Intangible Assets beziehungsweise immaterielles Vermögen ist in dem Wertschöpfungsprozess von Unternehmen zu der wohl bedeutendsten Ressource nachhaltigen Erfolges avanciert. Die Tatsache, dass der Marktwert eines Unternehmens mehr als das Sechsfache seines Bilanzwertes, in Einzelfällen sogar mehr, ausmacht , gibt Anlass dazu eben jene Ressourcen im Unternehmen zu lokalisieren und einer Wesensbestimmung zu unterziehen. Daneben stößt die externe Berichterstattung im Zuge des Value Reporting immaterieller Werte auf steigendes Interesse der breiten Öffentlichkeit. Der Wunsch nach einer ganzheitlichen Abbildung des Unternehmenswertes impliziert dabei auch die Berücksichtigung nicht-physischer Komponenten wie dem Image, Know-how oder Beziehungskapital. Ob-wohl ein aktives Bewusstsein für immaterielle Vermögenswerte in den meisten Organisationen präsent ist, sind insbesondere Probleme bei der erfolgreichen Integration, Bewertung und Fortführung dieser Ressourcen zu beobachten.
Das Controlling stellt dabei die zentrale Instanz für die wertorientierte Ausrichtung des Unternehmens dar, indem wesentliche Werttreiber identifiziert, bewertet und auf die Unternehmensstrategie ausgerichtet werden. Neben der Führungsunterstützungsfunktion des Controllings ist der Aufgabenbereich, der Planung und Kontrolle mit dem Informations-versorgungssystem koordiniert, ausschlaggebend für die erfolgreiche Integration und Operationalisierung immaterieller Ressourcen.
Die vorliegende Arbeit hat es daher zum Ziel, die mitunter durch das Controlling genutzten und bereitgestellten Instrumente zur Identifikation und Bewertung immaterieller Ressourcen darzustellen und im Rahmen einer kritischen Analyse die Ansätze hinsichtlich ihres praktischen Nutzens zu evaluieren. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2 Grundlagen
2.1 Wertorientiertes Controlling
2.1.1 Ursprung und Definition des Controllings
2.1.2 Controlling als Führungsunterstützungsfunktion
2.1.3 Ziele und Messgrößen des wertorientierten Controllings
2.1.3.1 Zielbildung und wertorientierte Steuerungsgrößen
2.1.3.2 Methoden der Unternehmensbewertung
2.2 Intangible Assets
2.2.1 Definitionen und begriffliche Abgrenzung
2.2.2 Besonderheiten und Bedeutung
2.2.3 Kategorisierung der Intangible Assets
2.2.4 Bilanzielle Behandlung von Intangible Assets
2.2.4.1 Bilanzierung nach HGB
2.2.4.2 Bilanzierung nach IFRS/IAS
3 Methoden und Instrumente zur Identifikation erfolgskritischer Ressourcen
3.1 Balanced Scorecard
3.2 Skandia Navigator
3.3 Intangible-Asset-Monitor
3.4 Intellectual Capital Statement
3.5 Das Konzept des Arbeitskreises Wissensbilanz
3.6 Value Chain Scoreboard
3.7 Intellectual Capital Audit
4 Methoden und Instrumente zur Bewertung erfolgskritischer Ressourcen
4.1 Kosten- und renditeorientierte Bewertungsansätze
4.1.1 Bewertung nach verschiedenen Kostenansätzen
4.1.2 Return on Assets-Modelle
4.2 Erfolgsorientierte Bewertungsansätze
4.2.1 Economic Value Added und Market Value Added
4.2.2 Free Cashflow
4.3 Marktorientierte Bewertungsansätze
4.3.1 Market-to-Book Value / Ratio
4.3.2 Tobins’q
4.4 Kombinierte Bewertungsansätze
4.4.1 Value Added Intellectual Coefficient (VAIC)
4.4.2 Intellectual Capital Earnings
4.4.3 Calculated Intangible Value
4.5 Bewertungsansätze einzelner immaterieller Vermögenswerte
4.5.1 Markenbewertungsmodell nach Interbrand
4.5.2 Customer Lifetime Value (CLV)
5 Praxisbeispiele zu immateriellem Vermögen
5.1 Studie zur Behandlung immateriellen Vermögens in der Praxis
5.2 Ausgewählte Geschäftsberichte
5.2.1 EnBW AG
5.2.2 Daimler AG
5.2.3 SAP AG
6 Kritische Würdigung und Zukunftsausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung immaterieller Ressourcen für den Unternehmenserfolg und analysiert Instrumente zu deren Identifikation und Bewertung durch das Controlling, um deren praktischen Nutzen kritisch zu evaluieren.
- Wertorientiertes Controlling und die Steuerung immaterieller Werte
- Methoden zur Identifikation von Intangible Assets
- Ansätze zur monetären Bewertung immaterieller Ressourcen
- Praxisbeispiele und die Rolle der externen Berichterstattung
Auszug aus dem Buch
3.1 Balanced Scorecard
Die 1996 von Kaplan und Norton entwickelte Balanced Scorecard (BSC) ist zum Meilenstein im strategischen Managementsystem avanciert und diente als Vorreiter vieler anderer Ansätze, wie z. B. dem des Skandia Navigator. Sie erlaubt es die Unternehmensziele konkret in einer Strategie zu formulieren, diese ergebnisorientiert umzusetzen, operativ messbar zu machen und organisationale Zusammenhänge und Potenziale aufzudecken. Den Ausgangspunkt bildet die Entwicklung der Strategie, abgeleitet aus der Unternehmensvision. Dabei geht die BSC über rein finanzielle Messgrößen hinaus und bedient sich ebenso subjektiver wie qualitativer Kennzahlen, um nichtmonetäre Leistungsindikatoren, sogenannte Key-Performance-Indicators (KPI), in der Strategieumsetzung zu berücksichtigen. Die einzelnen Leistungsindikatoren, vorwiegend in Intangible Assets wie dem Humankapital zu finden, gilt es zu identifizieren und dabei zu bestimmen, welche Auswirkungen Investitionen in solche Werttreiber haben und wie sie im Einzelnen auf jeder Stufe der Leistungserstellung zum Unternehmenserfolg beitragen. Wichtig dabei ist die systematische Rückkopplung mit der Unternehmensstrategie, die im Fokus der Erfolgskontrolle steht, um auf veränderte Rahmenbedingungen antizipativ reagieren zu können und bei Bedarf die Strategie entsprechend anzupassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt die Problemstellung und die Vorgehensweise der Arbeit dar, insbesondere die steigende Relevanz immaterieller Vermögenswerte für den Unternehmenserfolg.
2 Grundlagen: Behandelt das wertorientierte Controlling sowie Definitionen, Bedeutung und die bilanzielle Behandlung von Intangible Assets nach HGB und IFRS.
3 Methoden und Instrumente zur Identifikation erfolgskritischer Ressourcen: Analysiert verschiedene Modelle zur Identifikation von immateriellem Vermögen, wie die BSC, den Skandia Navigator oder den Intangible-Asset-Monitor.
4 Methoden und Instrumente zur Bewertung erfolgskritischer Ressourcen: Diskutiert diverse Ansätze zur monetären Bewertung, von kostenbasierten über erfolgs- bis hin zu marktorientierten Verfahren.
5 Praxisbeispiele zu immateriellem Vermögen: Veranschaulicht anhand von Studien und ausgewählten Geschäftsberichten, wie Unternehmen in der Praxis mit immateriellen Werten umgehen.
6 Kritische Würdigung und Zukunftsausblick: Reflektiert die Ergebnisse und zieht ein Fazit über die Herausforderungen bei der Identifikation und Bewertung immaterieller Ressourcen.
Schlüsselwörter
Wertorientiertes Controlling, Intangible Assets, Immaterielle Vermögenswerte, Unternehmensbewertung, Balanced Scorecard, Wissensbilanz, Intellectual Capital, Werttreiber, Marktwert, Bilanzierung, Strategieumsetzung, Performance Measurement, Humankapital, Goodwill, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der zunehmenden Bedeutung immaterieller Vermögenswerte für den Unternehmenserfolg und den Möglichkeiten des Controllings, diese zu identifizieren, zu steuern und zu bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Wertorientierung im Controlling, den theoretischen Grundlagen zu Intangible Assets, den Methoden zu deren Identifikation sowie verschiedenen Bewertungsansätzen und deren Praxisanwendung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Instrumente zur Identifikation und Bewertung immaterieller Ressourcen darzustellen und deren praktischen Nutzen durch eine kritische Analyse zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literarische Arbeit, die bestehende Konzepte, Studien und Methoden der Unternehmenssteuerung und -bewertung systematisiert und kritisch würdigt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl Methoden zur Identifikation (z. B. Balanced Scorecard, Wissensbilanz) als auch zur Bewertung (z. B. EVA, MVA, marktorientierte Verfahren) analysiert und deren Anwendung an Praxisbeispielen verdeutlicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Intangible Assets, wertorientiertes Controlling, Intellectual Capital und Unternehmensbewertung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Bilanzierung nach HGB und IFRS bei diesen Werten?
Die Arbeit erläutert, dass sowohl HGB als auch IFRS bei der Bilanzierung selbst erstellter immaterieller Werte zurückhaltend sind, jedoch im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen genauere Anforderungen an die Bewertung stellen.
Welche Rolle spielt die Wissensbilanz in diesem Dokument?
Die Wissensbilanz wird als Instrument zur strategischen Steuerung von Wissen und als Methode zur Visualisierung von Zusammenhängen im intellektuellen Kapital detailliert vorgestellt und hinsichtlich ihrer Praxisrelevanz bewertet.
Welche Herausforderungen bestehen bei der monetären Bewertung?
Die größte Herausforderung liegt in der mangelnden Separierbarkeit immaterieller Komponenten vom gesamten Unternehmenserfolg sowie der Subjektivität der Bewertung, was eine exakte monetäre Zuordnung oft erschwert.
- Citar trabajo
- Timo Barz (Autor), 2012, Unternehmenswertorientiertes Controlling und Intangible Assets, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204077