Gemessen am Kriterium der Shareholder-Value-Steigerung ist die Erfolgsquote von Mergers & Acquisitions nach wie vor gering. Ausgehend von dieser Problematik wird mit dem sog. Wertprozesses eine konzeptionelle Vorgehensweise vorgestellt, die eine M&A-basierte Shareholder-Value-Steigerung ermöglichen soll.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Zielsetzung
2 Ansatzpunkte für eine M&A-basierte Shareholder-Value-Steigerung
2.1 Shareholder-Value-Steigerung als M&A-Ziel
2.2 Shareholder-Value-Steigerung durch Akquisition unterbewerteter Zielunternehmen
2.3 Shareholder-Value-Steigerung durch die Realisierung von Synergien
2.3.1 Synergiebegriff und -systematik
2.3.2 Synergiearten
3 Umsetzung einer M&A-basierten Shareholder-Value-Steigerung mit Hilfe eines Wertprozesses
3.1 Struktur des Wertprozesses
3.2 Beschreibung des Wertprozesses
3.2.1 Identifizierung von Wertsteigerungspotentialen
3.2.2 Quantifizierung von Wertsteigerungspotentialen
3.2.3 Realisierung von Wertsteigerungspotentialen
4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch Mergers & Acquisitions (M&A) eine nachhaltige Steigerung des Shareholder Value erreichen können. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie der Erfolg von M&A-Transaktionen durch einen systematischen "Wertprozess" – bestehend aus Identifizierung, Quantifizierung und Realisierung von Synergien – gesteigert werden kann.
- Grundlagen der Shareholder-Value-Steigerung durch M&A
- Systematik und Klassifizierung verschiedener Synergiearten
- Struktur und methodische Durchführung des Wertprozesses
- Instrumente zur Identifizierung von Wertsteigerungspotentialen
- Methoden der Quantifizierung und Realisierung von Synergieeffekten
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Synergiearten
Auf Grundlage der in Abbildung 2 dargestellten Synergiesystematik lassen sich die folgenden acht Synergiearten ableiten (für eine ausführliche Beschreibung und eine kritische Würdigung der einzelnen Synergiearten sowie eine Darstellung der jeweiligen theoretischen Basis, sei auf Riedel 2010, 120-144 verwiesen).
Preissynergien: Der Zusammenschluss von Unternehmen – so die gängige These in der Literatur – stärkt die Markt- bzw. Wettbewerbsposition der am Zusammenschluss beteiligten Unternehmen und verleiht ihnen hierdurch eine höhere Marktmarkt gegenüber Kunden und Wettbewerbern. Die hinzugewonnene Marktmacht ermöglicht dem entstandenen Gesamtunternehmen, höhere Absatzpreise für die angebotenen Produkte und Leistungen am Markt durchzusetzen und in Folge dessen die Umsatzerlöse zu steigern (vgl. Wirtz 2003, 61, Wöginger 2004, 126 und Franck / Meister, 2006, 101). Auf der operativen Ebene eines Unternehmens setzen Preissynergien somit an den Absatzpreisen an, deren Erhöhung auf der Kosten-Erlös-Ebene zu einer Steigerung der Umsatzerlöse führt und auf der Stakeholder-Ebene zu einer Steigerung der Kundeneinzahlungen beiträgt. In letzter Konsequenz führen Preissynergien – über eine Ausweitung des Netto-Cashflows – zu einem gesteigerten Shareholder Value (vgl. Abbildung 2).
Mengensynergien entstehen in Folge einer M&A-Transaktion, wenn die sich zusammenschließenden Unternehmen in der Lage sind, die abgesetzte Menge ihrer Produkte zu erhöhen, ohne dass hierbei die Umsatzkosten in gleichem Maße ansteigen (vgl. Sandler 1991, 36-37 und Bausch 2003, 115). Zum einen lässt sich dies erreichen, indem die eigenen Produkte – über die Vertriebskanäle des Akquisitionspartners – nun auch auf geographischen Märkten verkauft werden, die bisher nicht bearbeitet wurden. Zum anderen kann die Absatzmenge durch den Verkauf eigener Produkte an Kundengruppen erhöht werden, die sich innerhalb bereits bearbeiteter Märkte bisher nicht erreichen ließen, sich jedoch im Abnehmerportfolio des Akquisitionspartners befinden (vgl. Foscht 2002, 58-59). Auf der operativen Ebene eines Unternehmens setzen Mengensynergien somit an der Absatzmenge an und führen in letzter Konsequenz zu einer Ausweitung des Netto-Cashflows und damit zu einer Steigerung des Shareholder-Value (vgl. Abbildung 2).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Zielsetzung: Einleitung in die Thematik der M&A-Transaktionen, Aufzeigen der Diskrepanz zwischen Bedeutung und Erfolg sowie Definition des Ziels zur Entwicklung eines wertorientierten Konzepts.
2 Ansatzpunkte für eine M&A-basierte Shareholder-Value-Steigerung: Erörterung der theoretischen Grundlagen für M&A-Ziele und Identifikation der Realisierung von Synergien als primärer Treiber für eine Unternehmenswertsteigerung.
3 Umsetzung einer M&A-basierten Shareholder-Value-Steigerung mit Hilfe eines Wertprozesses: Detaillierte Darstellung des dreistufigen Prozesses zur Identifizierung, Quantifizierung und operativen Realisierung von Synergiepotenzialen.
4 Zusammenfassung und Fazit: Rückblick auf die Ergebnisse und Bestätigung, dass der strukturierte Wertprozess ein essenzielles Instrument für den Erfolg von M&A-Transaktionen darstellt.
Schlüsselwörter
Shareholder Value, Mergers & Acquisitions, Synergien, Wertprozess, Wertsteigerung, Unternehmenszusammenschluss, Synergiesystematik, Preissynergien, Mengensynergien, Integrationsphase, Unternehmenswert, Synergiepotenziale, Transaktionsphase, Kapitalkosten, Unternehmensentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen durch strategische Zusammenschlüsse (M&A) ihren Marktwert für Eigentümer steigern können, und stellt hierfür ein spezifisches prozessuales Konzept vor.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der wertorientierten Unternehmensführung, der Identifizierung und Quantifizierung von Synergieeffekten sowie der praktischen Umsetzung dieser Erkenntnisse im Integrationsprozess.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Vorstellung des sogenannten "Wertprozesses", der sicherstellen soll, dass M&A-Transaktionen nicht wertvernichtend, sondern wertsteigernd wirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es wird eine deduktive Herleitung und strukturierte Analyse angewandt, basierend auf einer fundierten Auswertung relevanter Literatur zu M&A-Management und finanzwirtschaftlicher Bewertung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Ansatzpunkte für Wertsteigerungen diskutiert, gefolgt von einer detaillierten Synergiesystematik und einer schrittweisen Beschreibung des Wertprozesses.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Shareholder Value, M&A-Management, Synergiearten, Wertsteigerungspotenziale und Wertprozess beschreiben.
Warum spielt die Unterscheidung der Synergiearten eine so große Rolle für den Wertprozess?
Die präzise Kategorisierung (wie Preissynergien, Mengensynergien, Steuersynergien etc.) ermöglicht erst eine spezifische Identifizierung und Quantifizierung, um den Netto-Synergiewert präzise zu bestimmen.
Warum wird die Diversifikation durch M&A kritisch betrachtet?
Die Arbeit verweist auf den sogenannten "Conglomerate Discount", bei dem der Kapitalmarkt diversifizierte Unternehmen oft schlechter bewertet als fokussierte Unternehmen, was den Erfolg diversifizierender Akquisitionen in Frage stellt.
Welche Rolle spielt die Konzeptionsphase im Vergleich zur Transaktionsphase?
Während in der Konzeptionsphase die Identifizierung der Potenziale im Vordergrund steht, verlagert sich der Fokus in der Transaktionsphase auf die Quantifizierung, um ein fundiertes Kaufpreisgebot abzuleiten.
Warum wird empfohlen, von unendlichen Netto-Synergie-Cashflow-Reihen abzusehen?
Da Synergieeffekte oft nur zeitlich begrenzt wirken, da Wettbewerber nachziehen oder Kostensteigerungen die Vorteile kompensieren, ist eine begrenzte Planungsdauer für die Cashflow-Prognosen realistischer.
- Quote paper
- Dr. Florian Riedel (Author), 2010, Shareholder-Value-Steigerung durch Mergers & Acquisitions, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205885