[...] Auch in Einrichtungen
für Menschen mit Behinderungen ist die Weiterbildung der dort
beschäftigten Mitarbeiter von großer Bedeutung, da die Betreuung der Menschen
mit Behinderungen (MmB) stark von der fachlichen Kompetenz der Mitarbeiter
beeinflusst wird.
Jeroen van Merriënboer hat 1997 ein Modell für das Training von komplexen
kognitiven Fähigkeiten entwickelt – das „Vier-Komponenten-Instruktions-Modell“
(engl. four-component instructional design model) (Bastiaens, Deimann,
Schrader & Orth, 2012, S. 90). Dieses Modell versucht durch authentische
Lernaufgaben der realen Arbeitswelt so nah wie möglich zu kommen, um
komplexe kognitive Fähigkeiten zu vermitteln und einzuüben. Möglichst authentische
Lernaufgaben dienen der Transferförderung (Übertragung des Gelernten
auf den Arbeitskontext). Es wird vorausgesetzt, dass das Grundwissen
bezüglich dieses Modells und anderer Instruktionsmodelle beim Leser vorliegt.
Diese Hausarbeit wendet das Modell beispielhaft an einem Biwi in der BAW,
der in einer Einrichtung für MmB in der Weiterbildungsabteilung neu eingestellt
worden ist, an. Seine Aufgabe umfasst die Ermittlung des Weiterbildungsbedarfs
sowie die Planung und Durchführung der Weiterbildungen.
Im zweiten Kapitel wird das Modell mittels eines „Blueprints“ (Entwurf), eines
Lehrplans für den oben genannten BiWi in der BAW umgesetzt. Zunächst werden „vereinfachende Annahmen“ getroffen. Im nächsten Schritt werden
„Lernaufgaben“, „unterstützende Informationen“ und „Just-in-time Informationen“
vorgestellt, um dem Leser das Modell praktisch zu verdeutlichen.
Im dritten, theoretisch ausgerichteten Kapitel, werden lerntheoretische Überlegungen
und Aspekte des situierten Lernens in Bezug auf das Vier-Komponenten-
Instruktions-Modell (abgekürzt 4C/ID) vorgestellt. Anschließend werden
didaktische Szenarien erläutert und Medien hervorgehoben, die sich eignen,
den Blueprint zu unterstützen. Ein eigenes zusammenfassendes Fazit
schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
1 Einleitung
2 Das 4C/ID Modell in der praktischen Anwendung
2.1 Analyse der Kompetenz (Schritt 1)
2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen (Schritt 2)
2.3 Entwurf der Lernaufgaben (Schritt 3)
2.4 Entwurf von unterstützenden Informationen (Schritt 6)
2.5 Entwurf von Just-in-time Informationen (Schritt 9)
3 Theoretische Einbettung des 4C/ID Modells
3.1 Lerntheoretische Überlegungen und situiertes Lernen in Bezug auf das 4C/ID-Modell
3.2 Didaktische Szenarien zur Integration des 4C/ID Modells
3.3 Medien zur Unterstützung des Blueprints
4 Zusammenfassung und Fazit
5 Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist das 4C/ID-Modell nach van Merriënboer?
Das „Vier-Komponenten-Instruktions-Modell“ dient dem Training komplexer kognitiver Fähigkeiten durch authentische Lernaufgaben aus der realen Arbeitswelt.
Wie wird das Modell in der betrieblichen Weiterbildung angewandt?
Die Arbeit zeigt die Anwendung am Beispiel eines Bildungswissenschaftlers, der in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen (MmB) den Weiterbildungsbedarf plant.
Was sind „Just-in-time Informationen“ im 4C/ID-Modell?
Dies sind Informationen, die dem Lernenden genau in dem Moment zur Verfügung gestellt werden, in dem er sie zur Bearbeitung einer spezifischen Teilaufgabe benötigt.
Welche Rolle spielt „situiertes Lernen“ bei diesem Modell?
Situiertes Lernen betont, dass Wissen am besten in Kontexten erworben wird, die der späteren Anwendungssituation so nah wie möglich kommen (Transferförderung).
Was ist ein „Blueprint“ im Kontext dieser Hausarbeit?
Ein Blueprint ist ein detaillierter Lehrplanentwurf, der Lernaufgaben, unterstützende Informationen und didaktische Szenarien für eine spezifische Zielgruppe strukturiert.
- Quote paper
- Vanessa Drees (Author), 2012, Das 4C/ID-Modell am Beispiel eines Lehrplanentwurfs für einen Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204422