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Zivilreligion und das Konzept des Laizismus am Beispiel der Türkei

Titre: Zivilreligion und das Konzept des Laizismus am Beispiel der Türkei

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2012 , 16 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Christoph Müller (Auteur)

Théologie - Sciences des religions comparatives
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Das Konzept des Laizismus in der Türkei stellt ein interessantes Thema dar. Die Türkei ist das einzige Land in der muslimischen Staatengemeinschaft, in dem der Islam nicht Staatsreligion, sondern das Laizimusprinzip in der Verfassung verankert ist. Auch wenn sich die Türkei an einem westlichen Beispiel orientiert wurde, unterscheidet sich der türkische Laizismus stark vom französischen Vorbild und machte in den vergangenen Jahrzehnten eine beeindruckende Wandlung durch. Dabei kann die Frage nach der aktuellen Politik nicht unbeachtet bleiben, denn der Islam gewann in den vergangenen Jahren in der Türkei immer mehr an Einfluss. Nicht zuletzt aus diesen Gründen habe ich dieses Thema für die wissenschaftliche Arbeit gewählt.

Beginnen werde ich mit einer Einführung in das Laizismusprinzip, um im Anschluss daran einige konkrete Beispiele anhand des türkischen Laizismus zu geben. Der Laizismus in der Türkei zählt zu den kemalistischen Prinzipien, die von Kemal Atatürk bei der Staatengründung eingeführt worden sind. Deshalb werde ich auch auf den Kemalismus in der Türkei eingehen und einen kurzen geschichtlichen Abriss der Gründungszeit der türkischen Republik geben, um im weiteren Verlauf den Laizismus in der Türkei früher und heute zu vergleichen.

In den vergangenen Jahren ist auch der Einfluss der Politik immer wichtiger geworden. Die CHP, die Partei, die die kemalistischen Prinzipien vertritt, ist seit 2002 nur noch in der Opposition. Dabei stellt sich die Frage ob in der Türkei eine schleichende Islamisie-rung zu beobachten ist. Aus diesem Grund kann auch die Politisierung der Türkei nicht außer Acht gelassen werden. Auf diesen Punkt werde ich zum Ende der Arbeit im Abschnitt „Islamisierung durch die Politik“ eingehen.

In der Arbeit soll weiterhin untersucht werden, wie die türkische Gesellschaft die Unterordnung der Religion vom Staat bewertet. Als Primärliteratur werden Texte von dem Türkeiexperten Heinz Kramer verwendet, die in dem Türkeiband der Informationen zur politischen Bildung herausgegeben wurden. Weiterhin stützen sich die Ausführungen auf Texte von Faruk Sen und Cemal Karakas. Weitere verwendete Literatur ist der Literaturliste im Anhang zu entnehmen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition: Laizismus

3. Laizismus

3.1 Das Laizismusprinzip in den Anfängen der türkischen Republik

3.2 Das Laizismuskonzept in der Türkei zur heutigen Zeit

3.3 Islamisierung durch die Politik

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Laizismus in der Türkei, beleuchtet dessen geschichtliche Genese seit der Gründung der Republik unter Kemal Atatürk und analysiert die aktuelle Entwicklung hin zu einer schleichenden Islamisierung unter dem Einfluss der gegenwärtigen Politik.

  • Historische Entwicklung des kemalistischen Laizismusprinzips
  • Vergleich des türkischen Laizismusmodells mit dem französischen Vorbild
  • Die Rolle des Staates bei der Kontrolle religiöser Institutionen und Praktiken
  • Einfluss der AKP-Regierung auf die Politisierung und Islamisierung der Gesellschaft
  • Debatten um religiöse Symbole wie das Kopftuch und staatliche Eingriffe

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Laizismusprinzip in den Anfängen der türkischen Republik

Mustafa Kemal ist der Gründer der türkischen Republik. Später erhielt er den Beinamen Atatürk und wird seither als Mustafa Kemal Atatürk benannt. Das Osmanische Reich hat im 1. Weltkrieg an der Seite der Deutschen gekämpft und zählte somit zu den Verlierern dieses Krieges. Nach Ende des Krieges wurden viele Gebiete Anatoliens von den Alliierten besetzt. Aus den Friedensverhandlungen ging hervor, dass die besetzten Gebiete unter den Siegermächten aufgeteilt werden sollten. Gegen dieses Vorhaben bildete sich Widerstand aus der Bevölkerung. An der Spitze dieser Gruppierung stand Mustafa Kemal Atatürk und aus dem Widerstand wuchs die türkische Republik heran.

Die Gründung der Republik fand am 29. Oktober 1923 statt und stellt einen radikalen Bruch mit dem vorherigen osmanischen Staat und deren Gesellschaft dar. Atatürk versuchte einen grundlegenden Wandel der politischen und gesellschaftlichen Struktur. Dabei orientierte er sich stark an der „modernen europäischen Zivilisation“. Der Gebrauch von Nachnamen war in der Türkei bis zu diesem Zeitpunkt eher unüblich. Mustafa Kemal war der erste Staatsbürger der Türkei, der einen Nachnamen erhielt. Der Name Atatürk bedeutet übersetzt soviel wie: „Vater aller Türken“.

Für Kemal Atatürk war zur Zeit der Gründung bereits klar, dass ein neuer, moderner türkischer Staat nur als ein einheitlicher Nationalstaat funktionieren kann. Um dies zu realisieren war nur eine strikte Trennung von Staat und Kirche vorstellbar. Die Trennung von Staat und Kirche, der Laizismus, ist in den 6 Prinzipien des Kemalismus festgeschrieben und sollte im Zweifelsfall auch gegen den Willen des Volkes durchgeführt werden. Die weiteren kemalistischen Prinzipien neben dem Laizismus sind Republikanismus, Populismus, Etâtismus, Revolutionusmus (zum Teil auch Reformismus) und Nationalismus. Diese 6 Prinzipien stellen den Modernisierungsprozess in der Türkei nach und verdeutlichen die Ebenen der Modernisierung. Sie wird sowohl gesellschaftlich, politisch wie auch wirtschaftlich vollzogen. Stellte der Islam vor der Gründung der Republik noch die Staatsreligion dar, ist er nun strikt von den staatlichen Angelegenheiten getrennt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des türkischen Laizismusmodells ein und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Fragestellung bezüglich des wachsenden islamischen Einflusses in der türkischen Politik.

2. Begriffsdefinition: Laizismus: Dieses Kapitel definiert den Laizismus als Verfassungsgrundsatz der Trennung von Staat und Kirche, ausgehend vom französischen Ursprung bis hin zur Adaption durch die Republik Türkei.

3. Laizismus: Das Hauptkapitel analysiert das kemalistische Prinzip, dessen historische Umsetzung bei Staatsgründung und die heutige Auslegung im Kontext politischer Veränderungen.

3.1 Das Laizismusprinzip in den Anfängen der türkischen Republik: Es wird die historische Entstehung des modernen türkischen Nationalstaats durch Atatürk beschrieben, in dessen Zentrum die strikte Trennung von Staat und Religion stand.

3.2 Das Laizismuskonzept in der Türkei zur heutigen Zeit: Das Kapitel untersucht die aktuelle Situation, in der staatliche Stellen die Religion steuern, während gesellschaftliche Debatten etwa um den Kopftuchstreit das Laizismusverständnis herausfordern.

3.3 Islamisierung durch die Politik: Hier wird der Einfluss der AKP-Regierung seit 2002 thematisiert, wobei Tendenzen einer schleichenden Islamisierung und eine Abkehr von westlichen kemalistischen Idealen kritisch hinterfragt werden.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass sich die Türkei von einem streng laizistischen Modell hin zu einem „abgeschwächten Laizismus“ entwickelt hat, in dem der Staat Religion zunehmend steuert, statt sie strikt aus dem öffentlichen Leben zu verbannen.

5. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der herangezogenen Internetquellen.

Schlüsselwörter

Türkei, Laizismus, Kemalismus, Islam, Säkularisierung, Republik, Mustafa Kemal Atatürk, AKP, Religionspolitik, Trennung von Staat und Kirche, Moderne, Kopftuchstreit, Politische Reformen, Gesellschaft, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept des Laizismus in der Türkei, von seiner Einführung als kemalistisches Prinzip während der Staatsgründung bis hin zu den aktuellen Herausforderungen durch religiöse Tendenzen in der Politik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten zählen die historische Einordnung der kemalistischen Reformen, die Verfassungsrolle des Staates bei der Religionskontrolle sowie die Veränderungen der politischen Landschaft unter der AKP-Regierung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich das türkische Laizismuskonzept über die Jahrzehnte gewandelt hat und inwieweit eine schleichende Islamisierung die strikte Trennung von Religion und Staat heute infrage stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse, wobei primär Texte von Experten wie Heinz Kramer, Faruk Sen und Cemal Karakas verwendet werden, um die historische und soziopolitische Entwicklung zu begründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Laizismus-Grundlagen, die historische Entwicklung in der frühen Republik sowie die kritische Betrachtung der gegenwärtigen Islamisierungsprozesse in der türkischen Politik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Laizismus, Kemalismus, Säkularisierung, Türkei, Identität und religiöse staatliche Kontrolle.

Was ist das Präsidium für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) in diesem Kontext?

Das Diyanet wird in der Arbeit als das zentrale staatliche Instrument beschrieben, durch das der türkische Staat die religiösen Abläufe und Inhalte kontrolliert, was den besonderen Charakter des türkischen Laizismus unterstreicht.

Wie unterscheidet sich der türkische Laizismus laut Autor vom französischen Modell?

Während das französische Modell auf einer strikten Trennung und einem „Abstoßen“ der Religion aus dem Staatsbereich basiert, unterstellt das türkische Modell die Religion der staatlichen Verwaltung und Kontrolle.

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Résumé des informations

Titre
Zivilreligion und das Konzept des Laizismus am Beispiel der Türkei
Université
University of Erfurt
Cours
Zivilreligion in Theorie und Praxis
Note
1,7
Auteur
Christoph Müller (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
16
N° de catalogue
V204268
ISBN (ebook)
9783656314967
ISBN (Livre)
9783656316749
Langue
allemand
mots-clé
Zivilreligion Theorie Praxis Türkei Laizismus Kemalismus Atatürk Islam Islamismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christoph Müller (Auteur), 2012, Zivilreligion und das Konzept des Laizismus am Beispiel der Türkei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204268
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Extrait de  16  pages
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