Die Entstehung der globalen Finanzkrise und deren Auswirkung auf die Notenbanken sowie die Bankenaufsicht


Hausarbeit, 2012
31 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2. Die Entstehung der weltweiten Finanzkrise
2.1 Der Auslöser
2.2 Der US-Immobilienmarkt
2.3 Die Verbriefung der Immobilienkredite
2.4 Zahlungsunfähigkeit vieler Hauseigentümer

3. Die Auswirkungen auf die Zentralbanken und die Bankenaufsichten
3.1 In den USA
3.1.1. Das amerikanische Federal Reserve System
3.1.2. Die amerikanische Bankenaufsicht
3.2 In Europa
3.2.1. Die Europäische Zentralbank
3.2.2. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde
3.3 In Deutschland

4. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Betrachtet man die Entstehung und den Verlauf der aktuellen Wirtschaftskrise, so ist es erstaunlich, welche Auswirkungen von ihr ausgehen. Zunächst wurde lediglich der Begriff „Subprime-Krise“, bezugnehmend auf die schlechte Bonitätsbewertung der Kreditnehmer in den USA verwendet. Dieser Begriff wurde in den folgenden Jahren in „Finanzkrise“ transformiert, bis die Auswirkungen auf die Realwirtschaft deutlich wurden und aktuell folgerichtig der Begriff Wirtschaftskrise verwendet wird.

Das Ziel dieser Arbeit ist es darzustellen, welche Auswirkungen die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise, bzw. deren Ausläufer, auf die Zentralbanken sowie die Bankenaufsichten dieser Welt hat, da der Vorwurf im Raum steht, dass diese Institutionen versagt haben.

Des Weiteren wird von einigen Seiten eine strengere Regulierung der Finanzmärkte verlangt, da von diesem einen Wirtschaftszweig ein erheblicher Einfluss auf die Realwirtschaft ausgeübt wird. Der Ruf nach strengeren Reglementierungen rührt vor allem daher, dass selbst die Staaten gegenüber einigen „systemrelevanten“ Banken machtlos erscheinen, da die staatliche Rettung einer in Schieflage geratenen Bank offensichtlich alternativlos ist.

Nahezu sämtliche Akteure sind sich einig darüber, dass eine stärkere Regulierung notwendig ist, da selbst die Staaten in einer Abhängigkeitsbeziehung zu den Banken stehen. Ebenso wird deutlich, dass die Lösungen einzelner Staaten keine entsprechende Wirkung hätten. Notwendig ist es somit möglichst weltweit, zumindest aber europa- bzw. amerikaweit einheitliche Regulierungen zu schaffen, die ein erneutes Entstehen einer solchen Fehlentwicklung unterbinden.

Um die Folgen der Krise sowie die daraus resultierenden Maßnahmen der Aufsichtsbehörden nachvollziehen zu können, ist es zunächst wichtig die Entstehung dieser weltweiten Finanzkrise darzustellen und zu verstehen. Aus diesem Grund wird im Folgenden der Verlauf der Krise von der Entstehung durch das Platzer der Dotcom-Blase im Jahr 2000 bis zum heutigen Tag aufgezeigt.

2 Die Entstehung der weltweiten Finanzkrise

2.1 Der Auslöser

Die Folgen und Auswirkungen der aktuellen weltweiten Finanzkrise sind für den Ottonormalverbraucher erst etwa seit dem Jahr 2007 spürbar. Möchte man allerdings die Entstehung verstehen, so ist der Blick noch einige Jahre weiter in die Vergangenheit zu richten, nämlich in das Jahr 2000 und dem Platzen der sog. Dotcom-Blase. Dieser Kunstbegriff wurde von den Medien erschaffen und bezeichnet das schnelle Ende der Euphorie in Verbindung mit den aufstrebenden Internetunternehmen Ende der 90er Jahr. Viele Aktienwerte der Hochtechnologieunternehmen hatten sich binnen weniger Monate vervielfacht.[1]

Als deutlich wurde, dass die hohen Gewinnerwartungen der Anleger nicht erfüllt werden würden, brachen die Werte der Unternehmen so schnell ein, wie diese zuvor gestiegen waren. Da viele Kleinanleger von den hohen Renditen in der Boomphase angelockt wurden, befanden sich zu dieser Zeit sehr viele unerfahrene Börsianer im Markt. Gerade diese verpassten den richtigen Ausstiegszeitpunkt und verkauften schlussendlich zu jedem Preis und nahmen hohe Verluste in Kauf.[2]

Einige der aufstrebenden Unternehmen hatten während der Boomjahre oftmals noch Konkurrenzunternehmen aufgekauft. Diese Akquisitionen stellten sich während des Einbruchs des IT-Marktes als verlustbringend heraus, wodurch vielen Unternehmen lediglich die Insolvenz als einziger Ausweg blieb. Der Börsenwert einiger Unternehmen lag zu dieser Zeit zum Teil unter dem des Buchwertes, wodurch zahlreiche Gesellschaften mit dem Ziel der Liquidierung aufgekauft wurden.[3]

Viele Privatanleger verloren mit dem Platzen dieser Blase einen Großteil ihres Vermögens und das Vertrauen in die Aktienmärkte wurde für lange Zeit erschüttert. Zudem verloren viele Menschen ihre Arbeitsplätze nachdem ein Jahr zuvor sogar im Ausland noch verzweifelt nach Fachkräften gesucht wurde.[4]

Ausschlaggeben für die aktuelle Wirtschafts- und Finanzmarktkrise waren die Reaktionen der Notenbanken in Folge der Dotcom-Blase. Allen voran senkte die Fed den Leitzins binnen einen Jahres von 6 % auf 1,75 % und versuchte die Auswirkungen für die Wirtschaft mit Hilfe der Politik des billigen Geldes zu minimieren.[5]

Die Zinspolitik zeigte Wirkung, zwar brach das BIP zunächst um 3 % ein, erholte sich anschließend allerdings rasch wieder. Die Fed erhöhte den Leitzins in den kommenden Jahren nur sehr langsam wieder, wodurch die Märkte lange mit billigem Geld versorgt wurden. Dieses Verhalten ist aus heutiger Sicht der Auslöser der aktuellen weltweiten Wirtschaftskrise, da die Investoren aufgrund der mit Kapital gefluteten Finanzmärkte nach immer neuen Anlagemöglichkeiten suchten und den US-Häusermarkt für sich entdeckten.[6]

2.2 Der US-Immobilienmarkt

Die niedrigen Kapitalmarktzinsen führten dazu, dass sich immer mehr amerikanische Bürger den Traum vom Eigenheim erfüllen konnten. Es bestand also eine hohe Nachfrage nach Wohneigentum, was die Häuserpreise lange Zeit ansteigen ließ. Aufgrund des steigenden Wertes der Immobilien wurden von den Kreditgebern vermehrt auch Kredite an Kunden vergeben, deren Bonität sehr schlecht war. Diese Kundengruppe wird aufgrund ihrer Liquidität als Subprime-Kunden bezeichnet, da sie im Kreditgeschäft bereits auffällig war.[7]

Trotz der schlechten Bonität der Kreditnehmer gingen die Kreditgeber jedoch nur sehr geringe Risiken ein, da die Hauspreise weiter anstiegen. Sollte ein Kreditnehmer die Zinsen nicht mehr tilgen können, so würde die Immobilie an den Kreditgeber zurückfallen, der diese erneut für einen hohen Wert verkaufen würde.[8]

Es wurden den Kreditnehmern zum Teil Kreditverträge angeboten, welche mit Lockangeboten ausgestattet waren. Beispielsweise betrug der Zinssatz innerhalb der ersten Jahre lediglich 2 % und stieg anschließend zum Teil auf den vierfachen Betrag. Diese Geschäftspraxis macht deutlich, dass die Kreditgeber einen Zahlungsausfall der Hausbesitzer in Kauf nahmen, da der Kredit weiterhin durch den steigenden Preis der Immobilie abgesichert wurde, wodurch kein Verlustrisiko für den Kreditgeber bestand.[9]

Des Weiteren ist herauszustellen, dass es in den USA üblich ist Kreditverträge mit variablen Zinssätzen abzuschließen. Diese Verträge bergen das Risiko, dass ein Kreditnehmer die Tilgung bei steigenden Zinssätzen nicht länger aufbringen kann. Im Verglich dazu werden in Deutschland üblicherweise Kreditverträge mit fixen Zinssätzen für Immobilienfinanzierungen angeboten, welche dem Kreditnehmer mehr Sicherheit bieten.[10]

Diese Geschäftspraxis der Kreditgeber hat lange Zeit funktioniert, weshalb diese keinen Grund hatten etwas an der Kreditvergabepraxis zu verändern. Selbst die Zahlungsunfähigkeit von zahlreichen Immobilienbesitzern hätte keine derartigen weltweiten Einflüsse gehabt, welche die aktuelle Krise hatte. Der Grund dafür, weshalb schließlich Banken auf der ganzen Welt von der Zahlungsunfähigkeit der Hausbesitzer betroffen waren lag in der Verbriefung der Kredite. Der Kreditgeber verkaufte den Kredit, wodurch dieser schließlich in ein Wertpapier umgewandelt wurde.[11]

2.3 Die Verbriefung der Immobilienkredite

Wie oben genannt wurde diese Praktik der Kreditvergabe in erster Linie in den USA angewendet. Durch die Form der Verbriefung gelangen die neu geschaffenen Wertpapiere jedoch in die Depots von nahezu sämtlichen internationalen Banken.[12]

Der Prozess der Verbriefung wird von einer Investment Bank, bzw. einer gesonderten Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle) einer solchen Bank abgewickelt. Diese Zweckgesellschaft kauft hierbei jedoch nicht nur einen Kreditvertrag, sondern zahlreiche Kreditverträge. Sie zahlt dafür einen Kaufpreis und bekommt als Gegenleistung den Zins sowie die Tilgung. Dieser Betrag wird vom Hauseigentümer an seine Kreditbank gezahlt, welche ihn von nun an an die Investmentbank weiterleitet.[13]

Auf der Grundlage der gekauften Kreditverträge legt die Investmentbank nun Wertpapiere, die sog. Collateralized Debt Obligations (CDOs) auf, welche am Markt angeboten werden. Diese Wertpapiere werden nun noch in unterschiedliche Risikoklassen eingeteilt. Die Käufer entscheiden letztendlich, welche Risikoklasse sie erwerben möchten. Beispielsweise hat ein Teil der CDOs ein AAA, also ein sehr gutes Rating, was eine sehr geringe Ausfallwahrscheinlichkeit suggeriert. Ein weiterer Teil BBB und ein letzter Teil CCC. Mit ansteigendem Risiko der Wertpapiere steigt jedoch ebenso die Rendite, die mit den CDOs erwirtschaftet wird. So bekommt ein AAA z.B. 4 % ein BBB 6 % und ein CCC 10 % Rendite pro Jahr.[14]

[...]


[1] Vgl. Glebe, D. (2008), S. 105.

[2] Vgl. Glebe, D. (2008), S. 106.

[3] Vgl. Gorthmanns, R. (2008), S. 16.

[4] Vgl. Leuschel, R. / Vogt, C. (2006), S. 220.

[5] Vgl. Leuschel, R. / Vogt, C. (2006), S. 220.

[6] Vgl. Runge, M. (2011), S. 137.

[7] Vgl. Pech, M. (2008), S. 3.

[8] Vgl. Pohl, M. (2009), S. 44.

[9] Vgl. Grundmann, S. / Hofmann, C. / Möslein, F. (2009), S. 4.

[10] Vgl. Hofmann, C. (2002), S. 70.

[11] Vgl. Pech, M. (2008), S. 9.

[12] Vgl. Bothur, J. (2009), S. 35.

[13] Vgl. Bertl, A. (2004), S. 89.

[14] Vgl. Waibel, A. (2007), S. 2.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Die Entstehung der globalen Finanzkrise und deren Auswirkung auf die Notenbanken sowie die Bankenaufsicht
Hochschule
Hochschule Hannover
Veranstaltung
Bank- und Versicherungsbetriebslehre
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
31
Katalognummer
V205352
ISBN (eBook)
9783656324010
ISBN (Buch)
9783656326960
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirschaftskriese, Finanzkrise, Staatsschuldenkrise, BaFin, EZB, Verbriefung, ABCP, Dotcom, Blase, Subprime, CDO, Fed, CDS, OCC, SEC, FDIC, Inflation
Arbeit zitieren
Bachelor Gerrit Albers (Autor), 2012, Die Entstehung der globalen Finanzkrise und deren Auswirkung auf die Notenbanken sowie die Bankenaufsicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205352

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