Das 4C/ID-Modell am Beispiel eines Lehrplanentwurfs für einen Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung


Hausarbeit, 2012

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Das 4C/ID Modell in der praktischen Anwendung
2.1 Analyse der Kompetenz (Schritt 1)
2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen (Schritt 2)
2.3 Entwurf der Lernaufgaben (Schritt 3)
2.4 Entwurf von unterstützenden Informationen (Schritt 6)
2.5 Entwurf von Just-in-time Informationen (Schritt 9)

3 Theoretische Einbettung des 4C/ID Modells
3.1 Lerntheoretische Überlegungen und situiertes Lernen in Bezug auf das 4C/ID-Modell
3.2 Didaktische Szenarien zur Integration des 4C/ID Modells
3.3 Medien zur Unterstützung des Blueprints

4 Zusammenfassung und Fazit

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis Seite

Abb. 1: Schematische Übersicht des 4C/ID Modells von van Merriënboer (Bastiaens et al., 2012, S. 93)

Abb. 1 wurde von der Autorin aus Gründen des Uhrheberrechts entfernt

Abb. 2: Fertigkeitenhierarchie für den Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung (eigene Darstellung)

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Vereinfachende Annahmen für den Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung

Tab. 2: Aufgabenklassen für den Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung

1 Einleitung

In modernen Gesellschaften wie der Bundesrepublik Deutschland ist eine Vielzahl von sozialen Berechtigungen und Lebenschancen an Bildung und den Erwerb von Bildungszertifikaten gekoppelt: Zum einen ist Bildung als Humankapital eine essenzielle Voraussetzung für den Zugang zum Arbeitsmarkt und daran geknüpfte Einkommenschancen (…) zum anderen umfasst Bildung Wissen und psycho-soziale Kompetenzen, die für die Teilhabe am sozialen Geschehen und die Verarbeitung gesellschaftlicher Vorgaben erforderlich sind (Becker, 2012).

In diesem Zitat aus dem Datenreport 2008 der Bundeszentrale für politische Bildung wird die Bedeutung von Weiterbildung in unserer Gesellschaft deutlich. Daraus ergibt sich ein breites Anwendungsfeld für Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung (abgekürzt BiWi in der BAW), denn Weiterbildungsangebote müssen auf die jeweilige Zielgruppe oder -person und die Anforderungen der Auftraggeber angepasst sein. Auch in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen ist die Weiterbildung der dort beschäftigten Mitarbeiter von großer Bedeutung, da die Betreuung der Menschen mit Behinderungen (MmB) stark von der fachlichen Kompetenz der Mit-arbeiter beeinflusst wird.

Jeroen van Merriënboer hat 1997 ein Modell für das Training von komplexen kognitiven Fähigkeiten entwickelt – das „Vier-Komponenten-Instruktions-Mod-ell“ (engl. four-component instructional design model) (Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth, 2012, S. 90). Dieses Modell versucht durch authentische Lernaufgaben der realen Arbeitswelt so nah wie möglich zu kommen, um komplexe kognitive Fähigkeiten zu vermitteln und einzuüben. Möglichst authentische Lernaufgaben dienen der Transferförderung (Übertragung des Gelernten auf den Arbeitskontext). Es wird vorausgesetzt, dass das Grundwissen bezüglich dieses Modells und anderer Instruktionsmodelle beim Leser vorliegt.

Diese Hausarbeit wendet das Modell beispielhaft an einem Biwi in der BAW, der in einer Einrichtung für MmB in der Weiterbildungsabteilung neu eingestellt worden ist, an. Seine Aufgabe umfasst die Ermittlung des Weiterbildungsbedarfs sowie die Planung und Durchführung der Weiterbildungen.

Im zweiten Kapitel wird das Modell mittels eines „Blueprints“ (Entwurf), eines Lehrplans für den oben genannten BiWi in der BAW umgesetzt. Zunächst werden „vereinfachende Annahmen“ getroffen. Im nächsten Schritt werden „Lernaufgaben“, „unterstützende Informationen“ und „Just-in-time Informationen“ vorgestellt, um dem Leser das Modell praktisch zu verdeutlichen.

Im dritten, theoretisch ausgerichteten Kapitel, werden lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens in Bezug auf das Vier-Kompo-nenten-Instruktions-Modell (abgekürzt 4C/ID) vorgestellt. Anschließend werden didaktische Szenarien erläutert und Medien hervorgehoben, die sich eignen, den Blueprint zu unterstützen. Ein eigenes zusammenfassendes Fazit schließt die Arbeit ab.[1]

2. Das 4C/ID Modell in der praktischen Anwendung

Das hier - nicht in seiner Vollständigkeit behandelte - 4C/ID Modell von van Merriënboer beinhaltet vier Entwurfskomponenten. Diese in Wechselbeziehung zueinander stehenden Komponenten sind Lernaufgaben (3), unterstützende Informationen (6), Just-in-time Informationen (9) und Part-task Practice (10) (Bastiaens et al., 2012, S. 92). Die Bezifferung in Klammern gibt die jeweilige Position in der Abbildung wieder, die das 4C/ID Modell visualisiert.

An dieser Stelle wurde aus Gründen des Uhrheberrechts von der Autorin eine Abbildung entfernt.

Jeroen J. G. van Merriënboer und Paul A. Kirschner differenzierten 2007 diese Komponenten in zehn Schritte, die in ihrer Reihenfolge nicht rigide festgelegt sind und sich untereinander wechselseitig beeinflussen (2007, S. 41 ff.). Diese Arbeit nimmt das 4C/ID Modell zur Grundlage und führt die Schritte eins, zwei, drei, sechs und neun am praktischen Beispiel durch. Die verbleibenden fünf Schritte haben eher vorbereitenden und analysierenden Charakter (Bastiaens et al., 2012, S. 94). Sie werden hier nicht näher ausgeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1 Analyse der Kompetenz (Schritt 1)

Die oben aufgeführte Fertigkeitenhierarchie (Abb. 2) ist das „Kernstück“ der Analyse der Kompetenz. Sie stellt Schritt eins der „zehn Schritte“ nach Merriënboer und Kirschner dar (2007, S. 41 ff). Die Erstellung dient der Identifikation aller Fertigkeiten, die die komplexe Kompetenz ausmachen (Bastiaens et al., 2012, S. 95). Wichtig ist, zuerst die komplexe Fertigkeit nach Abschluss der Maßnahme zu definieren. In Abbildung 2 lautet diese „Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung – Planung und Durchführung betrieblicher Weiterbildung in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen“. Im Anschluss wird diese Kompetenz in mehrere Teilkompetenzen zerlegt. Dies geschieht auf der horizontalen Ebene (temporäre Relation), die als zeitliche Abfolge (sequentiell oder gleichzeitig) zu interpretieren ist (Bastiaens et al., 2012, S. 95). Im Anwendungsbeispiel bedeutet das konkret, dass der BiWi in der BAW zunächst eine Bedarfsanalyse durchführen muss, bevor er die Weiterbildung planen kann.

Die vertikale Ebene (konditionale Relation) ist von der untersten Fertigkeit nach oben zu lesen. Um dies auf das Beispiel des Bildungswissenschaftlers zu beziehen, müsste dieser zum Beispiel zunächst die Anmeldungen zur Weiterbildung abwarten, bis er die Bestätigung über die Teilnahme versenden kann. Diese Hierarchie verdeutlicht, dass die unteren Fertigkeiten bedingend für die nächst höheren Fertigkeiten sind. Doppelpfeile signalisieren die mögliche zeitgleiche Ausführung von Fertigkeiten. Im vorliegenden Anwendungsbeispiel können „Vorinformationen versenden“ und „Teilnehmerlisten an Teilnehmer versenden“ zeitgleich stattfinden, bzw. sind in der zeitlichen Abfolge austauschbar. Im Anschluss an diese Partialisierung der Gesamtkompetenz können Leistungsziele für alle konstituierenden Fertigkeiten formuliert werden (van Merriënboer, Clark & Croock, 2002, S. 40).

2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen (Schritt 2)

Für die anschließende Entwicklung von Lernaufgaben ist die Sequentialisierung der Aufgabenklassen, Schritt zwei, essenziell. Aufgabenklassen geben die grundsätzliche Abfolge des Trainingsprogramms wieder (van Merriënboer et al., 2002, S. 44). Jede einzelne Aufgabenklasse enthält alle konstituierenden Fertigkeiten jedoch in unterschiedlicher Komplexität, sodass bereits mit der ersten Aufgabenklasse die gesamte komplexe Kompetenz geübt werden kann. Je höher die Aufgabenklasse, desto komplexer werden die Bedingungen. Nach Sweller, van Merriënboer und Paas verhindert dieses Vorgehen beim Lernenden eine kognitive Überforderung (1998, zitiert nach Merriëboer, Kirschner & Kester, S. 5). Er bekommt die Möglichkeit, sich langsam und behutsam an die komplexe Aufgabe heranzutasten. Es lassen sich vier Sequenzprinzipien differenzieren. In dieser Arbeit wird das „Sequenzprinzip der vereinfachenden Annahmen“ (simplifying assumptions) verwendet (siehe Tab. 1), da es aktuell das Gängigste in der Praxis ist (Bastiaens et al., 2012, S. 96 f). Dieses Prinzip besagt, dass das unterste Schwierigkeitsniveau in der ersten Aufgabenklasse und das höchste in der letzten Aufgabenklasse verortet wird. Im Folgenden wird lediglich nur ein kleiner Teil aller möglichen „vereinfachenden Annahmen“ dargestellt, um dem Leser die praktische Anwendung zu verdeutlichen. In der Praxis ist es wichtig, so viele Annahmen wie nötig zu treffen, damit die Lernaufgaben den Kontext möglichst authentisch wiedergeben. Im Anwendungsbeispiel werden sie differenziert in „Qualifizierungsparameter“, „Ist-Werte“, „Teilnahmebereitschaft“, „Weiterbildungs-Methode“, „Auswahl des Dozenten“ und „Evaluationsmethode“ (Tab. 1).

[...]


[1] Die Benennung von Personen wird aus Lesbarkeitsgründen ausschließlich in der männlichen Form vorge- nommen. Dies versteht sich nicht als wertend oder geschlechtsspezifisch, sondern als neutrale Formulierung.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Das 4C/ID-Modell am Beispiel eines Lehrplanentwurfs für einen Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
Allgemeine Didaktik und Mediendidaktik
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V204422
ISBN (eBook)
9783656315254
ISBN (Buch)
9783656315728
Dateigröße
664 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beispiel, lehrplanentwurfs, bildungswissenschaftler, aus-, weiterbildung
Arbeit zitieren
Vanessa Drees (Autor), 2012, Das 4C/ID-Modell am Beispiel eines Lehrplanentwurfs für einen Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204422

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