Seit seinem Start im Jahre 2006, gewann der Microblogging-Dienst Twitter stetig an Bedeutung. Bereits jetzt, fünf Jahre nachdem die ersten Nachrichten in Twitter verschickt wurden, hat es sich als nützliches Tool für Unternehmen etabliert um mit Kunden in Kontakt zu treten, erwies sich aber auch für normale Nutzer nützlich, um mit Gleichgesinnten über die verschiedensten Thematiken zu diskutieren und sich über die gemeinsamen Interessen auszutauschen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die verschiedensten communities of practice in Twitter gebildet haben und die Plattform nutzen, um sich innerhalb der jeweiligen Gemeinschaft auszutauschen und zu kommunizieren.
Anfänglich als allgemeine Netzwerkanalyse informeller communities of practice zur Softwareentwicklung in Twitter gedacht, hat sich die Zielsetzung und somit auch die Problemstellung dieser Arbeit geändert, nachdem die über Twitter verschickten Nachrichten zur Softwareentwicklung einer ersten Analyse unterzogen wurden. Anhand dieser Analyse wurde deutlich, dass der Großteil der Nachrichten in Twitter, die sich thematisch mit Softwareentwicklung beschäftigen, Stellenangebote von Unternehmen sind. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden diese Nachrichten Job-Tweets genannt.
Die Frage, die sich bei der Betrachtung dieser Tatsache stellt ist, wieso Unternehmen ihre Mitarbeiter über Twitter rekrutieren. Welche Vorteile bringt diese unkonventionelle Vorgehensweise mit sich und wie effizient ist sie?
Da Twitter immer mehr zu einem wichtigen Informationsnetzwerk avanciert, ist diese Vorgehensweise der Unternehmen eine genauere Betrachtung wert. Sie zeigt auf, wie ein Dienst wie Twitter professionell von Unternehmen für die verschiedensten Zwecke genutzt werden kann.
Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Effizienz von Stellenangeboten im Bereich der Softwareentwicklung, die von Unternehmen im deutschsprachigen Raum über die Plattform Twitter geschaltet werden, zu analysieren.
Es soll erarbeitet werden, welche Vorteile Unternehmen in der Schaltung von Stellenangeboten über Twitter sehen und wie bei solch einer Schaltung vorgegangen wird.
Welche Nutzergruppe reagiert auf die in Twitter geschalteten Stellenangebote? Lassen sich diese Nutzergruppen clustern, d.h., lassen sich die reagierenden Nutzer in bestimmter Weise gruppieren?
Des Weiteren soll untersucht werden, wie erfolgreich die Veröffentlichung von Stellenangeboten in Twitter ist.
Abschließend wird ein Modell für optimale Job-Tweets vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehensweise
1.4 Datengrundlage dieser Arbeit
1.5 Ergebnisse dieser Arbeit
1.6 Begriffserklärung
1.6.1 Netzwerkanalyse
1.6.2 Twitter und Tweets
1.6.3 Follower
1.6.4 Communities of practice
2. Analyse der Tweets
2.1 Inhaltlicher Aufbau der Tweets
2.2 Die Kommunikationsmechanismen
2.3 Ein Vergleich zwischen den Tweets von Jobbörsen und anderer Unternehmen
3. Auswertung der Fragebögen
3.1 Vorteile der Schaltung eines Stellenangebots in Twitter aus Unternehmenssicht
3.2 Reagierende Nutzergruppen
3.3 Der Erfolg der Veröffentlichung von Stellenangeboten in Twitter
4. Alternative Vorgehensweisen zur Steigerung der Effizienz
4.1 Alternative Vorgehensweisen zur Steigerung der Reichweite
4.2 Alternative Vorgehensweisen zur Gewinnung qualifizierter Bewerber
4.3 Das AFBA-Modell
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die Analyse der Effizienz und der Kommunikationsmechanismen bei der Veröffentlichung von Stellenangeboten für Softwareentwickler durch Unternehmen auf der Plattform Twitter im deutschsprachigen Raum. Die Forschungsfrage untersucht, welche Vorteile Unternehmen darin sehen, wie sie dabei vorgehen, wer darauf reagiert und wie erfolgreich diese Form der Rekrutierung im Vergleich zu klassischen Kanälen ist.
- Strukturelle Analyse von Stellenanzeigen (Job-Tweets) auf Twitter.
- Identifikation von Kommunikationsmechanismen und Reichweitenstrategien.
- Empirische Untersuchung der reagierenden Nutzergruppen.
- Evaluation des Erfolgs und der Effizienz der Twitter-Rekrutierung.
- Entwicklung des AFBA-Modells zur Optimierung von Job-Tweets.
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Kommunikationsmechanismen
Der Tweet ist nun verfasst und die ersten Nutzer schenken ihm Aufmerksamkeit. Darauf folgt nun der nächste Schritt. Um den maximalen Nutzen aus einem Job-Tweet zu ziehen, müssen die Unternehmen versuchen diesen so weit wie nur möglich zu verbreiten. Das Ziel ist es, die Reichweite dieses Tweets zu erhöhen und zu maximieren. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es verschiedene Mechanismen.
Der einfachste Weg, den Tweet zu verbreiten, ist ihn mehrmals zu veröffentlichen oder den eigenen Tweet zu retweeten. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass er von allen Followern gelesen wird und dass es bei einer Suche, zum Beispiel über einen Hashtag, gefunden wird. Dabei wird der Selbe Tweet entweder direkt mehrmals hintereinander, oder mit einigen Stunden oder Tagen Abstand erneut veröffentlicht. Die effektivere Methode der beiden ist Letztere, da bei einer mehrmaligen Veröffentlichung unmittelbar hintereinander die Leserschaft größtenteils dieselbe bleibt und nur wenige neue Leser dazu kommen, während man bei einer mehrmaligen Veröffentlichung mit einem größeren zeitlichen Abstand davon ausgehen kann, dass die Tweets eine breitere Masse erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, definiert die Problemstellung und Zielsetzung und beschreibt die methodische Vorgehensweise sowie die Datengrundlage der Analyse.
2. Analyse der Tweets: Hier wird der inhaltliche Aufbau von Stellenanzeigen auf Twitter untersucht, die Kommunikationsmechanismen zur Reichweitensteigerung identifiziert und ein Vergleich zwischen Unternehmen und Jobbörsen gezogen.
3. Auswertung der Fragebögen: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Unternehmensbefragung zu den wahrgenommenen Vorteilen, den typischen Bewerbermerkmalen und dem tatsächlichen Erfolg der Twitter-Rekrutierung.
4. Alternative Vorgehensweisen zur Steigerung der Effizienz: Hier werden Strategien zur Optimierung der Reichweite und der Qualität von Bewerbern vorgestellt, inklusive der Vorstellung des eigens entwickelten AFBA-Modells für optimale Job-Tweets.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung von Twitter als Rekrutierungskanal, wobei betont wird, dass er derzeit am sinnvollsten als Teil einer Crossmedia-Kampagne eingesetzt wird.
Schlüsselwörter
Twitter, Stellenangebote, Rekrutierung, Softwareentwicklung, Social Media Marketing, Job-Tweets, Employer Branding, Reichweite, Kommunikationsmechanismen, Crossmedia Kampagne, Bewerberanalyse, AFBA-Modell, Netzwerkanalyse, Communities of practice, Online-Bewerbung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Nutzung des Microblogging-Dienstes Twitter durch Unternehmen zur Rekrutierung von Personal, speziell im Bereich der Softwareentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind der inhaltliche Aufbau von Stellenanzeigen, die genutzten Mechanismen zur Erhöhung der Reichweite sowie die Effektivität und Effizienz der Plattform für das Personalmarketing.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, zu analysieren, wie effizient Stellenangebote in Twitter geschaltet werden, welche Vorteile Unternehmen darin sehen und wie erfolgreich die Personalsuche über diesen Kanal tatsächlich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kombinierten Vorgehensweise: einer quantitativen Analyse von über 2.000 gesammelten Job-Tweets sowie einer empirischen Befragung von Unternehmen mittels Online-Fragebögen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Analyse der Tweets, die Identifikation von Kommunikationsmechanismen, die Auswertung der Unternehmensbefragung sowie die Erarbeitung von Optimierungsvorschlägen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Twitter-Rekrutierung, Job-Tweets, Reichweitenmaximierung, Employer Branding und Crossmedia-Kampagnen beschreiben.
Was ist das AFBA-Modell?
Das AFBA-Modell ist ein vom Autor konzipiertes Framework in vier Schritten (Attention, Filtering, Binding, Apply), das Unternehmen dabei unterstützen soll, den perfekten, reichweitenstarken und effizienten Job-Tweet zu erstellen.
Warum ist Twitter laut der Analyse keine echte Alternative zur Jobsuche?
Laut der Studie mangelt es Twitter derzeit an qualifizierten Bewerbern und der gezielten Wahrnehmung als ernsthafte Jobbörse, weshalb die Plattform primär als unterstützender Kanal in einer breiteren Marketingstrategie fungieren sollte.
- Quote paper
- Kerim Hajji (Author), 2011, Twitter als Jobbörse: Wie Unternehmen soziale Medien effizient für die Mitarbeiterakquise nutzen können, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204039