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Das evangelische Pfarrhaus - ein Haus zwischen Himmel und Erde

Erwartungen an das deutsche evangelische Pfarrhaus und der Umgang mit ihnen

Titre: Das evangelische Pfarrhaus - ein Haus zwischen Himmel und Erde

Mémoire (de fin d'études) , 2012 , 196 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Nicole Pagels (Auteur), Tina Fritzsche (Auteur)

Didactique - Théologie, Pédagogie de Religion
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Résumé Extrait Résumé des informations

Einleitung
Das evangelische Pfarrhaus ist eine Errungenschaft der Reformationszeit. Hier durften Ehe und Familie der Geistlichen offen ausgelebt werden und mussten nicht im Geheimen bleiben. Das Pfarrhaus hat viele Zeitepochen er- und durchlebt. Dabei hat es manche Änderungen akzeptiert und sich manchen verweigert. Es ist ein Haus, welches ein Sammelsurium an Traditionen in sich beherbergt.
Neben unzähligen Traditionen haben sich in der fast 500-jährigen Geschichte des Pfarrhauses auch verschiedene Erwartungen an dessen Bewohner summiert. In den unterschiedlichen Lebensphasen des Pfarrhauses sind verschiedene Aufgaben, Eigenschaften oder Merkmale der Pfarrhausbewohner wichtig gewesen, die dann meist in den allgemeinen Erwartungsschatz übernommen wurden und ihre Entstehungszeit überdauerten.
In der gegenwärtigen Zeit leben noch immer Menschen von Amts wegen in Pfarrhäusern. Sie leben dabei gleichzeitig in den Traditionen und der Gegenwart – sie stehen zwischen dem Erwartungsschatz und der modernen Lebenswelt.
Daraus ergibt sich die Frage: Inwieweit beeinflussen historisch gewachsene Erwartungen an das Pfarrhaus noch heute das Leben seiner Bewohner?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Entstehungsgeschichte des evangelischen Pfarrhauses

2. Das Pfarrhaus

2.1. Das Pfarrhaus als Ort der Bildung

2.1.1. Theologische Bildung

2.1.2. Allgemeinbildung

2.1.3. Vererbbarkeit

2.1.4. Resümee Bildung

2.2. Das Pfarrhaus als Ort der Kultur

2.2.1. Beiträge zur Kultur

2.2.2. Resümee Kultur

2.3. Das Pfarrhaus als offene Burg

2.3.1. Sozialstation

2.3.2. Zufluchtsort

2.3.3. Resümee Das Pfarrhaus als offene Burg

3. Pfarrfamilie als Idealbild und Maßstab

3.1. Pfarrfamilie

3.1.1. Die etwas andere Familie?

3.1.2. Resümee Pfarrfamilie

3.2. Pfarrfrau

3.2.1. Die etwas andere Frau?

3.2.2. Resümee Pfarrfrau

3.3. Pfarrehe

3.3.1. Die etwas andere Ehe?

3.3.2. Resümee Pfarrehe

3.4. Erziehung im Pfarrhaus

3.4.1. Die etwas andere Erziehung?

3.4.2. Resümee Erziehung

4. Fazit I

5. Zeitliche Einteilung

5.1. Moderne und Postmoderne

5.2. Resümee Zeitliche Einteilung

6. Bevölkerungsentwicklung und Demographie

6.1. Demographischer Wandel

6.1.1. Geburten und Lebenserwartung

6.1.2. Alterung und Altersstruktur

6.1.3. Resümee Demographischer Wandel

6.2. Lebensbedingungen

6.2.1. Wohlstand und Armut

6.2.2. Bildung und Arbeit

6.2.3. Soziale Klassen, Schichten, Lagen und Milieus

6.2.4. Resümee Lebensbedingungen

7. Familie im Wandel

7.1. Familienleben

7.1.1. Gesellschaftliche Bedeutung

7.1.2. Resümee Familienleben

7.2. Wandel der Lebensstile

7.2.1. Rollenverhältnisse

7.2.2. Ehescheidung

7.2.3. Alternative Lebensstile gegenüber der Ehe

7.2.4. Resümee Wandel der Lebensstile

8. Fazit II

9. Konfliktfeld Pfarrfamilie

9.1. Modellfamilie vs. Familienmodelle

9.2. Universalität vs. Spezialisierung

9.3. Resümee Pfarrfamilie

10. Konfliktfeld Pfarrfrau

10.1. Pfarrdienst vs. Eigenständigkeit

10.2. Vorrang vs. Selbstentfaltung

10.3. Resümee Pfarrfrau

11. Konfliktfeld Pfarrehe

11.1. Amt vs. Privatleben

11.2. Persönliche Faktoren vs. Äußere Umstände

11.3. Resümee Pfarrehe

12. Konfliktfeld Bildung

12.1. Pfarrhaus als Bildungsgarant vs. Bildungslandschaft

13. Konfliktfeld Pfarrkinder

13.1. Vielkinderhaushalt vs. Geburtenrückgang

13.2. Bescheidenheit vs. Dazugehören

13.3. Bildungselite vs. Blick für andere

13.4. Pflichterfüllung vs. Freiwilliges Engagement

13.5. Resümee Pfarrkinder

14. Konfliktfeld Kultur

14.1. Kultur vs. Soziales Milieu

14.2. Kulturelle Bildung vs. Leistungsdruck

14.3. Resümee Kultur

15. Konfliktfeld Asyl

15.1. Immer erreichbar vs. Privates Familienleben

15.2. Offenheit vs. Sicherheitsgesellschaft

15.3. Resümee Asyl

16. Fazit III

17. Pfarrstellen und Ausbildung

17.1. Veränderungen im Pfarramt

17.1.1. Handlungsschritt Teildienste

17.1.2. Resümee Pfarrstellen

18. Leben im Pfarrhaus

18.1. Kontroversen

18.1.1. Residenzpflicht und Dienstwohnungspflicht

18.1.2. Präsenzpflicht und Erreichbarkeit

18.1.3. Anerkennung und Erleichterung des Pfarrhauslebens

18.1.4. Resümee Kontroversen

19. Pfarrfamilie

19.1. Rolle der Pfarrfamilie im Gemeindeleben

19.2. Modellhaftigkeit der Pfarrfamilie heute

19.3. Resümee Pfarrfamilie

20. Pfarrehe, Pfarrfrauen und Pfarrmänner

20.1. Rollenverständnis

20.1.1. Berufsleben

20.1.2. Privatleben

20.1.3. Familienleben

20.1.4. Resümee Rollenverständnis

20.2. Pfarrehe und Lebensstile

20.2.1. Kirche und Homosexualität

20.2.2. Umgang mit Homosexualität

20.2.3. Pfarramt und Homosexualität

20.2.4. Pfarrhaus und Homosexualität

20.2.5. Resümee Pfarrehe und Lebensstile

21. Fazit IV

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss historisch gewachsener Erwartungen an das evangelische Pfarrhaus auf das gegenwärtige Leben seiner Bewohner. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit diese Traditionen heute noch mit modernen Lebensumständen vereinbar sind und welche Konfliktfelder sich daraus ergeben.

  • Historische Entstehung und Tradition des Pfarrhauses
  • Wandel von Lebensbedingungen und Familienmodellen
  • Identifikation und Analyse von Konfliktfeldern (z.B. Pfarrfamilie, Bildung, Asyl)
  • Diskussion aktueller Entwicklungen und rechtlicher Rahmenbedingungen
  • Handlungsempfehlungen für Kirche und Kirchengemeinden

Auszug aus dem Buch

1. Entstehungsgeschichte des evangelischen Pfarrhauses

Die Entstehungsgeschichte des evangelischen Pfarrhauses ist untrennbar mit den Geschehnissen der Reformation und deren theologischen Inhalten verbunden.

Die Reformation, deren bekanntester Vertreter wohl Martin Luther ist, resultierte vor allem aus dem Spannungsverhältnis zwischen Klerikern und Laien, welches dem gemeinen Volk die Krise der Gesellschaft im späten Mittelalter vor Augen führte. Diese Krise umfasste dabei auch viele kirchenpolitische Missstände, die das gesellschaftliche Leben stark beeinflussten und daher „[…] immer wieder Gravamina (Beschwerden) insbesondere gegen den städtischen Klerus vorgetragen worden“: so beispielsweise über die sittliche Untauglichkeit von Klerikern und Reformfehlschläge mehrerer Konzile des 15. Jahrhunderts oder über die „[…] Bildungslosigkeit und [das] skandalöse Leben […]“ des geistlichen Standes. Ein Missstand, der die Entstehung des evangelischen Pfarrhauses im besonderen Maße beeinflusste, war das Zwangszölibat, welches die (katholische) Kirche ihren Geistlichen auferlegte. Obwohl aus biblischen Texten kein Eheverbot hervorgeht „[…] und den Gemeindevorstehern […] die Ehe empfohlen [wurde], […] gewann […] die Anschauung Einfluß, daß das ehelose Leben besser sei als die Ehe.“

Um diese Anschauung im klerikalen Stand durchzusetzen, musste es immer wieder neue einschneidende Vorschriften geben, um den Widerstand der Priester und Bischöfe gegen den zölibatären Lebensstil zu brechen. Diese erzwungene Ehelosigkeit hatte für die Kirche „[…] zwangsläufig schwere Mißstände zur Folge, die vielfach zu Tage traten und besonders am Vorabend der Reformation offenkundig waren.“ So klagte beispielsweise der Bischof von Meißen über die Konkubinatsverhältnisse der Kleriker: „Unsere Pfarrer sind fast sämtlich Konkubinarien […].“ Luther und andere Reformatoren traten für die Abschaffung dieses erzwungenen Zölibats ein, weil sie keine Begründung für dieses in den biblischen Schriften sahen. Damit war der Weg für die Heirat und die Familiengründung evangelischer Theologen frei und der Grundstein für die Entstehung eines evangelischen Pfarrhauses gelegt.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel I: Die Erwartungen an das evangelische Pfarrhaus und die Suche nach ihrer Entstehung: Untersuchung der geschichtlichen Wurzeln des Pfarrhauses und der daraus entstandenen Erwartungen an Bewohner und Funktionen.

Kapitel II: Die heutigen Lebensumstände: Analyse aktueller gesellschaftlicher Bedingungen, insbesondere hinsichtlich Demographie, Wohlstand und modernen Lebensstilen.

Kapitel III: Konfliktfelder zwischen Erwartungen und Lebensumständen: Identifikation und Darstellung der Spannungsbereiche, die zwischen historisch gewachsenen Idealen und der modernen Lebenswelt der Pfarrhausbewohner existieren.

Kapitel IV: Der Umgang mit den entstandenen Konfliktfeldern: Reflexion über aktuelle Lösungsansätze und Notwendigkeiten für strukturelle Veränderungen in der evangelischen Kirche.

Schlüsselwörter

Evangelisches Pfarrhaus, Reformation, Pfarrfamilie, Pfarrehe, Rollenverständnis, Bildung, Kultur, Sozialstation, Zölibat, Gesellschaftlicher Wandel, Lebensstile, Konfliktfelder, EKD, Pfarrdienstgesetz, Gemeindearbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss historisch gewachsener Erwartungen an das deutsche evangelische Pfarrhaus auf das aktuelle Leben der Pfarrhausbewohner und analysiert, wie diese mit heutigen gesellschaftlichen Lebensumständen harmonieren oder in Konflikt geraten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Entstehungsgeschichte des Pfarrhauses, der Wandel von Familie und Lebensformen, die Rolle der Pfarrfrau und -familie sowie Bildungs- und Kulturaspekte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob die jahrhundertealte Tradition des Pfarrhauses noch mit den modernen Lebensbedingungen vereinbar ist und wo Anpassungsbedarf besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die soziologische und kirchengeschichtliche Quellen nutzt, um Erwartungshorizonte und Lebenswirklichkeiten in Beziehung zu setzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die historisch gewachsenen Erwartungen definiert, dann die heutigen soziologischen Lebensumstände beleuchtet und schließlich die sich daraus ergebenden Konfliktfelder detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Pfarrfamilie, Pfarrehe, Reformationsgeschichte, gesellschaftlicher Wandel, Rollenverständnis, kirchliche Rahmenbedingungen und moderne Lebensstile.

Wie hat sich die Erwartung an die Pfarrfrau historisch gewandelt?

Die Rolle wandelte sich von der traditionellen Hausfrau und unterstützenden "Pfarrfrau" hin zur eigenständigen, oft berufstätigen Person, die jedoch nach wie vor mit alten Rollenbildern und Erwartungen der Gemeinde konfrontiert ist.

Welchen Stellenwert nimmt die Dienstwohnungspflicht in der modernen Diskussion ein?

Sie gilt als eines der umstrittensten Themen im Pfarrdienstgesetz, da sie die Freiheit der Lebensgestaltung einschränkt und oft zu finanziellen und persönlichen Belastungen führt, was zu Forderungen nach mehr Offenheit und Flexibilität führt.

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Résumé des informations

Titre
Das evangelische Pfarrhaus - ein Haus zwischen Himmel und Erde
Sous-titre
Erwartungen an das deutsche evangelische Pfarrhaus und der Umgang mit ihnen
Université
Protestant University of Applied Sciences Berlin
Cours
Evangelische Religionspädagogik
Note
2,0
Auteurs
Nicole Pagels (Auteur), Tina Fritzsche (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
196
N° de catalogue
V203968
ISBN (ebook)
9783656319818
ISBN (Livre)
9783656320999
Langue
allemand
mots-clé
pfarrhaus haus himmel erde erwartungen umgang
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nicole Pagels (Auteur), Tina Fritzsche (Auteur), 2012, Das evangelische Pfarrhaus - ein Haus zwischen Himmel und Erde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203968
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Extrait de  196  pages
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