Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der intersektionalen Analyse von Bildungswegen bzw. Bildungswegentscheidungen.
Das in Österreich und vielen weiteren Ländern (Europas) existente Bildungssystem lässt sich heute beinahe mit einem Kastenwesen vergleichen. Die Kinder „erben“, wenn nicht den Beruf, häufig zumindest den Bildungsstand ihrer Eltern. Dieser hat schon früh einen großen Einfluss auf den zukünftigen Bildungsverlauf der Kinder.
Aber auch andere Faktoren (Geschlecht, Herkunft, sozialer Status), welche sich überwiegend klar benennen lasse, spielen eine erhebliche Rolle in der Entwicklung. Der Frage, wie Eltern das erfolgreiche Vorankommen ihrer Nachkommen unterstützen oder aber auch behindern soll nachgegangen werden.
Die Wirkung verschiedener Einzelursachen aufeinander sowie deren Einfluss auf den Bildungsverlauf bilden die Basis für diese Arbeit.
Nach einem einführenden theoretischen Teil wird das zur Verfügung stehende Material, einem Interview mit der Mutter eines schulpflichtigen Kindes, welche selbst einen „wenig erfolgreichen Bildungsverlauf“ aufweist, mittels einer intersektionalen Auswertung nach Degele Winker näher betrachtet. Es handelt sich hierbei um ein leitfadengestützes Interview, welches unter Berücksichtigung der ersten vier Punkte der „Acht Schritte einer intersektionalen Mehrebenenanalyse“ aus dem Buch Intersektionalität, Winker G., Degele N. aus dem Jahr 2009, untersucht wird.
Die Arbeit greift im gesamten Verlauf auf unterschiedliche Theorien und Ansätze zurück, welche sich auf die Weitervererbung und Sozialisierung von Bildungsabschlüssen sowie den positiven als auch negativen Auswirkungen auf folgende Generationen im Rahmen des Konzepts der Intersektionalität beziehen.
Inhalt
1. Einleitung
2. Intersektionalität
3. Ethnizität
4. Ethnisierung und Rassismus
5. Reproduktion schichtspezifischer Ungleichheiten
6. Sozialschichtzugehörigkeit und Bildungsbeteiligung
7. Forschungsablauf
8. Analyse
8.1 Kurzbiografie
8.2 Vier Schritte einer intersektionalen Mehrebenenanalyse
8.2.1 Differenzierungskategorien herausarbeiten
8.2.2 Werte, Normen, Ideologien explizit machen
8.2.3 Zuordnung struktureller Gegebenheiten (zu den auf der Strukturebene vorgegeben 4 Kategorien)
8.2.4 Wechselwirkung zentraler Kategorien
9. Interpretation
10. Resümee
11. Literaturverzeichnis
12. Abbildungsverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Welchen Einfluss haben Eltern auf den Bildungsweg ihrer Kinder?
Der Bildungsstand und soziale Status der Eltern haben einen erheblichen Einfluss darauf, ob Kinder im Bildungssystem erfolgreich vorankommen oder behindert werden.
Was ist eine intersektionale Analyse?
Eine Methode, die das Zusammenwirken verschiedener Differenzkategorien wie Geschlecht, Herkunft und soziale Schicht gleichzeitig untersucht.
Was sind die „acht Schritte“ nach Winker und Degele?
Ein systematisches Modell zur Mehrebenenanalyse, um Wechselwirkungen zwischen Identität, Symbolik und Struktur aufzudecken.
Wird Bildung in Österreich „vererbt“?
Die Arbeit zieht den Vergleich zu einem Kastenwesen, in dem Kinder häufig den Bildungsstand ihrer Eltern übernehmen.
Welche Rolle spielen Ethnisierung und Rassismus für Bildungswege?
Diese Faktoren wirken oft als zusätzliche Barrieren, die zusammen mit der sozialen Schichtzugehörigkeit die Bildungsbeteiligung einschränken.
- Citation du texte
- Thomas Lechleitner (Auteur), 2012, Intersektionale Analyse von Bildungswegentscheidungen - "Welchen Einfluss haben Eltern auf den Bildungsweg ihrer Kinder?", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204146