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Singhalesen in Sri Lanka: Ursachen und Ziele der JVP-Revolution

Institutionalisierung von Gewalt im ethnischen Binnenraum

Title: Singhalesen in Sri Lanka: Ursachen und Ziele der JVP-Revolution

Scientific Essay , 2005 , 12 Pages

Autor:in: MA Guido Maiwald (Author)

Politics - Region: South Asia
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Obgleich Sri Lanka eine der ältesten Demokratien der Staaten der 3. Welt ist, die nach dem Ende des 2. Weltkriegs die Unabhängigkeit erlangten, steht das Land für einen der längsten und brutalsten Bürgerkriege Asiens, dem Schätzungen zur Folge seit den 80er Jahren bis zu 100.000 Menschen zum Opfer fielen. Es stellt sich die Frage, warum die politischen Institutionen des Landes sich so lange nicht imstande sahen, die sozialen und wirtschaftlichen Probleme des Landes, allen voran die sozialen Spannungen zwischen Tamilen und Singhalesen, zu lösen. Zu Beginn der Arbeit wird dargestellt, wie Verteilungskämpfe um den Zugang zu Bildung und Arbeit zunächst eine Polarisierung der Bevölkerung provozierten. Diese Polarisierung führte hingegen nicht zu einheitlichen politischen Blöcken, sondern zu einer Zersplitterung der Gesellschaft und der Parteien. Eine dieser Splittergruppen war die Partei JVP, deren Geschichte und Verstrickung in den Sri Lankischen Bürgerkrieg in dieser Arbeit dargestellt werden soll. Das zentrale Kapitel unterteilt die Geschichte der Partei in vier Teile: die Gründungsphase, den 1. und den 2. Aufstand und die aktuelle Rolle der JVP nach der Rückkehr aus der Illegalität im Jahre 1999.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Soziale Ursachen des Konflikts

2.1 Die Gründung der JVP

2.2 Der erste Aufstand

2.3 Interimsphase 1971-1989

2.4 Der 2. Aufstand

2.5 Die Rolle der JVP heute

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Geschichte und Entwicklung der Partei Janatha Vimukthi Peramuna (JVP) im Kontext des sri-lankischen Bürgerkriegs, mit einem besonderen Fokus auf die Ursachen ihrer Radikalisierung sowie ihrer Transformation von einer militanten Untergrundbewegung hin zu einer parlamentarisch agierenden Kraft.

  • Soziale und ethnische Spannungsfelder in Sri Lanka
  • Genese und Ideologie der JVP
  • Verlauf und Dynamik der zwei bewaffneten Aufstände (1971 und 1987-1989)
  • Wandel politischer Strategien nach 1999
  • Aktuelle gesellschaftspolitische Bedeutung der Partei

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Gründung der JVP

Die maoistische Partei Janatha Vimukthi Peramuna (JVP) begann als politische Bewegung im Jahre 1965 und wurde unter der Führung Rohana Wijeweeras zur politischen Partei. Neben der JVP existierten zu dieser Zeit bereits weitere linke und sozialistische Parteien, die JVP wurde hingegen als „neue Linke“ bezeichnet. Besonders unter der arbeitslosen und Landbevölkerung fand die Partei mit ihrem Hinweis auf den Klassenbetrug der anderen linken Parteien, die mit der Regierung zusammenarbeiteten, viele Anhänger. Aber auch unter der gebildeten Jugend fanden sich viele Anhänger, die sich durch eine marxistische Ausrichtung des Landes verbesserte Einstiegschancen in qualifizierte Berufe erhoffte. Ab 1969 wurden die Anhänger der Partei in „Belehrungsklassen“ über die sog. „five lectures“ unterrichtet. Die Inhalte dieses Unterrichts waren 1. die kapitalistische Wirtschaftskrise, 2. die neo-koloniale Unabhängigkeit, 3. der indische Expansionismus, 4. die „linke Bewegung“ und 5. der Weg der Revolution Sri Lankas. Die JVP verlangte unter anderem die sofortige, gewaltsame Machtübernahme von der amtierenden Regierung. In den Wahlen von 1970 unterstützte sie zunächst die Koalition der UNP, verstärkte jedoch ihre rhetorische Kampagne nach deren Wahlsieg. So veröffentlichte sie in der zweiten Jahreshälfte ein Manifest in ihrem Parteiorgan „Vimukhti“ und veranstaltete Massendemonstrationen an öffentlichen Plätzen. Der Zeitpunkt für die Proklamation der Unvereinbarkeit mit den Zielen der Regierung wird auf August 1970 datiert, als die JVP erstmalig nicht nur ihre eigenen Anhänger, sondern auch die Öffentlichkeit zur Revolution aufrief. Um den Aufstand zu unterbinden, ließ die Regierung 4000 mutmaßliche Mitglieder der JVP verhaften, unter ihnen auch Wijeweera.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die komplexe politische Lage Sri Lankas nach der Unabhängigkeit und Vorstellung der JVP als zentraler Akteur im Bürgerkrieg.

1. Soziale Ursachen des Konflikts: Darstellung der ethnischen Spannungen zwischen Singhalesen und Tamilen sowie der Auswirkungen kolonialer und post-kolonialer Verwaltungspolitik.

2.1 Die Gründung der JVP: Analyse der Entstehungsgeschichte, der maoistischen Ideologie und der ersten Mobilisierungsversuche der Partei.

2.2 Der erste Aufstand: Beschreibung der Ereignisse von 1971, beginnend mit ersten Gewaltakten bis hin zur staatlichen Unterdrückung.

2.3 Interimsphase 1971-1989: Analyse der politischen Handlungsunfähigkeit der Partei nach dem Verbot und ihrer zeitweisen Rückkehr in den demokratischen Prozess.

2.4 Der 2. Aufstand: Untersuchung der Eskalation von 1987-1989, geprägt durch eine neue Taktik der Gewalt gegen staatliche Institutionen und Zivilisten.

2.5 Die Rolle der JVP heute: Erörterung der Integration der Partei in das parlamentarische System seit 1994 und ihr aktueller Einfluss auf die sri-lankische Politik.

Zusammenfassung: Fazit zur Rolle der JVP als Akteur, der das duopolistische Parteiensystem durch radikale Opposition herausforderte.

Schlüsselwörter

Sri Lanka, JVP, Bürgerkrieg, Janatha Vimukthi Peramuna, Sinhala-Only-Programm, ethnischer Konflikt, Aufstand, Radikalisierung, Maoismus, Rohana Wijeweera, UNP, SLFP, politische Gewalt, Demokratisierung, Minderheitenrechte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der maoistischen Partei JVP in Sri Lanka und ihre Beteiligung an den gewaltsamen Konflikten im Land.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die sozioökonomischen Ursachen ethnischer Spannungen, die Geschichte des sri-lankischen Bürgerkriegs und die Transformation der JVP.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die JVP als regimekritische Kraft agierte und welche Faktoren zu ihrem Wechsel von illegaler Gewalt hin zur parlamentarischen Teilhabe führten.

Welche wissenschaftliche Methode findet in der Arbeit Anwendung?

Es handelt sich um eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, die auf Sekundärliteratur und Konfliktforschungsdaten basiert.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Gründungsphase der Partei, die Analyse des ersten Aufstands (1971), die Interimsphase und den zweiten Aufstand (1987-1989) sowie die heutige Rolle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind unter anderem JVP, Sri Lanka, Bürgerkrieg, ethnischer Konflikt, politische Radikalisierung und Demokratisierung.

Warum lehnte die JVP die Friedensbemühungen der Regierung 1987 strikt ab?

Die JVP sah in dem Vertrag zwischen Indien und Sri Lanka einen „verräterischen Ausverkauf“ an separatistische Tamilen und indische Expansionsbestrebungen.

Was zeichnete die Taktik des zweiten Aufstands der JVP ab 1989 aus?

Die JVP verlagerte ihre Aktivitäten gezielt in städtische Zentren, attackierte die Infrastruktur und übte durch Androhung von Gewalt massiven Druck auf die Bevölkerung aus.

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Details

Title
Singhalesen in Sri Lanka: Ursachen und Ziele der JVP-Revolution
Subtitle
Institutionalisierung von Gewalt im ethnischen Binnenraum
Author
MA Guido Maiwald (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V205252
ISBN (eBook)
9783656322283
ISBN (Book)
9783656324713
Language
German
Tags
Singhalesen Sri Lanka Tamilen Soulbury Kommission Ceylon Tamil Congress Ceylon Sinhala UNP SLFP Bandaranaike Konflikt Ausschreitungen Janatha Vimukthi Peramuna JVP 1971 Colombo Wellawaya LTTE Aufstand Trincomalee Tamil Tigers Unabhängigkeit Indien Soldaten 1988 1989 Wahlen
Product Safety
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Quote paper
MA Guido Maiwald (Author), 2005, Singhalesen in Sri Lanka: Ursachen und Ziele der JVP-Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205252
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