Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der lutherischen Auslegung von Gal 3 und stellt ihr die Ansätze der "New Perspective" gegenüber. Konkret geht es vor allem um die Frage nach der "Werksgerechtigkeit" des Judentums und um die lutherische Hervorhebung des Heils für den Einzelnen. Demgegenüber stehen Sanders Betonung des jüdischen Bundesnomismus und Stendals Verständnis von der soteriologischen Stellung der Heiden. An die Besprechung der verschiedenen Perspektiven schließt eine kritische Würdigung an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Luther
2.1 Einführende Bemerkungen
2.2 Werksgerechtigkeit des Judentums
2.3 Heil des Einzelnen
3. Die „neue Perspektive“ der Paulusauslegung
3. 1 Ed Parish Sanders: jüdischer Bundesnomismus statt werkgerechte Verdienstreligion
3. 2 Krister Stendahl: soteriologische Stellung der Heiden statt Heil des Einzelnen
4. Kritische Würdigung
5. Schluss
6. Literaturverzeichnis
6.1 Primärliteratur
6.2 Sekundärliteratur
6.3 Hilfsmittel
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die traditionelle lutherische Interpretation des Galaterbriefs – insbesondere hinsichtlich der Rechtfertigungslehre – einer kritischen Gegenüberstellung mit den Ansätzen der „New Perspective on Paul“ von Ed Parish Sanders und Krister Stendahl zu unterziehen.
- Vergleich lutherischer Exegese mit der „New Perspective on Paul“
- Untersuchung der Werksgerechtigkeit des Judentums
- Analyse der soteriologischen Stellung der Heiden
- Hinterfragung der Fokussierung auf das individuelle Heil
Auszug aus dem Buch
3. 1 Ed Parish Sanders: jüdischer Bundesnomismus statt werkgerechte Verdienstreligion
In seiner Monographie „Paul and the Palaestinian Judaism“ liefert Sanders einen einschlägigen Beitrag zur „neuen Perspektive“ der Paulusforschung. Insbesondere im Blick auf das Judentum kann sein Werk als ein „wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Paulusbild“ betrachtet werden, da Sanders das christliche Klischee, dass das Judentum eine Werkreligion sei, widerlegt und hierfür in seinen Studien die These aufstellt, dass der jüdischen Religiosität ein Bundesnomismus zu Grunde liegt:
„Der häufige christl. Vorwurf gegen das Judentum lautet […,] daß das Judentum notwendigerweise zu kleinlichem Legalismus, selbstsüchtiger und selbstbetrügerischer Kasuistik und einer Mischung aus Hochmut und mangelndem Gottvertrauen tendiere.“
Ziel seiner Studie ist der Versuch entgegen eines solchen Negativbildes dem Judentum gerecht zu werden. Er untermauert sein Ergebnis mit der Untersuchung palästinensisch-jüdischer Literatur aus der Zeit von 200 v. Chr. bis 200 n. Chr. Hierbei stellt er eine Religionsstruktur des Judentums fest, die er als „Bundesnomismus“ benennt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Luthers Auslegung des Galaterbriefs Paulus tatsächlich gerecht wird, und skizziert den Vergleich mit der „New Perspective on Paul“.
2. Luther: Das Kapitel behandelt Luthers Verständnis des Galaterbriefs, wobei der Fokus auf seiner Kritik an der Werksgerechtigkeit und seinem Fokus auf das Heil des Einzelnen liegt.
3. Die „neue Perspektive“ der Paulusauslegung: Hier werden die Ansätze von Sanders und Stendahl vorgestellt, die das paulinische Verständnis des Judentums und des Gesetzes grundlegend neu bewerten.
4. Kritische Würdigung: Dieses Kapitel reflektiert Stärken und Schwächen der betrachteten Konzeptionen und setzt sie in ihren historischen und wissenschaftlichen Kontext.
5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die „New Perspective“ zwar neue Perspektiven eröffnet, aber das theologische Ringen um Paulus weitergeht.
6. Literaturverzeichnis: Umfasst die zur Ausarbeitung herangezogene Primärliteratur, Sekundärliteratur sowie verwendete Hilfsmittel.
Schlüsselwörter
Galaterbrief, Paulus, Martin Luther, New Perspective on Paul, Ed Parish Sanders, Krister Stendahl, Bundesnomismus, Rechtfertigungslehre, Judentum, Werksgerechtigkeit, Soteriologie, Gnade, Heidenchristen, Gesetzeswerke, Theologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Exegese des Galaterbriefs und untersucht den theologischen Kontrast zwischen der traditionellen lutherischen Deutung und neueren Ansätzen der Paulusforschung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Rechtfertigungslehre, das Verhältnis zwischen Judentum und Christentum, die Rolle des Gesetzes sowie die soteriologische Bedeutung für Heiden und Juden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu hinterfragen, ob die lutherische Auslegung dem Anliegen des Apostels Paulus tatsächlich gerecht wird oder ob die Ansätze der „New Perspective on Paul“ ein treffenderes Bild zeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende theologische Literaturanalyse, die Luthers Kommentare und Vorlesungen den Forschungen von Sanders und Stendahl gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Luthers Verständnis der Rechtfertigung und des Gesetzes sowie die Gegenentwürfe von Sanders (Bundesnomismus) und Stendahl (fokus auf Heidenmission statt individuelles Gewissen).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Bundesnomismus“, „Paulinische Rechtfertigungslehre“, „Werksgerechtigkeit“ und „Soteriologische Stellung der Heiden“ geprägt.
Wie bewertet der Autor Luthers Sicht auf das Judentum?
Der Autor erkennt Luthers polemische Haltung an, ordnet diese jedoch in den historischen Kontext des 16. Jahrhunderts ein und betont, dass Luthers Anliegen seelsorgerlich motiviert war.
Inwiefern unterscheidet sich Krister Stendahls Ansatz von der klassischen Interpretation?
Stendahl argumentiert, dass Paulus’ Briefe nicht aus einem persönlichen, „geplagten Gewissen“ heraus entstanden, sondern eine apologetische Funktion zur Integration der Heiden in das Gottesvolk erfüllten.
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- Jaana Schäfer (Author), 2011, Gesetz und Glaube in Gal 3, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202746