Jürgen Ovens - Selbstbildnis vor der Staffelei


Hausarbeit, 2011

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Bildbeschreibung

Jürgen Ovens - Ein Rembrandtschüler?

Fazit

Literaturverzeichnis

Bildnachweis

Einleitung

In der Hausarbeit geht es um das “Selbstportrait vor der Staffelei” von Jürgen Ovens.

Der Künstler malte dies um 1670/ 1675 in Leningrad.

Zunächst wird das Gemälde beschrieben und Deutungsmöglichkeiten vorgestellt.

Sein Selbstbildnis vor der Staffelei lässt durch seine dunkle Farbgebung und den Schlaglichtern an den Stilmodus Rembrandts denken. Jürgen Ovens wird auch in Werner Sumowskis Band „Gemälde der Rembrandtschüler“ aufgeführt. Doch handelt es sich bei dem Künstler tatsächlich um einen Schüler Rembrandts?

Diese Frage wird anhand des Selbstportraits und anderen Werken von Jürgen Ovens im Vergleich zu anderen Künstlern, sowie durch einen Einblick in seine Biografie, untersucht.

Bildbeschreibung

Das im Hochformat mit Öl auf Leinwand gemalte “Selbstbildnis vor der Staffelei” von Jürgen Ovens um 1679 / 1675 besitzt die Maße 125 x 95 cm.

Heute kann man das im Emeritage in St. Petersburg bewundern.

Zu sehen ist ein Mann vor einer Staffelei. Er steht der Staffelei zugewant, doch sein Blick gilt dem Betrachter, er wirkt konzentriert. Werner Sumowski sieht in dem Blick das Motiv der aktivierenden Störung, das von Rembrandt der 1630er Jahre stammen soll.[1] Im Prozess wird dieser seinem Spiegelbild gegolten haben. Dies gilt als ikonografischer Kodex eines Künstlerselbstportraits.[2] Durch die Körperdrehung, ein beliebtes Motiv in der Zeit des Barocks, und dem dunklen Raum ist nur seine rechte Gesichtshälfte zu erkennen, in die eine seiner langen, welligen, dunkelbraunen Haarsträhnen fällt. Eine Lichtquelle im eigentlichen Sinne gibt es in diesem Bild nicht, seine Lichtpunkte fallen gezielt auf sein Gesicht, etwas schwächer auf die Staffelei, und stark auf seinen Rücken und die Hände. In seiner linken Hand hält er eine Palette und Pinsel, in der rechten, die er hinter seinem Rücken hält, einen Malstab, die Insignien eines Malers.[3] Zudem trägt er einen braunen eleganten Mantel, der mit einer Schnur an der Taille festgeschnürt ist und einen weißen Schal. Bei dieser Kleidung handelt es sich um eine zeitgemäße Gewandung der Hofkünstler.[4] Auf der Staffelei vor ihm ist eine “alla prima” gemalte Frau im Profil zu sehen. Bei ihr könnte es sich um Marie Ovens, Jürgen Ovens Ehefrau, handeln.[5] Ihr Blick richtet sich nach links, also in Ovens Richtung. Diese Blickführung lässt den Künstler noch mehr in den Mittelpunkt rücken.

Durch die Überschneidung von Künstler und Staffelei bekommt das Bild eine minimale Räumlichkeit.

Der Raum ist sehr dunkel gestaltet. Hinter der Staffelei kann man eine Steinmauer vermuten, von links oben fällt ein schwerer dunkelbrauner Vorhang. Schwere Vorhänge im Hintergund waren im Barock sehr beliebt.

Er benutzt ausschließlich die Farben weiß, rot, gelb und schwarz.

Dies und die verschatteten Gesichtshälften des Malers, sowie das im Profil gemalte Frauenportrait lassen das Selbstportrait in eine Verbindung zu Apelles treten. Apelles war, nach C. Plinius Secundus d. Ä., ein sehr angesehener Künstler im antiken Rom (“Alle Vorgänger und Nachfolger aber übertraf Apelles aus Kos..”[6]).

Sein Ansehen im antiken Rom belegt sich auch durch sein Verhältnis zu Alexander dem Großen. Er war der einzige Künstler, der Alexander den Großen malen durfte. Außerdem sollte er Pankaspe, eine besonders geliebte Nebenfrau von Alexander dem Großen, nackt malen. Dabei verliebte er sich in sie und der König schenkte Apelles, seinem Maler, seine Pankaspe.[7] So kann man vermuten, dass er mit der Dame auf der Staffelei eine Verbindung zu Apelles schaffen möchte.

Seine verschattete Gesichthälfte deutet ebenfalls auf ein von Apelles geschaffenes Werk hin.

Apelles malte ein Portrait von König Antigonos, auch der Einäugige genannt. Um diesen Makel zu verbergen und nur das Schöne von Antigonos zu zeigen, malte er ihn von der Seite.[8]

Apelles benutzte ebenfalls nur die 4 Farben, die auch Jürgen Ovens in seinem Selbstbildnis vor der Staffelei verwendet, malte mit ihnen aber ein sehr real wirkendes Inkarnat. Dieses Talent ließ Apelles so berüchtigt werden.[9]

Durch den Verweis auf die Legende von Apelles erreicht Jürgen Ovens eine Nobilitierung.[10] Er stellt sich selbst als “pictor doctus”, den gebildeten Künstler, dar.

[...]


[1] Sumowski, Werner: Gemälde der Rembrandt-Schüler, (= Keil - J. Ovens, Bd. 3), Landau/Pfalz, 1983S. 2221

sowie Vgl. mit dem Selbstportrait von Rembrandt 1629

[2] Büttner, Frank: Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, (=Barock und Rokoko, Bd. 5), München, 2008, S. 538

[3] Ebd.

[4] Büttner, Frank, S. 537

[5] Vgl. Zeichnung seiner Ehefrau in Kopenhagen, Kupferstichkabinett

[6] C. Plinius Secundus d. Ä.: Naturkunde, (= Farben, Malerei, Plastik, Bd. 35), Darmstadt, 1978 S. 63

[7] Ebd. S. 69

[8] Ebd. S. 71

[9] Ebd. S. 73

[10] Büttner, Frank, S. 538

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Jürgen Ovens - Selbstbildnis vor der Staffelei
Hochschule
Universität Stuttgart  (Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Barocke Malerei
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
10
Katalognummer
V204500
ISBN (eBook)
9783656315926
ISBN (Buch)
9783656316695
Dateigröße
1566 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jürgen Ovens, Rembrandt, Selbstbildnis, Selbstporträt, Barock, Malerei, Rembrandtschüler
Arbeit zitieren
Tamara Volgger (Autor), 2011, Jürgen Ovens - Selbstbildnis vor der Staffelei, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204500

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