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Das rhetorische Kommunikationsverfahren "Kritisieren"

Titre: Das rhetorische Kommunikationsverfahren "Kritisieren"

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 15 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Julia Esau (Auteur)

Rhétorique / Phonétique / Orthophonie
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I. Einleitung
Fast täglich wird man mit dem Kritisieren konfrontiert. Entweder ist man selber derjenige, der einen Missstand oder eine Person kritisiert, oder man wird kritisiert. Schon wenn man morgens die Zeitung aufschlägt, trifft man auf negative und positive Literatur- oder Filmkritik. Doch was genau ist das Kritisieren? Gibt es tatsächlich eine positive Kritik, obwohl Kritik intuitiv negativ belegt ist? Kritik kann kommunikativ oder non-verbal, zum Beispiel durch eine Benotung, ausfallen. Aus rhetorischer Perspektive beschränken wir uns auf den kommunikativen Aspekt des Kritisierens und untersuchen das Kritisieren als Kommunikationsverfahren.
Es soll definiert werden, was ein Kommunikationsverfahren ist und ob das Kritisieren auch als Kommunikationsverfahren zählt. Hierfür muss die Terminologie des Kritisierens erläutert werden, auch in Abgrenzung zu anderen ähnlichen Begriffen. Eine Hilfestellung bietet die Potsdamer Schule. Es wird geklärt, was Kritisieren bedeutet, was das Proprium des Kritisierens ist und wer kritisiert. Um schlussendlich das Kritisieren als rhetorisches Kommunikationsverfahren einordnen zu können, wird erörtert, was das Rhetorische am Verfahren des Kritisierens ist. Betrachtet werden der Orator (Kritiker), der Adressat (Kritisierte), das Setting und die sprachliche Ausformulierung des Kritisierens.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Definition „Kommunikationsverfahren“

III. Terminologie „Kritisieren“

III.1. Etymologie

III.2. Sprachkritik

III.3. Literaturkritik

III.4. Filmkritik

III.5. Der Kritiker bzw. Orator

III.6. Abgrenzung benachbarter Begriffe

III.7. Potsdamer Schule

III.8. Versuch einer Synthese

IV. Das Kommunikationsverfahren Kritisieren aus rhetorischer Perspektive

IV.1. Orator

IV.2. Adressat

IV.3. Setting

IV.4. Elocutio

V. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Kritisieren als ein zielorientiertes, rhetorisches Kommunikationsverfahren. Ziel ist es, das Kritisieren begrifflich von verwandten Tätigkeiten wie dem Loben oder dem Demütigen abzugrenzen und die notwendigen rhetorischen Komponenten wie den Orator, den Adressaten und die sprachliche Gestaltung (Elocutio) zu analysieren, um so den persuasiven Charakter des Kritisierens aufzuzeigen.

  • Grundlagen und Definitionen des Kommunikationsverfahrens
  • Etymologische und fachwissenschaftliche Terminologie der Kritik
  • Abgrenzung des Kritisierens von Lob, Tadel und Demütigung
  • Rhetorische Analyse des Kritisierens (Orator, Adressat, Setting)
  • Die Rolle der Elocutio und der persuasiven Einstellungsänderung

Auszug aus dem Buch

III.6. Abgrenzung benachbarter Begriffe

Wichtig für das Verständnis des Kritisierens ist die Abgrenzung von benachbarten Begriffen. Diese sind unter anderem das Demütigen, das Tadeln und das Loben.

Bei dem Begriff des Lobens geht es um die Bestätigung einer Handlung, Eigenschaft, etc. Das Kritisieren umfasst nur negativ beurteilte Zustände. Positiv beurteilte Zustände werden nicht „positiv kritisiert“, sondern gelobt.

Das Demütigen ist rein destruktiv. Es zielt auf die Dekonstruktion des Selbstwertes, des ethos, eines anderen Menschen. Es soll im Gegensatz zum Kritisieren keine Veränderung hervorgerufen werden, sondern der negative Zustand wird als Chance genutzt, das eigene ethos aufzubauen und das des anderen zu schädigen.

Die Abgrenzung zum Tadeln ist nicht ganz klar. Man kann beim Tadeln von einem Macht-/Hierarchiegefälle ausgehen, das vorhanden sein muss, wie in einer Lehrer-Schüler-Situation. Das Kritisieren setzt eine gute Argumentation voraus, es sollte unabhängig vom Hierarchiegefälle sein, wobei die notwendige Autorität des Kritikers nicht außer Acht gelassen werden darf. Das Tadeln wird von einer pädagogischen oder moralischen Person ausgeführt, was beim Kritisieren nicht notwendig ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die alltägliche Konfrontation mit Kritik ein und stellt die Forschungsfrage, ob Kritisieren als rhetorisches Kommunikationsverfahren verstanden werden kann.

II. Definition „Kommunikationsverfahren“: In diesem Kapitel wird das Kommunikationsverfahren als zielorientierte, wiederholbare und regelgeleitete Handlung definiert.

III. Terminologie „Kritisieren“: Dieses Kapitel erörtert die etymologischen Wurzeln und verschiedene fachliche Ansätze zur Kritik, um das Kritisieren von ähnlichen Begriffen abzugrenzen.

IV. Das Kommunikationsverfahren Kritisieren aus rhetorischer Perspektive: Das Hauptkapitel untersucht die rhetorischen Bedingungen, die ein erfolgreiches Kritisieren ermöglichen, insbesondere die Rolle des Orators und des Adressaten.

V. Zusammenfassung: Abschließend wird das Kritisieren als komplexe, aber für jeden Redner anwendbare rhetorische Strategie zusammengefasst.

Schlüsselwörter

Kritisieren, Kommunikationsverfahren, Rhetorik, Orator, Adressat, Persuasion, Elocutio, Kritik, Argumentation, Ethos, Metabolie, Systase, Sprachkritik, Literaturkritik, Filmkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Kritisieren nicht nur als bloße Äußerung, sondern als ein systematisches, rhetorisches Kommunikationsverfahren, das darauf abzielt, Einstellungen durch Argumentation zu verändern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Definition von Kritik, der Abgrenzung zu anderen Sprechakten wie Tadel oder Lob sowie der rhetorischen Modellierung des Kritisierens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu klären, ob und unter welchen rhetorischen Bedingungen das Kritisieren als ein zielgerichtetes Kommunikationsverfahren zur persuasiven Veränderung beim Adressaten fungieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der rhetorischen Terminologie, unter Einbeziehung sprechakttheoretischer Ansätze und funktional-kommunikativer Sprachmodelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten rhetorischen Analyse, wobei der Redner (Orator), der Empfänger (Adressat), die Rahmenbedingungen (Setting) und die sprachliche Gestaltung (Elocutio) als konstitutive Elemente des Verfahrens untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Kritisieren, Rhetorik, Persuasion, Kommunikationsverfahren und Argumentation charakterisiert.

Wie unterscheidet der Autor Kritisieren vom reinen Demütigen?

Während Demütigen laut Autor destruktiv ist und nur auf die Zerstörung des sozialen Ansehens des anderen abzielt, ist Kritisieren konstruktiv auf eine Veränderung des kritisierten Zustands ausgerichtet.

Warum spielt die Elocutio beim Kritisieren eine so wichtige Rolle?

Die Elocutio ist entscheidend, weil die Intention des Orators präzise formuliert werden muss, damit der Adressat die Äußerung als Kritik und nicht als reinen Bericht oder bloße Information missversteht.

Welche Bedeutung hat die „Potsdamer Schule“ für die Argumentation?

Die Potsdamer Schule liefert ein Modell, in dem Kritisieren als „Aktivieren“ verstanden wird, was die Einordnung des Kritisierens als rhetorische Handlung mit dem Ziel der Einstellungsänderung unterstützt.

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Résumé des informations

Titre
Das rhetorische Kommunikationsverfahren "Kritisieren"
Université
University of Tubingen  (Institut für Allgemeine Rhetorik)
Note
2,0
Auteur
Julia Esau (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
15
N° de catalogue
V204528
ISBN (ebook)
9783656304630
ISBN (Livre)
9783656305484
Langue
allemand
mots-clé
kommunikationsverfahren kritisieren
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julia Esau (Auteur), 2012, Das rhetorische Kommunikationsverfahren "Kritisieren", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204528
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Extrait de  15  pages
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