Der alltägliche Gang zur Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Nicht nur der Aspekt Geld zu verdienen, um damit seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können, zählt, sondern auch die Identifikation mit dem Beruf selbst. Idealerweise sollte ein Jeder hinter seinem Beruf stehen können, sich am Arbeitsplatz wohl fühlen und mit Begeisterung best möglichste Leistungen erbringen. Doch die Realität sieht oft ganz anders aus. Eine aktuelle Studie des Markt- und Sozialforschungsinstitutes IFAK zeigt, welch raues Arbeitsklima an deutschen Arbeitsplätzen herrscht. Demnach war bereits jeder achte Beschäftige am aktuellen Arbeitsplatz Opfer von Mobbing, was bei allen erwerbstätigen Menschen in Deutschland eine Opferzahl von 3,8 Millionen ergeben würde. Ebenso erschreckende Ergebnisse stellt ein Artikel der Süddeutschen Zeitung dar: So muss jeder vierte Arbeitnehmer innerhalb der Europäischen Union im Laufe seines beruflichen Lebens damit rechnen, psychisch zu erkranken (Süddeutsche 2007). Das Thema Arbeitszufriedenheit wurde in den USA in den 50er und 60er, in Deutschland in den 70er Jahren populär und interessant für Wissenschaft und Forschung (vgl. Hummel, 1995, S.11). Im Rahmen der Forschung zur Humanisierung des Arbeitslebens gewann das Konstrukt der Arbeitszufriedenheit als subjektiver Indikator für das Erleben von Arbeit enorm an Bedeutung (vgl. Temme & Tränkle 1996, S.275). Doch inwiefern stehen Aspekte der Unsicherheit, aber auch der Zufriedenheit, die Menschen im Hinblick auf ihre Arbeit empfinden, im unmittelbaren Zusammenhang mit Emotionen? Emotionen begegnen uns ständig im alltäglichen Leben. Sie sind demnach Begleiter des Menschen in jeglichen Situationen. Es dürfte wohl kein Tag geben, an dem nicht emotional gehandelt, gedacht oder sich verhalten wird. Wir freuen uns über Geschenke unserer Liebsten, reagieren mit Ärger, wenn es auf der Arbeit nicht wie gewollt voran geht, entwickeln Mitgefühl gegenüber Menschen in Notsituationen oder empfinden Angst, wenn die nächste Mathematikklausur ansteht. Darüber hinaus sind Emotionen in unserem Erfahrungsschatz eingeschlossen und stehen in Verbindung mit bestimmten Ereignissen, die für uns persönlich bedeutsam sind, wie zum Beispiel der Gedanke an den Tod einer nahe stehenden Person. Befinden wir uns in einer gefährlichen Lage und fürchten uns, folgt die Reaktion der Vermeidung durch Rückzug. Emotionen können aber auch ungewollte „Nebenwirkungen“ mit sich bringen...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Thema
1.2. Ziel und Fragestellung der Arbeit
2. Kriterien der Befindlichkeit
2.1. Arbeitszufriedenheit
2.1.1. Definition und Abgrenzung
2.1.2. Theorien zur Arbeitszufriedenheit
2.1.3. Arbeitsplatzunsicherheit und Arbeitszufriedenheit
2.2. Arbeitsemotionen
2.2.1. Emotionsbegriff
2.2.2. Die Emotionstheroie nach Plutchik
2.2.3. Emotionen bei der Arbeit
3. Arbeitszufriedenheitsforschung
3.1. Explorative Studie von Temme
3.1.1. Kritik
3.2. Affective-events-theory“ von Weiss und Cropanzano
3.2.1. Kritik
4. Personalentwicklung und Einflussnahme auf Arbeitsemotionen
4.1. Was ist Personalentwicklung?
4.2. Das Konzept Human Resource Management
4.3. Motivationsförderung der Mitarbeiter durch Feedback u. Gespräch
5. Resümee und Schlussworte
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Arbeitsplatzunsicherheit, der Arbeitszufriedenheit und dem Erleben von Emotionen am Arbeitsplatz. Ziel ist es, auf Basis theoretischer Modelle und explorativer Studien aufzuzeigen, wie Emotionen das Arbeitsverhalten beeinflussen und welche Ansätze der Personalentwicklung, insbesondere durch Feedback und Mitarbeitergespräche, zur Motivationssteigerung und Emotionsbeeinflussung genutzt werden können.
- Grundlagen der Arbeitszufriedenheit und Emotionen im Arbeitskontext
- Analyse der "Affective Events Theory" von Weiss und Cropanzano
- Explorative Untersuchung der emotionalen Arbeitserlebnisse nach Temme
- Personalentwicklung und Human Resource Management als Steuerungsinstrumente
- Förderung der Mitarbeitermotivation durch Kommunikation und Feedback
Auszug aus dem Buch
Die Emotionstheroie nach Plutchik
Die Grundzüge der Theorie, die der amerikanische Psychologe Robert Plutchik selbst als psychoevolutionäre Emotionstheorie bezeichnet, wurden bereits 1958 in von ihm angefertigten Arbeiten dargestellt (vgl. Meyer u.a. 2003, S.145). Wie auch viele andere evolutionspsychologische Emotionstheoretiker, geht auch Plutchik davon aus, dass sich Emotionen in der Stammesgeschichte durch natürliche Selektion herausgebildet haben und somit eine genetische Komponente in sich tragen (vgl. Meyer u.a. 2003, S.145). Des Weiteren existieren nach Plutchik acht grundlegende Emotionen, so genannte primäre Emotionen. Diese Basisemotionen lassen sich auf Mechanismen zu Verhaltensweisen zurückführen, die sich innerhalb der Phylogenese entwickelt haben und der Bewältigung von Anpassungsproblemen dienten, wie etwa der Fortpflanzung oder dem Schutz vor möglichen Feinden (vgl. Meyer u.a. 2003, S.146). Die acht Basisemotionen, von denen Plutchik ausgeht, sind spezielle psychologische Prozesse oder Sequenzen von Reaktionen, die wie erwähnt auf ererbten Dispositionen beruhen und die das Überleben eines Individuum sichern (vgl. Meyer u.a. 2003, S.149). In seinen Arbeiten schreibt Plutchik, dass alle Organismen Nahrung finden müssen, Verletzungen vermeiden sollten, potentielle Feinde erkennen und ihre Art reproduzieren müssen, um zum Einen zu Überleben und zum anderen die Population aufrecht zu erhalten (vgl. Plutchik 1984, S.201). Zu den acht primären Emotionen zählt Plutchik Furcht, Ärger, Freude, Traurigkeit, Akzeptieren/Vertrauen, Ekel, Erwartung und Überraschung. Diesen Emotionen ordnet er bestimmten Verhaltensweisen zu, was in folgender Abbildung dargestellt ist (vgl. Meyer u.a. 2003, S.150 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Arbeitszufriedenheit und die Relevanz von Emotionen im beruflichen Alltag unter Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen wie Mobbing und psychischer Belastung.
2. Kriterien der Befindlichkeit: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Arbeitszufriedenheit und Emotionen, inklusive der Vorstellung von Plutchiks psychoevolutionärer Emotionstheorie.
3. Arbeitszufriedenheitsforschung: Kritische Analyse der explorativen Studie von Temme sowie der "Affective-events-theory" von Weiss und Cropanzano zur Erklärung der Zusammenhänge zwischen Arbeitsereignissen und Emotionen.
4. Personalentwicklung und Einflussnahme auf Arbeitsemotionen: Erläuterung der Bedeutung von Personalentwicklung und Human Resource Management zur aktiven Gestaltung der Arbeitsumgebung und Mitarbeitermotivation.
5. Resümee und Schlussworte: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Rolle von Emotionen in der Arbeitswelt und Plädoyer für eine wertschätzende Führungskultur durch Feedback und Dialog.
Schlüsselwörter
Arbeitszufriedenheit, Emotionen, Arbeitsplatzunsicherheit, Personalentwicklung, Human Resource Management, Affective Events Theory, Mitarbeitermotivation, Feedback, Mitarbeitergespräch, Arbeitsverhalten, Arbeitsemotionen, Organisationskultur, Humankapital, Arbeitsklima, Psychologie der Arbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie Emotionen und Arbeitszufriedenheit in einem direkten Zusammenhang stehen und welchen Einfluss diese auf das Verhalten von Mitarbeitern im Arbeitskontext ausüben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernbereichen gehören die theoretische Definition von Arbeitszufriedenheit, psychologische Emotionstheorien, die Auswirkungen von Arbeitsplatzunsicherheit sowie Strategien der Personalentwicklung zur Förderung der Mitarbeitermotivation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob Emotionen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit Arbeitszufriedenheit stehen, welche Emotionen dabei eine Rolle spielen und welchen Einfluss diese letztlich auf das konkrete Arbeitsverhalten nehmen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, der kritischen Auseinandersetzung mit psychologischen Modellen (z.B. Plutchik, Weiss & Cropanzano) sowie der Auswertung einer explorativen Studie von Temme.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Befindlichkeitskriterien, die wissenschaftliche Forschung zu Arbeitszufriedenheit und Emotionen sowie die praktische Anwendung durch Maßnahmen der Personalentwicklung und des Human Resource Managements.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die wichtigsten Schlagworte sind Arbeitszufriedenheit, Emotionen, Personalentwicklung, Feedback und Human Resource Management.
Welche Rolle spielen Mitarbeitergespräche in diesem Kontext?
Mitarbeitergespräche werden als zentrales Instrument der Personalentwicklung identifiziert, um durch offenen Dialog und Feedback Verständnis zu fördern, Konflikte zu mindern und die Arbeitszufriedenheit positiv zu beeinflussen.
Warum ist das Humankapital für das Unternehmen wichtig?
Das Humankapital wird als Gesamtheit der persönlichen Eigenschaften, des Wissens und der Energie der Mitarbeiter verstanden; seine proaktive Entwicklung durch Führung und Motivation ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.
- Arbeit zitieren
- M.A. Janine Romppel (Autor:in), 2008, Der Einfluss von Emotionen auf die Arbeitszufriedenheit und die Integration des Konzeptes Human Resource Management , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204053