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Die deutsche Gesetzeslage in Bezug auf die Durchführung von Tierversuchen

Unnötige Restriktion der Forschung oder Zeugnis moralischer Verantwortung?

Title: Die deutsche Gesetzeslage in Bezug auf die Durchführung von Tierversuchen

Term Paper , 2012 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Müller (Author)

Ethics
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Mit der Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz im Jahre 2002 wurde die Kritik an der verfassungsrechtlichen Diskrepanz zwischen „freier Forschung“ (GG Art. 3 Abs. 5) und zunehmenden Einschränkungen im Bereich der Tierversuchsforschung formal beseitigt, die moralische Kritik an Tierversuchen blieb jedoch weiterhin bestehen. Welche Rechte sollten Tieren im Deutschland des 21. Jahrhunderts zugestanden werden? Darf der Mensch Tiere für seine Zwecke ohne Einschränkung nutzen? Sollte die deutsche Forschung frei sein oder muss sie aus moralischen Gründen Restriktionen unterworfen sein?

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Gesetzeslage in Deutschland

1.2 Definition „Tierversuch“

1.3 Gesetzliche Regulation zur Durchführung von Tierversuchen

2 Wissenschaftlicher Nutzen und Notwendigkeit von Tierversuchen

2.1 Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen

2.2 Ersatzmethoden

3 Moralischer Status von Tieren: Positionen

4 Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle deutsche Gesetzeslage in Bezug auf Tierversuche vor dem Hintergrund der moralischen Vertretbarkeit und der wissenschaftlichen Notwendigkeit. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob die bestehenden gesetzlichen Regelungen lediglich eine unbegründete Restriktion der Forschung darstellen oder ein notwendiger Ausdruck ethischer Verantwortungsübernahme sind, wobei insbesondere die Position Tom Regans im Fokus steht.

  • Analyse der gesetzlichen Grundlagen für Tierversuche in Deutschland (TierSchG)
  • Kritische Diskussion des wissenschaftlichen Nutzens und der Übertragbarkeit von Tierversuchsergebnissen
  • Evaluation von Ersatzmethoden und deren Bedeutung in der aktuellen Forschung
  • Ethische Reflexion des moralischen Status von Tieren und der Pflichten des Menschen

Auszug aus dem Buch

2.1 Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen

Insbesondere der Vorwurf, die Ergebnisse aus Tierversuchen können nicht auf den Menschen übertragen werden, wurde in der Vergangenheit immer wieder vorgebracht. Angeheizt wurden derartige Diskussionen durch in den Medien verbreitete Skandale wie dem des Schlafmittels Thalidomid (Handelsname „Contergan“), welches Ende der 1950er beziehungsweise Anfang der 1960er Jahre auf den Markt kam. Im Tierversuch als unbedenklich getestet, führte es bei Einnahme in der Schwangerschaft zu schweren Fehlbildungen am ungeborenen Kind. In im Nachhinein durchgeführten Tierversuchen an anderen Tierrassen konnte diese Teratogenität nachgewiesen werden. Nach Angaben des ehemaligen Contergan-Herstellers Grünenthal zeigt sich diese Wirkung jedoch nur an einigen Tieren und Rassen, was die Effektivität von Tierversuche in einem sehr kritischen Licht erscheinen lässt. Ganz anders argumentiert Kramer in einem Heidelberger Symposium: „Hätte man vor der Einführung dieser Substanz die eben beschriebenen Tierversuche gemacht, wäre die Contergan-Katastrophe verhindert worden. [...] Die rechtzeitige Erkennung möglicher ursächlicher Noxen gelingt nur im Tierversuch“. In der anschließenden Diskussion des Symposiums weist Gräßer ihn leicht sarkastisch darauf hin, dass man als Schlussfolgerung also „jeden Stoff grundsätzlich an jeder Tierart getestet haben muss, um das Risiko beim Menschen so gering wie möglich zu halten [...]. Sicherheit im Aussagewert von Tierversuchen ist nur dann gegeben, wenn alle Tiere zu Rate gezogen wurden“. Dies jedoch ist aus offensichtlichen Gründen nicht möglich.

Ein weiterer Nachteil erfolgt aus dem umgekehrten Fall: So wie sich nicht bei jedem Tier die gleiche schädigende Wirkung einer Substanz für den Organismus ergibt, wie beim Menschen, kann umgekehrt auch nicht gefolgert werden, dass beim Tier auftretende Nebenwirkungen auch beim Menschen auftreten würden. Die Anwendung einer im Tierversuch schädlichen Substanz am Menschen kann unter diesen Voraussetzungen jedoch nicht mehr erfolgen, so dass an einer Substanz möglicherweise zu Unrecht nicht mehr weitergeforscht wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die verfassungsrechtliche Situation des Tierschutzes ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach der moralischen Vertretbarkeit von Tierversuchen in Deutschland.

2 Wissenschaftlicher Nutzen und Notwendigkeit von Tierversuchen: Dieses Kapitel diskutiert die wissenschaftliche Relevanz von Tierversuchen, insbesondere die Herausforderungen der Übertragbarkeit von Ergebnissen sowie den Stellenwert von Alternativmethoden.

3 Moralischer Status von Tieren: Positionen: Hier erfolgt eine ethische Auseinandersetzung mit der Position, die Tieren einen eigenen moralischen Status zuschreibt, und deren Konsequenzen für die menschliche Praxis.

4 Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Das Fazit resümiert, dass Tierversuche als ethisch ambivalentes Mittel weiterhin einer strengen gesetzlichen Regulierung bedürfen, bis langfristig tierversuchsfreie Alternativen vollständig greifen.

Schlüsselwörter

Tierversuche, Tierschutzgesetz, Grundgesetz, Forschungsethik, 3R-Konzept, moralischer Status, Tom Regan, Tierethik, Ersatzmethoden, Instrumentalisierung, Wissenschaft, Toxikologie, Übertragbarkeit, ethische Vertretbarkeit, Tierversuchsstatistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die deutsche Gesetzeslage bezüglich Tierversuchen im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Nutzen und ethischer Verantwortung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Rechtslage in Deutschland, die wissenschaftliche Validität von Tierversuchen, alternative Forschungsmethoden und tierethische Positionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob deutsche Tierversuchsgesetze eine unberechtigte Restriktion der Forschung darstellen oder einen notwendigen moralischen Standard setzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die den rechtlichen Rahmen und philosophische Positionen (insbesondere Tom Regan) zusammenführt und kritisch bewertet.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine wissenschaftliche Nutzanalyse der Tierversuche und eine moralphilosophische Beurteilung des Status von Tieren.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Tierversuche, Forschungsethik, Tierschutzgesetz und 3R-Konzept definieren.

Wie bewertet die Arbeit den "Contergan-Skandal"?

Dieser wird als Fallbeispiel für die komplexe und oft problematische Übertragbarkeit von Tierversuchsergebnissen auf den menschlichen Organismus herangezogen.

Wie steht die Autorin/der Autor zu Tom Regans egalitaristischer Position?

Regans Position wird zwar als Ausgangspunkt genutzt, jedoch kritisch hinterfragt, da sie bei konsequenter Anwendung logische Widersprüche in der menschlichen moralischen Praxis aufwirft.

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Details

Title
Die deutsche Gesetzeslage in Bezug auf die Durchführung von Tierversuchen
Subtitle
Unnötige Restriktion der Forschung oder Zeugnis moralischer Verantwortung?
College
University of Heidelberg
Course
Bioethik
Grade
1,0
Author
Franziska Müller (Author)
Publication Year
2012
Pages
17
Catalog Number
V204341
ISBN (eBook)
9783656310068
ISBN (Book)
9783656310730
Language
German
Tags
gesetzeslage bezug durchführung tierversuchen unnötige restriktion forschung zeugnis verantwortung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Müller (Author), 2012, Die deutsche Gesetzeslage in Bezug auf die Durchführung von Tierversuchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204341
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