„Jugendhilfeplanung ist ein Instrument zur systematischen, innovativen und damit zukunftsgerichteten Gestaltung und Entwicklung der Handlungsfelder der Jugendhilfe mit dem Ziel, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien zu erhalten oder zu schaffen (§1 SGB VIII) und ein qualitativ und quantitativ bedarfsgerechtes Jugendhilfeangebot rechtzeitig und ausreichend bereitzustellen (§79 SGB VIII).“ (Maykus, Stephan und Schone, Reinhold. 2010, S.91)
In meiner Arbeit werde ich die Jugendhilfeplanung auf dieser Basis darstellen. Zuerst beginne ich mit einem geschichtlichen Teil der Jugendhilfeplanung, danach gehe ich über zu dem gesetzlichen Hintergrund. Als nächstes stelle ich den Organisationprozess dar vor der eigentlichen Jugendhilfeplanung mit den Einzelnen Elementen dieses Prozesses. Zum Schluss beschreibe ich die Jugendhilfeplanung mit seinen fünf Stufen und erläutere den Begriff Partizipation und deren Rolle in der Jugendhilfeplanung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Von den Anfängen der Jugendhilfeplanung bis heute
3. Der gesetzliche Auftrag
4. Organisation von Planungsprozessen
4.1 Der Jugendhilfeausschuss
4.2 Planungsgruppen
4.3 Beteiligung von AdressatInnen
4.4 Planungsfachkräfte im Jugendamt
5. Der Prozess der Jugendhilfeplanung
5.1 Ziel- und Konzeptentwicklung
5.2 Bestandserhebung
5.3 Bedarfsermittlung
5.4 Maßnahmeplanung und –durchführung
5.5 Evaluation und Fortschreibung
6. Partizipation
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das komplexe Instrument der Jugendhilfeplanung auf Basis der gesetzlichen Vorgaben des SGB VIII sowie ihrer historischen Entwicklung darzustellen, den strukturellen Planungsprozess zu erläutern und die zentrale Rolle der Partizipation kritisch zu beleuchten.
- Historische Entwicklung der Jugendhilfeplanung
- Gesetzliche Grundlagen gemäß SGB VIII
- Strukturen und Akteure der Planungsorganisation
- Phasen des Planungsprozesses von der Zielfindung bis zur Evaluation
- Partizipation als Herausforderung und Chance in der Praxis
Auszug aus dem Buch
2. Von den Anfängen der Jugendhilfeplanung bis heute
In den Anfängen ging es bei der Jugendhilfeplanung um die Erstellung von Plänen um Veränderungen anzustoßen. Ziel war es, diese Pläne durch Handeln in die Wirk-lichkeit umzusetzen (vgl. Maykus Stephan und Schone, Reinhold. 2010, S.92). Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre, entwickelte „[...] sich neben der Ein-kommenspolitik und der Politik der sozialen Absicherung die Sozialplanung als In-strument zur Gestaltung und Verbesserung der Lebenslagen von Menschen [..].“ (ebd. S.92) Zunächst wurde Sozialplanung mit der Vorstellung einer aktiven und zielgerichteten politischen Steuerung und Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Teilhabe in Verbindung gebracht (vgl. Schnurr et al. 2010, S.92). Es sollte als In-strument für die Wirksamkeit und Reichweite politischer und administrativer Steue-rung dienen. Jedoch kam es schnell zur Ernüchterung in den siebziger Jahren, da „[...] die Gestaltungsmacht der Planer deutliche Grenzen hatte.“(ebd. S.93) Durch den Eigensinn der betroffenen Gruppen und Institutionen und deren widersprüchliche Interessen bzw. Ziele kam es zur Relativierung der Vorstellung von der intentionalen Steuerbarkeit der komplexen sozialen Systeme (ebd. S.93).
Das SGB VIII gab der Jugendhilfeplanung durch ihre Vorgaben einen neuen Anstoß.
„In Theorie und Praxis wurde Jugendhilfeplanung in den neunziger Jahren konzipiert als ein Prozess, in dem sich Entscheidungsträger, Akteure und Adressaten auf unterschiedlichen Ebenen in einem ständigen, möglichst transparenten und zielgerichteten Austausch über die Entwicklung des gesam-ten Systems der örtlichen Jugendhilfe befinden.“(ebd. S.93)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Definition der Jugendhilfeplanung als Instrument zur Gestaltung positiver Lebensbedingungen ein und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2. Von den Anfängen der Jugendhilfeplanung bis heute: Es wird die historische Entwicklung von den ersten Ansätzen der Sozialplanung bis zur modernen, zyklischen Jugendhilfeplanung nach SGB VIII aufgezeigt.
3. Der gesetzliche Auftrag: Hier werden die wesentlichen Paragraphen des SGB VIII (§79 und §80) erläutert, die den Rahmen und die Verpflichtungen der öffentlichen Jugendhilfe definieren.
4. Organisation von Planungsprozessen: Dieser Abschnitt beschreibt die notwendigen Strukturen, wie den Jugendhilfeausschuss, Planungsgruppen und die Rolle der Planungsfachkräfte im Jugendamt.
5. Der Prozess der Jugendhilfeplanung: Die fünf Phasen – Ziel- und Konzeptentwicklung, Bestandserhebung, Bedarfsermittlung, Maßnahmeplanung sowie Evaluation – werden detailliert als permanenter Prozess beschrieben.
6. Partizipation: Das Kapitel thematisiert die Bedeutung der Beteiligung von Adressaten sowie die damit verbundenen Anforderungen und Spannungsfelder für die beteiligten Fachkräfte.
7. Schluss: Der Verfasser reflektiert die Komplexität der Thematik und resümiert die Notwendigkeit von Mitbestimmung trotz der praktischen Herausforderungen für die Fachkräfte.
Schlüsselwörter
Jugendhilfeplanung, SGB VIII, Sozialplanung, Jugendhilfeausschuss, Bedarfserhebung, Partizipation, Zielentwicklung, Planungsprozess, öffentliche Jugendhilfe, Adressatenbeteiligung, Management, kommunale Ebene, gesetzlicher Auftrag, Evaluation, Jugendamt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Jugendhilfeplanung als systematisches Instrument zur Gestaltung und Entwicklung der Handlungsfelder in der Kinder- und Jugendhilfe auf kommunaler Ebene.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind der gesetzliche Rahmen des SGB VIII, die organisatorische Struktur der Planung, die prozessualen Phasen der Jugendhilfeplanung sowie die Bedeutung und Schwierigkeiten der Partizipation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Prozesse der Jugendhilfeplanung zu schaffen und aufzuzeigen, wie Ziele, Bedarfe und Maßnahmen in ein stimmiges Gesamtkonzept integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und eine systematische Darstellung des Fachwissens zu den rechtlichen und organisatorischen Aspekten der Jugendhilfeplanung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der rechtlichen Anforderungen, die Organisation der Planungsgremien, die fünf Phasen des Planungsprozesses und die kritische Auseinandersetzung mit Partizipationsprozessen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie SGB VIII, Planungsprozess, Partizipation, Bedarfserhebung und soziale Steuerung charakterisiert.
Welche Rolle spielt der Jugendhilfeausschuss?
Der Jugendhilfeausschuss trägt die Gesamtverantwortung für die Jugendhilfeplanung und erteilt den notwendigen Auftrag zur Initiierung der Planungsprozesse.
Warum wird Partizipation als "Gratwanderung" für Fachkräfte beschrieben?
Fachkräfte stehen vor der Herausforderung, Partizipation zu ermöglichen und Adressaten zu beteiligen, während sie gleichzeitig die Verantwortung für eine gesellschaftlich tolerierte Entwicklung der Adressaten tragen müssen.
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- Asu Dilem (Autor), 2012, Allgemeines zur Jugendhilfeplanung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206112