Minimalistik.
2.1 Sprünge als Verfahrensweise des Phantastischen: Erörterung der Theorie des "regulären Realitätssystems" und der "Systemsprünge" als Methode zur Erzeugung von Verfremdungseffekten.
2.2 Die Metalepse als Werkzeug der phantastischen Literatur: Analyse der Grenzverletzungen zwischen verschiedenen narrativen Ebenen (Diegesen) als rhetorisches und strukturelles Werkzeug.
3. Analyse des Films El Laberinto del Fauno: Überblick über die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung des Films unter Anwendung des Todorov-Schemas.
3.1 Inhaltsangabe: Detaillierte Zusammenfassung der Filmhandlung und der Prüfungen der Protagonistin Ofelia.
3.2 Strukturendes Phantastischen innerhalb des Films: Analyse der diegetischen Ebenen und der Verschränkung von historischem Kontext mit märchenhaften Elementen.
3.3 Motive innerhalb der gesamten Handlung: Untersuchung zentraler Symbole und filmtechnischer Übergänge, die zur Verschränkung der Welten beitragen.
3.4 Die Pale Man Szene: Analyse einer Schlüsselszene als allegorische Kritik an Kirche und Faschismus im franquistischen Spanien.
4. Schlussbetrachtungen und Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Phantastik-Funktion und der Interpretation des Films als Parabel auf die spanische Identitätssuche.
Schlüsselwörter
Phantastik, El Laberinto del Fauno, Guillermo del Toro, Todorov, Metalepse, spanischer Bürgerkrieg, Franquismus, Ambiguität, narratologische Ebenen, Film-Parabel, Identitätsfindung, reguläres Realitätssystem, Pale Man, Symbolik, Literaturtheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie der Film "El Laberinto del Fauno" das Genre des Phantastischen nutzt, um die komplexe Aufarbeitung des spanischen Bürgerkriegs und des Franquismus filmisch zu thematisieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die filmtheoretische Einordnung des Phantastischen, die narratologische Struktur der Grenzverwischung zwischen Realität und Imagination sowie die historische Kritik am franquistischen Regime.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit fragt danach, warum und wie Guillermo del Toro phantastische Elemente einsetzt, um dem Zuschauer komplexe gesellschaftliche Sachverhalte und historische Traumata näherzubringen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Untersuchung basiert primär auf dem Phantastik-Schema von Tzvetan Todorov sowie erzähltheoretischen Ansätzen zur Metalepse und zum Konzept der diegetischen Ebenen.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Phantastik und eine detaillierte Analyse des Films, wobei insbesondere die Rollen des Fauns und des Pale Man sowie deren Verbindung zur historischen Realität untersucht werden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Wesentliche Begriffe sind die "Ambiguität" des Rezipienten, die "Metalepse" als Bruch der Erzählebenen und das "reguläre Realitätssystem" im Gegensatz zur phantastischen Ebene.
Warum spielt die "Pale Man Szene" eine so zentrale Rolle?
Die Szene dient als kritische Allegorie auf totalitäre Institutionen; der Pale Man wird als phantastisches Pendant zu Capitán Vidal gedeutet, womit der Film direkte Kritik an der Verflechtung von Kirche und Faschismus übt.
Wie bewertet der Autor den Schluss des Films?
Der Autor argumentiert, dass der Film bis zum Ende eine bewusste Ambiguität beibehält, die es dem Rezipienten offenlässt, ob Ofelia tatsächlich in eine phantastische Welt entflieht oder ob der Film eine tragische Realität darstellt.
- Quote paper
- Sebastian Segebade (Author), 2012, Zur Funktion des Phantastischen in Guillermo del Toros "El Laberinto der Fauno", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202497