Pädagogische Grundprinzipien für einen gelungenen Anfangsunterricht


Hausarbeit, 2005

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vom Kindergarten in die Schule
2.1 Vorstellungen über Schule von Kindergartenkindern
2.2 Übergang - Kooperation
2.3 Äußere Umstellungen im Leben der Kinder

3. Pädagogische Grundprinzipien für den Anfangsunterricht
3.1 Individualisierung und Gruppenbildung
3.2 Das Klassenzimmer als Lern- und Lebensraum
3.3 Kontinuität - Anknüpfung an Erfahrungswelt der Kinder
3.4 Hilfe bei veränderter Eltern-Kind-Beziehung

4. Schlussbemerkung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Hausarbeit thematisiert im Rahmen des erziehungswissenschaftlichen Proseminars „Handlungsfelder der Grundschulentwicklung“ im Allgemeinen den Schulanfang und im Konkreten pädagogische Grundprinzipien für einen gelungenen Anfangsunterricht.

Im ersten Kapitel wird die unmittelbare Zeit vor dem Schuleintritt zentrales Thema sein. Neben den Vorstellungen der Kindergartenkinder über Schule werden die Möglichkeiten der Übergangsgestaltung dargestellt. Ferner stellt sich die Frage, inwiefern äußere Faktoren das Leben der Kinder verändern.

Im weiteren Verlauf der Arbeit werden pädagogische Grundprinzipien dargestellt, die einen Anfangsunterricht unter Berücksichtigung der zuvor genannten Lebensumstellungen der Kinder ermöglichen. Ziel der Arbeit ist es, die Inhalte des ersten Teils als unabdingbares Hintergrundwissen für Lehrerinnen und Lehrer deutlich zu machen, damit vor diesem Hintergrund ein Anfangsunterricht stattfinden kann, der allen Kindern gerecht wird und ferner jedem individuellen Schüler Lernen ermöglicht. Für einen solchen Unterricht stehen die Grundprinzipien des zweiten Teils dieser Arbeit, die jede Lehrerin und jeder Lehrer des Grundschulbereichs als Basis für einen gelungenen Anfangsunterricht verinnerlichen sollte.

2. Vom Kindergarten in die Schule

Die unmittelbare Zeit vor dem Schuleintritt ist für die Kinder und ihre weitere Entwicklung sehr bedeutsam und darf in der Gestaltung des Übergangs und des Anfangsunterrichts nicht unberücksichtigt bleiben. Im Folgenden werden vorschulische Erwartungen und Vorstellungen der Kinder aufgeführt.

2.1 Vorstellungen über Schule von Kindergartenkindern

Vorschulkinder sehen ihrem neuen Lebensabschnitt mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie haben sehr unterschiedliche Vorstellungen von Schule. Durch mehrere Faktoren, die zusammenwirken, entsteht eine „Erwartungsspannung“1, der die Kinder regelrecht ausgesetzt sind. Bei vielen Kindern überwiegt die Freude, endlich lesen und schreiben zu können und dadurch unabhängiger zu werden. Sie wollen schnell mit möglichst großen Zahlen rechnen und freuen sich, bald zu den Großen zu gehören. Viele Vorschulkinder denken bereits täglich an die Schule. Manche tragen stolz ihren Schulranzen herum. Andere Kinder haben keine solch angeregte und positive Erwartungsstimmung. Der Gedanke an Hausaufgaben, stillsitzen, schlechte Noten, Strafarbeiten und daran, weniger spielen zu können, macht ihnen eher Angst. Das Lehrerbild ist bei vielen Kindern reduziert auf Befehle, Bestimmungen und Beurteilungen. Da das unbekannte Neue zwar reizvoll, jedoch stets mit einer gewissen Unsicherheit verbunden ist, sind Aussagen wie „Warte nur, bis du in die Schule kommst“, „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ oder „In der Schule weht ein anderer Wind“ für Erwachsene zwar harmlos, Vorschulkinder können diese vagen Aussagen von Eltern, älteren Geschwistern und wohlwollenden Verwandten jedoch nur schwer interpretieren. Sie wirken daher eher negativ. Wie anfangs erwähnt, sind die Kinder diesen Faktoren ausgesetzt, denn sie können sich auf keine eigenen Erfahrungen stützen. So entsteht ein Phantasiebild von Schule, das danach drängt reale Züge anzunehmen.

Im Folgenden wird erläutert, welche Möglichkeiten hinsichtlich wirklicher Erfahrungen die Kooperation in der Übergangsgestaltung bietet.

2.2 Übergang - Kooperation

Ein zentrales Thema der Didaktik des Anfangsunterrichts ist „die Gestaltung des Übergans von den Ordnungen des Kindergartens und der frühen Kindheit in der Familie in die Ordnung der Grundschule.“2 Da sich die sozialen Situationen vor und nach dem Schuleintritt grundlegend unterscheiden, entsteht bei den Kindern eine Unsicherheit in der Phase des Übergangs. Hinzu kommen Vermutungen, Ängste und Hoffnungen der Kinder (vgl. 2.1). Dieser Erwartungsspannung entgegenzuwirken bildet den Kern pädagogischen Handelns während der Übergangszeit. Eine Möglichkeit für einen fließenden und damit für die Kinder angenehmen Übergang ist die Kooperation von Kindergarten und Grundschule aber auch von den Familien, deren Kinder nicht den Kindergarten besuchen und der Grundschule. Denkbar für eine funktionierende Kooperation sind zum Beispiel Besuche der LehrerInnen im Kindergarten oder zu Hause sowie Besuche der einzuschulenden Kinder in ihrer zukünftigen Schule mit der Teilnahme an einer richtigen Unterrichtsstunde. Beide Besuchsformen bedürfen einer Vorbereitung beispielsweise in Form von Gesprächen. Ebenso sinnvoll sind persönliche Briefe der zukünftigen KlassenlehrerInnen an die Kinder, die neben der kognitiven Vorbereitung auf die neue Situation auch eine motivierende Funktion haben, nämlich lesen zu lernen, um später selbst einen solchen Brief lesen zu können.

Neben dem „Abschiednehmen von der alten Situation“ ist das „Kennenlernen der neuen Situation“ verbunden mit der „Aneignung neuer Regeln und Ordnungen Ziel der Übergangsgestaltung.“3

2.3 Äußere Umstellungen im Leben der Kinder

Nicht nur die oftmals negative Erwartungsspannung und die damit verbundene Unsicherheit kann zu tiefsitzenden vorschulischen Ängsten führen. Auch die äußeren Veränderungen zu Schulbeginn - für Erwachsene oft kaum sichtbar - können im Leben eines Schulanfängers schmerzhafte Empfindungen hervorrufen.

[...]


1 Knörzer/Grass, 1995, S. 37

2 Prengel, 1999, S. 107

3 Prengel, 1999, S. 108

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Pädagogische Grundprinzipien für einen gelungenen Anfangsunterricht
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Handlungsfelder der Grundschulentwicklung
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
11
Katalognummer
V203634
ISBN (eBook)
9783656299462
ISBN (Buch)
9783656300496
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Übergang, Kindergarten
Arbeit zitieren
Linda Steinkamp (Autor), 2005, Pädagogische Grundprinzipien für einen gelungenen Anfangsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203634

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