Im Rahmen einer Hausarbeit im Fach Kriminologie habe ich mich mit dem Bereich „Amok und School – Shooting“ auseinandergesetzt. Ich finde das Thema deswegen interessant, da es anscheinend einfach nicht möglich ist, ob von kriminologischer oder einsatztaktischer Seite, einen vermutlichen Amok – Täter zu erkennen. Amok bzw. School – Shooting war bisher nur in den vereinigten Staaten bekannt, bis das Phänomen am 26.04.2002 auch bei uns in Deutschland zur schrecklichen Realität wurde und in der Bevölkerung regelrechten Schrecken verbreitete.
Der 19 – jährige Robert Steinhäuser tötete damals bei seinem Amok – Lauf im Gutenberg - Gymnasium Erfurt 16 Menschen und danach sich selbst. In der ganzen Bundesrepublik und sogar weltweit herrschte große Betroffenheit und Anteilnahme. Reporter aus der ganzen Welt waren vor Ort um das menschliche Leid auf ihren Kameras festzuhalten. Für Angehörige und Betroffene müssen es schreckliche Erinnerungen sein, welche auch nach vielen Jahren nicht mehr vergessen werden können.
Die Frage, die sich stellt ist, Wie kommt es zu solch einer Gewalttat? Im Jahr 1999 trat solch eine Tat das erste Mal auf. Die Täter Harris und Klebold bezeichneten sich selbst als „Erfinder“ des Amoklaufs. 2 Jahre lang planten sie den größten Massenmord aller Zeiten. Sie erschossen am 20. April 1999 13 Schüler an der Columbine High-School in den USA. Diese Tat verbreitete sich rasant weltweit durch die Medien. Klebold und Harry haben heute noch viele
Fans unter Jugendlichen und sie sind außerdem sogar ein Vorbild für manche Jugendliche.
Sehr kritisch werden auch die Ego – Shooter – Spiele behandelt. Täglich sitzen hunderttausende Menschen vor ihren Computern und spielen diese Spiele. Ist jeder „Call of Duty“ oder „Counterstrike“ – Spieler ein potentieller Amokläufer? Dies möchte ich unter anderem in meiner Arbeit klären. Auch möchte ich auf die Stadien des Amoklaufes eingehen, darauf wie sich ein Amoklauf überhaupt entwickelt. Weiterhin spreche ich die Waffennutzung an, wobei hierbei interessant ist, wie die Täter an Waffen kommen und was für Waffen das sind. Aus aktuellem Anlass möchte ich auf den Amoklauf des Tim Kretschmer in Winnenden vom 11.03.2009 näher eingehen und versuchen, das ein oder andere Motiv zu erarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriff, Geschichte und Definitionen
2.1 School – Shooting
2.1.1 Persönlichkeitsprofil
2.2 Amok
2.3 Erklärungsansätze
3. Stadien
3.1 Vorstadium
3.2 Homizidaler Ausbruch
3.3 Fortführung
3.4 Amnesie
4. Ursachen, Hintergrunde, Auslöser
5. Der Amoklauf in Winnenden, 11.03.2009
5.1 Tim Kretschmer –
Ein Leben in der modernen Welt, ohne wirkliche Freunde,
bis zur Amoktat
5.2 Noch 24 Stunden bis zur Tat
5.3 Der Tatablauf
6. Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Phänomen Amoklauf und School-Shooting auseinander, um Hintergründe, Ursachen und psychologische Aspekte dieser Gewalttaten zu untersuchen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Entwicklung solcher Taten zu erlangen, wobei das Beispiel des Amoklaufs in Winnenden 2009 detailliert analysiert wird.
- Definitionen und Geschichte von Amok und School-Shootings
- Psychologisches Profil und typische Stadien eines Amoklaufs
- Multifaktorielle Ursachenforschung und Auslöser (u.a. soziale Isolation, Mobbing)
- Kontroverse Diskussion um den Einfluss von Ego-Shootern
- Fallstudie: Detaillierte Rekonstruktion des Amoklaufs von Tim Kretschmer
Auszug aus dem Buch
5.1 Tim Kretschmer – Ein Leben in der moderne Welt ohne wirkliche Freunde bis zum Amoklauf
Schnell wurde klar, dass Tim in einem gut behüteten Elternhaus aufwuchs, außerdem hatte er eine drei Jahre jüngere Schwester.
Tim besuchte die Grundschule in Weiler zum Stein, daraufhin die Realschule in Winnenden und zuletzt ging er auf das Berufskolleg einer kaufmännischen Privatschule in Waiblingen. Er war Tischtennisspieler und Kraftsportler und trainierte seit 3 Jahren sehr hart. Alles scheint also normal, also ein ganz normaler Teenager. Oder war das nur der erste Eindruck? Bei der Musterung der Bundeswehr hatte Tim erklärt, er leide unter Depressionen und sei deswegen in psychiatrischer Behandlung. Fünf Sitzungen hatte es bereits gegeben. Damals meldeten sich viele Experten zu Wort.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Amokläufe ein und begründet die Relevanz der Untersuchung aufgrund der wachsenden globalen Betroffenheit.
2. Begriff, Geschichte und Definitionen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe School-Shooting und Amok, grenzt sie von anderen Gewaltverbrechen ab und beleuchtet deren historischen Kontext.
3. Stadien: Hier wird ein theoretisches Modell vorgestellt, das den Amoklauf in vier verschiedene Phasen unterteilt, vom Vorstadium bis zur Amnesie.
4. Ursachen, Hintergrunde, Auslöser: Dieses Kapitel analysiert die multifaktoriellen Hintergründe von Amokläufen, darunter psychosoziale Faktoren, biologische Aspekte und die Rolle von Medien.
5. Der Amoklauf in Winnenden, 11.03.2009: Eine detaillierte Untersuchung des Einzelfalls Tim Kretschmer, inklusive seiner Lebensumstände, der Tatenvorbereitung und des genauen Tatablaufs.
6. Schluss: Das Fazit fasst die Schwierigkeiten einer eindeutigen wissenschaftlichen Definition und Ursachenforschung zusammen und plädiert für eine bessere zentrale Nachbearbeitung von Amokfällen.
Schlüsselwörter
Amoklauf, School-Shooting, Winnenden, Tim Kretschmer, Gewaltprävention, Kriminologie, Psychologie, Soziale Isolation, Mobbing, Ego-Shooter, Waffen, Tatablauf, Multifaktoriell, Psychische Erkrankungen, Gewalt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen Amoklauf und School-Shooting mit einem besonderen Fokus auf die Ursachen, Auslöser und den spezifischen Fall des Amoklaufs in Winnenden 2009.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Amok-Begriffs, psychologische Profile von Tätern, das Modell der Stadien eines Amoklaufs sowie eine kritische Auseinandersetzung mit potenziellen Auslösern wie Mobbing und Ego-Shootern.
Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Entstehung von Amokläufen zu entwickeln und zu untersuchen, ob und wie man potenzielle Täter identifizieren kann, am Beispiel von Tim Kretschmer.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kriminologischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von Informationen und Berichten zum Einzelfall Winnenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Definitionen und Stadien, eine Ursachenanalyse sowie eine ausführliche Fallstudie zum Amoklauf in Winnenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Amoklauf, School-Shooting, Winnenden, Gewaltursachen und Kriminologie charakterisieren.
Welche Rolle spielten Ego-Shooter laut der Arbeit bei Tim Kretschmer?
Der Autor stellt fest, dass Tim Kretschmer leidenschaftlich Ego-Shooter spielte, betont jedoch kritisch, dass ein Spiel allein aus einem "normalen" Menschen keinen Amokläufer macht.
Was war das zentrale Ergebnis des Schlusskapitels?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es keine einfachen Motive gibt, sondern dass ein Amoklauf multifaktoriell bedingt ist und eine verbesserte zentrale Datenerhebung zur Analyse dringend notwendig wäre.
- Citation du texte
- Marcus Otto (Auteur), 2009, Amok und School Shooting - Ursachen, Hintergründe, Auslöser am Beispiel Winnenden 2009, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206101