Maßnahmen zur Reduktion von Krankheitstagen


Studienarbeit, 2011
17 Seiten, Note: 1,5
Anonym

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Produktivitätsverlust
2.1. Definition Absentismus
2.2. Definition Präsentismus
2.3. Gründe für Absentismus und Präsentismus
2.4. Produktivitätsverluste durch Absentismus und Präsentismus

3. Maßnahmen zur Reduktion von Fehlzeiten
3.1. Verbesserungen der Arbeitsbedingungen
3.2. Prävention psychischer Krankheiten
3.3. Motivation der Mitarbeiter
3.4. Unterstützung von Eltern
3.5. Weitere Maßnahmen zur Prävention von Krankheiten
3.6. Bedeutung von Absentismus und Präsentismus im Unternehmen
3.7. Wirkung der Maßnahmen

4. Beurteilung der Maßnahmen

5. Schluss

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

“The candle that burns twice as bright burns half as long. “ (Scott, 1982). Dieses Zitat trifft perfekt auf das Burn-Out-Syndrom zu, welche seit den 80er Jahren ein wichtiges Thema in der Wirtschaft ist. Burn-Out, also ausgebrannt sein, ist eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung.

Im Laufe der letzten 10 Jahre ist psychischen Erkrankungen, auch aus wirtschaftlicher Sicht, immer größere Beachtung geschenkt worden. Ein Grund hierfür sind die enormen Kosten, die diese durch Produktivitätsverlust verursachen. In der folgenden Arbeit wird daher unter- sucht welche Präventionen und konkreten Maßnahmen zur Reduktion von Krankheitstagen umgesetzt werden.

Zu Beginn der Arbeit werden die Begriffe Absentismus und Präsentismus definiert und Gründe für diese Verhaltensweisen genannt. Anschließend wird der wirtschaftliche Produktivitätsverlust aufgezeigt und präventive Maßnahmen vorgestellt Diese wiederum werden in einer Reflexion kritisch beurteilt. Am Ende der Arbeit folgt ein Fazit in dem alle wichtigen Punkte noch einmal zusammen gefasst und vom Autor kommentiert werden.

2. Produktivitätsverlust

Produktivitätsverlust durch Krankheit ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor bei vielen Unternehmen. Dieser entsteht aber nicht nur durch Mitarbeiter, die nicht krankheitsbedingt zu Hause bleiben, sondern auch durch Mitarbeiter, die trotz Erkrankung an den Arbeitsplatz kommen. Im Folgenden werden verschiedene Verhalten von Arbeitnehmern beschrieben und näher erläutert.

2.1. Definition Absentismus

Es gibt unzählige Definitionen des Begriffs „Absentismus“, wie zum Beispiel: „In der Arbeitsund Organisationspsychologie bezeichnet Absentismus (lat. absentia = Abwesenheit) Fehlzeiten, die auf Probleme im privaten Umfeld oder motivationale Ursachen, nicht aber auf krankheitsbedingte Gründe zurückzuführen sind.“ (Springer Fachmedien). Eine weitere Definition ist Folgende: „Voluntary non attendance at work, without valid reason. Absenteeism means either habitual evasion of work, or willful absence as in a strike action. It does not include involuntary or occasional absence due to valid causes, or reasons beyond one's control, such as accidents or sickness.” (WebFinance). Aus diesen leitet der Autor eine eigene Definition als Grundlage für diese Arbeit ab: “Als Absentismus wird das bewusste, freiwillige Fernbleiben vom Arbeitsplatz aus privaten oder motivationalen Gründen, bezeichnet. Nicht inbegriffen sind Gründe wie Unfall oder Erkrankung.“

2.2. Definition Präsentismus

Auch für den lange unterschätzten Präsentismus gibt es viele Definitionsmöglichkeiten. „Mit Präsentismus bezeichnet die Arbeitsmedizin das Verhalten von Arbeitnehmern, die insbe- sondere in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit (z. B. bei Konjunkturschwäche) trotz Krankheit am Arbeitsplatz sind.“ (Dudenverlag & Trendbüro). Eine weitere etwas ausführlichere Definition wäre: „A loss of workplace productivity resulting from employee health problems and/or per- sonal issues. Even though the employee is physically present at work, because they are ex- periencing problems such as arthritis, allergies, family illness or stress, they are unable to fully perform their work duties and are more likely to make mistakes in the work they do per- form.” (Investopdia ULC.). Als Grundlage für diese Arbeit wird eine eigene Definition verwen- det: „ Als Präsentismus wird das Verhalten bezeichnet trotz Krankheit am Arbeitsplatz zu erscheinen. Trotz der Anwesenheit kann nicht die volle Leistung abgerufen werden, wodurch Produktivitätsverluste entstehen.“

2.3. Gründe für Absentismus und Präsentismus

Es gibt viele Gründe für Absentismus und Präsentismus. Einer ist eindeutig der radikale Wandel in der Arbeitswelt: unsichere Arbeitsverhältnisse, befristete und projektbezogene Anstellungen und vermehrter Einsatz von Leiharbeitern, schüren die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes (Chlumsky, 2010).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Gründe für Präsentismus

Nach einer Umfrage von Vogt et al. Geben 66% aller Befragten an, aus Pflichtgefühl und da ansonsten die Arbeit liegen bleiben würde, krank am Arbeitsplatz zu erscheinen. 44% tun dies aus Rücksicht auf ihre Kollegen, während die Angst vor Arbeitsplatzverlust und Berufliche Nachteilen für je 25% ausschlaggebend war. Der radikale Wandel in der Arbeitswelt also eindeutig ein wichtiges Kriterium: unsichere Arbeitsverhältnisse, befristete und projektbezogene Anstellungen und vermehrter Einsatz von Leiharbeitern, schüren die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes (Chlumsky, 2010). Es lässt sich jedoch erkennen, dass vor allem subjektive und soziale Kriterien für das Verhalten verantwortlich sind. Für den Absentismus sind andere Kriterien ausschlaggebend: schlechte Führungsverhalten, zu viel Verantwortung, Stress, Gratifikationsprobleme, oder aber auch private Probleme, wie Motivation oder das pflegen kranker Kinder. (Fissler & Krause, 2010, S.411-425)

2.4. Produktivitätsverluste durch Absentismus und Präsentismus

Sowohl Absentismus als auch Präsentismus haben hohe Produktivitätsverluste und somit Kosten zur Folge. Vor allem die Relevanz des Präsentismus wurde lange Zeit unterschätzt. (Baker-McClearn, Greasley, Dale, & Griffith, 2010, S.311).

Absentismus ist ein großes Problem bei Unternehmen. In der untenstehenden Tabelle (Abbildung 2) sieht man, dass sich 38,9% aller Befragten ohne Arbeitsunfähigkeit krankgeschrieben haben. Deutlich ist auch, dass diese deutlich weniger Erkrankungen, regelmäßige Medikationen, Arztbesuche und schlechte Gesundheitszustände aufweisen, als bei Leuten die sich mit Arbeitsunfähigkeit krankschreiben haben lassen. Desweiteren sticht hervor, dass deutlich weniger 16-30 Jährige, dafür aber umso mehr 31-65 Jährige, verglichen mit den Arbeitsunfähigen, grundlos zu Hause bleiben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Angaben zu Krankmeldungen in % (Schmidt & Schröder, S.95)

Der Produktivitätsverluste durch Präsentismus sind zwar deutlich schwerer zu evaluieren, jedoch hat seine Bedeutung vor allem in den letzten Jahren enorm zugenommen. Aus Abbildung 3 lässt sich herauslesen, dass 71,2% aller Angestellten krank zur Arbeit erschienen sind. Betroffen waren 8% mehr Frauen als Männer und je älter die Mitarbeiter desto geringer wurde der Präsentismus.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Anteil unterlassener Krankmeldungen in % (Schmidt & Schröder, S.96)

Auffallend ist, dass fast doppelt so viel Präsentismus, wie Absentismus herrschte. Dies wird auch bei der Berechnung des Produktivitätsverlustes deutlich.

Nach einer Umfrage von Bödeker & Hüsing schätzen die Befragten ihre Einbuße von Produktivität auf 20%. Nach WPAI1 ergab sich für die Autoren eine Beeinträchtigung der Arbeit von 22% (Bödeker & Hüsing, 2007, S. 94).

Iverson & Krause kommen in ihrer Meta-Analyse nur auf einen Produktivitätsverlust wegen Gesundheitsproblemen von 12% aus. Allerdings entfällt hiervon doppelt so viel auf Präsentismus, als auf Absentismus. (Iverson & Krause, 2007, S. 47)

3. Maßnahmen zur Reduktion von Fehlzeiten

Um herauszufinden welche Maßnahmen zur Reduktion von Fehlzeiten konkret in Unterneh- men durchgesetzt werden, wurde ein Interview mit einer für das Gesundheitsmanagement zuständigen Person im BMW-Werk Regensburg geführt. (Interview BMW Regensburg, 2011)

Das Gesundheitsmanagement nimmt seit den letzten Jahren verstärkt einen sehr hohen Stellenwert im Unternehmen ein. Es ist nicht nur eine Investition in die eigenen Mitarbeiter, sondern kann bei erfolgreicher Durchführung auch zu enormen Kosteneinsparungen führen.

3.1. Verbesserungen der Arbeitsbedingungen

Die Maßnahmen beginnen am Arbeitsplatz selbst: Sogenannte „rote Arbeitsplätze“, Arbeits- plätze bei denen schwere körperliche Arbeit verrichtet wird sind heutzutage nicht mehr üb- lich. Diese Schritte werden entweder von Maschinen oder Robotern erledigt, oder dem Mit- arbeiter werden Handling-Geräte zur Verfügung gestellt. So müssen in der Regel nie mehr als 10kg gehoben werden. Ein weiterer wichtiger Punkt sind ergonomische Arbeitsplätze, also Arbeitsplätze, die individuell an die Größe und Statur der Mitarbeiter angepasst werden können und jederzeit verstellbar sind. Dies verhindert stark einseitige körperliche Belastung, beziehungsweise kann diese, falls unvermeidbar, auf ein Minimum reduzieren. Dies ist vor allem durch die demographisch bedingte „aging workforce“ ein wichtiges Kriterium, da vor alles ältere Mitarbeiter und Rückenproblemen etc. leiden. Desweiteren wird versucht monotone Arbeiten möglichst zu vermeiden. Eine Möglichkeit hierfür ist die Gruppenrotation: Mitarbeiter der gleichen Abteilung arbeiten in Gruppen an verschiedenen Arbeitsplätzen. Diese werden in gleichmäßigen Intervallen getauscht um Abwechslung in den Alltag zu bringen und einseitige Belastungen zu verhindern. Außerdem werden Mitarbeiter regelmäßig von Fachleuten bei der Arbeit beobachtet um ihnen Tipps zu geben, wie sie Rückenschmerzen etc. präventiv durch richtige Körperhaltung entgegenwirken können.

3.2. Prävention psychischer Krankheiten

Die nächste Frage galt der Vorbeugung psychischer Krankheiten. Diese werden vor allem durch zu viel Stress oder Leistungsdruck hervorgerufen. Entgegengewirkt wird diesem Phä- nomen zum Beispiel durch die Zusicherung, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. Dies mindert den Leistungsdruck und somit die Angst um den Arbeitsplatz enorm. Außerdem ist es wichtig den Arbeitnehmern nicht mehr Verantwortung zu übergeben, als sie auch wirklich tragen können. Viel Verantwortung bei wenig Entscheidungsspielraum führt oft zu Überarbeitung und psychischen Krankheiten, wie zum Beispiel dem Burnout- Syndrom. Es wird also stets versucht den Arbeitnehmern den Leistungsdruck in gewissem Rahmen abzunehmen und Verantwortungen vor allem auf diejenigen Mitarbeiter zu verteilen die auch damit umgehen können.

3.3. Motivation der Mitarbeiter

Der nächste Punkt war, wie BMW seine Angestellten motiviert und ihnen Spaß an ihrem Be- ruf vermittelt. Da dies vor allem vom Arbeitsumfeld abhängig ist, liegt der Fokus auf einer angenehmen Arbeitsatmosphäre. Auch hier spielt die Gruppenrotation wieder eine wichtige Rolle. Außerdem ist es natürlich wichtig die individuellen Leistungen der Angestellten zu würdigen und auch zu loben statt nur Kritik zu üben. Dies wird durch ein Gratifikationssystem unterstützt, bei dem bei bestimmten Zielerreichungen Sonderzahlungen zusätzlich zum Ge- halt gezahlt werden. Dies wird ergänzt durch Belohnungen wie Mittagessen, oder Brotzeiten während den Arbeitszeiten. Ein letzter wichtiger Punkt die Motivation der Mitarbeiter zu för- dern, sind außerbetriebliche Veranstaltungen, wie Betriebsfeiern oder Incentives. Dies för- dert eine extreme Identifikation mit dem Unternehmen, da dieses auch als Freizeitgestalter auftritt. Durch teilweise sehr einfache und wenig kostenintensive Aktionen kann man einen enormen Effekt bei der Motivation der Angestellten erzielen.

[...]


1 Work Productivity and Activity Impairment Questionnaire

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Maßnahmen zur Reduktion von Krankheitstagen
Hochschule
Universität St. Gallen
Veranstaltung
Psychische Gesundheit im Arbeitsalltag
Note
1,5
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V204257
ISBN (eBook)
9783656310136
ISBN (Buch)
9783656310907
Dateigröße
643 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
maßnahmen, reduktion, krankheitstagen
Arbeit zitieren
Anonym, 2011, Maßnahmen zur Reduktion von Krankheitstagen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204257

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