C-Stores zählen nicht nur in Südostasien, sondern weltweit zu den modernsten und innovativsten Betriebstypenkonzepten und erleben seit Jahrzehnten ein stetiges Wachstum. Der Handel hat mit diesem Konzept eine hervorragende Möglichkeit, sich den immer wieder verändernden Verbrauchsgewohnheiten des anspruchsvollen Kunden anzupassen. Vor allem Zeit- und Müheersparnis gehen mit der Convenience-Orientierung einher, internationale Handelsunternehmen versuchen dem zu entsprechen. Der renommierte Handelsforscher Berry stellte in diesem Zusammenhang fest: „Retailers with a future save customers‘ time and energy.“ Nur die Unternehmen, die es schaffen, auf diesen Wandel zu reagieren und ihn in ihrem Hauptgeschäft abzubilden, haben das Potenzial, auf dem Wettbewerbsmarkt zu überleben.
Das Unternehmen 7-Eleven hat - wie eine spätere Analyse an entsprechender Stelle zeigen wird - dieses Potenzial. Mit seinen rund 38.000 C-Stores, welche in 15 Ländern rund um den Globus angesiedelt sind, setzt es rund US $ 62 Mrd. (2009) um. Schon die oberflächliche Betrachtung der Umsatzstruktur wirft die Frage auf, warum die Hälfte dieses Umsatzes allein in Japan generiert wird, obwohl doch der Ursprung dieses Konzepts in den USA liegt?
Wie eng ist der Erfolg dieses Unternehmens mit dem Lebensraum Südostasien überhaupt verbunden? Die zentrale Fragestellung lautet hier: Welche Faktoren machen 7-Eleven zum Marktführer im C-Store-Segment in Südostasien und sind diese Determinanten des Erfolges nicht auch auf Europa übertragbar bzw. anzupassen? Dahingehend werden Überlegungen angestellt, ob und inwieweit der kulturelle Aspekt und die vorhandenen Marktstrukturen eine Rolle spielen.
Verblüffend ist, dass diese kleinflächigen Einzelhandelsbetriebe, selbst wenn sie auf der Straße einander gegenüber platziert sind - wie es in Taipeh der Fall ist - noch Umsatz generieren können. Es ist schon bemerkenswert, mitten in der Nacht durch die Straßen einer asiatischen Metropole zu flanieren und das Verlangen z.B. nach einem Mitternachtssnack rund um die Uhr befriedigen zu können. Die gleichen Bedürfnisse dürfte es nicht nur in Asien geben, sondern auch hier in Europa, doch wo bleibt das Angebot? Die knapp 500 C-Stores von 7-Eleven, die sich in Europa befinden, dürften diese Nachfrage kaum stillen können. Im Hinblick auf den deutschen Markt stellt sich somit die Frage, warum dieses Unternehmen nicht einen einzigen Store in Deutschland hat, wobei der Convenience-Markt hierzulande laut den Zahlen..
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Gang der Arbeit
1.1 Erfolgreiche Umsetzung der Convenience Stores (C-Stores) nur in Südostasien möglich?
1.2 Zielsetzung und methodische Vorgehensweise der Arbeit
2 Erfolgsfaktorenanalyse auf der Handelsebene
2.1 Terminologische Eingrenzung der relevanten Begriffe
2.2 Ein Überblick über die Erfolgsfaktorenforschung
2.2.1 Generelle und spezifische Ansätze der Erfolgsfaktorenforschung
2.2.2 Erfolgsfaktorenforschung im Handel
2.3 Identifikation potenzieller Erfolgsfaktoren
3 Der Convenience Store (C-Store) Markt
3.1 Historische Entwicklung und Status Quo des Convenience-Marktes
3.2 Betriebstypen des Convenience-Marktes
3.3 Entwicklung des C-Store Konzepts auf Basis der Convenience-Orientierung
3.4 Leistungsprofil und Erfolgsfaktoren
3.4.1 Faktor Standort
3.4.2 Faktor Atmosphäre und Ladengestaltung
3.4.3 Faktor Zeit
3.4.4 Faktor Sortiment
3.5 Kundengruppen und -bedürfnisse
3.6 Internationale Entwicklung
3.6.1 Situation in Europa
3.6.2 Situation in USA
4 Convenience in Südostasien
4.1 Marktpotenziale in ostasiatischen Schwellenländern
4.2 Convenience Handel in Japan
4.1.1 Charakteristika der japanische Einzelhandelsstruktur
4.1.2 Marktführer im japanischen C-Store-Markt
4.1.3 Struktur des japanischen Convenience-Marktes
4.3 Ein professionelles Convenience-Konzept am Bsp. von 7-Eleven
4.3.1 Unternehmensgeschichte 7-Eleven
4.3.2 Konzept und Struktur des Unternehmens 7-Eleven
4.3.3 Zielsetzung und potenzielle Erfolgsfaktoren
4.3.4 Geschäftsstrategien
4.3.4.1 Informationsmanagement für eine erfolgreiche Sortimentsanpassung
4.3.4.2 Produkt- und Service-Strategie
4.3.4.3 Kundenanpassung
4.3.4.4 Personalentwicklung
4.3.4.4 Kommunikationsinstrumente und Kundenbindungsmaßnahmen
4.3.4.4 E-Commerce
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, das in Westeuropa noch weitgehend unbekannte Einzelhandelskonzept des Convenience-Stores (C-Store) zu analysieren. Dabei liegt der Fokus auf der Identifikation der Erfolgsfaktoren, die insbesondere das Unternehmen 7-Eleven zum Marktführer in Südostasien gemacht haben, und der kritischen Prüfung, inwieweit diese Determinanten auf den deutschen Markt übertragbar sind.
- Analyse des Convenience-Marktes und seiner internationalen Entwicklung.
- Untersuchung der Erfolgsfaktoren im Convenience-Handel (Standort, Atmosphäre, Zeit, Sortiment).
- Detaillierte Fallstudie zum Geschäftsmodell von 7-Eleven.
- Bewertung der Marktstrukturen und Kundenbedürfnisse in Asien im Vergleich zu Europa und Deutschland.
Auszug aus dem Buch
3.4.3 Faktor Zeit
Ein weiterer Aspekt, der über den Erfolg entscheidet, ist die verfügbare Zeit des Konsumenten bzw. der Mangel daran – das kann sowohl als Problem als auch als Chance gewertet werden. Das heutige Zeitalter der Schnelllebigkeit, des Zeitmangels und der immer höheren Wertstellung der eigenen Freizeit bei den Konsumenten, lässt solche Konzepte wie den C-Store entstehen. Diesen Zeitfaktor gilt es von zwei Seiten aus zu betrachten. Zum einen geht es um die eingesparte Zeit beim Einkauf und zum anderen die Öffnungszeiten der Einkaufsstätte, die im Gegensatz zu anderen Handelsformen ein attraktives Profilmerkmal darstellen. Grundsätzlich liegen diese zwischen 16 und 24 Stunden.
Bei der Einkaufsstätte angelangt, soll das Convenience-Konzept dem Kunden ein rasches Einkaufs-Handling in Form von kurzen Wegen im Laden, bzw. optimalen Kontaktstrecken garantieren. Dazu zählt, dass die Sortimente so strukturiert sein müssen, dass sie für den Kunden schnell erschließbar sind. Eine überschaubare Ladengestaltung erspart dem Kunden Zeit, Such- und Entscheidungsstress. Unterstützt werden diese Vorteile durch zeitsparende Kombination mit anderen Tätigkeiten, so wird hier nochmal der Begriff des One-Stop-Shoppings deutlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Gang der Arbeit: Einführung in das Thema der Convenience Stores, Darlegung der Forschungsfrage zur Marktführerschaft von 7-Eleven in Südostasien sowie Definition der methodischen Vorgehensweise.
2 Erfolgsfaktorenanalyse auf der Handelsebene: Theoretische Fundierung des Erfolgsbegriffs, Überblick über bestehende Studien zur Erfolgsfaktorenforschung und Ableitung für den Handel.
3 Der Convenience Store (C-Store) Markt: Untersuchung der Entstehung, der Betriebstypen und der zentralen Leistungsmerkmale, die ein Convenience-Konzept erfolgreich machen.
4 Convenience in Südostasien: Tiefgehende Analyse der Marktpotenziale und der spezifischen Erfolgsstrategien führender C-Store-Ketten, insbesondere von 7-Eleven, in der asiatischen Region.
5 Fazit und Ausblick: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung zur Anwendbarkeit des Convenience-Konzepts auf dem deutschen Markt.
Schlüsselwörter
Convenience Store, 7-Eleven, Erfolgsfaktoren, Handelsmanagement, One-Stop-Shopping, Asien, Einzelhandel, Kundenorientierung, Standortanalyse, Sortimentsmanagement, Serviceleistungen, Konsumverhalten, Internationalisierung, Marktanpassung, Zeitersparnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Erfolgsfaktoren des Convenience-Store-Konzepts und analysiert, warum 7-Eleven in Südostasien so erfolgreich ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Erfolgsfaktorenforschung im Handel, die Charakteristika des C-Store-Marktes, internationale Vergleiche sowie spezifische Strategien zur Kundenbindung und Sortimentsgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das für Westeuropa noch weitgehend unbekannte C-Store-Konzept vorzustellen und zu hinterfragen, ob die Erfolgsdeterminanten aus Asien auf Deutschland übertragbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und führt eine detaillierte deskriptive Analyse sowie eine Fallstudie zu 7-Eleven durch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erfolgsfaktorenanalyse, die Darstellung der Marktentwicklung und die detaillierte Untersuchung der Unternehmensstrategien von 7-Eleven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Convenience Store, Erfolgsfaktoren, 7-Eleven, One-Stop-Shopping und Handelsmanagement charakterisieren.
Warum ist das Informationsmanagement für 7-Eleven so wichtig?
Es ermöglicht die schnelle, wetterabhängige Sortimentsanpassung und eine Just-in-Time Belieferung, um den Kundenbedürfnissen am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu entsprechen.
Welche Rolle spielt der Standort bei Convenience Stores?
Der Standort ist das entscheidende Kriterium für den Erfolg; er muss die räumliche Nähe zum Konsumenten garantieren und hochfrequentiert sein.
Was macht das Konzept des "One-Stop-Shopping" aus?
Es bietet dem Kunden die Möglichkeit, bei einem einzigen Besuch alle relevanten Waren und Dienstleistungen abzudecken, um Zeit zu sparen.
- Citation du texte
- Julia Grzybowska (Auteur), 2010, Erfolgsfaktoren des südostasiatischen Typus des Convenience-Stores am Beispiel von 7-Eleven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202601