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Das Wappen der Stadt Nienburg/Weser - Ursprung und Symbolik

Titel: Das Wappen der Stadt Nienburg/Weser - Ursprung und Symbolik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Tanja Mandelt (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kunst im heutigen Verständnis gab es im Mittelalter nicht - damalige Kunstwerke dienten nicht vorrangig der Schaffung von Schönem und Ästhetischem, sondern hatten im Normalfall einen praktischen Verwendungszweck.
So lässt sich mittelalterliche Kunst auch nicht vom Kunsthandwerk trennen, zu dem auch die Anfertigung von Wappen gehört.
Nach Michel Pastoureau wurden sie Ende des 11. bzw. Anfang des 12. Jahrhunderts zum ersten Mal benutzt und zwar als Erkennungsmerkmale auf den Schilden mittelalterlicher Krieger. Die damaligen Rüstungen boten durch ihre komplette Ummantelung des Körpers reichlich Schutz im Kampf. Da aber auch der Kopf bedeckt war, musste eine neue Möglichkeit gefunden werden, Freund und Feind zu unterscheiden. Die große Fläche der Abwehrschilde bot für eine entsprechende Kennzeichnung genügend Platz (Pastoureau, 1997, S. 14-19).
Die hierfür verwendeten Symbole waren hauptsächlich Bilder, welche im Gegensatz zu Schriftzeichen auch von der breiten, schriftunkundigen Bevölkerung erkannt und gedeutet werden konnten.
Anfangs gab es weder allgemeingültige Regeln, wie die Wappen auszusehen hatten, noch wer sie tragen durfte. Nach und nach entstanden jedoch ganz spezielle sogenannte „heraldische Regeln“ bezüglich deren Gestaltung.
Die rasante Entwicklung des Wappenwesens lässt sich aber nicht allein durch neue Kriegstechniken bzw. Rüstungen erklären, es diente ebenfalls der Gruppierung von Menschen (Pastoureau, 1997, S. 20). Durch Wappen wurde kenntlich gemacht, wer zusammengehörte. Dies umfasste zum Beispiel auch die Zugehörigkeit zu Familien, und so entstanden aus den individuellen Zeichen auf den Schilden Familienwappen bzw. ab Ende des 12. Jahrhunderts auch Stadtwappen (Pastoureau, 1997, S. 20).
Inwiefern Familien- mit kommunalen Wappen zusammenhängen können, soll am Beispiel des Nienburger Stadtwappens durch die Erklärung seiner Ursprungsgeschichte aufgezeigt werden. Dieses besteht aus drei einzelnen Wappen mit jeweils eigenen Ursprüngen und Entstehungsgeschichten. Um diese erläutern zu können ist eine Einführung in die Stadtgeschichte nötig, ebenso wie ein Einblick in die Geschichte der Heraldik und der Symbolik.
Des Weiteren ist zu klären, welche speziellen Bedeutungen die Zeichen und Farben des genannten Wappens haben und warum gerade diese gewählt wurden. Geschah dieses aus zeitgenössischen, modischen Gründen oder lässt sich eine bestimmte symbolische Bedeutung erkennen und wenn ja, welche? Auch diesen Fragen wird im Folgenden nachgegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblick über die Geschichte der Heraldik

3. Erklärung des Begriffs „Symbol“

4. Überblick über die Geschichte Nienburgs

5. Beschreibung des Nienburger Stadtwappens mit Blasonierung

6. Ursprung und symbolische Deutung

6.1 Ursprung und Symbolik des Wappens des Fürstentums Lüneburg/Braunschweig

6.2 Ursprung und Symbolik des Wappens der Grafschaft Hoya

6.3 Ursprung und Symbolik der Burg bzw. Stadtmauer

6.4 Ursprung und Symbolik der Farben

7. Aktuelle Nutzung

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Nienburger Stadtwappen im Hinblick auf seinen Ursprung und seine Symbolik. Ziel ist es, die historische Entwicklung der drei im Wappen vereinten Symbole – das Lüneburger Wappen, die Bärentatze der Grafschaft Hoya sowie die Stadtmauer – wissenschaftlich zu analysieren und deren Bedeutung in ihrem jeweiligen historischen Kontext zu deuten.

  • Grundlagen der historischen Heraldik und deren Bedeutung als Hilfswissenschaft.
  • Die Rolle von Symbolen in der mittelalterlichen Gesellschaft und Identitätsbildung.
  • Historische Entwicklung der Stadt Nienburg als Basis für die Wappengeschichte.
  • Detaillierte Analyse der heraldischen Komponenten und deren Blasonierung.
  • Symbolische Deutung der Farben und Figuren unter Berücksichtigung kulturgeschichtlicher Aspekte.

Auszug aus dem Buch

6. Ursprung und Symbolik

Die heute gültige Gestalt des Nienburger Stadtwappens geht zurück auf mittelalterliche Stadtsiegel, das älteste bekannte ist auf 1215 n. Chr. datiert. Es zeigt in dieser ursprünglichen Form nur die Burg mit drei Türmen, auf dem mittleren befindet sich ein unkenntlicher Wappenschild. Im 13. Jahrhundert gelangten die Grafen von Hoya in den Besitz der Stadt, weswegen ihr Siegel zusätzlich in das Wappen aufgenommen wurde. Daraus ergab sich ein gespaltenes Wappen. Als im 16. Jahrhundert die Stadt an die Herzöge von Lüneburg fiel, bekam auch deren Wappen einen Platz im Stadtwappen, es war nun halbgeteilt und gespalten wie in der heutigen Form. Die Symbole des Stadtsiegels und damit auch des Wappens spiegeln also die Geschichte Nienburgs wider. Die genaue Entwicklung der einzelnen Teile wird in den folgenden Kapiteln erläutert, ebenso wie ihre symbolischen Deutungsmöglichkeiten.

Die Figuren und Farben der Wappen müssen nicht immer zwingend eine tiefsinnige symbolische Bedeutung haben, oft wurden sie einfach gewählt, um sich von bereits vorhandenen Bildern abzugrenzen oder aus zeitgenössischen modischen Gründen (Hartmann, 2009, S. 166). .

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet Wappen als historische Kommunikationsmittel und definiert das Ziel, die Ursprungsgeschichte des Nienburger Stadtwappens aufzuzeigen.

2. Überblick über die Geschichte der Heraldik: Dieses Kapitel erläutert die Grundelemente der Heraldik, deren wissenschaftliche Bedeutung und die Funktion von Wappen als Identitätszeichen seit dem Hochmittelalter.

3. Erklärung des Begriffs „Symbol“: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Symbolforschung behandelt und die Bedeutung von Symbolen als Bedeutungsträger mit Signalwirkung dargelegt.

4. Überblick über die Geschichte Nienburgs: Dieses Kapitel skizziert die Stadtgeschichte Nienburgs von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zur Entwicklung zur mittelständischen Kleinstadt.

5. Beschreibung des Nienburger Stadtwappens mit Blasonierung: Es erfolgt eine detaillierte optische Beschreibung sowie die heraldische Fachbeschreibung (Blasonierung) der drei Wappenbestandteile.

6. Ursprung und symbolische Deutung: Dieses Kapitel analysiert die heraldischen Einzelteile sowie deren historische Symbolik und Entstehungsgeschichte.

6.1 Ursprung und Symbolik des Wappens des Fürstentums Lüneburg/Braunschweig: Untersuchung der Löwensymbolik und deren Bezug zu den Welfen sowie deren Funktion als Herrschaftszeichen.

6.2 Ursprung und Symbolik des Wappens der Grafschaft Hoya: Analyse der Bärentatze als redendes Wappen der Grafen von Hoya.

6.3 Ursprung und Symbolik der Burg bzw. Stadtmauer: Deutung der Stadtmauer als Symbol für Wehrhaftigkeit, Recht und Stadtfreiheit.

6.4 Ursprung und Symbolik der Farben: Diskussion der heraldischen Farbwahl und deren soziokulturelle sowie politische Konnotationen.

7. Aktuelle Nutzung: Eine Untersuchung zur modernen Verwendung des Wappens in der städtischen Hauptsatzung und im öffentlichen Raum der Stadt Nienburg.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und weist auf die interdisziplinäre Notwendigkeit weiterer Forschungen im Bereich der Heraldik hin.

9. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Nienburg, Stadtwappen, Heraldik, Symbolik, Blasonierung, Grafschaft Hoya, Lüneburger Löwe, Stadtmauer, Wappenkunde, Mittelalter, Identitätsbildung, Kommunalwappen, Welfen, Stadtgeschichte, Archivquellen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Stadtwappen von Nienburg/Weser. Sie untersucht, wie sich das Wappen historisch zusammensetzt und welche symbolischen Bedeutungen den verschiedenen Wappenelementen zugeschrieben werden.

Welche Themenfelder sind zentral?

Die zentralen Themen sind die Heraldik als historische Hilfswissenschaft, die allgemeine Symboltheorie, die Stadtgeschichte von Nienburg sowie die spezifische heraldische Analyse des Nienburger Wappens.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, den Ursprung der drei Wappenbestandteile (Löwe, Bärentatze, Stadtmauer) zu identifizieren und die symbolische Deutung der Farben und Figuren in ihrem historisch-politischen Kontext zu klären.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine historische und kulturwissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur, der Auswertung historischer Stadtsiegel und der Anwendung heraldischer Fachbegriffe basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in Heraldik und Symbolik, den historischen Abriss der Stadt Nienburg sowie die detaillierte Einzelanalyse der Wappenbestandteile hinsichtlich ihrer historischen Herkunft und Bedeutung.

Was charakterisiert die Arbeit in Bezug auf ihre Schlüsselwörter?

Die Arbeit ist geprägt durch die Verknüpfung von lokaler Geschichte (Nienburg) mit allgemeiner Wappenkunde (Heraldik) und psychologisch-kulturellen Ansätzen zur Symboldeutung.

Warum spielt die Bärentatze im Nienburger Wappen eine Rolle?

Die Bärentatze verweist auf die historische Verbindung zur Grafschaft Hoya. Es handelt sich um ein sogenanntes „redendes Wappen“, da „Stumpen“ als Arm- oder Beinstümpfe interpretiert wurden.

Wie verändert sich die Bedeutung des Wappens in der heutigen Zeit?

Während das Wappen früher primär herrschaftliche Ansprüche und Machtverhältnisse repräsentierte, dient es heute vor allem als identitätsstiftendes Symbol für die Bürger der Stadt Nienburg und als Hoheitszeichen in offiziellen Kontexten.

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Details

Titel
Das Wappen der Stadt Nienburg/Weser - Ursprung und Symbolik
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Entwicklung der Schrift- und Bildkultur
Note
1,0
Autor
Tanja Mandelt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
23
Katalognummer
V202924
ISBN (eBook)
9783656295648
ISBN (Buch)
9783656296096
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wappen Heraldik Nienburg Symbol Wappenkunde Mittelalter Symbolik Kunstgeschichte Grafen Hoya
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tanja Mandelt (Autor:in), 2012, Das Wappen der Stadt Nienburg/Weser - Ursprung und Symbolik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202924
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Leseprobe aus  23  Seiten
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