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Der Kampf um Zimt und Betelnuss

Der Krieg zwischen der VOC und dem Königreich Kandy 1761 bis 1766

Titel: Der Kampf um Zimt und Betelnuss

Magisterarbeit , 2012 , 95 Seiten

Autor:in: Dipl. Verwaltungswirt, M.A. Jürgen Dibbelink (Autor:in)

Geschichte - Asien
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Geschichte des Königreiches Kandy auf Ceylon ist geprägt von ständi-gen Auseinandersetzungen mit den anderen Königreichen sowie mit den europäischen Eroberern. Das Königreich Kandy war, anders als andere Fürstentümer in Asien, über mehr als 300 Jahre sehr erfolgreich damit, seine politische Integrität zu behaupten und die europäischen Mächte zu instrumentalisieren, um mit deren Hilfe die Unabhängigkeit zu bewahren. Dies gelang ihnen mit den Portugiesen, den Niederländern und den Briten in unterschiedlicher Weise und über einen unterschiedlichen Zeitraum und jede dieser drei Mächte hatte heftige Auseinandersetzungen zu bestehen und Niederlagen zu verkraften. Dabei hatte es Kandy mit unterschiedlichen Konzepten, Interessen und Zielsetzungen der Europäer zu tun. Hauptantrieb für die europäische Expansion war der Handel mit Gewürzen. Bereits Kolumbus war auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien, um an die begehrten Gewürze heranzukommen. Dasselbe Anliegen hatten die Portugiesen bei ihren Entdeckungsfahrten wie schon in den Zeiten davor die Hanse, die Salz aus Südeuropa importierte. Allen europäischen Mächten und Organisationen war aber gemeinsam, dass die Triebfeder für die langen und gefährlichen Unternehmungen das Gewinnstreben war. War am Anfang der portugiesische Staat direkt am Handel und der Verbreitung des katholischen Glaubens interessiert, so folgten darauf private Handelsorganisationen in Form der Ostindienkompanien, die in erster Linie auf Handelsvorteile und eine Monopolstellung gegenüber ihren Konkurrenten bedacht waren, wozu in nach Etablierung auch die asiatischen Partner zählten. Von dem Grundsatz, die Verbreitung des evangelischen Glaubens von der Ge-schäftstätigkeit zu trennen, wich die Vereenigte Oostindische Compagnie (VOC) erstaunlicherweise in Ceylon ab, was ebenfalls in die Betrachtung einfließen muss.
Waren die Beziehungen mit den Portugiesen fast ausnahmslos durch kriegerische Konflikte geprägt, so herrschte zwischen der VOC und dem Königreich Kandy über fast 100 Jahre ein unsicherer, aber dauerhafter Waffenstillstand. Umso überraschender ist es auf den ersten Blick, dass die Revolte in den niederländischen Gebieten in den Jahren 1760/1761 in einen Krieg zwischen der VOC und dem Königreich Kandy umschlug.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verwendete Quellen und deren Einordnung

2.1. Memoiren der Gouverneure

2.2. Reisebeschreibungen

2.3. Sonstige Quellen

3. Akteure und Umfeld bis 1761

3.1. Klimatische und naturräumliche Gliederung von Ceylon

3.2. Die überregionalen Konstellationen im Vorfeld des Krieges

3.3. Entwicklung der Ceylonesischen Königreiche bis zum 18. Jahrhundert

3.4. Akteure

3.4.1. Die VOC

3.4.2. Das Königreich Kandy

3.4.3. Jan Schreuder

3.4.4. Lubbert Jan Baron van Eck

3.4.5. Iman Falck

3.4.6. Kirthi Sri Rajasingha

3.4.7. England und Frankreich

4. Der Krieg mit Kandy

4.1. Gründe für den Ausbruch des Krieges 1761

4.2. Der Kriegsverlauf

4.3. Der Vertrag von 1766

5. Das Verhältnis zwischen der VOC und Kandy nach 1766

6. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Ursachen und den Verlauf des Krieges zwischen der Vereenigten Oostindischen Compagnie (VOC) und dem Königreich Kandy auf Ceylon in den Jahren 1761 bis 1766, um die sozioökonomischen und machtpolitischen Hintergründe dieser Auseinandersetzung zu beleuchten.

  • Historische und naturräumliche Analyse der Region Ceylon
  • Strukturen und Akteure der VOC und des Königreichs Kandy
  • Einfluss der globalpolitischen Konstellationen auf den Konflikt
  • Wirtschaftliche Faktoren wie das Zimtmonopol und Landrechte
  • Kriegsführung, Strategien und das Scheitern von Friedensverhandlungen

Auszug aus dem Buch

3.1.Klimatische und naturräumliche Gliederung von Ceylon

Ceylon erstreckt sich von 6. bis zum 10. Grad nördlicher Breite über eine Länge von 445 km in Nord-Süd und 225 km in Ost-West Richtung im indischen Ozean südöstlich des indischen Subkontinents. Mit diesem war Ceylon vermutlich bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts durch eine feste Landverbindung, der sogenannten Adams Bridge, verbunden, wobei dies nicht abschließend gesichert ist. Die Topografie Ceylons besteht im Wesentlichen aus drei Bereichen: Die zentrale Hochebene mit Gebirgszügen bis 2500 Meter Höhe, die südlichen und westlichen Küstenbereiche mit tropischer Vegetation und die nördlichen und östlichen Tieflandebenen mit Trockenwald und Trockensavanne. Der Übergang von der Tiefebene zum Hochland ist abrupt, so dass Reisende über kurze Distanz große Höhen zu bewältigen haben. Gleichzeitig bilden die Gebirgszüge eine natürliche Barriere für die Stadt Kandy zu allen Seiten hin.

Ceylon liegt im Bereich der nördlichen Tropen und hat somit ein feuchtheißes Klima. Zwei Monsune haben Einfluss auf das Klimageschehen auf Ceylon, nämlich der Südwestmonsun von Mai bis Oktober und der Nordostmonsun von Dezember bis März. Die Zwischenperioden sind von trockenerem, aber teilweise wechselhaftem Wetter geprägt. Während der Südwestmonsun große Regenmengen zur gesamten Südküste und zum zentralen Hochland bringt, regnet über den nördlichen Gebieten kaum nennenswerter Niederschlag ab. Diese Gebiete erhalten Ihren Niederschlag zur Zeit des Nordostmonsuns, wobei die Restfeuchtigkeit wiederum an den Bergketten des zentralen Hochlands abregnet. Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen entspringen zahlreiche Flüsse im Hochland und entwässern hauptsächlich in den westlichen, südlichen und östlichen Teil der Insel, so dass der Süden auch zu Zeiten des Nordostmonsuns über ausreichend Wasser verfügt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die komplexe historische Beziehung zwischen den kolonialen Mächten und dem Königreich Kandy, welches erfolgreich seine Unabhängigkeit bewahrte, und benennt die Forschungsabsicht.

2. Verwendete Quellen und deren Einordnung: Dieses Kapitel erläutert die Auswahl der primär niederländischen Quellen, deren Relevanz sowie die methodischen Herausforderungen bei deren Interpretation.

3. Akteure und Umfeld bis 1761: Hier werden die naturräumlichen Gegebenheiten, die geopolitische Lage sowie die Strukturen und Akteure der VOC und des Königreichs Kandy detailliert beschrieben.

4. Der Krieg mit Kandy: Der Hauptteil analysiert die vier Phasen des Krieges, von den Ursachen über den Kriegsverlauf bis hin zum Abschluss des Friedensvertrages von 1766.

5. Das Verhältnis zwischen der VOC und Kandy nach 1766: Dieses Kapitel beschreibt die Zeit nach dem Vertragsschluss, die geprägt war von anhaltender wirtschaftlicher Erschöpfung beider Seiten.

6. Schlussfolgerungen: Der abschließende Teil bewertet die Verantwortlichkeiten für den Krieg und ordnet das Scheitern der VOC-Politik in einen größeren historischen Kontext ein.

Schlüsselwörter

VOC, Ceylon, Königreich Kandy, Zimthandel, Kolonialgeschichte, Gouverneur, Kirthi Sri Rajasingha, Niederländische Ostindien-Kompanie, Landbesitz, Thombos, Indischer Ozean, Kriegführung, Diplomatie, 18. Jahrhundert, Handelsmonopol.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Hintergründe und den Ablauf des militärischen Konflikts zwischen der VOC und dem Königreich Kandy zwischen 1761 und 1766 auf Ceylon.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Machtverhältnisse, die ökonomischen Abhängigkeiten im Gewürzhandel, die Auswirkungen kolonialer Verwaltung und die militärische Eskalation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für den Stimmungsumschwung in den Beziehungen beider Parteien zu analysieren und zu verstehen, warum der Konflikt in einen offenen Krieg mündete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer quellenkritischen Analyse von zeitgenössischen Memoiren, Reiseberichten und offizieller Korrespondenz der VOC sowie ergänzender historischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen des Aufstandes, das Eingreifen des Königs, die Rückeroberungsversuche der VOC und den schließlichen Vertragsschluss von 1766.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind VOC, Ceylon, Kandy, Zimthandel, Landrechte, koloniale Expansion und Machtpolitik.

Welche Rolle spielte der Gouverneur bei diesem Konflikt?

Die Gouverneure wie van Eck prägten durch ihre militärische Ambition den Verlauf, wobei ihr Handeln oft im Widerspruch zu wirtschaftlicher Vernunft oder den Anweisungen aus Batavia stand.

Warum war der Zimthandel für den Konflikt so entscheidend?

Zimt war das Hauptprodukt der VOC auf Ceylon und der Versuch, die Produktion zu monopolisieren und Landbesitzrechte rigoros durchzusetzen, untergrub die Lebensgrundlage der einheimischen Bevölkerung.

Wie wirkte sich die Nayakkar-Dynastie auf die politische Lage aus?

Die Einführung einer neuen Herrscherdynastie aus Indien veränderte die Politik am Hofe in Kandy, da diese Herrscher aktiver am Handel teilhaben wollten, was zu direkten Konflikten mit den Handelsmonopolen der VOC führte.

Welche Bedeutung hatten die sogenannten "Thombos"?

Die Thombos waren offizielle Land- und Bevölkerungsregister, deren rigorose Überprüfung durch die VOC massiven Unmut auslöste, da sie zu Landverlusten für die einheimische Bevölkerung führten.

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Details

Titel
Der Kampf um Zimt und Betelnuss
Untertitel
Der Krieg zwischen der VOC und dem Königreich Kandy 1761 bis 1766
Hochschule
FernUniversität Hagen
Autor
Dipl. Verwaltungswirt, M.A. Jürgen Dibbelink (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
95
Katalognummer
V203534
ISBN (eBook)
9783656311959
ISBN (Buch)
9783656312390
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ceylon Sri Lanka Niederlande Gewürzhandel Kolonialismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Verwaltungswirt, M.A. Jürgen Dibbelink (Autor:in), 2012, Der Kampf um Zimt und Betelnuss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203534
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Leseprobe aus  95  Seiten
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