Die Arbeit beschreibt in welchen Teilen der Arbeitsfelder von Diätassistenten Clinical Reasoning zu Anwendung kommen kann. Der Schwerpunkt liegt auf dem Clinical Reasoning Prozess und den Formen des Clinical Reasoning. Anhand des Verlaufs von Therapieeinheiten wird eine Verknüpfung mit Clinical Reasoning hergestellt.
Eine Übertragung auf andere Berufe in der Ernährungsberatung und -therapie ist möglich.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSBESTIMMUNG CLINICAL REASONING
3. CLINICAL REASONING IN DER DIÄTASSISTENZ
4. DER CLINICAL REASONING PROZESS
4.1. FORMEN DES CLINICAL REASONING
5. TÄTIGKEITSFELDER VON DIÄTASSISTENTEN
6. CLINICAL REASONING IN DER DIÄTTHERAPIE
6.1. DEFINITION DIÄTTHERAPIE
6.2. ABLAUF DER DIÄTTHERAPIE
6.3. DER CLINICAL REASONING PROZESS
6.4. FORMEN DES CLINICAL REASONING
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, den Stellenwert und die Anwendungsmöglichkeiten von "Clinical Reasoning" innerhalb der Diätassistenz zu untersuchen und darzulegen, wie dieser Prozess zur Professionalisierung des Berufsfeldes beitragen kann.
- Grundlagen des Clinical Reasoning Prozesses
- Analyse der Tätigkeitsfelder von Diätassistenten
- Anwendung des Clinical Reasoning in der Diättherapie
- Vergleich mit angrenzenden therapeutischen Berufen
- Entwicklungsperspektiven für die diätassistentische Ausbildung
Auszug aus dem Buch
Der Clinical Reasoning Prozess
Beim Clinical Reasoning Prozess handelt es sich um das hypothetisch-deduktive Reasoning. Nach Klemme, Siegmann (2006) kann die hypothetisch-deduktive Vorgehensweise als eine Strategie im Clinical Reasoning Prozess angesehen werden. Es sollen kognitive Strategien entwickelt werden, um korrekte klinische Entscheidungen zu treffen.
Die einschlägige Literatur unterteilt diesen Prozess in sechs Schritte, die jeweils mit einer Kurzbeschreibung versehen sind.
1. Herausbildung eines „Pre-assessment-image“: Der Therapeut macht sich erste Vorstellungen vom Klienten aufgrund der ersten Angaben, die er erhält. Dies können Informationen sein, wie: Alter, Geschlecht, medizinische Diagnose von z. B. einer Notwendigkeitsbescheinigung oder aus der Krankenakte. Die Vorstellungen entstehen u. a. durch Erfahrungen mit dem Verlauf von ähnlichen Krankheitsbildern oder früheren Begegnungen mit dem Klienten.
2. Prozess der „Cue acquisition“: „Cue acquisition“ bedeutet das Sammeln von Stich- und Schlüsselwörtern um zusätzliche Informationen zu erhalten. Dies geschieht im Rahmen einer ausführlichen Anamnese und dem Befundungsprozess.
3. Hypothesenproduktion: Aus den gesammelten Stich- und Schlüsselwörtern werden erste Hypothesen z. B. über den Klienten, seine Erkrankungen oder seine Prognose entwickelt. Einige Hypothesen werden verworfen, andere in Betracht gezogen, daraus entwickelt sich eine Richtung oder auch mehrere alternative Richtungen in die der Therapeut seinen Behandlungsmaßnahmen lenken könnte.
4. „Cue interpretation“: Es erfolgen weitere Datensammlungen und Bildung von Schlüsselwörtern, die bestehende Hypothesen bestätigen oder widerlegen. Dazu können für das Krankheitsbild notwendige Tests herangezogen werden.
5. Hypothesenevaluation: Alle Hypothesen werden evaluiert und diejenige, die am genauesten zutrifft wird ausgewählt.
6. Festlegung der therapeutischen Diagnose
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin zur Untersuchung von Clinical Reasoning in der Diätassistenz, insbesondere vor dem Hintergrund praktischer Erfahrungen in der Ausbildung und Prüfung.
2. BEGRIFFSBESTIMMUNG CLINICAL REASONING: Dieses Kapitel definiert Clinical Reasoning als komplexen, teils unbewussten Problemlöseprozess, der den Klienten mit seinem individuellen Krankheitserleben in den Fokus rückt.
3. CLINICAL REASONING IN DER DIÄTASSISTENZ: Hier wird der aktuelle Stand der Auseinandersetzung mit Clinical Reasoning in der Diätassistenz innerhalb des VDD und in der Ausbildung thematisiert.
4. DER CLINICAL REASONING PROZESS: Das Kapitel beschreibt die methodischen Schritte des hypothetisch-deduktiven Vorgehens und unterteilt den Prozess in sechs spezifische Phasen.
4.1. FORMEN DES CLINICAL REASONING: Es werden verschiedene Formen des Clinical Reasoning (u.a. Scientific, Interaktives, Konditionales Reasoning) und die dafür notwendigen Fähigkeiten des Therapeuten erläutert.
5. TÄTIGKEITSFELDER VON DIÄTASSISTENTEN: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die vielfältigen Aufgabenbereiche der Diätassistenten, von der klinischen Diättherapie bis hin zur Prävention.
6. CLINICAL REASONING IN DER DIÄTTHERAPIE: Die Anwendung der Reasoning-Prozesse wird konkret auf die Diättherapie übertragen und deren strukturierter Ablauf analysiert.
6.1. DEFINITION DIÄTTHERAPIE: Es erfolgt eine Abgrenzung der Diättherapie zur allgemeinen Ernährungsberatung als Teilbereich der Krankenbehandlung.
6.2. ABLAUF DER DIÄTTHERAPIE: Dieser Abschnitt beschreibt den idealtypischen Ablauf der Einzelberatung gemäß den Qualitätsstandards des VDD.
6.3. DER CLINICAL REASONING PROZESS: Die theoretischen Schritte des Reasoning werden hier direkt auf die diätetische Befundung und Beratung angewandt.
6.4. FORMEN DES CLINICAL REASONING: Dieses Kapitel illustriert, wie die verschiedenen Reasoning-Formen praktisch in der diätetischen Arbeit zum Einsatz kommen.
Schlüsselwörter
Clinical Reasoning, Diätassistenz, Diättherapie, Ernährungsberatung, Problemlöseprozess, Klinische Entscheidungsfindung, Therapeutische Strategien, Patientenorientierung, Ausbildungsstandards, Diätologischer Prozess, Gesundheitsfachberufe, Ganzheitliche Sichtweise, Hypothesenbildung, Qualitätsstandards, Berufsautonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendung des Clinical Reasoning Prozesses innerhalb des Berufsfeldes der Diätassistenz, um eine ganzheitlichere Patientenversorgung zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Clinical Reasoning, die spezifischen Tätigkeitsfelder von Diätassistenten und die Integration des Reasoning-Prozesses in die Diättherapie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Clinical Reasoning als wissenschaftlicher Anteil in die Ausbildung und Praxis integriert werden kann, um die Fachkompetenz und das Behandlungsniveau zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Internetrecherche sowie der vergleichenden Analyse von Berufsstandards und Ausbildungsvorgaben im therapeutischen Kontext.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition und den Phasen des Clinical Reasoning, der Einordnung in die Diättherapie sowie der praktischen Anwendung verschiedener Reasoning-Formen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Clinical Reasoning, Diättherapie, Problemlöseprozess und Qualitätsstandards der Diätassistenz charakterisiert.
Wie unterscheidet sich Diättherapie von Ernährungsberatung in dieser Arbeit?
Die Diättherapie wird als Bestandteil der direkten Krankenbehandlung auf ärztliche Anordnung definiert, während Ernährungsberatung eher im präventiven und gesundheitsfördernden Kontext angesiedelt ist.
Welche Bedeutung hat das Clinical Reasoning für Berufsanfänger?
Berufsanfänger profitieren besonders von Clinical Reasoning, da es ihnen strukturierte Denkstrategien an die Hand gibt, um Defizite an langjähriger Berufs- oder Lebenserfahrung auszugleichen.
Warum fordert die Autorin eine Professionalisierung durch Clinical Reasoning?
Die Autorin argumentiert, dass eine ganzheitliche Sichtweise auf den Klienten im derzeitigen Unterricht oft zu kurz kommt, was den Beratungserfolg schmälern kann; Clinical Reasoning hilft dabei, diese Lücke zu schließen.
Inwieweit lässt sich das Reasoning auf die diätetische Beratung übertragen?
Die Arbeit zeigt durch Fließdiagramme und tabellarische Gegenüberstellungen, dass die Schritte des Clinical Reasoning direkt auf die Anamnese, Befundung und Zielsetzung der diätetischen Einzelberatung anwendbar sind.
- Citar trabajo
- B. A. Michaela Pohl (Autor), 2011, Clinical Reasoning in der Diätassistenz. Eine Bestandsaufnahme, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202665