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Georg von Ehingen: "Reisen nach der Ritterschaft". Spielten "Reiseberichte" eine besondere Rolle bei der Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache?

Titre: Georg von Ehingen: "Reisen nach der Ritterschaft". Spielten "Reiseberichte" eine besondere Rolle bei der Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache?

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 28 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Lukas Rieger (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

In dieser Arbeit soll die im Rahmen eines Referates begonnene Befragung des Lebens- und Reiseberichtes Georgs von Ehingen „Reisen nach der Ritterschaft“ danach, ob und inwieweit er sich zur Stützung dieser Thesen eignet, fortgesetzt und zu einer Antwort gebracht werden.

Eine der maßgeblichen Arbeitsthesen des Hauptseminars „Reiseberichte der frühen Neuzeit als Quellen der Sprachgeschichte“ lautete, dass die Textform des frühneuzeitlichen Reiseberichtes gerade deshalb von sprachwissenschaftlichem, und insbesondere sprachgeschichtlichem Forschungsinteresse sei, weil sie in besonderem Maße Zeugnis von der Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftsprache geben könnten. Dieser These liegt die Feststellung zu Grunde, dass die Verfasser von frühneuzeitlichen Reiseberichten durch ihren im Vergleich zu den Zeitgenossen großen Lebensradius in gesteigerter Weise selbst mit unterschiedlichen Varietäten konfrontiert gewesen sind. Die Tatsache, dass die Verfasser sich zur schriftlichen Bezeugung ihrer Erlebnisse angehalten, berufen oder bemüßigt gefühlt haben, lässt sich außerdem mit einigem Recht als einen Hinweis auf ihre zumindest vergleichsweise gehobene Sensibilität für den schriftsprachlichen Ausdruck und die schriftsprachliche Form deuten.

Beides, die Konfrontation mit unterschiedlichen sprachlichen Varietäten ebenso, wie die unterstellte Sensibilität im Hinblick auf die Schriftsprache könnte, so die zwei intuitiv zunächst plausiblen Folgerungen, sowohl dazu geführt haben, dass die Verfasser der entsprechenden Texte vermittels dieser bloßen Konfrontation in der Gestalt ihrer eigene Schriftlichkeit durch andere, entweder fremde Varietäten des Frühneuhochdeutschen, oder durch die – dann vor allem wohl gesprochene – Sprache ihrer fremdsprachigen Aufenthaltsorte beeinflusst worden sein könnten, als auch dazu, dass sie sich in Rückwirkung des räumlichen Entgrenzungserlebnisses besonders dazu angehalten fühlten, mit Hilfe einer möglichst allgemeinverständlichen Schriftlichkeit den Radius der Wirkung ihres eigenen Textes zu vergrößern.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Biographisches

III. Quellenlage

1. Die drei Handschriften

2. Probleme der Quellenlage

IV. Untersuchung

1. Lexik

a) „referentia“

b) „Don“, „Iffand“

c) „lackaeyen“

2. Stil

3. Graphie

a) Prognose

b) Vokalismus

i. Neuhochdeutsche Diphthongierung

ii. Neuhochdeutsche Monophthongierung

iii. Vokalsenkung

c) Konsonantismus

V. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Lebens- und Reisebericht „Reisen nach der Ritterschaft“ von Georg von Ehingen, um zu klären, inwiefern diese Textgattung zur Erforschung der Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache beiträgt und ob Georg von Ehingen tatsächlich als Autor der Urschrift fungierte.

  • Analyse der Autorschaft und der Überlieferung der „Reisen nach der Ritterschaft“
  • Einfluss von Reiseerfahrungen auf den romanisch geprägten Wortschatz
  • Stilistische Untersuchung rhetorischer Figuren wie der Tautologie
  • Graphische Analyse der Sprache zur Verortung in frühneuzeitlichen Schreiblandschaften

Auszug aus dem Buch

a) „referentia“

Von den gefundenen Lexemen ist das Lexem „referentia“, im Text in seiner fremdwortlichen lateinischen Form vertreten, ebenso interessant, wie es mit besonderer Vorsicht zu behandeln ist. Es findet sich außer in den „Reisen“ Georgs von Ehingen im 15. Jahrhundert in der Form „reverenz“ laut Lexer noch in drei anderen Texten: Diese Texte sind die mir leider nicht greifbare „Öheims chronik von Reichenau“, das Fastnachtsspiel „Des künig von Engellant hochzeit“ und, und das ist eine frappierende Parallele, der Reisebericht Gabriel Tetzels „Des böhmischen Herrn Leo’s von Rozmital Ritter-, Hof- und Pilger-Reise durch die Abendlande 1465-1467“. Die hier beschriebene Reiseroute gleicht der von Georgs zweiter Reise in den Jahren 1457-1459. Sie führt den böhmischen Leo von Rozmital, und in Folge dessen seinen Begleiter und Chronisten Tetzel durch die Königreiche England, Frankreich, Spanien, Portugal und Italien. Kaum könnte es deshalb näher liegen, zu schließen, dass das nahezu zeitgleiche Auftauchen des Lexems in den „Reisen“ von der Autorschaft Georgs zeugen müsse, und davon, dass beide, Georg und Tetzel das Lexem genau deshalb verwendeten, weil sie es im Verlaufe ihrer Reise kennengelernt hatten.

Allein, ein erhebliches Problem hindert diesen Schluss: Das Lexem „referentia“ in den „Reisen“ ist offenbar von anderer Hand nachträglich in eine Leerstelle in Handschrift A eingefügt worden. Es gibt zwei Möglichkeiten, diesen Umstand zu deuten. Freilich ist es denkbar, dass dem Inhaber der Hand, die den Großteil des Textes der Handschrift A geschrieben hat, das Wort „referentia“ so fremd war, und die Urschrift an just dieser Stelle so schlecht erhalten, dass erst eine spätere, kundigere Hand sich dazu in der Lage sah, die Abschrift zu vervollständigen. Dann wäre das Lexem und der Umgang der Handschrift mit ihm ein Beleg für zweierlei: Sowohl für die besondere Sorgfalt der die Abschrift verfertigenden Hände, als auch für die Progressivität des Lexikons der „Reisen“. Ebenso gut ist allerdings denkbar, dass die zweite Hand die Leerstelle, die die erste Hand wegen einer etwaigen Unleserlichkeit der Stelle in der Urschrift gelassen hatte, nach Gutdünken mit dem ihrem anonymen Inhaber aus anderem Kontext bekannten Lexem gefüllt hat. Beide Annahmen sind im hohen Maße spekulativ und gerade dieser hohe Gehalt an Spekulation spricht dafür, das Lexem gar nicht zur weiteren Befragung des Textes zu nutzen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob frühneuzeitliche Reiseberichte einen besonderen Wert für die Sprachgeschichte besitzen.

II. Biographisches: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Georgs von Ehingen nach und etabliert seine Eignung als Untersuchungsgegenstand.

III. Quellenlage: Es werden die drei erhaltenen Handschriften (A, B und C) vorgestellt und die methodischen Probleme der Textgrundlage erörtert.

IV. Untersuchung: In diesem Hauptteil werden die sprachlichen Ebenen Lexik, Stil und Graphie detailliert auf ihren sprachgeschichtlichen Gehalt hin geprüft.

V. Schluss: Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die „Reisen“ keine eindeutige Rolle bei der Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache belegen können.

Schlüsselwörter

Georg von Ehingen, Reisebericht, Sprachgeschichte, Frühneuhochdeutsch, Handschriften, Schriftsprache, Lexik, Stilistik, Graphie, Tautologie, Diphthongierung, Schreiblandschaft, Autorschaft, Mittelhochdeutsch, Westschwäbisch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob der Reisebericht von Georg von Ehingen als Zeugnis für eine besondere Rolle der Reiseberichte bei der Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf drei Hauptbereiche: Die Lexik (insbesondere Lehn- und Fremdwörter), den sprachlichen Stil (rhetorische Figuren) und die Graphie (Vokalismus und Konsonantismus).

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob Georg von Ehingen der Autor der Urschrift war und ob seine Reiseerfahrungen eine progressive sprachliche Veränderung in seinem Text bewirkt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse der überlieferten Handschriften, vergleicht den Text mit zeitgenössischen Sprachmerkmalen und wendet philologische Kriterien auf die Lexik und Graphie an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie Fremdwörter aus dem romanischen Sprachraum Eingang in den Text gefunden haben, untersucht die Verwendung von Tautologien als didaktische Werkzeuge und vergleicht graphische Merkmale mit den regionalen Schreiblandschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Frühneuhochdeutsch, Schriftsprache, Schreiblandschaften, Quellenkritik, Autorschaft und die spezifische Gattung der Ritterbiographie.

Welche Bedeutung hat die Handschrift A für die Forschung?

Handschrift A gilt als die wichtigste Quelle, da sie zeitlich und räumlich am ehesten dem Entstehungszeitraum des Urtextes nahesteht, obwohl auch hier die Autorschaft nicht eindeutig belegt ist.

Warum ist das Ergebnis der Untersuchung eher unbefriedigend?

Die Untersuchung kommt zu dem ernüchternden Schluss, dass der Text keinen eindeutigen Nachweis für die These liefert, da methodische Unsicherheiten bezüglich der Urschrift und der Überlieferung bestehen bleiben.

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Résumé des informations

Titre
Georg von Ehingen: "Reisen nach der Ritterschaft". Spielten "Reiseberichte" eine besondere Rolle bei der Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache?
Université
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Cours
Reiseberichte der frühen Neuzeit als Quellen der Sprachgeschichte
Note
1,3
Auteur
Lukas Rieger (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
28
N° de catalogue
V205343
ISBN (ebook)
9783656316305
ISBN (Livre)
9783656316664
Langue
allemand
mots-clé
beantwortung frage gibt text reisen ritterschaft georgs ehingen zeugnis rolle gattung reiseberichte entstehung schriftsprache
Sécurité des produits
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Citation du texte
Lukas Rieger (Auteur), 2012, Georg von Ehingen: "Reisen nach der Ritterschaft". Spielten "Reiseberichte" eine besondere Rolle bei der Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205343
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Extrait de  28  pages
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