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Die Bearbeitung der Problematik Schulverweigerung durch Jugendsozialarbeit an Schulen

Ein Interventionsprogramm des Freistaats Bayern im Kontext von Jugendhilfe und Schule

Titre: Die Bearbeitung der Problematik Schulverweigerung durch Jugendsozialarbeit an Schulen

Mémoire (de fin d'études) , 2012 , 132 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Sabrina Schauerhammer (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

Trotz Schulpflicht bleiben Kinder und Jugendliche der Schule fern. Schulverweigerung, ein Phänomen das wahrlich nicht neu ist, wird zu einer Alltagserscheinung, dessen Ausnahmecharakter immer mehr verblasst. Alarmierende Meldungen über die steigende Zahl an Kindern und Jugendlichen, die ohne einen Schulabschluss die Schulen verlassen, verunsichern und irritieren nicht nur Vertreter der Bildungspolitik. In den letzten Jahren ist das Thema Schulverweigerung auch in das Blickfeld von Wissenschaftlern und Praxisexperten, der Schule, der Jugendhilfe, sowie deren Organisationen geraten. Die Forderung nach möglichen Erklärungen und Interventionsmöglichkeiten zur Abschaffung von schulverweigernden Verhaltensweisen werden immer lauter (vgl. Schreiber-Kittl 2001, S. 5).

Aktuell geführte Debatten zum Thema Schulverweigerung finden auch immer häufiger den Weg in die Medien und erregen damit eine stetig wachsende, öffentliche Aufmerksamkeit. Dabei sind die Konsequenzen mangelnder oder gar fehlender Qualifizierung, als auch ausdauernder Schulabwesenheit nicht nur für die betroffenen Schüler/innen selber gravierend (vgl. Schreiber-Kittl 2000, S. 8; ebd. 2001, S. 5)

Laut Maria Schreiber-Kittl, die im Auftrag des Deutschen Jugendinstituts an der Problematik forscht, ist Schulverweigerung „zu einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung geworden.“ (Schreiber-Kittl 2000, S. 8).

Allerdings ist es der Erziehungswissenschaft in Deutschland in den vergangen Jahrzehnten nicht gelungen, den Problembereich theoretisch in ausreichendem Maße zu klären und den im Problemfeld Schulabsentismus und Schulverweigerung tätigen Praktikern, effiziente Maßnahmen und Strategien anzubieten. Erst in den letzten Jahren ist eine gesteigerte schulpädagogische und öffentliche Diskussion, ein Anwachsen entsprechender Fachliteratur, ein
vergrößertes Angebot an Tagungen und Weiterbildungen zum Themenkomplex Schulverweigerung, sowie zahlreiche Erlässe und Empfehlungen der Kultusministerien mitzuerleben. Das alles sind Indikatoren dafür, dass das Phänomen des Schulabsentismus, speziell das der Schulverweigerung, auch in Deutschland aufgegriffen, bearbeitet und aktualisiert wird (vgl. Ricking 2003, S. 19f.).

Trotz gestiegener Aufmerksamkeit und einem gewachsenem Interesse der Gesellschaft, der Medien und der Forschung, ist die Problematik Schulverweigerung noch längst nicht völlig durchdrungen und ausgereizt. Karlheinz Thimm, ein Experte auf dem Gebiet des Schulabsentismus, äußert sich..

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Annäherung an den Untersuchungsgegenstand Schulverweigerung

2.1 Schulpflicht und Schulzwang in Deutschland

2.2 Schulpflicht nach dem Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen

2.3 Maßnahmen zur Durchführung der Schulpflicht

3 Schulverweigerung - Begriffsbestimmung

3.1 Begriffsvielfalt - Definitionsversuch

3.2 Begriffskategorisierung

4 Gesellschaftliches Problem Schulverweigerung – Ursachen, Ausprägungen und Konsequenzen

4.1 Ausprägung des Phänomens

4.1.1 Altersverteilung

4.1.2 Geschlechterverteilung

4.1.3 Risikogruppen

4.1.4 Schultyp/Schulformen

4.1.5 Ausmaß und Reichweite

4.2 Ursachen und Anreize für Schulverweigerung

4.2.1 Mögliche, schulinterne Faktoren

4.2.2 Mögliche, schulexterne Faktoren

4.3 Entwicklungsrisiken und Konsequenzen

5 Schulsozialarbeit – Kooperation von Jugendhilfe und Schule „unter einem Dach“

5.1 Begriffsklärung Schulsozialarbeit

5.1.1 Begriffsverständigung

5.1.2 Begriffsdefinition

5.2 Kooperation von Jugendhilfe und Schule

5.2.1 Begriffsbestimmung der Kooperationspartner

5.2.2 Prinzipien der Kooperation und Datenschutzbestimmungen

5.2.3 Allgemeine und strukturelle Besonderheiten und Gegensätze der beiden Systeme

5.2.4 Voraussetzungen einer gelingenden Kooperation

6 Jugendsozialarbeit an Schulen „JaS“ – in Bayern

6.1 Begriffsbestimmung und Profil

6.1.1 Definition und Abgrenzung

6.1.2 Zielgruppen und Zielformulierung

6.1.3 Pädagogische Arbeitsweisen

6.1.4 Qualitätsaspekte

6.2 „JaS“ – in Kooperation mit Schulen in Bayern

6.2.1 Rechtliche Grundlagen

6.2.2 Förderprogramm und Kooperationsvereinbarung

7 Pädagogische Handlungsoptionen – Kooperation von „JaS“ und Schule im Problemfeld Schulverweigerung

7.1 Pädagogische Handlungsoptionen

7.1.1 Präventive Maßnahmen

7.1.2 Intervenierende Maßnahmen

7.1.3 Sozialarbeiterische Hilfsmaßnahmen

7.2 Kooperation von „JaS“ und Schule bei Schulverweigerung

7.2.1 Chancen und Möglichkeiten

7.2.2 Hemnisse, Risiken und Grenzen

8 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Schulverweigerung, beleuchtet dessen Ursachen sowie Hintergründe und erarbeitet pädagogische Handlungsoptionen, insbesondere unter Berücksichtigung der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) in Bayern. Das zentrale Ziel ist es, die Kooperation von Jugendhilfe und Schule im Hinblick auf ihre Wirksamkeit im Problemfeld Schulverweigerung zu analysieren und Chancen sowie Grenzen dieser Zusammenarbeit aufzuzeigen.

  • Theoretische Fundierung und Begriffsbestimmung von Schulverweigerung
  • Analyse der Ursachen, Ausprägungen und Konsequenzen schulverweigernden Verhaltens
  • Darstellung der Schulsozialarbeit als Kooperationsmodell von Jugendhilfe und Schule
  • Detaillierte Vorstellung des bayerischen JaS-Programms und seiner Umsetzung
  • Erarbeitung pädagogischer Interventions- und Präventionsstrategien

Auszug aus dem Buch

Mögliche, schulexterne Faktoren

Die Familie als primäre Sozialisationsinstanz, ausgehend vom Normfall eines Lebensverlaufes, kann vor allen anderen Instanzen auf die psychische und soziale Entwicklung von Kindern Einfluss nehmen, indem sie auf die Quantität und die Qualität von Lern- und Sozialerfahrungen einwirkt. Innerhalb der Familie wird deswegen der Grundstein für den weiteren Verlauf und für die zukünftige Gestaltung des Lebens von Kindern und Jugendlichen gelegt (vgl. Kracke 2009, S. 77).

In der Regel bemühen sich Eltern aller Bevölkerungsschichten, ihrem Kind/ihren Kindern zu einer guten Startplatzierung im Leben zu verhelfen. Dabei spielen Unterstützungssysteme eine ebenso erhebliche Rolle, wie die familialen Verhältnisse. Schaffen es die Zöglinge nicht von alleine, der elterlichen Erwartungshaltung gerecht zu werden, wird mit Nachhilfeunterricht und/oder Hausaufgabenhilfen nachgebessert. Die Einstellungen von Eltern, dass es ihr Kind in der Schule zu etwas Großem bringen müsse, spielen nach wie vor eine generell sehr dominante Rolle im Hinblick auf das Eltern-Kind-Verhältnis, sowie auf die Kommunikation innerhalb der Familie (vgl. Thimm 2000, S. 216).

Bereits zu einem frühen Zeitpunkt familialer Sozialisation bauen Kinder und Jugendliche generelle Haltungen gegenüber schulischem Lernen, sowie der Institution Schule auf. Allerdings überwiegen schlechte Noten, verbreitete Schul- und Lernunlust, Klassenwiederholungen, Aggressivität, Schulschwänzen, Misserfolgs- und Angsterfahrungen, Widerstand gegen Disziplinerwartungen seitens der Schule, als auch nicht erzielte Schulabschlüsse besonders verstärkt in bildungsfernen Bevölkerungsgruppen (vgl. ebd., S. 217).

Grundsätzlich kommt das Phänomen Schulverweigerung in allen familialen Konstellationen und sozialen Schichten vor. Probleme im Haus der Eltern können schulische Probleme begünstigen und das unabhängig von der Form der Familie. Allerdings begünstigen Konflikte in Elternhäusern sozial benachteiligter Schichten/Milieus eine Abwendung und Abkehr von der Institution Schule. Folglich kommen schulabsente Neigungen besonders oft in sozial schwachen Familien vor (vgl. Ricking 2003, S. 140ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Schulverweigerung ein, erläutert die gesellschaftliche Relevanz und definiert die Forschungsfragen sowie den thematischen Aufbau der Diplomarbeit.

2 Annäherung an den Untersuchungsgegenstand Schulverweigerung: In diesem Kapitel wird die Schulpflicht und der Schulzwang in Deutschland historisch und rechtlich analysiert, mit besonderem Fokus auf das bayerische Schulrecht.

3 Schulverweigerung - Begriffsbestimmung: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Begriffsvielfalt im Bereich Schulabwesenheit, ergänzt durch eine strukturierte Kategorisierung von Karlheinz Thimm.

4 Gesellschaftliches Problem Schulverweigerung – Ursachen, Ausprägungen und Konsequenzen: Dieses Kapitel betrachtet das Phänomen umfassend, analysiert Alters-, Geschlechts- und schulspezifische Risikogruppen sowie die vielfältigen Ursachen und gravierenden Folgen.

5 Schulsozialarbeit – Kooperation von Jugendhilfe und Schule „unter einem Dach“: Das Kapitel widmet sich der theoretischen Basis der Schulsozialarbeit, definiert den Begriff und beleuchtet die strukturellen Voraussetzungen und Herausforderungen der Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule.

6 Jugendsozialarbeit an Schulen „JaS“ – in Bayern: Hier wird das spezifische Regelförderprogramm „JaS“ in Bayern detailliert vorgestellt, von der Zielgruppenbestimmung über pädagogische Arbeitsweisen bis hin zur rechtlichen Kooperationsbasis.

7 Pädagogische Handlungsoptionen – Kooperation von „JaS“ und Schule im Problemfeld Schulverweigerung: Dieses Kapitel führt die bisherigen Erkenntnisse zusammen und stellt konkrete pädagogische Maßnahmen (Prävention, Intervention, Sozialarbeit) sowie die praktischen Chancen und Grenzen der Zusammenarbeit dar.

8 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die notwendige Weiterentwicklung effektiver Hilfesysteme.

Schlüsselwörter

Schulverweigerung, Schulabsentismus, Jugendsozialarbeit an Schulen, JaS, Kooperation, Jugendhilfe, Schulpflicht, Prävention, Intervention, Schulsozialarbeit, Schulerfolg, Bildungschancen, Sozialpädagogik, Erziehung, Schulabbruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Schulverweigerung bei Kindern und Jugendlichen und untersucht, wie Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) dazu beitragen kann, dieser Entwicklung präventiv und intervenierend entgegenzuwirken.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit umfasst die rechtlichen Rahmenbedingungen der Schulpflicht, eine begriffliche Einordnung der Schulverweigerung, die Analyse von Ursachen und Risikofaktoren sowie die detaillierte Darstellung des Kooperationsmodells zwischen Schule und Jugendhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Kooperation von Schule und Jugendhilfe zu analysieren, um aufzuzeigen, wie durch eine gelungene Zusammenarbeit (insbesondere am Beispiel des bayerischen JaS-Programms) die soziale Integration und die schulische Laufbahn von gefährdeten Kindern und Jugendlichen gesichert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Diplomarbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um den theoretischen Rahmen und den aktuellen fachlichen Diskurs zur Schulsozialarbeit sowie zu den pädagogischen Handlungsoptionen bei Schulabsentismus darzulegen.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Ausprägungen der Schulverweigerung, die theoretische Verortung der Schulsozialarbeit und eine praxisnahe Darstellung des bayerischen Modells der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) als zentrale Interventionsinstanz.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Schulverweigerung, Jugendsozialarbeit, Kooperation von Jugendhilfe und Schule, Schulpflicht, Prävention sowie Intervention.

Wie wird das bayerische JaS-Programm in der Arbeit bewertet?

Das JaS-Programm wird als ein richtungsweisender Ansatz dargestellt, der durch einheitliche Qualitätsstandards und eine enge institutionelle Verzahnung zwischen Jugendhilfe und Schule in der Lage ist, frühzeitig auf Gefährdungslagen zu reagieren.

Welche besonderen Hindernisse bei der Kooperation identifiziert die Autorin?

Die Autorin identifiziert insbesondere strukturelle Macht- und Hierarchieunterschiede zwischen den Professionen, unzureichende gegenseitige Information, Vorurteile sowie mangelnde Ressourcen (Zeit, Personal) als wesentliche Hemmnisse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Fin de l'extrait de 132 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Bearbeitung der Problematik Schulverweigerung durch Jugendsozialarbeit an Schulen
Sous-titre
Ein Interventionsprogramm des Freistaats Bayern im Kontext von Jugendhilfe und Schule
Université
University of Bamberg
Note
2,3
Auteur
Sabrina Schauerhammer (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
132
N° de catalogue
V203933
ISBN (ebook)
9783656305668
ISBN (Livre)
9783656306405
Langue
allemand
mots-clé
Schulsozialarbeit Jugendsozialarbeit Schulverweigerung Schule Jugendhilfe JaS Bayern Intervention Sozialarbeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sabrina Schauerhammer (Auteur), 2012, Die Bearbeitung der Problematik Schulverweigerung durch Jugendsozialarbeit an Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203933
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Extrait de  132  pages
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